24.04.2020
Inhalt: LICHTER FILMFEST / FREUND*IN WERDEN. SO GEHT'S: / K U L T U R Z E I T E R I N / SUCHE BIETE / G E R O L L T E S über die Pause / Zum Abschluss noch etwas über den FSV / Noch bis Sonntag: LICHTER Filmfest International / GO DIGITAL: Auf den Spuren der Frankfurter Edelhure Rosemarie Nitribitt / Freitag, 24. April: Of/ Stummfilm & Ton Livestream / Freitag 24. April: Medea / Freitag 24. April und 03. Mai: GO DIGITAL / Iso Herquist / Freitag 24. April: Max und Moritz / Vermummungspflicht / Noch bis zum 27. April: (Livestream) YRD. WORKS / Ausstellungs-Geschichte(-n) / Outdoor-Sound mit Stadtgrün / Liebes-Lesung online / Jeden Sonntag: Kirche zwischen Tür und Angel! / Samstag 25. April: GO DIGITAL / PUBUIZ / Samstag, 25. + Donnerstag, 30. April: Oper Frankfurt ZUHAUSE / Dienstag, 28. April: Offenbach im hessenfernsehen / Dienstag, 28. April: Forced Entertainment / GO DIGITAL / KONZERTE / GO DIGITAL / OPER: La Bohème / GO DIGITAL / FILME / GO DIGITAL - FILMTIPPS VON DANIEL BRETTSCHNEIDER / VORSCHAU / SCHON MAL HIER ERSCHIENEN ABER IMMER NOCH AKTUELL / Impressum
LICHTER FILMFEST

Ach herrje, da es außer den, mitlerweile echt nervigen, Telefonkonferenzen gar keine Termine mehr gibt, habe ich doch in den letzten Ausgeh-, bzw. Daheimbleib Tipps das LICHTER FILMFEST INTERNATIONAL vergessen. So ein Mist.

Aber was ein Glück läuft es noch bis Sonntag. Gregor & Johanna und das ganze Lichter Filmfest Team haben sich nämlich die Mühe gemacht und stellen das komplette Filmfest digital zur Verfügung. Ihr könnt also noch bis Sonntag regionale, nationale und internationale Produktionen streamen. Nix Netflix oder Amazon Prime. Das Geld bleibt hier. Das Festival finanziert mit den Streamingeinnahmen lokale Kinos und die Filmemacher*innen. Ein Film kostet 8,- €. Also ein Schnäppchen. Schaut auf die Seite. Es ist echt ein tolles Angebot. Ich liebe ja Filmfestvals vor allem wegen der Interviews mit den anwesenden Filmemacher*innen und auch darauf muss man nicht verzichten. Auch daran haben die Festivalmacher*innen gedacht. Mehr dazu weiter unten.

Und weiter unten seht ihr auch ein Zwischenergebnis zu unserer Spendenkampagne KULTURZEITERIN. Was das ist, erklärt Euch Roberto Cappelluti in dem nebenstehenden Video.

So, jetzt aber Schluß, denn wir haben gleich unsere erste digitale Chorprobe. Ich bin mal sehr gespannt ob das jetzt besser klappt, denn beim Probelauf bin ich ständig aus der Leitung geflogen. Ich denke es läuft darauf hinaus, dass ich hier wieder, zum Leitwesen meier Familie und vor allem meines zockenden Sohnes, tobend durch die Wohnung springe und herumschreie: "Alle raus aus dem Netz, ich bin dran!"

Was auch immer ihr macht: bleibt gesund und lebt wild (doch, das geht beides!)!

Daniela

Zur besseren Lesbarkeit empfehle ich die Ausgehtipps auf der Webseite zu lesen.

P.S. Vielen Dank an meine Co-Autor*innen: Petra Manahl, Andrea Ehrig, Martin Grün, Uwe Schwöbel und Beate Geibel.

FREUND*IN WERDEN. SO GEHT'S:

Wir schreiben die Ausgehtips schon seit 14 Jahren... ohne lästige Werbung, total subjektiv. Wenn Du die Ausgehtipps magst und uns unterstützen möchtest, dann freuen wir uns über Deine Unterstützung. (Von dem Geld zahlen wir die Servergebühren und gehen einmal im Jahr zu viert zusammen essen :-))

Bitte überweise Deinen Solibetrag gerne auf folgendes Konto:
IBAN: DE83 4306 0967 6045 5154 00
(Richtwert: in der Regel zahlen Freund*innen 1,50 pro Monat = 18,- € pro Jahr).
Wenn Du eine Rechnung benötigst, dann schicke bitte eine Mail an: ausgehtipps(at)cappelluti.net

K U L T U R Z E I T E R I N

WIR SIND SO HAPPY!

Vor 14 Tagen sind wir online gegangen und heute können wir stolz verkünden: Wir haben bereits 4.292 Stunden Kulturzeit gespendet bekommen, das sind 64.380,- € !

Und wir bitten weiterhin um Spenden, denn Bühnen, Kinos, Clubs, Museen, Galerien und andere Kultur-Orte bleiben weiterhin geschlossen. Für Künstler*innen und Kulturschaffende bedeutet das: Die kulturelle Durststrecke setzt sich weiter fort. In der Konsequenz wird die Zahl der Künstler*innen und Kulturschaffenden, die in existenzielle Nöte geraten, deutlich zunehmen.

Die Bandbreite der Bewerberinnen und Bewerber ist groß, die individuellen Nöte sind unterschiedlich, aber im Ergebnis die gleichen: Sie stehen ohne Einnahmen da. Der aktuell von Bund und Land benannte Ausweg für wegfallende Lebenshaltungskosten, Arbeitslosengeld II, ist für viele Künstler*innen und Kulturschaffende aus einer Vielzahl von Gründen keine passende Lösung. Aus diesen Gründen wird der unbürokratische Hilfefonds der Kulturzeiter*innen dankbar angenommen.
Unter den ersten Spendenempfänger*innen sind beispielsweise ausländische Künstler*innen, deren Aufenthaltsstatus an die Tätigkeit als freischaffende Künstler*innen geknüpft sind, die also gar keinen Anspruch auf ALG II haben und deren Aufenthaltsstatus ohne Ausübung der Tätigkeit gefährdet ist. Ebenso etwa Schauspieler*innen, die wegen bestehender Gastverträge keinen Anspruch auf ALG II haben, obwohl die ausgefallenen Stücke gar nicht oder nur zum Teil vergütet werden. Mit dabei sind außerdem auch bildende Künstler*innen und Musiker*innen, die durch die Corona-Pandemie weder ihrer Haupttätigkeit – also Auftritte beziehungsweise Ausstellungen – noch ihrem Nebenerwerb, z.B. als Kulturpädagog*innen in Schulen oder Kurator*innen nachgehen können.
Sie haben jetzt einen pauschalen Einmalbetrag in Höhe von 500,- Euro erhalten, mit der Möglichkeit sich im nächsten Monat erneut zu bewerben.

Hilfe, die gut ankommt: „Es ist eine furchtbar schwierige Zeit, und Organisationen wie Ihre sind eine enorme Hilfe und Quelle der Hoffnung“, bedankt sich ein Tenor aus Frankfurt. Auch eine Choreographin freut sich über die schnelle finanzielle Unterstützung: „Ihr seid der Hammer!!!“

Wir machen weiter. Seid dabei, werdet Kulturzeiter*innen!
www.kulturzeiterin.de

SUCHE BIETE

Mitbewohner*in für 150m2 große Wohnung im Nordend gesucht:
Meine Freundin hat eine super schöne große Wohnung.. eigentlich sind es zwei, die zusammengelegt wurden. Jetzt sucht sie für die kleinere Wohnung eine*n neuen Mieter*in. Die kleinere Wohnung hat sogar eine eigene Dachterasse. Mehr Infos zur Wohnung und meiner Freundin gibt es hier.

G E R O L L T E S über die Pause

(Uwe)

Fußball ist normalerweise ein Kontaktsport. Vielleicht nicht für Spieler, wie es Andreas Möller einer war, der Zweikämpfen gerne aus dem Weg ging und die schlechteste Schwalbe der Bundesligageschichte damit begründete, dass er präventiv abgehoben sei, um sich vor einem wahrscheinlichen Foul seines Gegenspielers zu schützen. Dieser, der damalige KSC-Spieler Dirk Schuster, stand allerdings so weit von ihm entfernt, dass selbst die Stadtpolizei in der aktuellen Phase im Grüneburgpark keinen Verweis erteilen würde, weil Jugendliche zu eng beieinanderstehen. Nähe zu Gegen- und Mitspielern ist von der Champions League bis hinunter in die Kreisliga selbstverständlich. Auch wenn Dein Gegenspieler die Nacht durchgesoffen hat und ohne morgendliche Körper- und Mundpflege auf dem Platz steht, kannst Du ihn in der Regel nicht einfach unbewacht herumlaufen lassen. Es sei denn, er ist losgelöst von seinem partybedingten desolaten körperlichen Zustand ein „Antifußballer“. So lange also die Abstandsregel von 1,50 Metern gilt, kann kein Fußball gespielt werden, weil die 22 Spieler, die Auswechselspieler, Schiedsrichter und Betreuer diese Distanz nicht einhalten können. Dies gilt losgelöst davon, ob überhaupt ein Fußballfan als Zuschauer ins Frankfurter Waldstadion oder auf den Goddelauer Sportplatz „Am Hanfgraben“ kommt/kommen darf. 

Die Verbände tun sich schwer damit, eine Lösung für die Profiligen zu finden und ihren regionalen Verbänden zu empfehlen, wie sie den unterklassigen Fußball regeln. Vom Hessischen Fußballverband erhalten wir als Kreisligaverein regelmäßig Wasserstandsmeldungen, aber noch keine wirkliche Information darüber, wie es weitergeht. Möglich, dass die angebrochene und bereits zu 2/3 gespielte Saison 2019/20 erst im ersten Halbjahr 2021 weitergespielt wird und im Sommer 2021 regulär die Saison 2021/2022 beginnt. Die Saison 2020/21 würde entfallen. Auf den ersten Blick halte ich das für nachvollziehbar und fair. Unfairer wäre es, die aktuell laufende Saison einfach zu annullieren oder sie abzubrechen. Trotzdem ist es natürlich ein schlimmer Gedanke, so spät wieder in den Kreisligafußball zurückzukehren. Mir fehlt er sehr und meine Freunde, die ich dort immer treffe.  

Einen so langen Zeitraum ohne Wettbewerb können sich die Profivereine natürlich nicht leisten. Da geht es bei vielen Clubs schon jetzt ans „Eingemachte“. Dass es dann immer einmal wieder Vereinsvertreter gibt, die darauf hinweisen, dass die Unternehmen, die Proficlubs nun einmal sind, nur überleben können, wenn ihre Leistung bereitgestellt werden kann, ist aus meiner Sicht in Ordnung. Die Frage ist also, wie kann der Sport zumindest im Fernsehen angeboten werden, wenn Zuschauer vor 31.08 definitiv nicht in die Stadien dürfen? Wie können insbesondere Spieler, Betreuer/Trainer und Schiedsrichter, aber auch Sicherheitsleute, Polizisten, Kamerateams und viele mehr, geschützt werden? Wie oft sind Tests der Spieler notwendig, wie teuer sind diese und inwieweit belastet deren häufige Durchführung das Gesundheitssystem, weil sie woanders eher gebraucht werden. Was geschieht, wenn ein Spieler einer Mannschaft erkrankt und das komplette Team in Quarantäne muss? Alles Fragen, die verantwortungsvoll beantwortet werden müssen. Sofern die Gesellschaft durch die Fortführung des Spielbetriebs (finanziell) nicht belastet wird und der Profifußball anderen stark betroffenen Branchen wie Gaststätten- und Hotelgewerbe gegenüber nicht bevorzugt wird, sollte über ein Weiterspielen durchaus nachgedacht werden können. Am Donnerstag verkündete die DFL, dass sie einen Plan haben und auf Zeichen aus de Politik warten.

Zum Abschluss noch etwas über den FSV

Habt Ich schon ein Erlebnisticket zu Unterstützung des wunderbaren FSV gekauft? Nein, dann mal los: www.fsv-frankfurt.de.

Noch bis Sonntag: LICHTER Filmfest International

(Daniela)

"Mit „LICHTER-On-Demand" wird das 13. LICHTER Filmfest vom 21. bis 26. April zu einem Online-Festival, um die Zeit der Selbst-Isolation mit Filmkultur zu beleben und gemeinsam solidarisch zu handeln.

Aktuelles Weltkino zum Thema „Macht“, Glanzlichter des jungen deutschen Filmschaffens, die besten Lang- und Kurzfilme der Region und Virtual-Reality-Filme gibt es auch weiterhin bei uns zu sehen. Ergänzt durch Podcasts und Videokonferenzen zum Jahresthema "Macht".

Vom 21. bis 26. April 2020 zeigen wir eine Auswahl an Filmen der verschiedenen Festivalsektionen auf unserem Vimeo-Plattform. Für eine Leihgebühr in Höhe von 8,00 Euro stehen die einzelnen Filme sechs Tage als Video-On-Demand zur Verfügung. Die Einnahmen werden zwischen Festival, Verleihern und unseren Festivalkinos aufgeteilt.

LICHTER-On-Demand soll keine simple Alternative zu den üblichen Streaming-Angeboten sein. Freuen dürfen sich die Zuschauer*innen unter anderem auf Alexander Kluges neuen Film „Orphea“, der in diesem Jahr Weltpremiere bei der Berlinale feierte. Die Zuschauer*innen haben die Möglichkeit, den besten regionalen Kurzfilm per Online-Voting mit dem Publikumspreis zu prämieren. Interviews mit Filmschaffenden und Panelgespräche zum Jahresthema „Macht“ werden als Podcasts und Videokonferenzen aufgezeichnet und bringen Festival-Feeling in den digitalen Raum.

Der mit 3.000 Euro dotierte regionale Langfilmpreis der Dr. Marschner Stiftung sowie der mit 1.000 Euro dotierte Kurzfilmpreis werden weiterhin vergeben. Zwei Fachjurys beraten per Videokonferenz über die diesjährigen Preisträger*innen."

Detaillierte Informationen zum Programm findet ihr hier: https://online.lichter-filmfest.de/ oder hier: https://lichter-filmfest.de

GO DIGITAL: Auf den Spuren der Frankfurter Edelhure Rosemarie Nitribitt

(Daniela)

Ich liebe geführte Stadtrundgänge und die nicht nur in fremden Städten, sondern auch hier zu Hause. In Frankfurt haben wir einen Stadtbilderklärer, der ganz besonders ist: Christian Setzepfandt. Uwe und ich haben schon etliche Führungen von ihm mitgemacht und können Euch sagen: er ist der Allerbeste!
Gerade erst vor kurzem haben wir, im Rahmen eines 60sten Geburtstages, eine Führung von ihm vom Bahnhofsviertel zur Neuen Altstadt gemacht. Toll! Christian hat so ein unglaubliches Wissen und vermittelt dieses wie kein anderer.

Vor ein paar Jahren habe ich seine Führung: Auf den Spuren der Frankfurter Edelhure Rosemarie Nitribitt" mitgemacht. Auch die war toll.

Aktuell darf er keine Führungen organisieren, aber man kann sich seine Führungen im Netz anschauen. Das ist zwar nicht das Gleiche, wie ihn in live zu erleben, aber ich empfehle sie Euch trotzdem. Bitte denkt aber daran zu spenden!!

"Die Laufstegdame gilt als Deutschlands berühmteste Prostituierte. Der Tod der in Frankfurt tätigen Edelhure entwickelte sich zum ersten Gesellschaftsskandal der jungen Bundesrepublik Deutschland. Erfahren Sie bei dieser geheimnisvollen und spannenden Führung mehr über das kurze, aber ereignisreiche Leben der Edelhure Rosemarie Nitribitt."

https://www.frankfurter-stadtevents.de/Themen/Aktionsartikel/Corona-Spezial-Virtuelle-Stadtfhrungen-StadteventsHome_20016033/

Freitag, 24. April: Of/ Stummfilm & Ton Livestream

(Andrea)

Habe ich ein Glück, ich bin in Quarantäne!* Sonst würden mich keine zehn Pferde zu Hause halten, Lili müsste mit mir eine Radtour machen und ich würde "Stummfilm und Ton" live aus der Pumpe in Berlin verpassen. Die historische Pumpanlage aus dem Jahr 1883 ist mindestens so toll wie unsere Parksidestudios, in denen das heutige Filmevent eigentlich stattgefunden hätte. Aber weil kontaktarmes livestreaming aktuell state of the art ist, freue ich mich, dass die Technik, das Kulturamt, Daniel und alle es möglich machen: "Joe Mays Krimi-Melodram „Asphalt“ spielt im Berliner Untergrund und gilt als Meisterwerk deutscher Filmkunst der 20er Jahre. Sein visuell mitreißender expressionistischer Stil, der psychologische Zugang zu den Figuren und die eigentlich simple melodramatische Story machten „Asphalt“ zu einem Publikumserfolg: Polizeiwachtmeister Holk erwischt die gesuchte Diamantenelse auf frischer Tat, lässt sich jedoch von der Schönheit um den Finger wickeln und gerät nicht nur in die Abgründe einer Liebesbeziehung, sondern auch die der Unterwelt. Pianist und Komponist Stephan von Bothmer füllt mit seinen spektakulären Stummfilmkonzerten Theater und Konzerthäuser auf fünf Kontinenten. Göttliche Diven, ehrenvolle Gentlemen, skrupellose Ganoven und skurrile Gestalten erstrahlen durch seine Musik in einem neuen Licht. Auch bei „Asphalt“ ist ihm eine Komposition gelungen, die das das rasende Tempo des Filmes aufnimmt und gleichzeitig die komplexen psychischen Motivationen der Figuren durchleuchtet." Der Direktlink zum Livestream ist auf www.offenbach.de/kultur-online und dort ausschließlich HEUTE live ab 20 Uhr aktiv.

* Jaja, erst wochenlang im Ausland festsitzen und jetzt Hausarrest. Dafür erkundigt sich das Gesundhaitsamt nun täglich nach meinem Wohlbefinden und das ist nach wie vor gut. Mental allerdings ist nicht rauskönnen eine echte Herausforderung...

Freitag 24. April: Medea

(Martin)

Berliner Ensemble (aber eigentlich aus Frankfurt!) ‚BE at home’

Verrückte Sachen passieren in dieser Coronazeit!

Es war einer großer / wenn nicht der größte / Erfolg der Ära Oliver Reese in Frankfurt: Medea in der Regie von Michael Thalheimer.
Und natürlich wurde diese Inszenierung hier in den Ausgehtipps empfohlen.
Jetzt kann’s ein Wiedersehen mit ‚Medea’ geben, denn das Berliner Ensemble bzw. BE at home streamen aus Berlin die Frankfurter Medea!

Hier meine Empfehlung, aus ‚anderen Zeiten’:
Wer dieses Medea-Theaterereignis verpasst, hat selbst die Schuld! Beides: Psychodrama und Krimi sind garantiert! Constanze Becker (auch sie verabschiedet sich aus Frankfurt) spielt und ‚ist’ Medea. Das ist kurios, man könnte die Darstellung einerseits als distanziert und kühl beschreiben und dennoch kommt einem diese ‚Furie Medea’, die aus tiefer Verletzung und Rache an ihrem Mann die eigenen Kinder tötet, doch ganz nah. Constanze Becker wurde für ihre Darstellung mit dem Eysold-Ring und dem Deutschen Theaterpreis ‚Der Faust’ ausgezeichnet. Zum Theatertreffen in Berlin wurde die Inszenierung ebenso eingeladen. Mehr geht nicht! Es gibt sie, solche Theatermomente und Bilder, die man erlebt, sieht und sogleich weiß, dass man sie nie vergessen wird. Genau diese geschieht in dieser Medea, die Michael Thalheimer vor knapp fünf Jahren in Frankfurt inszeniert hat. Medea als Frau wird ausgestellt auf einem schmalen Podest, das die riesige Bühne erfüllt, sie ist gleichsam isoliert, überhöht, schreiend hilflos, verletzt allein und dennoch kraftvoll. In einem grandiosen und so einfachen Bühnenbild wird die über 2000 Jahre alte Geschichte gespielt und wer Theater mag, für den war und ist diese Inszenierung ein Muss. Nach der Premiere und eigentlich jeder Vorstellung gab’s Ovationen, Jubel und Publikumsglück.

Freitag, 24.04. (ab 18.00h) bis 01.05.
hier: https://www.berliner-ensemble.de/be-on-demand

Foto: (c) Berliner Ensemble

Freitag 24. April und 03. Mai: GO DIGITAL / Iso Herquist

(Uwe)

Iso Herquist schrieb neulich auf Facebook: „Ich finde es herablassend, Künstlern vorzuwerfen, sie würden sinnlos und unter Aufopferung der Qualität online gehen“. Von wem dieser Vorwurf stammt, weiß ich nicht, ich regte mich aber sehr darüber auf. Ich bin froh über alles, was insbesondere regionale Künstler kreieren und über soziale Netzwerke verbreiten. Ohne diese Beiträge wäre die Welt für mich aktuell viel ärmer. Gerade Iso Herquist ist sehr kreativ und präsentiert wunderbare Werke. Am 24.04 um 22 Uhr beispielsweise Iso Herquist: Reite Dein Pony – Episode 5 und am 03. Mai (15 Uhr) Iso Herquists Märchenviertelstundeplusdreiminuten. In der Ankündigung steht zu Reite Dein Pony: „Die einzig echte einsamer-Cowboy-reitet-in-den-Sonnenuntergang-und-singt-dabei-ein-trauriges-trauriges-Lied-late-night-online-Streaming-Show: Iso singt für dich Blues und Jazz und Soul“. Und über Märchenviertelstundeplusdreiminuten „Iso erzählt Märchen. Wer Iso kennt, der weiß, dass Märchen im Iso-Style nicht das sind, was man gemeinhin unter „Märchenstunde mit Onkel Iso“ verstehen würde." Eine Aufopferung der Qualität erkenne ich in den Programmen nicht und freue mich darauf.

Freitag 24. April: Max und Moritz

(Martin)

Berliner Ensemble ‚BE at home’ Wer in Frankfurt ins Schauspiel ging, als noch Oliver Reese Intendant war, der kam an diesen beiden nicht vorbei: Constanze Becker und Sascha Nathan. Während Sie meist als Tragödin besetzt wurde (Medea), war er oft der grandiose Komiker bzw. Knallcharge. In Berlin ist Stefanie Reinsberferger mittlerweile ein ‚Garant’ für tolles Schauspiel. Und alle drei kann man in dieser Inszenierung, die vor allem auch ein riesiger Spaß sein will, erleben: Max und Moritz!

„Ja: Es ist eine bewusste und offensive Verkasperung, die der Regisseur Antú Romero Nunes der „Bubengeschichte in sieben Streichen“ von Wilhelm Busch aus dem Jahr 1865 angedeihen lässt. Mit Extra-XXL-Sympathiepunkten für die Titelhelden, die hier statt fieser Streiche eher eine Art Infantile-Jungs-Regressionsparty abfeiern. Und die von so dominant-verknöcherten Pädagogen wie dem Lehrer Lämpel (Constanze Becker) einfach derart genervt werden mit doofen Schulkonzert- und Flötenspiel-Auflagen, dass sie gar nicht anders können als sich neckisch zur Wehr zu setzen.“ (Der Tagesspiegel)

"Es lebe die Freiheit der Kunst und ihr rein unterhaltsamer Selbstzweck!", jubelt Tina Brambrink in der Recklinghäuser Zeitung (13.5.2019). Am Ende seien alle Figuren in diesem grotesken Typenkabarett gleich böse. "Aber der Regisseur bleibt bewusst der Entertainer und will kein Psychoanalytiker in den Untiefen der Seele sein." (Nachtkritik).

https://www.berliner-ensemble.de/be-on-demand

Foto: Berliner Ensemble

Vermummungspflicht

Am Montag tritt ja die Vermummungspflicht in Kraft.

Hier meine Top 5 Empfehlungen für Masken, die man ja nicht Masken nennen darf...:

1) DO IT YOURSELF: Für alle, die keine Lust haben eine Maske zu kaufen, oder selber zu nähen, empfehle ich dieses super Video. Da kann man aus einem T-Shirt bis zu 6 Masken basteln.: https://www.facebook.com/karin.degischer/videos/3120316104680486/

2) Bereits vor einigen Wochen hat mich die Frankfurter Kostümdesignerin Berit Mohr angschrieben, ob ich ihr behilflich sein könnte eine Facebookseite dafür aufzubauen. Ich hatte keine Zeit, habe ihr aber meinen Freund Muri vermittelt. Muri lebt in Istanbul und hat zusammen mit ihr die Seite: SOS MUND NASEN SCHUTZ aufgebaut. Hier kann man Angebote und Gesuche einstellen und man findet natürlich auch Nähanleitungen: https://www.facebook.com/groups/2567872193471197/

3) Florian Jöckel hat eine super Unterstützungsplattform gegründet: FRANKFURT BLEIBT STABIL. Auch da gibt es Masken. Die kann man online bestellen, oder z.B. Freitags von 17 bis 19 und samstag von 15:30 bis 18:00 Uhr in der Saint Tropez Bar abholen: https://shop.frankfurt-bleibt-stabil.de/

4) Mein Freund Jockel verkauft mit seiner Apfelweinagentur Masken im Apfelweindesign: https://www.facebook.com/apfelweinagentur/

5) Heute kamen unsere Masken an, die wir bei "Stitch by Stitch" bestellt haben. Sie sind super schön (siehe Bild)! https://www.stitchbystitch.de/mund-nasen-schutz-wie-sie-anderen-in-der-corona-krise-helfen-koennen/

Noch bis zum 27. April: (Livestream) YRD. WORKS

(Martin)

Canned (99/63) DIGITALER MOUSONTURM

Das hört sich sehr spannend an, was über den Mousonturm gestreamt wird. „Das Offenbacher Künstlerkollektiv YRD.Works ist bekannt für seine so außergewöhnlichen wie ausgedehnten Raumskulpturen. Ob eine Messerschmiede im Mousonturm-Lokal, eine Seebühne samt Festspielen inmitten einer Offenbacher Spekulationsbrache oder die „Oper Offenbach“ auf der Hafenspitze, die Arbeiten sind stets künstlerische Interventionen und Orte des sozialen Zusammentreffens zugleich. Wie für viele ist auch für YRD.Works die Corona-Pandemie eine herausfordernde Erfahrung. Die drei Künstler nehmen sie zum Anlass, ihre Arbeitsstrategien zu ändern und entwickeln erstmals eine Arbeit fürs Netz. Welche Möglichkeiten und Vorbilder bietet dieses Medium, um trotz des „social distancing“ Handlungsräume zu schaffen, die die Künstler, deren Performance und ihre Betrachter*innen verbinden? In „Canned (99/63)“ lassen YRD.Works, wie in früheren Projekten, die Grenze zwischen Unternehmertum und bildnerischer Gestaltung verschwimmen und spielen dabei mit Transparenz und Teilhabe. Täglich können die Künstler vier Stunden im Livestream auf canned.works verfolgt werden.“

Alle Infos hier https://www.mousonturm.de/events/canned-99-63/

Vom 17.04.20 – 27.04.20 (17-21 Uhr) täglich im Livestream

Foto: YRD.Works

Ausstellungs-Geschichte(-n)

(Petra)

Das Bauhaus-Jahr 2019 ist – abgesehen von der Ausstellung zur Frankfurter Moderne im Museum Angewandte Kunst – weitgehend an mir vorbeigegangen (das ewige Zeitproblem), so dass ich mich jetzt über eine zufällige Entdeckung freue: Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Bauhauses entstand in Kassel ein Projekt um die beiden bekanntesten deutschen Kulturmarken des 20. Jahrhunderts – Bauhaus und documenta. Arnold Bode hat die documenta 1955 in Kassel gegründet: kein Kunsthistoriker, kein Theoretiker oder Autor, sondern Gestalter, Künstler und Kunstpädagoge. Nach den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs war es ein Hauptanliegen, wieder Anschluss an die internationale Moderne zu finden. So saugten die Ausstellungsmacher begierig alle Anregungen auf, die sie sowohl in Konzepten aus der Zeit vor dem Nationalsozialismus als auch in der internationalen Nachkriegsmoderne fanden. Weshalb sich das Bauhaus als Referenz dafür bestens eignete, wer alles dabei mitwirkte und welche Kontakte es schon in den 1920ern zwischen Kassel und Weimar gab, erfahre ich hier. Und hab wieder was gelernt.

Foto: © documenta archiv /Günther Becker: Rotunde im Fridericianum, erste documenta,1955

documenta archiv bauhaus, Ort: www.documenta-bauhaus.de

Outdoor-Sound mit Stadtgrün

(Petra)

Der saasfee*pavillon hat sich ein ganz charmantes, kleines Format für Euch überlegt: Natürlich hat auch er mit seinen Ausstellungen und Veranstaltungen geschlossen, aber ich freue mich sehr, dass sich die Macher bemühen durchzuhalten. Diesen Ort zu verlieren, wäre hart für mich. Ein Lichtblick ist einstweilen, dass im Tiefgarten jeden Nachmittag der soundpark mit allen Kompositionen zu hören ist (Atom™ – Öffentlicher Traum / Flug 8 – Life in other dimensions / Tobias. – Alternating current / Charlotte Simon – Being filmed in fake rain in a fake garden / Zoé Mahlau – Unisono / Saa*fee – Byrds). Mein ganz persönlicher Geheimtipp im urbanen Grün.

saasfee*soundpark, Ort: saasfee*tiefgarten, Adresse: Bleichstraße 66HH, Uhrzeit: täglich 15 - 17:30 Uhr, Eintritt: frei

Liebes-Lesung online

(Petra)

Meine liebe Freundin Silke Wustmann ist eine unserer solidarischen Unterstützerinnen, also eine KulturzeiterIN. Ihre großartig klug-unterhaltsamen Stadtführungen vermisse ich (wie zweifellos ganz viele andere Menschen). Zumindest ein Trost ist ihr Bestseller „Frankfurter Liebespaare“ – und alle Lesefaulen haben jetzt die Möglichkeit, sich aus dem Romanzen-Reigen von Karl dem Großen bis Goethe und vielen mehr Liebenden aus rund 1200 Jahren vorlesen zu lassen. Von der Autorin höchst selbst. Das Video findet ihr bei Stadtevents Frankfurt, die jetzt viele Stadtführungen per 20- bis 25-minütigem Video kostenlos zur Verfügung stellen. Wenn Ihr das gemütlich auf dem Sofa genießt, spendet doch was, denn davon bekommen die Stadtführer*innen und das Obdachlosenprojekt „Straßenblick“ von WESER 5 jeweils ein Drittel ab. Aber hebt bitte auch noch etwas für die KulturzeiterINNEN auf ;)

Silke Wustmann: Frankfurter Liebespaare – Lesung
Ort: https://www.frankfurter-stadtevents.de/Themen/Aktionsartikel/Corona-Spezial-Virtuelle-Lesung-StadteventsHome_20016031/

Jeden Sonntag: Kirche zwischen Tür und Angel!

(Daniela)

Einige von Euch haben sich gefreut, dass ich hier letzte Woche die digitale Osterandacht von Pfarrer Diemer beworben haben, daher mache ich gerne weiter mit Tipps aus der Wartburggemeinde: „über den Gartenzaun hinweg“

Herzliche Einladung zu einem Gespräch „über den Gartenzaun hinweg“ mit Pfarrer Thomas Diemer
Jeden Sonntag, 11.00-12.00 Uhr, auch bei Wind und Wetter, direkt neben dem Kirchturm! Solange, bis wieder Gottesdienste in der Kirche stattfinden dürfen!
Mit anschließendem Glockengeläut!

Hier noch eine Andacht aus der Wartburggemeide: https://www.youtube.com/watch?v=dfzZ1x1bEV4&feature=youtu.be

Samstag 25. April: GO DIGITAL / PUBUIZ

(Uwe)

Ende März war unsere Gruppe „Kaufhaus M. Schneider“ mit sechs Leuten bei Ninjaas erstem Isolationsquiz erfolgreich. Wir rätselten uns durch verschiedene Kategorien (inklusive einem Musikquiz) und siegten! Zwei Wochen später erreichten wir "nur" Platz 4 (von 10 Teams), hatten aber wieder eine Menge Spaß. Für die nächste Runde, dem Isolationsquiz 3.0, am 25.04 ab 20:30 Uhr sind wir wieder angemeldet. Wir werden sicher gewinnen. Informationen siehe hier: Facebook/Ninjaas Quiz in Frankfurt.

Samstag, 25. + Donnerstag, 30. April: Oper Frankfurt ZUHAUSE

(Martin)

Großartig, dass nun auch die Oper Frankfurt ein Oper-Frankfurt-ZUHAUSE - Programm startet: Wohnzimmerkonzerte, Opernstreams und weitere Formate sind online zu erleben!
Das gesamte Programm findet ihr hier, den Zugang zu den Streaming-Angeboten ebenfalls: https://oper-frankfurt.de/de/oper-frankfurt-zuhause/

Zwei namhafte Künstlerinnen und ein fantastischer Pianist (und großartiger Dirigent der Salomé) musizieren die nächsten Tage live aus ihrem Wohnzimmer:

Am Samtag, 25.04. das langjährige Ensemblemitglied Katharina Magiera! „Katharina Magiera schätzt die Abwechslung zwischen dem großen Opernspektakel und der Intimität und Publikumsnähe eines Liederabends. Ein kleines Recital der besonderen Art gibt sie nun im Rahmen von Oper Frankfurt Zuhause mit Goethe- bzw. Marianna von Willemer-Vertonungen von Schubert und Schumann.

Am Donnerstag, 30.04. „lädt uns die amerikanische Sopranistin Elizabeth Reiter „aus ihrem Wohnzimmer heraus ein, mit ihr gemeinsam das Werk des 1882 in Graz geborenen Spätromantikers Joseph Marx zu entdecken, dessen reiches Liedschaffen größtenteils bis 1912 entstand.“ Die Klavierbegleitung stammt an beiden Abenden von Takeshi Moriuchi. Er ist seit der Spielzeit 2018/19 Studienleiter der Oper Frankfurt. Der in Tokio geborene Pianist wechselte nach dem Klavierstudium nach Europa, um an der Universität Mozarteum Salzburg Dirigieren zu studieren. Mit Manon Lescaut hat Takeshi Moriuchi sein Debüt an der Oper Frankfurt als Dirigent einer Neuproduktion gegeben.

Das Wohnzimmerkonzert wird am Samstag, 25. April Uhr und am Donnerstag, 30. April jeweils um 20.30h auf Facebook, YouTube sowie hier auf der o.g. Website gezeigt.

Dienstag, 28. April: Offenbach im hessenfernsehen

(Andrea)

"Da, wo der Main seinen schönsten Bogen macht, liegt Offenbach." So steht es auf unserer Facebook-Seite und weil wir nicht nur den schönsten Mainbogen, sondern auch sonst eine Menge toller Orte haben, hat uns Tobi Kämmerer im März mit seinem TV-Team einen Besuch abgestattet. Ich kannte weder Tobi noch den "Städtetrip", aber wer Offenbach besser kennen lernen möchte, sollte am Dienstagabend den Fernseher einschalten. Die Sendung ist wirklich toll geworden, weil sie eben nicht das übliche Postkartenklischee abfeiert, sondern tolle Läden und Entdeckungen bereit hält: Dienstag, 28. April, 20.15 Uhr im hessenfernsehen. 

Dienstag, 28. April: Forced Entertainment

(Martin)

„Auch die Vorreiter des europäischen Experimentaltheaters Forced Entertainment sitzen bereits seit mehreren Wochen im Corona-Virus-Lockdown. “End Meeting For All“ ist ein fragmentarisches Online-Werk in drei kurzen Episoden, das mitten aus den aktuellen Lebens- und Arbeitsbedingungen heraus entsteht. Von Sheffield, London und Berlin aus treffen sich die Mitglieder des Kollektivs in einer Zoom-Videokonferenz. Das vertraute Raster der einzelnen Bildschirme wird bald von technischen Schwierigkeiten heimgesucht und mit kreativen Missverständnissen geflutet. Es gibt falsche Tränen und schlechte Perücken, verpasste Anschlüsse, verschmierte Schminke und Blicke aus dem Fenster sowie den stotternden Strom von Unterbrechungen, verursacht von Katzen, Geräuschen auf dem Flur oder Gespenstern. Ergreifend, albern, beunruhigend und eigensinnig halluzinatorisch, inszenieren Forced Entertainment mit „End Meeting For All“ eine Online-Begegnung, die nie ganz stattfindet und die sich bald in einem zusehends verwirrenden Chaos zwischen unvereinbaren Anliegen und Absichten verstrickt. Dabei führt „End Meeting For All“ in eine Welt, in der ein Lockdown anscheinend schon sehr, sehr, sehr lange andauert. Wir zeigen die drei Episoden von „End Meeting for All“ gemeinsam und zeitgleich mit den weiteren Koproduzenten PACT Zollverein (Essen) und HAU Hebbel am Ufer (Berlin).“

Den Zugang gibt’s hier: https://www.mousonturm.de/projects/dmt-digitaler-mousonturm/ Dienstag, 28.04. um 21.00h; weitere Episoden am 05. und 12.05.

GO DIGITAL / KONZERTE

(Uwe)

„Gehen Sie weiter, es gibt nichts zu sehen“, gilt weiterhin. Weil ich aber ohne Musik nicht leben kann läuft gerade ein tolles Projekt, von dem nur ich etwas habe.  

Meine Kollegen sind ja ziemlich tolerant, ob es ihnen aber gefallen würde, wenn ich im Büro lautstark bei Songs von Rammstein, Rio Reiser oder den The National mitsinge, ist eher fraglich. Mein Bruder forderte sehr frühzeitig, wiederholt, zunehmend energisch und völlig berechtigt „höre auf zu singen“ und meinen Musiklehrern war es lieber, wenn ich, statt zu singen, unbeholfen (und aus dem Takt) Maracas schüttelte. Auch Daniela hasst meinen Gesang und wenn ich in der U Bahn leise mitsinge, schauen mich die anderen Fahrgäste eher mitleidig an. 

Ich höre gerade zuhause alle 16.378 Lieder auf meinem I Pod im Shuffle Modus durch (auch während der Arbeitszeit). Musste nach einem technischen Abbruch bei Lied 652 einen zweiten Durchlauf starten und bin schon wieder bei Lied Nummer 206: Morrissey: "Mama lay softely on the Riverboat". De ehemalige Sänger von The Smiths soll ja ein Arsch sein, aber Musik kann er. Danach startete "Bereit für Dich" von Bernd Begemann, super Song. Gerne hätte ich ihn Anfang April in Frankfurt gesehen. Frank Diedrich hatte ihn gleich zwei Abende hintereinander gebucht. Schade. Solange ich schreibe, springt der I Pod auf den Franzosen Raphael mit "Sur la Route".  Und so geht das jetzt noch 16.169 Lieder weiter. Wie alt werde ich sein, wenn das vorbei sein wird?

GO DIGITAL / OPER: La Bohème

(Martin)

Die Inszenierungen von Barrie Kosky sind ein Erlebnis!
Leider konnte die letzte Premiere der Oper Frankfurt (und Regiearbeit von Barrie Kosky) ‚Salomé’ nur zweimal im Repertoire gezeigt werden und dann schloss sich der Vorhang wegen der Corona-Pandemie...

Ich weiß von Einigen, die Karten hatten und dieses minimalistische Regie-Meisterwerk sehen wollten. Irgendwann...

Die Komische Oper Berlin ist das eigentliche Domizil von Barrie Kosky und ‚seine’ La Bohéme steht nun kurzzeitig als Streamingangebot zur Verfügung:

„»E come vivo? Vivo!« Barrie Kosky inszeniert mit Giacomo Puccinis Meisterwerk La Bohème, ein Schlüsselwerk modernen Lebens im Paris des 19. Jahrhunderts. Ein Porträt des atemlosen Lebens junger Menschen, zwischen Kunst, Liebessehnsucht und moderner Vereinzelung. Marcello liebt Musetta, und die zerbrechliche Mimì den überschwänglichen Dichter Rodolfo – bis der Tod die junge Liebe jäh vereisen lässt.

Das Leben ist groß! Und es ist kalt ... am Weihnachtsabend um 1830, im Pariser Quartier Latin. Nicht für die Miete, nicht fürs Feuerholz und nicht fürs Festmahl reicht das Geld der Bohémiens Rodolfo, Marcello, Colline und Schaunard. Zwar sind sie mittellos, doch reich an Lebenslust und im Herzen ganz entflammt: Der Poet Rodolfo liebt Mimì, sein Freund Marcello verfällt, einmal mehr, der schönen Musetta. Die Künstler feiern, streiten, leiden und lieben durch den Winter – bis Rodolfo, aus finanzieller Not und Überforderung, die todkranke Mimì verlässt. Erst im letzten Augenblick realisieren er und die Freunde, welche Geschenke die Liebe und ihr Leben sind … doch es ist zu spät.

Ein literarisches Denkmal ist jener zur Mitte des 19. Jahrhunderts entstandene Roman, mit dem der französische Schriftsteller Henri Murger seine Zeit, seine Freunde und sein eigenes Leben im legendären Pariser Künstlerviertel verewigte. Seine Szenen aus dem Leben der Bohème schildern das Leiden, Feiern und Lieben einer frühen Subkultur, deren antibürgerlicher Lebensstil spätestens mit Giacomo Puccinis genialer Bearbeitung des Stoffes für die Opernbühne zum Inbegriff modernen Künstlertums wurde. Die 1896 uraufgeführte Partitur schildert große Gesellschaftsbilder in realistischen Klangfarben, kontrastiert Großstadt-Ensembles mit Momenten zarter Innerlichkeit, die in überwältigenden Gefühlsausbrüchen zu einer bewegenden Allegorie der Kunst, des Lebens und seiner Flüchtigkeit werden.“

Der Deutschlandfunk berichtete: »Kosky macht kein sentimentales Rührstück aus der Bohème, umso mehr berührt das Ende. … Der Tod lässt sich eben auch mit der Kunst nicht besiegen. Diese Einsicht gewinnt in Koskys Inszenierung und in Puccinis vollkommen unsentimentaler Musik eine wirklich niederschmetternde Intensität.« https://www.komische-oper-berlin.de

Foto: (c) Komische Oper

GO DIGITAL / FILME

(Uwe)

Ich arbeite derzeit im Homeoffice. Der Vorteil daran ist, dass man montags in der Mittagspause joggt, statt sich am „Schnitzeltag“ zu überfressen. Man darf sich in unserer Kantine selbst auftun und da übertreibe ich es immer. Jetzt laufe ich also gegen 12 Uhr los und drehe eine schöne Runde. Dabei nutze ich eine Playlist mit Popmusik, die man gut weghören kann. Mein melancholisches Zeug, das ich eigentlich immer höre, taugt beim Laufen nicht besonders. Heute spielte die Playlist „Rocket Man“ von Elton John. Da kann man sich schon einmal fragen, welche Filme empfehlenswert sind, die im Weltraum spielen. Da Star Wars, Star Treck oder 2001: Odyssee im Weltraum nichts für mich sind, wurden´s andere Filme: 

UNTERNEHMEN CAPRICON  Nachdem Mondmissionen nichts Besonderes mehr sind, will die NASA in den 1970iger Jahren mit einer bemannten Fähre zum Mars fliegen. Die Mission ist aber nur ein Fake. Vor dem Start werden die Astronauten, die vorher nicht wussten, dass sie nicht wirklich zum Mars fliegen, aus dem Raumschiff geholt und in ein abgelegenes Fernsehstudio gefahren. Kurz nach dem Start explodiert die Rakete vor den Augen der Welt (und den Familien der Astronauten). Die NASA hat plötzlich drei lebende Raumfahrer zu viel und als diese ahnen, was ihnen blühen könnte, wird es spannend. Toller Thriller aus 1978, der mit Elliott Gould oder James Brolin wahnsinnig gut besetzt ist. 

MOON Ich sah den Film MOON nicht, weil Regisseur Duncan Jones mit David Bowie einen berühmten Vater hatte, sondern weil ich ein riesiger Fan von Sam Rockwell (JOJ RABBIT, THREE BILLBOARDS, CONFESSIONS OF A DANGERAOUS MIND) bin. In MOON aus 2009 spielt Rockwell einen Astronauten, der alleine in einer Mondbasis lebt. Er bedient eine Maschine, die Helium-3 abbaut, was wiederum einen Großteil des Energiebedarfs auf der Erde deckt. Er vermisst Frau und Kind, mit denen er normalerweise über Video-Botschaften Kontakt hält. Nachdem die Kommunikation aus technischen Gründen abreißt, wird Astronaut Sam schwermütig. In schlechter psychischer Verfassung geschieht ein Unfall. Jones` Erstling wurde von den Kritikern gut sehr gut bewertet und gewann unter anderem den Preis als bester britischer Independent Film. 

GRAVITY Wenn die Bayern dreimal hintereinander Meister werden, dann jammere ich gerne darüber („wie langweilig“), wenn abe der mexikanische Kameramann Emmanuel Lubezki dreimal hintereinander den Oscar gewinnt, frage ich „wer denn sonst?“. Lubetzki gewann 2016 für THE REVENANT, 2015 für BIRDMAN und 2014 für GRAVITY, davor war er bereits mehrfach nominiert. Alle prämierten Filme sah ich vor den Oscars im Kino und war jeweils verzaubert von der Kameraführung. Da interessierte mich die Handlung weniger, weil alleine die Bilder so fesselten. Trotzdem sind natürlich auch die Filme gut, weil die jeweiligen Regisseure herausragend sind. Bei GRAVITY war es Alfonso Cuaron (Pans Labyrinth oder Roma). Sandra Bullock und George Clooney sollen in ihren Rollen im Rahmen einer Mission ein Weltraumteleskop reparieren. Es geschieht ein Unfall, der Kontakt zur Basis reißt ab und die beiden versuchen in der Schwerelosigkeit die Raumstation ISS zu erreichen. 

SPACEBALLS Zwei Gags von Mel Brooks brachten mich in jungen Jahen nahe an den Erstickungstod, so sehr musste ich lachen. Einer war aus HÖHENKOLLER (ein Psychiater greift zu einem schmutzigen Trick um einen Patienten in der Klink zu halten) ein anderer aus DAS LEBEN STINKT (zwei Obdachlose streiten darüber, wer früher reicher war). Mit SPACEBALLS parodiert Brooks alle Klassiker des Weltraumfilms. Kurz zur Handlung (geklaut aus dem Netz): „Der Planet Spaceball leidet unter schlimmer Luftverschmutzung und braucht dringend Sauerstoff. Diesen will Präsident Skroob einfach vom Nachbarplaneten Druidia absaugen. Kurzerhand lässt er Prinzessin Vespa von Druidia durch den bösen Lord Helmchen entführen, um die Herausgabe der Frischluft zu erzwingen …“.  „Lord Helmchen“ wird gespielt von Rick Moranis und auch der mittlerweile leider schon verstorbene Komiker John Candy ist dabei. 

IM RAUSCH DER TIEFE Mir begegnete der Film in den letzten Wochen in Diskussionen mit Freunden zweimal. Jedes Mal wurde er als herausragend beschrieben, ich stimme uneingeschränkt zu. Er ist immer wieder sehenswert, der Film aus 1988 von Luc Besson mit Jean-Marc Barr und Jean Reno. Jacques (Barr) und Enzo (Reno) verbindet seit Kindertagen die Liebe zum Meer und zur Tiefe. Reno ist Weltmeister im Tiefseetauchen ohne künstliche Luft. Auch für Jacques (Jean-Marc Barr) ist die Unterwasserwelt wie eine Droge. Die beiden wollen vor Sizilien ihre Grenzen austesten und duellieren sich in der Tiefe. Wegen der Schwerelosigkeit unter Wasser und der besonderen Stimmung passt der Film, den Besson die Klassiker NIKITA und LEON, DER PROFI folgen ließ, aus meiner Sicht gut in die Reihe der Weltraumfilme.  

GO DIGITAL - FILMTIPPS VON DANIEL BRETTSCHNEIDER

Ob Ladenkino, Kino Kulinarisch oder Freifluftkino... er zeigt die besten Filme in Offenbach & Frankfurt. Seine Filmtipps sind so wunderbar erzählt!
Schaut sie Euch an!

Couchkino #8: Lost in Music
Die besten Musikfilme aller Zeiten … glaube ich. Und ich habe versehentlich "I'm Not There", "Blinded by the Light" und "Mistaken for Strangers" unterschlagen!
https://www.facebook.com/daniel.brettschneider.94/videos/1322529057951130/

Couchkino #7: Komische Spiele mit "Call Me by Your Name" und "Rossini"
Sorry, Freunde: Das Video ist viel zu lang geraten. Weil ich jeweils einen für mich grandios unter- sowie überschätzten Film der letzten Jahre küren wollte. Das brauchte Mut. Und Zeit. Wie sieht es bei Euch aus?
https://www.facebook.com/daniel.brettschneider.94/videos/1320988351438534/

Couchkino #6: Das Lichter / Filmfest Frankfurt International startet heute online. Erinnerungen an "Von Menschen und Pferden", "Hedi Schneider steckt fest" und "Bacurau" (im aktuellen Programm).
https://www.facebook.com/daniel.brettschneider.94/videos/1320204901516879/

Couchkino #5: "Buffalo '66"  (wer mag, mit Kutteln & Kakao)
"We are a couple that doesn't touch …"
https://www.facebook.com/daniel.brettschneider.94/videos/1319562894914413/

Couchkino #4: "Nie wieder Sex mit der Ex" & "Cinema Paradiso".
Schönes Wochenende Euch!
https://www.facebook.com/daniel.brettschneider.94/videos/1317361708467865/

Couchkino #3: Halt Dich an Deiner Liebe fest!
"Haben und Nichthaben",
"Thomas Crown ist nicht zu fassen"
"Porträt einer jungen Frau in Flammen".
https://www.facebook.com/daniel.brettschneider.94/videos/1316476121889757/

Couchkino #2: Searching for vorteilhaftere Kameraeinstellung
„Die WonderBoys“ https://www.facebook.com/daniel.brettschneider.94/videos/1315454108658625/

Couchkino #1: Miss you!
"Olive Kitteridge"
https://www.facebook.com/daniel.brettschneider.94/videos/1314667575403945/

VORSCHAU
SCHON MAL HIER ERSCHIENEN ABER IMMER NOCH AKTUELL

Seitdem die AUSGEHTIPPS ja DAHEIMBLEIB TIPPS heißen, also seit dem 20.3.2020, findet ihr hier vor allem Tipps, die so gut wie kein Verfallsdatum haben, weil die meisten Tipps uneingeschränkt im Netz abrufbar sind.

Wenn ihr also noch mehr Digitale Tipps benötigt, so empfehlen wir Euch, Euch auch die vergangenen Ausgaben anzuschauen, die da wären:


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