05.02.2021
Inhalt: Wieder runter kommen / FREUND*IN WERDEN. SO GEHT'S: / G E R O L L T E S über Transferfenster / Etwas über den FSV / Nachtrag: CLUB8 im Live Stream aus dem STUDIO8 (mit Sun´s Sons) / Ab 6. Februar: Spaziergänge mit dem Theater Willy Praml / Samstag, 6. Februar Junge Deutsche Philharmonie (Musik) Wolfram Koch (Lesung) TONADAS! / Samstag, 6. Februar: ENSEMBLE MODERN Schuberts ‚Winterreise‘ / Samstag, 6. Februar: Theater am Strom/Neuland / Samstag 6. + Sonntag 7. Februar: EOS / Mittwoch, 10. Februar (Digitale Uraufführung) / Donnerstag, 11. – 17. Februar (Video on Demand): TEST RUN Geumhyung Jeong / Mittwoch 10. September: ARD-Radio-Tatort / Donnerstag, 11. Februar: «Nicht die Flüchtlinge machen das Problem, sie machen es bewusst» (Volker Braun) / Noch bis Sonntag, 14. Februar: Winterwerft - Kollaboratorium Kollaps / Noch bis Montag, 8. Februar: Nature Theater of Oklahoma (New York) Die Kinder der Toten / Die Geschichte eines Abends (mit Oli Schulz) / Top 5: Brettschneider vs. / mit Schwöbel / VORSCHAU / Freitag, 12. Februar: Medico International Konferenz / Freitag, 12. Februar: Of/ Keine Bühne für Faschisten! Gegen Höcke in Offenbach / Donnerstag, 18. Februar: Hanau – (K)ein Anschlag auf uns alle / Donnerstag, 18. Februar - Samstag, 20. Februar: Soli-Literatur-Festival / Impressum
Wieder runter kommen

Ich habe heute eigentlich überhaupt keine Lust, irgendwas zu schreiben, denn ich bin platt. Mal wieder, werden viel von Euch denken. Und so ist es auch!

Als ich heute Morgen das Haus verließ, traf ich meinen Nachbarn, der mir erzählte, dass er seitdem er 49 Jahre alt ist, in Rente ist (wobei er mit 14 angefangen hatte zu arbeiten) und ich dachte nur: man, was würde ich darum geben, wenn ich einfach mal ein Jahr lang nichts machen müsste. Aber ich habe mir das ja alles selbst eingebrockt. Es hat mich ja niemand dazu gezwungen Initiativen und Vereine zu gründen, anstatt einen „eight to five Job“ anzunehmen, bei den Grünen zu arbeiten, nebenher noch Ausgehtipps zu schreiben und fürs Stadtparlament zu kandieren... Das habe ich mir ja alles selber eingebrockt.

Gerade ist es schwer, das alles unter einen Hut zu bringen. Die vielen Mails und Nachrichten aus zehn verschiedenen Emailaccounts, Facebook Messenger, Whats-App, Telegram und SMS; dazu 773 Freundschaftsanfragen auf Facebook, Anfragen über Rocket Chat und dann hat man mich heute noch gebeten mir noch Signal herunterzuladen, da man mir darüber auch noch Nachrichten schicken möchte....

Und eigentlich warten meine Eltern ja auch auf einen Rückruf.

Nachdem ich heute früh das Haus verlassen hatte, radelte ich, wie jeden Tag, am Zoo vorbei. Da stand ein Mann auf dem Bürgersteig und schaute mit aufgerissenen Augen in Richtung Zoomauer. Auf einem Baumstamm, bestimmt in drei Meter Höhe, saß ein Brillenbär. Der Mann sagte zu mir: "ich glaube der kommt da nicht mehr runter, der braucht wohl Hilfe" und ich antwortete: "wenn er es rauf geschafft hat, dann schafft er es auch wieder runter..."

Warum, ich das hier schreibe: bitte habt Geduld mit mir. Ich freue mich über jede nette Email die ich bekomme, aber ich schaffe es leider nicht alles (schnell) zu beantworten. Verzeiht auch, dass ich nie ans Telefon gehe…
Einfacher wäre es, wenn ihr mir eine Postkarte schickt, die kann ich dann auf dem Postweg beantworten…

Lebt wild und bleibt gesund!

Daniela

Vielen Dank an meine vier Co-Autor*innen & Freundinnen: Petra, Andrea, Uwe & Martin für ihre tollen und vielfältigen Beiträge, die sie jede Woche für Euch zusammenstellen.

Zur besseren Lesbarkeit empfehle ich die Ausgehtipps hier zu lesen.

FREUND*IN WERDEN. SO GEHT'S:

Wir schreiben die Ausgehtipps schon seit 14 Jahren... ohne lästige Werbung, total subjektiv. Wenn Du die Ausgehtipps magst und uns unterstützen möchtest, dann freuen wir uns über Deine Unterstützung.
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G E R O L L T E S über Transferfenster

(Uwe)

Während man im Winter allenfalls mal kurz das Fenster zum Stosslüften öffnet, steht das Transferfenster im bezahlten Fußball einen ganzen Monat sperrangelweit auf. In dieser Periode hielten sich die Verantwortlichen der Bundesligavereine mit prominenten Verpflichtungen zurück, auch die Abgänge waren in der Regel allenfalls Spieler, die im nächsten halben Jahr bis zum Ende der Saison bei einem anderen Verein mehr spielen wollen als bisher.

Prominentester Neuzugang in der gesamten Liga ist sicher der Weltmeister von 2014, Sami Khedira, der nach einigen Jahren bei Real Madrid und Juventus Turin zur Hertha wechselt. Inwieweit der verletzungsanfällige Schwabe den Berlinern helfen kann, wird sich zeigen. Ebenfalls Erfahrungen in Madrid sammelte der hier bereits behandelte Luca Jovic, der auch bei der Eintracht noch nicht in die Startformation schaffte. Warum auch? Die bewährte Taktik auf zwei Stürmer umzustellen oder Topstümer Silva auf die Bank zu setzen, würde keinen Sinn machen.

Bei Schalke ist der 37jährige Huntelaar „der Hunter“ zurück. Das ist  - bei aller Wertschätzung für den Zugang von Ajx Amsterdam - in etwa so, wie wenn ein Kreisligist in der Not einen Alte Herren Spieler reaktiviert. Abgeben tun die Schalker den talentierten Abwehrspieler Ozan Kabak, der mit der Wahl seiner Mannschaften bisher eher umglücklich war. Er stieg mit Stuttgart ab und stand auch mit Schalke überwiegend im Tabellenkeller. Nun ruft Jürgen Klopp und der Spitzenclub FC Liverpool. Mit Bad-Kharma-Boy Kabak geht es nun warhscheinlich abwärts mit den Reds.

Positiv:
(1) Eintracht schlug Hertha und bleibt in der Tabellenspitze
(2) Rot Weiss Essen (4. Liga) wirft Bayer Leverkusen aus dem DFB Pokal
(3) Kritische Entscheidung im Pokalspiel zwischen Dortmund und Paderborn aktualisiert das Wissen der Fußballfans über die Abseitsregel

Schade:
(1) Schalkes Torwart hält im DFB Pokalspiel in Wolfsburg einen Elfmeter, steht nach der Parade aber langsamer auf, als meine 82jährige Mutter aus dem Bett und muss den Nachschuss passieren lassen
(2) Den österreichische Trainer Ralph Hasenhüttl verlor in der englischen Liga mit seinem Team gegen Manchester United mit 9-0!!

Etwas über den FSV

Zwei Spiele des FSV, beides Derbys gegen andere hessische Teams in der Regionalliga SüdWest, fielen dem schlechten Wetter zum Opfer. Das Heimspiel gegen Steinbach und der Auswärtsspiel bei den Offenbacher Kickers. Regen weichte die Rasenplätze auf, daher waren Spiele auf diesem Gelände in den Spielklassen nicht möglich. Regionalligisten können aus finanziellen Gründen den Rasenplatz nicht alle halbe Jahre neu verlegen lassen, daher kann man den Untergrund nicht in einem Spiel komplett kaputt treten.

Was man hinterfragen kann, ist, warum Spiele, die aktuell sowieso unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, nicht auf Kunstrasenplätze der Vereine verlegt werden können. Darauf wird um diese Jahreszeit trainiert und sicher wird dort auch das ein oder andere Freundschaftsspiel gespielt. Muss ich mal recherchieren, warum das nicht möglich ist. Tecchnische Notwendigkeiten wie eine Torkamera oder so braucht man sicher in der Regionalliga nicht.

Gedanken über die Bespielbarkeit des Platzes und Ausweichmöglichkeiten muss sich der FSV am Wochenende nicht machen. Wegen Corona-Fällen wurde das anstehende Spiel abgesagt. Den Betroffenen wünschen wir gute Besserung.

 

 

Nachtrag: CLUB8 im Live Stream aus dem STUDIO8 (mit Sun´s Sons)

(Uwe)

Die junge Band Sun´s Sons hatten am vergangenen Montag einen tollen Auftritt beim Club8. Die Aufgabe, den Beatles-Songs Eight Days A Week zu singen, bewältigten sie herausragend. Mit Cello, wow!

sun's sons - 8 Days A Week (The Beatles) live @ Club8 #LeaveNoOneBehind - YouTube

Foto:Hans-Jürgen Schmitz

Ab 6. Februar: Spaziergänge mit dem Theater Willy Praml

(Daniela)

Wie oben beschrieben bin ich für dieses Wochenende schon wieder zu spät dran, denn alle Plätze sind weg.. schade. Ich versuche mich für ein anderes Datum anzumelden.

Life is live:
AUF EIN STÜNDCHEN!

So! Kleist‘s SCHWARZ/WEISS. Die Verlobung in St. Domingo ist fertig und wartet auf Sie. 
Wir bereiten wagemutig unser Festival AN DEN UFERN DER POESIE IV am Rhein vor, das vom 18. Juni bis 04. Juli 2021 stattfinden soll. 
Wir wachen dieser Tage oft mit schwerem Kopf und Herzen auf und gehen dann ab und zu heiter und hoffnungsvoll schlafen. 
Im Übrigen werden wir in diesem Jahr 30!
Und: Wir würden Ihnen gerne gute Laune bereiten, aber nicht über ein digitales Format. 
Wir wollen das in Fleisch und Blut tun und haben uns die Aktion AUF EIN STÜNDCHEN! überlegt.
Das Ensemble, das Sie derzeit nicht auf der Bühne sehen können, geht spazieren – und zwar mit Ihnen.
Jeweils ein Zuschauer, eine Zuschauerin meldet sich zu einem Spaziergang mit einem Ensemblemitglied an, um an der frischen Luft über alles mögliche zu plaudern, vor allem aber, um sich leibhaftig zu sehen. 
Wir vermissen Sie, Sie vermutlich uns, also: Lassen Sie uns ein Stündchen laufen. 

Treffpunkt ist unser Theater, jeden Lockdown-Freitag und -Samstag 16h, ab 05./ 06. Februar.
Selbstverständlich laufen wir unter coronakonformen Bedingungen: Maske und Abstand.

Wir bitten um Anmeldung unter 069-43054733.

Termine
Sa, 06.02. 16 Uhr bereits voll
Fr, 12.02. 16 Uhr
Sa, 13.02. 16 Uhr
Fr, 19.02. 16 Uhr
Sa, 20.02. 16 Uhr
Fr, 26.02. 16 Uhr
Sa, 27.02.16 Uhr

Samstag, 6. Februar Junge Deutsche Philharmonie (Musik) Wolfram Koch (Lesung) TONADAS!

(Martin)

Livestream

Die Junge Deutsche Philharmonie ist im wahrsten Sinne des Wortes ein ZUKUNFTSORCHESTER: nämlich die Bestenauslese der Studierenden an deutschsprachigen Musikhochschulen im Alter von 18 – 28 Jahren!

Gemeinsam wird dort ‚gebrannt‘ für Instrumente, Musik und das Konzertieren.

TONADAS – das ist der kammermusikalische Schwerpunkt und TONADAS bietet die Möglichkeit, jetzt live (okay, das heißt in diesen Zeiten live-gestreamt) dabei sein zu können.

Werke lateinamerikanischer Komponisten stehen im Mittelpunkt des kammermusikalischen Programms TONADAS. Dabei treffen traditionelle Volksklänge der Indios aus Peru, aufgezeichnet im 18. Jahrhundert vom musikkundigen Geistlichen Baltasar Jaime Martínez Compañón, auf bekanntere Werke des 20. Jahrhunderts von Astor Piazzolla und Heitor Villa-Lobos. Die musikalische Reise endet in der Gegenwart mit Daniel Cuetos erst 2018 komponiertem Werk Las Antaras de Celso für Solo-Kontrabass.

Am Samstag liest der Schauspieler Wolfram Koch (bekannt als Richard III, Jedermann und Kommissar Brix) Ausschnitte aus dem Handorakel des Jesuiten Baltasar de Gracián y Morales (1601-1658), einen Romanauszug aus Die tiefen Flüsse von José María Arguedas (1911-1969) und Tango-Gedichte von Jorge Luis Borges (Für die sechs Saiten).“

Live gestreamt werden Konzert und Lesung aus der Romanfabrik.

Hier der detaillierte Programmablauf, Infos zu den Künstler*innen und der Link zum Stream: www.romanfabrik.de

Samstag, 06.02. um 20.00h
Junge Deutsche Philharmonie und Wolfram Koch
TONADAS! Konzert und Lesung im Livestream aus der Romanfabrik.

Foto: © Homepage Junge Deutsche Philharmonie

Samstag, 6. Februar: ENSEMBLE MODERN Schuberts ‚Winterreise‘

(Martin)

LIVE-KONZERT

Jetzt gibt es auch in Frankfurt ‚Geistervorstellungen‘ – also Aufführungen, die im leeren Haus stattfinden und für uns live gestreamt werden.

Das Ensemble Modern spielt ‚live‘ im Schauspiel Frankfurt eine Komposition von Hans Zender.

Eine ausführliche Kritik zu dem Werk gibt es hier: https://www.deutschlandfunk.de/schuberts-winterreise-hans-zenders-komponierte.727.de.html?dram:article_id=466188

„»Schuberts ›Winterreise‹«: Diesen Titel trägt ein Werk von Hans Zender, das 1993 in Frankfurt am Main vom Ensemble Modern uraufgeführt wurde und zu einem der meistgespielten Werken Zenders wurde. Es leuchtet den bekannten Vokalzyklus von Franz Schubert instrumental-gedanklich aus und macht dessen kühne Vorgriffe auf die musikalische Zukunft hörbar. Zender gab dem Werk den Untertitel »eine komponierte Interpretation«. Diese Gattung hat Zender geradezu erfunden; indem er die Musik weiterdenkt, Konturen schärft, Formen dekonstruiert oder neu schafft. Nun ist das Werk seit langem wieder zu erleben, mit dem Ensemble Modern, dem britischen Tenor und »Winterreise«-Experten Ian Bostridge unter der Leitung von Daniel Cohen.“

Tickets gibt’s hier: https://ensemble-modern.reservix.de/events

Ensemble Modern: Schuberts ‚Winterreise‘ – live aus dem Schauspiel Frankfurt

Samstag, 6.2.,
Mittwoch, 10.2. und
Samstag, 13.2. um jeweils 20.00h

Foto: © Schauspiel Frankfurt (Homepage)

Samstag, 6. Februar: Theater am Strom/Neuland

(Andrea)

Es gibt gerade tausend Themen und dann doch wieder nur eines und eigentlich macht Zeitungslesen keinen Spaß mehr, Corona, Corona...dabei geraten soviele Themen aus dem Blickfeld, Flüchtlinge zum Beispiel: "Der Berliner Schauspieler syrischer Herkunft Mudar M. Al Rama und die Hamburger Schauspielerin Gesche Groth machen sich mit den Zuschauern auf die Suche nach der exemplarischen Fluchtgeschichte eines syrischen Kindes von Aleppo nach Deutschland. In schlaglichtartigen Versuchen nähern sie sich typischen Orten und häufigen Situationen dieser Flucht an und versuchen, hinter die medialen Bilder und Berichte zu schauen, um ihr eigenes Verstehen und ihre Empathie zu vertiefen. Das junge Publikum wird an durch die Suche entstehenden Fragen und Gefühle der Schauspieler direkt beteiligt. Theater am Strom ist ein mobiles Hamburger Theater, das sich mit Mitteln des Theaters in aktuelle gesellschaftliche Prozesse einbringt. Es spielt für junges Publikum und Erwachsene und bringt seine Stücke direkt in Stadtteile, an Gastspielorte in Deutschland und im benachbarten Ausland. Es spielte in Polen, Großbritannien und Österreich auf internationalen Festivals. Für diese Arbeit wurde es mehrfach ausgezeichnet, zuletzt 2015 mit dem Max-Brauer-Preis der Alfred Toepfer Stiftung und dem Hamburger Kindertheaterpreis". https://www.facebook.com/events/159118332651515

Samstag 6. + Sonntag 7. Februar: EOS

(Andrea)

Elektro ist eigentlich nicht meins, aber ich bin total neugierig auf EOS, die NEUE aufstrebende Online-Plattform für zeitgenössische elektronische Musik, die von Frankfurt am Main aus betrieben wird. Ziel ist der Aufbau einer expansiven, gemeinschaftsorientierten Infrastruktur zur Förderung und Vernetzung von Künstlern und Musikfachleuten. Neben einem Webradio im Kern umfasst EOS ein angeschlossenes Label und ein breites Netzwerk von Experten und Mitarbeitern als Ausgangspunkt für neue mögliche Formate, Mentoring und Allianzen. Um den langfristigen Nachwirkungen der gegenwärtigen Situation entgegenzuwirken, widmet sich EOS vor allem einer Sache: der Verstärkung der Klänge, in die unsere Gegenwart eingeschrieben ist, und der Stärkung der dahinter stehenden Musikgemeinschaften. EOS wird am 6. und 7. Februar 2021 mit einer umfangreichen Online-Radiosendung beginnen und weiter daran arbeiten, einen physischen Raum für professionelle Begegnungen und Austausch zu schaffen. https://eosradio.de/about

Mittwoch, 10. Februar (Digitale Uraufführung) / Donnerstag, 11. – 17. Februar (Video on Demand): TEST RUN Geumhyung Jeong

(Martin)

Wir dürfen gerade nicht in die Ferne reisen, wie schön, dass der Mousonturm dennoch ‚Fremdkontakte‘ ermöglicht: Geumhyung Jeong ist eine Künstlerin aus Südkorea und erstmals entwickelte sie eine Arbeit in und exklusiv für Frankfurt!

„Geumhyung Jeong schafft performative Assemblagen, in denen ihr Körper auf selbstgebaute Roboterskulpturen trifft. In ihrem neuen Stück interagiert die südkoreanische Choreografin mit Maschinen, die bereits über mehrere Performances hinweg ihre Wegbegleiter sind. Die ‚Spielzeugroboter‘ sind von entwaffnend amateurhaftem Charme. Sie bestehen aus Bauelementen, die von medizinischen oder technischen Spezialwebsites stammen und die Jeong für neue Zwecke nach dem DIY-Prinzip und nach Grundelementen der Programmierung umfunktioniert. Der Aktionsradius der Roboter ist beschränkt. Ihre Bewegungen sind unbeholfen und unvorhersehbar. In einer Reihe von einfühlsamen Interaktionen versucht Jeong in „TEST RUN“ den Robotern Leben einzuhauchen und ihnen ein Upgrade zu geben. Wie üblich ist auch dieser Testlauf vom ständigen Wechsel des ‚Trial & Error‘ geprägt. Während die Künstlerin hofft, dass alles nach Plan funktioniert, ist sie zugleich vom Ehrgeiz getrieben, weiterhin möglichst viele Fehler zu finden und ihre hausgemachten Freunde zu optimieren. Es entsteht so eine vielschichtige Choreografie, in deren Mittelpunkt nicht dystopische Visionen oder technoide Fantasien stehen, sondern intime Begegnungen, die die Fragen nach dem Verhältnis von Mensch und Maschine stellen: Wie gestalten wir den Beginn einer technologisch geprägten Zukunft, wer ist hier führend, wer ist das Auslaufmodell?“

Geumhyung Jeong: „TEST RUN“
Digitale Uraufführung, Stream (Englisch).
Mousonturm-Koproduktion im Rahmen der Frankfurter Positionen

10.2., 19.30 Uhr (Ticketkauf möglich bis 18.30 Uhr) - Digitaler Small Talk im Anschluss
Solidarisches Preissystem (frei wählbar): € 5 / € 10 / € 20 / € 30

Vom 11.02., 10 Uhr (CET) -17.02. (Tagesende)
verfügbar als Video on Demand
Ticket 5€ (bis 24 Stunden nach Bezahlung verfügbar)

Foto: (c) Mousonturm

Mittwoch 10. September: ARD-Radio-Tatort

(Daniela)

Ich habe mir noch nie einen Radio Tatort angehört... ich bin sehr gespannt!

Der neue ARD-Radio-Tatort „Sesam, schließe dich!“ hat am Mittwoch, 10. Februar, um 21 Uhr Premiere und ist danach als Podcast verfügbar.

"Zuerst konnte sich Rechtsanwältin Friesel (Susanne Schäfer) noch über die günstige Immobilie in einem der Außenbezirke von Bonames freuen, doch der neureich aufgemotzte Bungalow aus der Nachlassversteigerung birgt in einem atombombensicheren Kellerverließ eine grauenhafte Überraschung: den mumifizierten Leichnam eines Mannes, der inmitten einer imposanten Sammlung exklusiver und teuerster Weine und Champagner gestorben ist. Für Kommissar Haas (Felix von Manteuffel) und seinen Assistenten Teschenmacher (Ole Lagerpusch) stellen sich jetzt zwei Fragen: Wer ist der Mann? Und wie um alles in der Welt ist er in den Bunker gekommen?

ARD-Radio-Tatort „Sesam, öffne dich!“
Mit Felix von Manteuffel, Susanne Schäfer, Ole Lagerpusch u. a.
Autor: Martin Mosebach, Regie: Thomas Wolfertz , Dramaturgie: Leonhard Koppelmann

Sendetermin und Podcast
Mittwoch, 10. Februar, 21 Uhr, hr2-kultur und im Anschluss als Podcast auf hr2.de und in der ARD-Audiothek.

(c) Foto Ben Knabe

Donnerstag, 11. Februar: «Nicht die Flüchtlinge machen das Problem, sie machen es bewusst» (Volker Braun)

(Andrea)

Flucht, Vertreibung, herrje, die Woche hat es wieder in sich. Aber die Veranstaltung der Rosa-Luxenburg-Stiftung ist sicher spannend, es geht um Eugen Ruge und dessen Familiengeschichte: "In der Familiengeschichte des Schriftstellers Eugen Ruge zeigen sich Bruchlinien deutscher und internationaler Historie, und das nicht nur in seinen internationalen Erfolgen «In Zeiten des abnehmenden Lichts» und «Metropol». Auf dieser Veranstaltung werden wir auch über Arnold Ruge (1802-1880) sprechen, der in der 1848er-Revolution – als Abgeordneter in der Frankfurter Paulskirche, wo er der demokratischen Linken angehörte – für eine europäische Republik stritt. Mit Haftbefehl gesucht, ging er wie Marx und Engels ins Exil nach London. Wie aber kam es, dass er schließlich einen Ehrensold auf persönlichen Wunsch von Reichskanzler Bismarck erhielt? Der bedeutende Historiker Wolfgang Ruge (1917-2006) wiederum floh mit seiner kommunistischen Familie vor Hitler in die Sowjetunion und landete in Stalins Lagerwelt. Eugen Ruge, der im Verbannungsort seines Vaters hinter dem Ural geboren wurde, floh schließlich aus der DDR aufgrund von deren stalinistischer Reformunfähigkeit. Dies sind nur wenige Schlaglichter einer dramatischen Familiengeschichte, der sich Eugen Ruge immer wieder annähert. Er schreibt dabei kein dokumentarisches, sondern ein literarisches Werk mit übergreifenden Themen. Der neue Roman «Metropol“ ist aktueller, als der Autor beim Schreiben ahnen konnte. Er erzählt eine Geschichte im Moskauer Exil darüber, «was Menschen zu glauben bereit, zu glauben imstande sind». Wer fragt sich das nicht täglich: was er glauben kann in einer verrückten, noch nie erlebten Realität? Darüber wollen wir am 11. Februar mit Eugen Ruge sprechen. Ein Gespräch mit Lesung von Texten, mit Eugen Ruge, Achim Engelberg und Anna Sophie Schindler" Webseite: www.rosalux.de/veranstaltung/es_detail/8UHO4

Noch bis Sonntag, 14. Februar: Winterwerft - Kollaboratorium Kollaps

(Andrea)

Dafür liebe ich die Antons, unbeirrbar steuern sie auch durch widrige Zeiten: "Wir wagen es: in diesen aussergewöhnlichen Zeiten, in denen uns ein Virus unmissverstädnlich darlegt, wie verletzlich vernetzt wir sind, während gleichzeitig der Klimawandel an Fahrt aufnimmt, das Maß menschlich gemachter Zerstörung zunimmt und soziale Bewegungen wie Black Lives Matter auf die gesellschaftlichen Auswüchse unserer kulturellen Krise aufmerksam machen, laden wirzu einem "Kollaboratorium Kollaps" - einem kreativ Labor, zu dem sich für vier Wochen ausgewiesen negative Künstler*Innen und Gruppen auf dem Gelände des Kulturvereins treffen, um gemeinsam in die Abgründe dieser Zeit zu Blicken. Was kann Theater leisten in einer Zeit, in der die herrkömmlichen Narrative zu Staub zerfallen, im Meer versinken oder in Flammen aufgehen? Wie kann Theater, Kultur, die Herausforderungen dieser Zeit begleiten, Kommentieren, Bezeugen. Welche Tänze braucht es, um mit Schmerz, Angst und Wut ob der unzähligen Verluste umzugehen, Raum zu geben? Welche Sprache hilft uns dabei, dem mehr als menschlichen Worte und Stimme zu verleihen? Welche Standpunkte können wir jenseits von Isoliertheit und Überlegenheit einnehmen - bescheidener, diverser, vernetzter? Entlang dieser Fragen soll geprobt und probiert werden. Wir wollen die Krone der Schöpfung neben uns ins Gras legen, und Pespektive wie Gangart wechseln. Tänzer, Performer, Gruppen, Schamanen, Derwische und Narren kommen dazu zusammen.Ergebnisse des Spektakels werden Live übertragen. Mobile, Site Specific Interventionen und AKTionen sind geplant und werden den Umständen entsprechend gehandhabt, damit auch in diesen Zeiten ein bisschen Kultur zu den Menschen, Tieren und Bäumen, den Viren, Anthropologen und allen bei Euch da draussen kommt. Die Hütte brennt."

https://winterwerft.de/

Noch bis Montag, 8. Februar: Nature Theater of Oklahoma (New York) Die Kinder der Toten

(Martin)

Film - Digitaler Mousonturm

 „Elfriede Jelineks Opus Magnum „Die Kinder der Toten“ dient Nature Theater of Oklahoma als Vorlage für eine freie filmische Adaption an den Originalschauplätzen rund um die Kindheitsorte der Nobelpreisträgerin. Ein SUPER 8-Ferienfilm aus der Obersteiermark verwandelt sich schleichend in eine Auferstehung ,untoter‘ Gespenster. Die Frage nach der (Un-)Möglichkeit einer adäquaten Aufarbeitung aufgehäufter Schuld durchzieht all jene Terrains – Natur, Kultur, Gesellschaft, Geschichte –, die in der Gegenwart immer noch nationale Identität stiften. „Dieser Stummfilm ist urkomisch, bissig, manchmal verwirrend, witzig und sicher auch etwas, mit dem nicht alle einverstanden sind. Aber das macht Kino aus: Wir müssen uneinig sein!“ (Jurybegründung Fiprescipreis, Berlinale Forum 2019)“

Tickets (5€ - Vimeo on Demand) über die Homepage des Mousonturms: https://www.mousonturm.de/events/die-kinder-der-toten/

Die Kinder der Toten – Nature Theater Oklahoma / Digitaler Mousonturm

Montag, 1.2. um 20.00h;
danach bis Montag, 8.2. durchgängig verfügbar.

Foto: © Kelly Copper, Pavol Liska / Ulrich Seidl Filmproduktion

Die Geschichte eines Abends (mit Oli Schulz)

(Uwe)

Fünf Kümmelschnaps auf´s Leben!

In der NDR Reihe „Die Geschichte eines Abends“ dürfen Prominente einen Abend gestalten. In der Regel laden die sich dann gegenseitig als Gäste ein. Dem in Hamburg geborenen Musiker Oli Schulz war das zu gewöhnlich. Nach dem Motto „keine Promis, keine Kosmetik, lieber "viermal über 80" und das direkt dort, wo die Menschen leben: in der Senioren-Residenz“, verbrachte Olli Schulz seinen Abend mit vier Senioren zwischen 81 und 97. Herausgekommen ist eine sehr kurzweilige Sendung voller Würde. Liebevoll inszeniert mit ergreifenden Momenten. Olli Schulz mag ein eigenwilliger Typ sein, vieles von dem, was er macht, finde ich gut bis großartig. So war „Schulz in the Box“ fantastisch, seine Musik ist hörenswert und der wöchentliche Podcast mit Jan Böhmerman, „Fest & Flauschig“ ist ein Format, das mir dabei hilft, durch den zweiten Lockdown zu kommen. Wer Zweifel hat, ob GEZ-Gebühren für öffentlich-rechtlich Sendeanstalten Sinn machen, schaut sich bitte diese Sendung in der Mediathek oder auf Youtube an (alle anderen bitte auch).

Foto: NDR

Top 5: Brettschneider vs. / mit Schwöbel

(Daniel und Uwe)

Nachdem wir in den lezten Ausgaben Lieder gefeiert haben, die wir sehr mögen, gibt es heute ein "Special" mit jeweils einem Lied, das wir überhaupt nicht mögen. Auf dem Bild seht Ihr Daniel in dem Jahr, als "sein" Lied erschien. 

I Can’t Dance von Genesis (Daniel)
Ich war gerade einmal elf Jahre alt als "I Can’t Dance" von Genesis erschien und mich bis heute daran erinnern, erschaudern lässt. Als ich zu jener Zeit mittags von der Schule heimkam, schaltete ich immer direkt auf MTV, ein Musiksender, der damals noch Musikvideos spielte. Meist kleine Kunstwerke, die von den Künstlern kostspielig, mühevoll und möglichst kreativ inszeniert oder in Auftrag gegeben wurden. Und ständig lief „I Can’t Dance“. Ja, ich hasste diesen Song. Vom ersten Hören und Sehen an. Natürlich ohne überhaupt genauestens zu wissen, weshalb eigentlich.

War es diese rein gar nichts zum Ausdruck bringende Stimme Phil Collins’, das so unglaublich bemüht witzige und dabei doch nur unendlich peinliche Video oder einfach der plump auf Hit getrimmte, völlig uninspirierte Song an sich?  Ich kann es heute nicht mehr in Gänze erklären. Vielleicht war es aber kurz vor Eintritt der Pubertät nur eine kleine vorweggenommene Revolte gegen jene Art Musik von und für weiße ältere Männer. Eine Erklärung, die natürlich nur im Nachhinein Sinn ergeben kann, wenn man die mittlerweile negativ konnotierten Beschreibungen wie „weiß“ und „alt“ quasi ins Jugendzimmer zurückbeamen würde. Der Genesis-Hype hielt leider noch einige Jahre an. Sie drehten noch viele lustige Videos und begeisterten – in meiner damals sehr eingeschränkten, höchst subjektiven Wahrnehmung – eben ausschließlich Rolling Stone- und Musikexpress-Leser, die ja doch immer viel für musikalische Zwischentöne übrig hatten.

Als ich mit 18 mein Führerscheinkonto plünderte, um mir von dem Geld lieber eine Stereoanlage zu kaufen, ging ich hierfür in ein kleines, sehr renommiertes Fachgeschäft. In einem speziellen, wohl hierfür akustisch perfekt präparierten Raum, galt es nun, Feinheiten verschiedener Hörproben zu vergleichen. Es ist nun nicht schwer zu erraten, welcher Song diesen Raum mit all seinen Facetten flutete. Glücklicherweise hatte ich extra auch eine selbstgebrannte CD dabei, die mir etwas bedeutete, und die der Tonexperte, ohne dabei euphorisch zu wirken, einlegte: Wir hörten „Born to Run“ – unverschämt laut. Bruce Springsteen, mein weißer alter Mann! Ich kaufte übrigens diese überdimensionierte Anlage, machte bis heute keinen Führerschein und reagiere immer noch etwas nervös, wenn jemand behauptet oder gar singt, nicht tanzen zu können. 

Wonderwall von Oasis (Uwe)
"Wonderwall" kam 1995 raus. Zu der Zeit wohnte ich bereits einige Zeit in Darmstadt. In der Nachbarwohnung zog ein junger flippiger Italiener ein, der vom Tag seines Einzugs an, ununterbrochen und in voller Lautstärke "Wonderwall" spielte. Nach drei Tagen war ich nervlich angeschlagen, nach einer Woche war ich ein Wrack und nach einem Monat hätte ich einem amerikanischen Folterknecht in Guantanamo die Teilnahme an 9/11 gestanden, nur um der aus meiner Sicht ausweglosen Situation herauszukommen.

Ich hätte mir auch einen anerkannt schlechten Song auswählen können, zum Beispiel einen sinnlosen Sommerhit aus den 00er Jahren, einen aus dem unerschöpflichen Werk der Amigos oder eine Volksmusiknummer von Florian Silbereisen, aber am schlimmsten finde ich tatsächlich Wonderwall. Wenn mir jetzt einer entgegenhält, dass Oasis eine wichtige Band waren und Noel Gallagher bis heute ein begnadeter Songsschreiber ist, entgegne ich „erzähle es Deinem Friseur, wenn dieser wieder öffnen darf“. Wonderwall wurde auf Spotify über eine Milliarde Mal gespielt. Unter uns: ich war’s nicht, eher mein ehemaliger Nachbar, Giuseppe V. aus DA.

VORSCHAU
Freitag, 12. Februar: Medico International Konferenz

(Andrea)

Thomas schreibt von Lesbos aus unermüdlich gegen die herrschenden Verhältnisse an, er berichtet von Korruption, Vetternwirtschaft, Hilfsgeldern, die irgendwo versickern und die Menschen in den Lagern nicht erreicht. Deren Los ist unendlich tragisch, anders lässt es sich kaum nennen. Aber vielleicht löst Medico International den Anspruch heute ein und gibt Impulse und Denkanstöße. Das wäre das mindeste, was wir erwarten dürfen. Die Panels und Podien sind spannend besetzt, also... "Eine Konferenz nicht nur zur miserablen Lage der Welt, sondern auch und vor allem zu den Möglichkeiten ihrer Rekonstruktion zu einem Ort, den zu bewohnen sich endlich lohnen wird. In Vorträgen und Foren geht darum, das Verhältnis von Hilfe, Solidarität und Politik aus dem Versprechen zu bestimmen, das wir uns in der Erklärung der Menschenrechte selbst gegeben haben: Das Versprechen einer globalen und sozialen Ordnung, in der die uns allen zuerkannten Rechte voll verwirklicht wären. Viele Krisen fügen sich derzeit zu einer Weltkrise, die sich in der Corona-Pandemie verdichtet. Der Zerfall der alten Weltordnung und der suprastaatlichen Strukturen, das Eindringen der Ökonomie in jeden Winkel des Lebens, die Rückkehr einer autoritären Nationalstaatlichkeit, die Klimakrise und die Kapitulation der Politik – alle Symptome dieser Krise bringt das Virus auf ihren Punkt. Unausweichlich und handgreiflich wird die Weltkrise dort, wo das Überleben von Abertausenden, manchmal sogar Millionen Menschen an der Hilfe hängt, die ihnen gewährt oder verweigert wird. In welcher Welt leben wir, wenn Hilfe nur noch eine Weltordnung stabilisiert, die immer hilfsbedürftiger wird? Und: Was ist das für eine Welt, in der Hilfe nur noch Ausdruck der Unfähigkeit ist, sie anders und besser zu machen? Hilfe muss heute schon Zeugnis von der Welt ablegen, die sie vorfindet und dabei sich und anderen Rechenschaft über die eigenen Erfahrungen und das eigene Tun ablegen. Wir wollen diese Erfahrungen politisch zur Diskussion stellen. Dabei kann es aber kann es nicht nur um die Krise, es muss ihr stets auch um deren Lösung gehen: zumindest um Versuche einer Lösung. Von solchen Lösungsversuchen wissen wir immerhin, dass sie global sein müssen, Lösungsversuche für ausnahmslos alle, wenn sie gerecht und deshalb tragfähig sein sollen. Und die erste Frage, die von uns allen zu beantworten ist, ist die Frage nach den Möglichkeiten, eine Politik zu beenden, die das Ende von Politik bedeutet, weil sie die Bearbeitung der globalen Probleme aufgibt und Hilfe als Müllabfuhr für die globalen Verwüstungen des Kapitalismus instrumentalisiert. Die Diskussion der in der Hilfe gesammelten Welterfahrung spürt die Anfänge einer erneuerten Politik in den Praktiken der Solidarität auf, die in den globalen Protesten für Klimagerechtigkeit, den transnationalen feministischen und antirassistischen Bewegungen, den lokalen Aufständen für Demokratie, Menschenrecht und ein würdiges Leben aufscheinen. Von dort her will unser Kongress „Die (Re)konstruktion der Welt“ das Verhältnis von Hilfe, Solidarität und Politik aus dem Versprechen bestimmen, das wir uns in der Erklärung der Menschenrechte selbst gegeben haben: Das Versprechen einer globalen und sozialen Ordnung, in der die uns allen zuerkannten Rechte voll verwirklicht wären. Mit Achille Mbembe, Susan Buck-Morss, Rita Segato, Ulrike Herrmann, Sandro Mezzadra und vielen anderen Programm und Anmeldung: www.reconstruction-of-the-world.org DIE (RE)KONSTRUKTION DER WELT. HILFE. SOLIDARITÄT. POLITIK, ab 17 Uhr

Freitag, 12. Februar: Of/ Keine Bühne für Faschisten! Gegen Höcke in Offenbach

(Andrea)

Höcke kommt und bekommt in Offenbach sicher keinen Fuß auf den Boden! Ich kenne zwar Menschen hier, die AFD gewählt haben und ich hätte es nie gedacht, aber, hey, Offenbach ist bunter als diese langweilige Partei erlaubt. Die, oh Schreck, die SPD in der Wählergunst bundesweit eingeholt hat. Aber, wir leben in einer Demokratie und werden das aushalten, Höcke kann also hier gerne seine Geschichtsstunde abhalten, vielleicht wird es sogar ganz unterhaltsam, ja, das wird es sicher...hehe: "Save the Date: Am 12. Februar soll der Faschist Björn Höcke in Offenbach öffentlich auftreten. Wir werden das nicht unkommentiert lassen und mit einem breiten Bündnis gegen Rassismus und rechte Hetze unseren Protest auf die Straße tragen." Bring your own Trillerpfeifen und Megaphone: 13 Uhr, Rathaus, Berliner Straße 100, Offenbach

Donnerstag, 18. Februar: Hanau – (K)ein Anschlag auf uns alle

(Martin)

Podiumsdiskussion
LIVE-STREAM

Es war vor einem Jahr! Ein rassistischer Anschlag aus der rechtsextremen Ecke: Tobias R. erschießt gezielt Menschen mit Migrationshintergrund, tötet dann sich selbst und seine Mutter. Es sterben 11 Menschen. Die Polizeistatistik sagt, dass mehr als die Hälfte der 41.177 politisch motivierten Straftaten im Jahr 2019 der rechtsradikalen Szene zugeordnet werden können.

Im Schauspiel Frankfurt findet eine Podiumsdiskussion statt:

„Am 19. Februar 2020 wurden durch einen rechtsterroristischen Anschlag in unserer Nachbarstadt Hanau neun junge Menschen jäh aus dem Leben gerissen: Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar, Kaloyan Velkov. Für viele Menschen in Deutschland hat dieser Tag alles verändert. Und doch: Geändert hat sich seitdem viel zu wenig. In einer Podiumsdiskussion mit Aktivist:innen, Politiker:innen und Expert:innen im Schauspiel Frankfurt möchten wir darüber sprechen, was der Anschlag mit uns als Gesellschaft gemacht hat und was seitdem passiert ist – in Hanau, in Deutschland, im Alltag sowie auf politischer und institutioneller Bühne.“

Es diskutieren: Saba-Nur Cheema (Bildungsstätte Anne Frank), Harpreet Cholia (Initiative 19. Februar Hanau), Sabena Donath (Leiterin der Bildungsabteilung des Zentralrats der Juden in Deutschland), Claus Kaminsky (Oberbürgermeister der Stadt Hanau), Azfar Khan (Leiter kommunale Koordinierungsstelle Anti-Rassismus der Stadt Frankfurt) und Hadija Haruna-Oelker (Moderation)

Zum Live-Stream: https://www.schauspielfrankfurt.de/spielplan/kalender/hanau-podiumsdiskussion/217/

LIVE-Stream der Podiumsdiskussion
HANAU – (K)EIN ANSCHLAG AUF UNS ALLE‘
aus dem Schauspiel Frankfurt
Donnerstag, 18.02.21
20.00h

Foto: (c) Schauspiel Frankfurt

Donnerstag, 18. Februar - Samstag, 20. Februar: Soli-Literatur-Festival

(Petra)

Trauriger Jahrestag in Hanau. Der Gedanke daran macht mich so wütend und beklommen - und das Geringste, was wir tun können, ist uns zu erinnern und solidarisch mit denen zu sein, die einen so großen Schmerz erfahren haben. Noch sehr viel mehr dazu würde mir einfallen, aber das sprengt den Rahmen unseres Formats hier. Martin hat ja auch einen tollen Tipp für Euch - und ich empfehle Euch aus vollstem Herzen das Festival des Digitalen Literaturhauses Frankfurt: WIR SIND HIER. FESTIVAL FÜR KULTURELLE DIVERSITÄT! Ins Leben gerufen und kuratiert wurde das Festival von Verlagsgründerin Selma Wels und Benno Hennig von Lange, Literaturhaus Frankfurt. Mit dabei sind Autor*innen, die sich in ihrer literarischen, journalistischen oder publizistischen Arbeit ausdrücklich oder hintergründig mit Rassismus beschäftigen, Redner*innen aus Wissenschaft und Seda Başay-Yıldız, Anwältin der Nebenklage im sogenannten NSU-Prozess. An den Festivaltagen – und natürlich darüber hinaus – ruft WIR SIND HIER. zudem zu einer Gedenkaktion an die Opfer der rassistischen Morde von Hanau auf. Diese Aktion findet bewusst online statt und will ein Zeichen gegen das Vergessen setzen und beruft sich auf Heinrich Heines berühmten Eingangsvers „Denk ich an Deutschland in der Nacht“ aus den „Zeitgedichten“. Mit dem Hashtag #denkichanhanau soll der Opfer von Hanau und weiterer Opfer rechter Gewalt gedacht werden. Alle sind eingeladen und aufgerufen, ihre eigene Perspektive zu formulieren und diese auf der Plattform ihrer Wahl online zu posten.

Foto: Idil Baydar©Cengiz_Karahan

WIR SIND HIER. FESTIVAL FÜR KULTURELLE DIVERSITÄT, Gäste: Ferda Ataman, Mohamed Amjahid, Seda Başay-Yıldız, Sham Jaff, Idil Baydar, Alice Hasters, Michel Abdollahi, Hadija Haruna-Oelker, Deniz Utlu, Hengameh Yaghoobifarah, Miryam Schellbach, Fatma Aydemir, Max Czollek, Ronya Othmann, Senthuran Varatharajah und Benaissa Lamroubal, Ort: Digitales Literaturhaus Frankfurt, Uhrzeit: Termine 18.01. 19:30 Uhr bis 20.02. 19:30 Uhr, Streaming-Ticket: 5 Euro, Streaming-Pass: 10 Euro hier, weitere Informationen und Programm  


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