29.01.2021
Inhalt: MUTIG / FREUND*IN WERDEN. SO GEHT'S: / GESUCHTES / Neues Album von Revolte Tanzbein / G E R O L L T E S über Mannschaftssport / Etwas über den FSV / Freitag, 29. Januar: Das Fieber (digitales Hörspiel) / Freitag, 29. Januar LIVESTREAM: BÜHNE FREI! OPER FRANKFURT / Freitag, 29. Januar: FFM/ Online-Themenabend: Love for Sale / Samstag, 30. Januar: OF/ Stilles Wasser und Schokolade / Sonntag, 31. Januar: Jakob Soundtracks Online / Sonntag, 31. Januar: Lange Radionacht der Museen / The National: Ein Raubzug / GEDRUCKTES / Montag, 01. Februar: CLUB8 im Live Stream aus dem STUDIO8 (mit Sun´s Sons) / Montag, 1. Februar – Montag, 8. Februar: Nature Theater of Oklahoma (New York) Die Kinder der Toten / Die Geschichte eines Abends (mit Oli Schulz) / Top 5: Brettschneider vs. / mit Schwöbel / Netflix: It´s Bruno / Donnerstag, 4. Februar: Die Perser Chorstück für eine Solistin frei nach Aischylos / Donnerstag, 4. Februar bis Sonntag, 14. Februar: Winterwerft - Kollaboratorium Kollaps / Online Ausstellung: webresidency / VORSCHAU / Samstag, 6. Februar: ENSEMBLE MODERN Schuberts ‚Winterreise‘ / Samstag, 06. Februar Junge Deutsche Philharmonie (Musik) Wolfram Koch (Lesung) TONADAS! / work in progress: Quarantäne-Kunst / Impressum
MUTIG

so, jetzt tue ich es wirklich. Vor ein paar Monaten war ich noch unschlüssig und nun ist es doch soweit und ich gebe zu: ich habe ein bisschen Muffensausen.

Am 14. März kandidiere ich für die Stadtverordnetenversammlung. Das heißt, ich würde gerne in den Römer „einziehen“. Ab Sonntag kann man mit dem Plakatieren beginnen. Ja, ich habe sogar ein eigenes Plakat! Da wir das selber zahlen müssen, habe ich nur 50 Stück produzieren lassen. Auf dem Plakat steht: „Kulturelle Vielfalt fördern und erhalten“ und im Kleingedruckten habe ich Kulturorte aufgelistet:

"Adlib, Allianz der freien Szene, Alte Oper, Antagon, Atelier Frankfurt, Art-Bar, Basis, Batschkapp, Berger Kino (ⴕ) Brotfabrik, Chango, Club Voltaire, Clubkeller (ⴕ), Cookys, Das Bett, Die Fabrik, Die Kommödie, Dora Brilliant, Dramatische Bühne, Dreikönigskeller, Elfer, English Theatre, ExZess, Feinstaub, Fliegende Volksbühne, Fortuna Irgendwo, Frankfurt LAB, Frankfurter Kunstverein, Freiluftkino Frankfurt, Freud, Galli Theater, Gallustheater, Gibson, Harmonie, Hochschule für Musik und Darstellende kunst, Interkulturelle Bühne, Jazzkeller, Kammeroper, Käs, Katakombe, Kellertheater, Klapperfeld, KoZ, Kunstverein Familie Montez, La Gata, Lichter Filmfest International, Literaturhaus, Lucas Filmfestival, Mal Seh’n, Mampf, mousonturm, Nachtleben, Neues Theater Höchst, Oper, Orfeos Erben, Papageno, Ponyhof, Portikus, Pupille, RadioX, Romanfabrik, Schauspiel Frankfurt, Schmiere, Silbergold, Sommerwerft, Städelschule, Stalburgtheater, Stoffel, Studio Naxos, Tanzhaus West, The Cave, Theater Alte Brücke, Theater Landungsbrücken, Theater Willy Praml, Theaterhaus Schützenstraße, Tigerpalast, Titania, Velvet, Waldstadion, Yachtklub, Zoom. Sowie alle Museen und alle anderen Kulturorte die ich vergessen habe oder noch nicht kenne."

Eigentlich wollte ich die Plakate vor die jeweiligen Kulturorte hängen, die mir so wichtig sind, damit die Besucher*innen sie sehen, aber so wie es aussieht, dauert das ja wohl noch etwas länger mit dem Lockdown.

Wie auch immer: ich werde die Plakate am Wochenende aufhängen und wenn es mit dem Sitz im Stadtparlament nicht klappen sollte, dann setze ich mich eben weiterhin „einfach so“ für eine vielfältige Kulturszene und eine soziale Stadt ein.

Und wo wir schon beim Thema Kulturförderung sind noch zwei wichtige Anliegen:

Unser Verein Kulturzeiter*in hat von der Bio-Bäckerei „Bio-Kaiser eine Spende von 50.000,- € bekommen. Wir sind darüber natürlich super glücklich. Durch diese Spende können wir den Kreis der Künstler*innen, die sich auf Unterstützung bewerben können, auf das Rhein-Main-Gebiet erweitern. Das heißt, zusätzlich zu den Frankfurter und Offenbacher können sich jetzt auch Kulturschaffende aus dem Rhein-Main Gebiet bewerben. Bitte seid so nett und kommuniziert das doch bitte in Euren Kreisen. Weitere Infos unter: www.kulturzeiterin.de

Und an dieser Stelle noch Hinweis: eine meiner Lieblingsbands, REVOLTE TANZBEIN, nimmt gerade ein neues Album auf. YEAH! Leider dürfen sie ja im Moment keine Konzerte geben, auf denen sie ja sonst Geld einnehmen. Deshalb haben sie jetzt eine Startnext-Kampagne gestartet, um irgendwie das neue Album finanziert zu bekommen und vor allem um das Album zu veröffentlichen. Mehr dazu weiter unten…

Und zu allerletzt: letzte Woche habe ich im Intro auf das Gesuch der MAKER-WERKSTATT-FRANKFURT hingewiesen, indem Angelika und ihre Mitstreiter wahlweise eine kleine Werkshalle mit 100m² oder Leute suchen, die mit ihnen eine große Werkhalle beziehen…Aber dann habe ich die passende Anzeige dazu vergessen frei zu schalten. Das habe ich jetzt getan.

So, ihr Lieben, ich muss los. Ich habe eine Verabredung im Garten….

Lebt wild und bleibt gesund!

Daniela

Vielen Dank an meine vier Co-Autor*innen & Freundinnen: Petra, Andrea, Uwe & Martin für ihre tollen und vielfältigen Beiträge, die sie jede Woche für Euch zusammenstellen.

Zur besseren Lesbarkeit empfehle ich die Ausgehtipps hier zu lesen.

FREUND*IN WERDEN. SO GEHT'S:

Wir schreiben die Ausgehtipps schon seit 14 Jahren... ohne lästige Werbung, total subjektiv. Wenn Du die Ausgehtipps magst und uns unterstützen möchtest, dann freuen wir uns über Deine Unterstützung.
(Von dem Geld zahlen wir die Servergebühren und gehen einmal im Jahr zu viert zusammen essen :-))

Bitte überweise Deinen Solibetrag gerne auf folgendes Konto:
IBAN: DE83 4306 0967 6045 5154 00 (Richtwert: in der Regel zahlen Freund*innen 1,50 pro Monat = 18,- € pro Jahr). Wer eine Rechnung benötigt, schicke bitte eine Mail an: ausgehtipps(at)cappelluti.net

GESUCHTES

(Daniela)

Wie Eingangs schon geschrieben bastel ich super gerne. Und daher setze ich hier auch ganz prominent Angelikas Gesuch hin:

Vielleicht findet sich auf diesem Weg

  • eine Organisation oder Personen, die sich die Halle mit uns teilen möchten
  • eine kleine Werkshalle (bis 100 qm)
  • Leute, die aktiv dieses wunderbare Projekt für Frankfurt entwickeln und ausbauen möchten

Rettet den ersten richtigen Maker Space in Frankfurt:

Einen Ort schaffen, wo Wissen und Werkzeug geteilt, ge(hand-)werkelt, entwickelt und nachhaltig geschaffen wird; das ist unsere Vision für den ersten richtigen Maker Spaces in Frankfurt. Drei Monate haben wir alle Möbel selbst gebaut und die Halle eingerichtet. 

Infos über uns:https://maker-werkstadt.de https://us02web.zoom.us/j/86282021280?pwd=eXNIN1RZTXBqNmtiVlhnQUZnRU9YUT09

Im März wollten wir eröffnen. Jeder weiß, was dann kam. Wie viele soziale Projekte hat es auch die Maker-Werkstadt stark getroffen. Ende November mussten wir auch noch unsere Werkshalle wegen Eigenbedarf wieder räumen. Wir haben alles wieder abgebaut und in unseren Kellern verstaut, weil es in Frankfurt fast unmöglich ist geeignete Werkshallen zu finden. Das war sehr frustrierend, aber wir geben nicht auf…

Nun haben wir eine neue, tolle Location in Aussicht, die allerdings mehr als doppelt so groß ist und unsere privaten finanziellen Möglichkeiten zur Zeit weit übersteigt. Aus diesem Grund läuft seit knapp einem Monat unser Growdfunding auf

https://www.startnext.com/makerffm  

Hier findet Ihr unsere Kampagne, so wie alle Informationen und Dankeschöns, die wir Unterstützern bei Erfolg zukommen lassen möchten. 

Bitte teilt den Link mit möglichst vielen Freunden und Bekannten über Internet, eMail, Twitter, Instagram, Pinterest, Facebook, Telegram, Whatsapp oder whatever, um das Projekt „Makerspace" zu retten. 

Neues Album von Revolte Tanzbein

(Daniela)

Wie Eingangs schon geschrieben würde ich mich sehr freuen, wenn ihr die Startnext Kampagne von REVOLTE TANZBEIN unterstützen würdet.

Hier geht’s zum Link der Kampagne:

https://www.startnext.com/revolte-tanzbein-studio

Das tolle ist: KulturMut unterstützt sie mit 50 % auf jeden finanziellen Beitrag. Also jeder Euro zählt!

G E R O L L T E S über Mannschaftssport

(Uwe)

„Als Mannschaftssport wird eine Art von Sport bezeichnet, in dem nicht einzelne Individuen, sondern in bestimmter Weise strukturierte Gruppen, sogenannte Mannschaften, in einem Wettbewerb gegeneinander antreten.“ Das findet man in Wikipedia, wenn man „Mannschaft“ eingibt.  Der schöne Bruno wurde am Wochenende gefeuert, nachdem seine Hertha gegen Werder Bremen zuhause 1-4 verlor. Er stolperte, weil er es nicht schaffte, die bei Hertha SBC Berlin unter Vertrag stehenden Individuen in irgendeiner Art als Gruppe zu strukturieren. Dabei hat der ebenfalls gefeuerte Sportvorstand Michael Preetz (Achtung Eintracht: Fredi Bobic ist einer der gehandelten Nachfolger, er wohnt in Berlin!!!) in den letzten Transferperioden eine Menge Geld investiert. Auf dem Papier hat Hertha BSC eine gute Mannschaft zusammen, Papier ist aber bekanntlich geduldig. Jetzt wird ein neuer Trainer kommen, der ehemalige Coach Pal Dardai, mit dem geht es kurzzeitig wieder aufwärts, weil einige der Diven sich mal einige Monate bewegen und dann geht es wieder abwärts. Einfach weil in die Mannschaft keinen Charakter hat.

Borussia Dortmund zeigt im Augenblick, dass ein Trainerwechsel nicht unbedingt zu einem positiven Umschwung führt, wenn es in der Mannschaft nicht stimmt. Viele Fans und Experten sahen in Lucien Favre den Schuldigen darin, dass der hochqualifizierte und außergewöhnlich talentierte Kader des BVB sein Potenzial nicht ausschöpfte. Auch unter dem neuen Trainer, Edin Terzic, einer Lösung auf Zeit, kommt die Borussen nicht in Schwung und steht nach mehr als der Hälfte der Saison hinter Eintracht Frankfurt. Die wiederum zeigt, dass man mit guten Typen und einem guten Trainer einiges erreichen kann. Im direkten Vergleich sind die Spieler in Eintrachts bester Aufstellung im direkten Vergleich wahrscheinlich auf 9 von 11 Positionen (Kostic & Trapp sind besser als ihre Gegenparts) auf dem geduldigem Papier schlechter besetzt als der BVB, trotzdem schossen sie genauso viele Tore wie Haarland & Gefährten und kassierten eins weniger als die Abwehr um den ehemaligen Nationalspieler Mats Hummels, den viele (ich nicht) noch heute gerne in der Löw-11 sehen würde.

Der Charakter macht schon viel aus im Sport. Viele Spieler sollten sich ein Beispiel nehmen an Thomas Müller. Der ist Champions League Sieger und Weltmeister und freut sich immer noch wie ein Kind über ein Tor und die Tatsache, dass er überhaupt Fußballspielen darf. Ein wunderbarer Spieler aus einer anderen Kategorie als Spieler wie Reus von Dortmund oder allen Hertha-„Lappen“.

Positiv:
(1) Danny da Costa darf wieder spielen (in Mainz)
(2) Andrej Kramaric (Hoffenheim) ist ein wahnsinnig guter Stürmer

Schade:
(1) Keiner außer Bayern will Meister werden
(2) Der überraschend gute VfB Stuttgart bringt sich durch Grabenkämpfe in der Führung etwas aus dem Rhythmus.
(3) Ich habe einem guten Freund, der für ein Managerspiel nach einem Stürmer suchte, kürzlich davon abgeraten den Frankfurter Silva zu nehmen (Entschuldigung, Oli)

Etwas über den FSV

Der FSV hat gegen die Belegschaft des Hotels Sonnenhof Großaspach gewonnen! Nun geht es gegen den hessischen Verfolger TSV Steinbach und am Dienstag fahren die Bornheimer den kurzen Weg auf den Bieberer Berg zu geht es zu den Offenbacher Kickers.

 

 

Freitag, 29. Januar: Das Fieber (digitales Hörspiel)

(Martin)

Ein digitales Hörspiel aus dem Schauspiel Frankfurt!

2009 wurde ‚Das Fieber‘ von Wallace Shawn im Theater Landungsbrücken als Monolog aufgeführt. Judith von Sternburg schrieb zu dem Stück anlässlich der Premiere in der FR:

‚"Das Fieber", ein Monolog des Autors und Schauspielers Wallace Shawn von 1990, bringt trotz des in der Tat fiebrigen Tonfalls ein paar Dinge auf den Punkt. Dass der Reichtum in der Welt (unserer zum Beispiel) aufbaut auf der entsprechenden Armut (in anderen Ländern zum Beispiel). Dass wir gerne gute Bücher lesen, ins Theater gehen, Freundschaften pflegen, während anderswo Menschen gefoltert werden, hingerichtet werden, verhungern. Denn diese Suada handelt nicht von jenen, die es nicht besser wissen, nicht von gleichgültigen Spießbürgern, oberflächlichen Kapitalisten oder skrupellosen Profiteuren. Er handelt von Menschen, die sich für Politik und Kultur interessieren und sich nachdenklich nennen würden. Er handelt von uns. Unsere Eltern, erklärt der Mann, der schlaflos im Ausland in einem Hotelzimmer hängt, haben uns zwar Anstand und moralische Werte beigebracht. Die Armen sind dadurch aber keinen Deut reicher geworden. Über so etwas wird selten gesprochen. Es versteht sich von selbst und ist beunruhigend. Man kann damit leben.“

Das Schauspiel Frankfurt bringt jetzt jenen Text als Hörspiel in der Regie von Martin Brüggemann zur digitalen Premiere.

„»Ich wache plötzlich auf, in einem fremden Hotelzimmer, ich bin auf Reisen, ich zittere wie im Schüttelfrost. - Warum? Da ist irgendwas - irgendwas ist passiert.« Gefangen in fiebrigen Albträumen sieht sich der Protagonist in Wallace Shawns Stück »Das Fieber« mit den Konsequenzen der eigenen Lebensweise konfrontiert. In der Diskrepanz zwischen Wissen und Handeln spiegelt sich zugleich die immer weiter aufklaffende Schere zwischen den Lebensbedingungen von Arm und Reich. Regisseur Martin Brüggemann setzt diesen spannungsvollen Theatertext als Hörspiel in Szene, der online zu erleben ist.“

Es spielen/sprechen u.a.: Torsten Flassig, Nils Kreutinger, Anna Kubin und Melanie Straub.

Zum Link geht’s hier: https://www.schauspielfrankfurt.de/spielplan/sf-digital/

Das Fieber – Wallace Shawn.
Hörspiel aus dem Schauspiel Frankfurt am Freitag, 29.01.20 um 20.00h.


Foto: © Schauspiel Frankfurt

Freitag, 29. Januar LIVESTREAM: BÜHNE FREI! OPER FRANKFURT

(Martin)

Die Türen der Oper bleiben zwar zu – aber dennoch wird im Inneren gearbeitet und auf der Opernbühne bzw. im Holzfoyer musiziert, gesungen, aufgetreten und moderiert!

Vier Mal im Januar, jeweils Freitags um 19.30h, zeigt die Oper Frankfurt im Grunde ‚Großes Kino’ und präsentiert live und gestreamt Sänger*innen des Ensembles mit Arien und Duetten aus Opern und Operetten.

Am Freitag, 29. Januar, moderiert Dramaturgin Deborah Einspieler den Abend und vier großartige SängerInnen, nämlich Ambur Braid, Karolina Makuła, AJ Glueckert und Liviu Holender sowie In Sun Suh am Klavier präsentieren Arien, Lieder und Duette aus Opern und Operetten von Gaetano Donizetti, Giacomo Puccini, Franz Lehár u.a.

Hier geht’s zum detailierten Programm: https://oper-frankfurt.de/media/pdf/Programm_Livestream29_1_2021.pdf

Der Livestream ist am Freitag, 29. Januar 2021, 19.30 Uhr (MEZ) auf der Webseite der Oper Frankfurt auf YouTube und auf Facebook zu sehen.

Freitag, 29. Januar 2021 um 19.30h
LIVESTREAM: BÜHNE FREI! aus der Oper Frankfurt
Der Livestream ist kostenfrei.

Foto: ©  Oper Frankfurt

Freitag, 29. Januar: FFM/ Online-Themenabend: Love for Sale

(Andrea)

Ich mag das Bahnhofsviertel, auch wenn ich den Redlightdistrict viel von seinem früheren Charme verloren hat. Ohnehin ein schwieriges Pflaster, wenn es um die Untiefen der Gesellschaft geht, nirgends liegen der flüchtige Glanz und Elend näher beieinander. Ulrich Mattner ist als Journalist und Fotograf auch im Frankfurter Bahnhofsviertel unterwegs und berichtet insbesondere über Prostitution und Drogen. "Bei beiden Themen nimmt Frankfurt eine Spitzenposition ein. Sowohl hinsichtlicht der Sexarbeit als auch der Drogensucht gibt es viele Vorurteile. Auf Grundlage meiner drei Bahnhofsviertelbücher und meiner vielen Kontakte zu Polizei, Sozialarbeitern und in die Szene zeige ich bei diesem Online-Themenabend, wie das Rotlichtmilieu im Bahnhofsviertel wirklich tickt. Wir treffen die Menschen hinter den Klischees, die sich um das Milieu ranken. Oft sind es Not und Armut, die sie dorthin geführt haben. Fern aller TV-Dramatik und Shades-of-Gray-Romantik vermittelt dieser Online-Themenabend ein realistisches Bild von der Arbeit in den Laufhäusern und Table-Dance-Clubs. Im Mittelpunkt stehen Fragen wie: Warum arbeiten Frauen im Bordell? Gibt es Zwangsprostitution? Was verdienen Sexarbeiterinnen? So vermittelt dieser Themenabend ein authentisches Bild einer Parallelwelt, die oft verklärt oder auch mit Geringschätzung betrachtet wird." Spannende Fragen, die er heute von 18.30 bis 19.30 Uhr online behandelt: https://umattner.de/event/online-themenabend-love-for-sale/

Samstag, 30. Januar: OF/ Stilles Wasser und Schokolade

(Andrea)

Nicole schreibt: "Die Schokolade ist wieder eingetroffen. Es gibt frisches Maisbrot, Pasteis de Nata, Pasteis Bacalhau, Weine, Portwein, beste Öle, vom Portweinessig bis zum Aceto Balsamico , Fischkonserven &Stockfisch für Euch mit Anleitung, wie der Fisch gewässert werden muss & ein Rezept dazu. Bacalhau à José do forno - Hm lecker - mit Gemüse und krossen Kartoffelscheiben. oder Bacalhau à Brás - Mit Eiern & Chipsticks aus der Pfanne ausserdem gibt es wieder & wir haben neue Bretter von Knöcke!" Alles zu haben heute von 10 bis 13 Uhr im Filmklubb, der sich aktuell eben mit Kulinaria statt mit bewegten Bildern durchhangelt. Aber nicht nur das: Nicole hat ein Buch geschrieben, ich habe jetzt ein Drittel durch und bin begeistert: "Die Stille des Wassers" spielt in Offenbach und Portugal, verknüpft spannende Handlungsstränge und toll gezeichnete Charaktere, ist flott geschrieben und macht Spaß. Das Buch gibt es natürlich auch im Isenburgring 26.

Sonntag, 31. Januar: Jakob Soundtracks Online

(Andrea)

Jakob ist einer der wildesten Musiker, den ich kenne. Immerhin brachte er schon die ein oder andere Gitarre bei antagon zum Glühen....Seit einiger Zeit frickelt er in Siegen herum und ist nun notgedrungen ins Netz umgezogen. Heute lädt er zum Konzert für den leeren Raum ---------------------------------------------- Eine solidarische Konzert-Performance für notgedrungen leerstehende und ihrer Bestimmung beraubte Räume. Anlässlich der Covid-19 Pandemie und den damit verbundenen Lockdowns in Deutschland 2020/21. Gefördert durch ein Künstlerstipendium im Rahmen der NRW-Corona-Hilfen. Beginn 18 Uhr https://www.facebook.com/events/467795981273106

Sonntag, 31. Januar: Lange Radionacht der Museen

(Andrea)

Erst Jakob und dann direkt switchen zur Langen Radionacht der Museen, Tatort finde ich inzwischen ohnehin nicht mehr so spannend....Von 21 bis 22 Uhr gibt es in der Sendung Collectionism einen Prolog zur Radionacht, mit Snippets aus den nachfolgenden Sendungen, eingebettet in Musik. Leider sind wegen Corona die Museen der Stadt Frankfurt geschlossen. Im Jahr 2020 haben weder Museumsuferfest noch die Nacht der Museen stattgefunden. Eine lange Tradition ist damit unterbrochen worden, deshalb möchten wir von radio x in dieser Sondersendung die Museen der Stadt Frankfurt besonders würdigen. Zu hören sein wird jeweils ein kleines Feature über die beteiligten Museen, das Jahresprogramm 2021, interessante Fakten und Interviews mit Künstlern, Verantwortlichen und Kuratoren. Zudem erfahrt ihr, wie man die Museen auch digital erfahren kann. Die beteiligten Museen sind: - Archäologisches Museum - Museum Giersch der Goethe-Universität - Weltkulturen Museum - Deutsches Architekturmuseum - DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum - Historisches Museum + Junges Museum - Jüdisches Museum - MUSEUM MMK FÜR MODERNE KUNST - Museum Angewandte Kunst - Museum für Kommunikation - Städel Museum Schaltet ein! Wie gewohnt über unseren Livestream auf radiox.de von 21 bis 7 Uhr oder über die 91.8 auf UKW

The National: Ein Raubzug

(Uwe)

Sind komplette Livekonzerte aus dem Netz eine Alternative zu echten Konzerten? Nein (Ausnahme: siehe Tipp vom 01.02), man muss zwischen den anderen Zuschauern in einer Halle stehen, sich über den Zwei-Meter-Mann direkt vor einem, die heimlichen Raucher und die Schwätzer in nächster Nähe aufregen und nach dem Konzert ein Plakat klauen können.

Normalerweise haben die örtlichen Veranstalter ja nichts dagegen, wenn man Plakate mitnimmt, einmal war die Mitnahme aber schwieriger als der Raub von Juwelen aus dem Historischen Grünen Gewölbe des Residenzschlosses Dresden:
David Gray spielte in Köln. Ich besuchte das Konzert mit drei Freunden. Am Eingang hing ein Plakat zur Tour von The National. Seltsamerweise war es das einzige dieser Art auf dem weitläufigen Areal. Direkt neben dem Plakat stand ein Mitarbeiter des Veranstalters, selbst als alle Konzertbesucher schon durch den Eingang waren und die Abendkasse zugemacht wurde. Er stand also da und verhinderte so ein unbeobachtetes Einkassieren des Plakates, das sicher tausend Mal produziert wurde, an diesem Abend aber ein sehr knappes Gut war. Also fragte ich direkt „Kann ich das Plakat haben?“. „Nein“. „ok, danke“, als Sohn eines hessischen Prüfungsbeamten war die Angelegenheit damit geklärt.

Zum Glück hatte ich Freunde dabei. Einer ist so ein Ruhiger wie ich, ein anderer ist ein meinungsstarker Grundschullehrer und der Dritte leitet einen riesigen Baumarkt in der Nähe von Köln. Die beiden Letztgenannten probierten es mit einer Kombination aus Verhandlungsgeschick, Humor, Frechheit, Mut und Nachhaltigkeit erneut. Die kurze Antwort lautete aber wieder: „Nein“.

Wir schauten das Konzert an und wollten es danach, in Rahmen der unübersichtlichen Situation noch einmal probieren, in einer Stimmung aus Aufgeregtheit und Aufbruch, aber der Mitarbeiter stand immer noch ausdruckslos da, wie ein Wachmann vor dem Buckingham Palace. Ich gab auf und lief zur Parkgarage. Dabei verlor ich die anderen aus den Augen. Ich wartete am Auto auf sie (drei von uns mussten in dieser Nacht noch nach Frankfurt zurück). Nach einigen zähen Minuten des Wartens tauchten sie auf, einer von ihnen hatte ein gerolltes Plakat in der Hand. Ich fragte begeistert „wie habt Ihr das denn hinbekommen?“. „Das willst Du nicht wissen, gib´ Gas“.

GEDRUCKTES

(Petra)

Ich habe schon ganz viele wunderbare Texte von Niklas Maak in der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung gelesen. Mit dem Buchgeschenk einer Freundin „Atlas der seltsamen Häuser und ihrer Bewohner“ habe ich ihn auch als Autor unterhaltsam-kluger Bücher kennengelernt. Nicht mehr neu, aber nach wie vor sehr lesenswert ist sein „Wohnkomplex. Warum wir andere Häuser brauchen" von 2014. Was Christian Wulffs Scheitern als Bundespräsident, das Autodesign im Wandel der Zeit und der römische Gott Janus mit unserem Wohnen zu tun haben: Hier erfahrt Ihr es.

Beispiele so genannten schlechten Wohnens und wenig sozialen Wohnungsbaus kennen wir alle. Sie sind auch hier zu lesen. Manch ein Kapitel Maaks ist so spitzfedrig, dass es das Papier wegätzen müsste. Zu meiner großen Lesefreude. Höchst spannend sind so einige Exkurse, die Maak aus guten Gründen und sehr inspirierend unternimmt, vor allem zur (Kultur-)Geschichte des Wohnens oder der von ihm postulierten Sprachkrise des Architekten. Vieles, das für uns heute selbstverständlich erscheint, zum Beispiel ein Schlafzimmer als intimster Rückzugsort, hat noch gar keine so lange Tradition. Auch stellt er die Frage, wie privat ein Schlafzimmer noch ist, in dem gesurft, gechattet und mitunter auch gearbeitet wird (und Daten generiert werden, die oftmals gar nicht mehr so privat sind, wie wir gerne hätten).

Und überhaupt: Was ist heute öffentlich, was privat? Was innen, was außen? Wie viel Raum beanspruche ich als Person für mich? Welche Folgeprobleme erzeugt unsere heutige Wohnkultur – von Vereinsamung bis Klimawandel, und welche Ideen und praktische Beispiele gibt es dafür, wie es auch anders und vielleicht besser gehen könnte? Diese Diskussionen sind nicht neu, dauern aber fort und werden im besten Fall in die Zukunft des Wohnens und Zusammenlebens in unseren Städten weisen. Denn wie wir wohnen, kann gesellschaftsverändernd sein. Ein aktueller Kernaspekt ist natürlich der vielerorts schmerzlich erfahrbare Wohnungsmangel, der Anlass genug ist, auch Grundsätzliches zu hinterfragen. Auf allen Ebenen.

Das kann mitunter beim ersten Wort befremdlich-faszinierend wirken, etwa wenn er Beispiele einer neuen japanischen Architektur beschreibt, die jenseits gängiger Begriffe und Vorstellungen denken. Im Haus NA in Sou Fujimoto (das auf dem Titel zu sehen ist) zerplittern die vertrauten einheitlichen Etagen in über zwanzig kleine, über zwei- bis dreistufige Treppen verbundene Ebenen, die Außenwände sind transparent. Auch die Rolle des Grüns am und im Bau kann noch viel weiter gedacht werden als bislang. Ebenso öffnen tolle temporäre Raumaneignungen und Kunstprojekte den Horizont für ein anderes Wohnen. Vom Dach bis zur Wand: Maak stellt fast alles in der heutigen Form in Frage, nicht ohne anschauliche Alternativen aufzuzeigen. Das bringt mein Hirn zu Beben und mein Herz schreit nach Revolution. Doch ich weiß: Der lange Atem zählt. Ich hole tief Luft.

Montag, 01. Februar: CLUB8 im Live Stream aus dem STUDIO8 (mit Sun´s Sons)

(Uwe)

Ein Leser schrieb uns vor wenigen Tagen und wies uns auf einen Stream mit Livemusik aus der Region hin. Vielen Dank dafür. Da die Musik hinter dem unten eingefügten Link so gut ist und weil der Text der Mail so schön war, nehmen wir die Veranstaltung natürlich auf.

Weil man den Ankündigungstext nicht besser schreiben kann, nehme ich einige Passagen hier 1:1 auf: „da sich Daniela im letzten Newsletter als jemand geoutet hat, der nicht auf digitale Veranstaltungen steht, schreibe ich folgenden Tipp an dich – und kopiere deine Frau nur ein ;-). Tatsächlich kann ich Daniela aber sehr gut verstehen kann, denn ich kann mich für diese Live-Streams ebenfalls nicht so recht begeistern. Eine sehr rühmliche Ausnahme ist allerdings der Club8 aus Neu-Isenburg, der jeden Montag, 20 Uhr, eine Live-Veranstaltung mit einer Band aus der Region macht (https://www.frankfurt-tourismus.de/frankfurt/event/detail/1927039?lang=en). Kennt ihr das und habt ihr das schon mal vorgestellt?“

Nein, ich kannte das bisher nicht und bin sehr froh über den Hinweis. Ich werde den Club 8 nächsten Montag nicht verpassen, weil „das Konzept wirklich gut ist. Extrem professionell aufgenommen, große Bühne, gutes Equipment, fähige Leute. Ein bisschen Moderation und Interviews, viel Musik. Jede*r Künstlerin bzw. Band muss am Ende „Eight days a week“ von den Beatles performen. Das ist sehr lustig.“ Liest sich sehr gut, ich werde nach meiner ersten digitalen Pflicht-Schiedsrichtersitzung 2021 unbedingt in den Stream einsteigen. Weil mich neben dem guten Konzept auch die Band überzeugt, die am Montag spielt: Sun´s Sons, eine Frankfurter Band um Lasse Kuhl. „“Als kleiner Vorgeschmack hier der Link zum aktuellen Video: https://www.youtube.com/watch?v=a5Cohpwqk-k

Je mehr man über sun’s sons über Youtube oder spotify mitbekommt, desto positiver wird der Eindruck, den man von den talentierten Musikern bekommt, auf die auch schon das Journal Frankfurt oder die ZEIT aufmerksam wurden. „Im Interview mit dem ZEIT-Magazin sprach Sänger und Gitarrist Lasse Kuhl kürzlich von der „Ekstase“, die er und die sun’s sons auf der Bühne gefühlt hätten. Damals, als Corona noch kein Thema war und man das Publikum mit Live-Auftritten begeistern konnte. Das ist wohl auch der Grund, warum die Newcomer-Band nicht lange überlegen musste, als sie gefragt wurde, ob sie die Arbeiten an ihrer ersten EP nicht mal kurz unterbrechen wollen. Ein Gig? Am 01.02.21 auf der Studio-8-Bühne? „Klar, wir sind dabei!“ Im Repertoire haben Lasse Kuhl, Robert Kühnle und Ludwig Hirsch trancige Sounds, die sich inzwischen etwas von den Songwriter-Balladen aus den Anfangstagen entfernt haben und nun musikalisch anspruchsvoller arrangiert werden – bei den ehrlichen melancholischen Texten ist es allerdings geblieben. Vielleicht werden die Jungs sogar den einen oder anderen neuen Song zum Besten geben. Darauf weist zumindest hin, dass sie mit dem Cellisten Leo Stoll einen Gastmusiker mit auf die Bühne nehmen werden, der sie derzeit auch im Studio bei den Aufnahmen zur neuen EP unterstützt.“

Beginn: 20 Uhr
Sun`s Sons @ Club 8 - YouTube

Foto:Hans-Jürgen Schmitz

Montag, 1. Februar – Montag, 8. Februar: Nature Theater of Oklahoma (New York) Die Kinder der Toten

(Martin)

Film - Digitaler Mousonturm

 „Elfriede Jelineks Opus Magnum „Die Kinder der Toten“ dient Nature Theater of Oklahoma als Vorlage für eine freie filmische Adaption an den Originalschauplätzen rund um die Kindheitsorte der Nobelpreisträgerin. Ein SUPER 8-Ferienfilm aus der Obersteiermark verwandelt sich schleichend in eine Auferstehung ,untoter‘ Gespenster. Die Frage nach der (Un-)Möglichkeit einer adäquaten Aufarbeitung aufgehäufter Schuld durchzieht all jene Terrains – Natur, Kultur, Gesellschaft, Geschichte –, die in der Gegenwart immer noch nationale Identität stiften. „Dieser Stummfilm ist urkomisch, bissig, manchmal verwirrend, witzig und sicher auch etwas, mit dem nicht alle einverstanden sind. Aber das macht Kino aus: Wir müssen uneinig sein!“ (Jurybegründung Fiprescipreis, Berlinale Forum 2019)“

Tickets (5€ - Vimeo on Demand) über die Homepage des Mousonturms: https://www.mousonturm.de/events/die-kinder-der-toten/

Die Kinder der Toten – Nature Theater Oklahoma / Digitaler Mousonturm

Montag, 1.2. um 20.00h;
danach bis Montag, 8.2. durchgängig verfügbar.

Foto: © Kelly Copper, Pavol Liska / Ulrich Seidl Filmproduktion

Die Geschichte eines Abends (mit Oli Schulz)

(Uwe)

Fünf Kümmelschnaps auf´s Leben!

In der NDR Reihe „Die Geschichte eines Abends“ dürfen Prominente einen Abend gestalten. In der Regel laden die sich dann gegenseitig als Gäste ein. Dem in Hamburg geborenen Musiker Oli Schulz war das zu gewöhnlich. Nach dem Motto „keine Promis, keine Kosmetik, lieber "viermal über 80" und das direkt dort, wo die Menschen leben: in der Senioren-Residenz“, verbrachte Olli Schulz seinen Abend mit vier Senioren zwischen 81 und 97. Herausgekommen ist eine sehr kurzweilige Sendung voller Würde. Liebevoll inszeniert mit ergreifenden Momenten. Olli Schulz mag ein eigenwilliger Typ sein, vieles von dem, was er macht, finde ich gut bis großartig. So war „Schulz in the Box“ fantastisch, seine Musik ist hörenswert und der wöchentliche Podcast mit Jan Böhmerman, „Fest & Flauschig“ ist ein Format, das mir dabei hilft, durch den zweiten Lockdown zu kommen. Wer Zweifel hat, ob GEZ-Gebühren für öffentlich-rechtlich Sendeanstalten Sinn machen, schaut sich bitte diese Sendung in der Mediathek oder auf Youtube an (alle anderen bitte auch).

Foto: NDR

Top 5: Brettschneider vs. / mit Schwöbel

(Daniel und Uwe (mit Einleitung))

Das erste Mal live sah ich The National in „meiner“ Stadt, in Mailand. Eine gute Freundin wanderte vor mehr als zehn Jahren nach Norditalien aus. Bis heute besuche ich sie und ihre Familie regelmäßig. So zogen wir auch am 01. Juli 2013  durch Mailand, wir aßen in „unserem“ Restaurant Isola del Tesoro und hatten eine gute Zeit. Abends musste ich alleine zum Konzert, weil die Kinder meiner einheimischen Freunde zu klein und den Erwachsenen die Musik der Band aus  Cincinnati/Ohio zu schwermütig war. So stand ich an einem Sommerabend auf der Pferderennbahn in San Siro, der Geruch der nahegelegenen Stallungen wehte in leichten Dosen in meine Nase, die Sonne sank und ich hörte ergriffen die Songs, die The National an diesem Abend spielten. Eben schaute ich mir noch einmal die Setlist von damals an, Wahnsinn. In der Zugabe spielten sie Runaway, ein fantastisches Lied mit einer meiner liebsten Textzeilen überhaupt: „No I won't be no runaway - Cause I won't run“

Top 5 von Uwe
1. Start a War (Boxer)
2. Apartement Story (Boxer)
3. Wasp Nest (Live at Berkeley)
4. Bloodbuzz Ohio (High Violet)
5. Pink Rabbits  (Trouble Will Find Me)

Muss dabei sein: Start a War. Einfach weil es ein absolut sensationeller Guter Song ist. Er ist nicht nur in meiner separaten The National-Top 5 dabei, sondern auch unter meinen All-Time-Favs in den vorderen Rängen. Vom Album Boxer, das mich mit etwas Anlauf zum The National-Fan machte.  

Darf nicht dabei: 1. weil zu schlecht: Turtleneck (Sleep Well Beast): Wer sich durch die Alben von The National hört, erkennt, dass die Dessner-Brüder einfach keine schlechten Lieder komponieren. Mit Turtleneck wollten sie wohl das Gegenteil beweisen / 2. weil kein Platz: Think You Can Wait (nur erschienen auf dem Soundtrack vom Film Win, Win mit dem einzigartigen Paul Giamatti). Zum Ende des Films setzt überraschend der Song ein. Ich bekam beim mir davor unbekannten Lied Gänsehaut und wollte jedem im Kino sagen „Das ist ein Song von The National“. Dumm nur, dass ich wie so oft der einzige war, der sich um 17:30 Uhr einen Außenseiterfilm im Kino anschaute

Top 5 von Daniel:
1. Fake Empire („Boxer“)
2. Terrible Love („High Violet“)
3. Start a War („Boxer“ – danke, Uwe!)
4. About Today („Cherry Tree“ – und natürlich unnachahmlich am Ende des Films „Warrior“)
5. Baby, We’ll Be Fine („Alligator“)

Unbedingt dabei: Ich möchte einräumen, dass ich – ganz im Gegensatz zu Uwe – kein ausgewiesener Experte für The National bin. Ich habe sie komischerweise eigentlich nur zwei, drei Jahre so wirklich intensiv gehört. In dieser Zeit bot mir die Band allerdings viele wunderbare Optionen, den eigenen Gefühlen mit akribisch erstellten Playlists halbwegs mystisch Ausdruck zu verleihen. Da die Songs und diese einmalige Stimme ja immer auch irgendwie getragen, melancholisch, brüchig, zärtlich, euphorisch und vor allem mit einer derart klagenden „Ich weiß auch nicht so genau, wo das alles hinführen soll, ich brauch gerade Zeit für mich“-Stimmung ausgestattet sind, waren sie zu jener Zeit auf diversen verschenkten Mixtapes geradezu prädestiniert für final platzierte Pointen. Wenn’s mal richtig dramatisch enden sollte, war Terrible Love für mich dann dieser eine unumstößliche Song, der in seiner ständigen Wiederholung Sehnsucht, Schmerz, Abschied und trotzigen Aufbruch am allerschönsten und zu gleichen Teilen einfing: „It takes an ocean not to break“!

Darf nicht dabei sein: Ich weiß nicht genau wieso, aber dieses Looking for Astronauts mochte ich nie so wirklich. Vielleicht weil es irritierenderweise bereits mit dem Refrain beginnt, mit der Tür also quasi direkt ins Haus fällt – und danach auch nicht noch irgendetwas wirklich Umstürzendes passiert. Oder

Netflix: It´s Bruno

(Andrea)

Für Zwischendurch und eine der kurzweiligsten Miniserien seit langem, wir haben sie am vergangenen Wochenende buchstäblich weginhaliert und hatten alle riesigen Spaß. Mit einem Hund in new York - und mir ist seinerzeit gar nicht aufgefallen, dass es augenscheinlich so viele Hundebesitzer in Big Apple gibt - Solvan Naim ist einer davon und Bruno sein bestes Stück, mit dem er regelmäßig durch Bushwick im New Yorker Stadtteil Brooklyn spazieren geht und dabei allerlei witzige Begegnungen macht. Einer der wenigen Fälle, in denen sich Netflix wirklich lohnt.

Donnerstag, 4. Februar: Die Perser Chorstück für eine Solistin frei nach Aischylos

(Martin)

PREMIERE – LIVE / Studio Naxos

Die Antike hat thearalisch in Coronazeiten eine Hochkonjunktur!

Das Theater Willy Praml spielte ständig ausverkauft Hölderlins Bearbeitung von Antigone. Jetzt bringt das Studio Naxos ‚Die Perser* nach Aischylos zur Premiere!

„Die überlegene persische Flotte wird bei Salamis von den Griechen vernichtend geschlagen. Acht Jahre später bringt Aischylos das Geschehen aus der Perspektive der besiegten Perser auf die Bühne. Heute, 2500 Jahre nach dem historischen Ereignis, gilt das Stück als Versuch, den unerwartet besiegten Feinden eine Stimme auf der griechischen Bühne zu verleihen. Dieser Perspektivwechsel bietet den Anknüpfungspunkt für eine performative Adaption: Das von Aischylos entworfene monumentale Panorama des antiken Kriegsgeschehens wird von einer Solistin berichtet und nachgestellt. Aus der Unmöglichkeit, der Perspektive der Feinde gerecht zu werden, und der Unmöglichkeit, als einzelne eine Schlacht darzustellen, ergibt sich eine spekulative, tastende Annäherung an den historischen Stoff und die Frage, wie Empathie über den Graben der Feindschaft hinweg möglich ist.!

Regie und Performance: Philipp Scholtysik | Performance: Bettina Földesi | Dramaturgie: Jacob Bussmann | Kamera und Masken: Laila Gerhardt

Die Aufführung findet live in Zoom statt: https://us02web.zoom.us/j/83161227253?pwd=R04wL0FKTDVMdnNKclRBc2NYWUI2QT09

Auch wer Zoom nicht als Programm installiert hat, kann den Link im Browser öffnen und die Aufführung sehen und hören. Es werden Kopfhörer empfohlen.

Studio Naxos: Die Perser nach Aischylos – LIVE

Donnerstag, 4.2.,
Freitag, 5.2. und
Samstag, 6.2.
jeweils um 20.00h.

Foto: © studio Naxos (Homepage)

Donnerstag, 4. Februar bis Sonntag, 14. Februar: Winterwerft - Kollaboratorium Kollaps

(Andrea)

Dafür liebe ich die Antons, unbeirrbar steuern sie auch durch widrige Zeiten: "Wir wagen es: in diesen aussergewöhnlichen Zeiten, in denen uns ein Virus unmissverstädnlich darlegt, wie verletzlich vernetzt wir sind, während gleichzeitig der Klimawandel an Fahrt aufnimmt, das Maß menschlich gemachter Zerstörung zunimmt und soziale Bewegungen wie Black Lives Matter auf die gesellschaftlichen Auswüchse unserer kulturellen Krise aufmerksam machen, laden wirzu einem "Kollaboratorium Kollaps" - einem kreativ Labor, zu dem sich für vier Wochen ausgewiesen negative Künstler*Innen und Gruppen auf dem Gelände des Kulturvereins treffen, um gemeinsam in die Abgründe dieser Zeit zu Blicken. Was kann Theater leisten in einer Zeit, in der die herrkömmlichen Narrative zu Staub zerfallen, im Meer versinken oder in Flammen aufgehen? Wie kann Theater, Kultur, die Herausforderungen dieser Zeit begleiten, Kommentieren, Bezeugen. Welche Tänze braucht es, um mit Schmerz, Angst und Wut ob der unzähligen Verluste umzugehen, Raum zu geben? Welche Sprache hilft uns dabei, dem mehr als menschlichen Worte und Stimme zu verleihen? Welche Standpunkte können wir jenseits von Isoliertheit und Überlegenheit einnehmen - bescheidener, diverser, vernetzter? Entlang dieser Fragen soll geprobt und probiert werden. Wir wollen die Krone der Schöpfung neben uns ins Gras legen, und Pespektive wie Gangart wechseln. Tänzer, Performer, Gruppen, Schamanen, Derwische und Narren kommen dazu zusammen.Ergebnisse des Spektakels werden Live übertragen. Mobile, Site Specific Interventionen und AKTionen sind geplant und werden den Umständen entsprechend gehandhabt, damit auch in diesen Zeiten ein bisschen Kultur zu den Menschen, Tieren und Bäumen, den Viren, Anthropologen und allen bei Euch da draussen kommt. Die Hütte brennt."

Online Ausstellung: webresidency

(Daniela)

„Wir sind uns einig, dass es im Kontext gesellschaftlicher Krisen und einer globalen Pandemie mehr denn je gemeinsame Orte für Dialog und Solidarität braucht“.
Das sagen die Kuratorin Sonja Müller sowie die Projektleitung im Frauenreferat Linda Kagerbauer über das digitale Kunst-Projekt webresidency des Frauenreferats Frankfurt und der Tel Aviv-Yafo.

Ich bin sehr gespannt auf das Format und die Arbeiten der Künstler*innen! Ab März folgen online Diskussionen mit den Künstler*innen. Ich werde Euch auf dem Laufenden halten.

"Im Rahmen des Online-Projektes setzen sich jeweils sechs feministische Künstler*innen aus beiden Städten mit dem Thema home auseinander. Während der Corona-Pandemie sind alle mit dem Thema home konfrontiert. Künstler*innen, Kulturschaffende und – vermittelnde sind nun gefordert neue Wege zur Öffentlichkeit zu finden. Die webresidency - im Sinne einer digitalen Galerie - soll künstlerische Begegnungen zwischen Frankfurt und Tel Aviv-Yafo ermöglichen.
„2020 ist das 40jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen Frankfurt und Tel Aviv-Yafo. Das Projekt home.frankfurt.telaviv ist ein wichtiger Beitrag dazu.

Denn gerade in der Corona Pandemie ist deutlich geworden, wie prekär die Situation für Künstler*innen und wie bedeutsam Kultur für unsere Gesellschaft ist“, so Frauendezernentin Rosemarie Heilig.

Die Homepage www.home-ffm-tlv.com zeigt die beteiligten Künstler*innen sowie  ihre Projekte zum Thema home. Bis März 2021 können Besucher*innen dabei zuschauen, wie sich die digitale Galerie füllt. In regelmäßigen Abständen werden Arbeiten und künstlerische Prozesse der Beteiligten gezeigt und aktualisiert. Dabei nehmen die Künstler*innen aufeinander Bezug und gestalten gemeinsam ihre webresidency.

„Als Frauenreferat tragen wir zur mehr Sichtbarkeit von und Vernetzung unter
Künstler*innen bei. Denn: Weniger Bezahlung, weniger Ausstellungen, weniger
Anerkennung sind Phänomene, mit denen Künstler*innen weltweit konfrontiert sind. Dem wirken wir mit diesem Projekt entgegen“, ergänzt Gabriele Wenner - Leiterin des städtischen Frauenreferates.
Mit der webresidency soll der digitale Raum genutzt werden, um neue Wege der
künstlerischen Praxis, der Kunstvermittlung und des internationalen Austausches zu
ermöglichen. Ebenso macht es die digitale Galerie in Zeiten geschlossener Kulturbetriebe möglich, sich Kunst in Form von Performance, Audioinstallationen oder Malerei anzuschauen.

Teilnehmer*innen von home.frankfurt.telaviv sind: Elianna Renner, Swoosh Lieu, Bárbara Luci Carvalho, Xinan, Julia Mihály, Anny und Sibel Öztürk (Frankfurt), Idit Herman, Naama Roth, Noga or-yam, Rotem Volk, Vered Nissim, Mayaan Danoch (Tel Aviv-Yafo).

Mehr Infos unter: www.home-ffm-tlv.com, Facebook: home.frankfurt.telaviv oder auf dem Instagram-Kanal des Frauenreferats."

VORSCHAU
Samstag, 6. Februar: ENSEMBLE MODERN Schuberts ‚Winterreise‘

(Martin)

LIVE-KONZERT

Jetzt gibt es auch in Frankfurt ‚Geistervorstellungen‘ – also Aufführungen, die im leeren Haus stattfinden und für uns live gestreamt werden.

Das Ensemble Modern spielt ‚live‘ im Schauspiel Frankfurt eine Komposition von Hans Zender.

Eine ausführliche Kritik zu dem Werk gibt es hier: https://www.deutschlandfunk.de/schuberts-winterreise-hans-zenders-komponierte.727.de.html?dram:article_id=466188

„»Schuberts ›Winterreise‹«: Diesen Titel trägt ein Werk von Hans Zender, das 1993 in Frankfurt am Main vom Ensemble Modern uraufgeführt wurde und zu einem der meistgespielten Werken Zenders wurde. Es leuchtet den bekannten Vokalzyklus von Franz Schubert instrumental-gedanklich aus und macht dessen kühne Vorgriffe auf die musikalische Zukunft hörbar. Zender gab dem Werk den Untertitel »eine komponierte Interpretation«. Diese Gattung hat Zender geradezu erfunden; indem er die Musik weiterdenkt, Konturen schärft, Formen dekonstruiert oder neu schafft. Nun ist das Werk seit langem wieder zu erleben, mit dem Ensemble Modern, dem britischen Tenor und »Winterreise«-Experten Ian Bostridge unter der Leitung von Daniel Cohen.“

Tickets gibt’s hier: https://ensemble-modern.reservix.de/events

Ensemble Modern: Schuberts ‚Winterreise‘ – live aus dem Schauspiel Frankfurt

Samstag, 6.2.,
Mittwoch, 10.2. und
Samstag, 13.2. um jeweils 20.00h

Foto: © Schauspiel Frankfurt (Homepage)

Samstag, 06. Februar Junge Deutsche Philharmonie (Musik) Wolfram Koch (Lesung) TONADAS!

(Martin)

Livestream

Die Junge Deutsche Philharmonie ist im wahrsten Sinne des Wortes ein ZUKUNFTSORCHESTER: nämlich die Bestenauslese der Studierenden an deutschsprachigen Musikhochschulen im Alter von 18 – 28 Jahren!

Gemeinsam wird dort ‚gebrannt‘ für Instrumente, Musik und das Konzertieren.

TONADAS – das ist der kammermusikalische Schwerpunkt und TONADAS bietet die Möglichkeit, jetzt live (okay, das heißt in diesen Zeiten live-gestreamt) dabei sein zu können.

Werke lateinamerikanischer Komponisten stehen im Mittelpunkt des kammermusikalischen Programms TONADAS. Dabei treffen traditionelle Volksklänge der Indios aus Peru, aufgezeichnet im 18. Jahrhundert vom musikkundigen Geistlichen Baltasar Jaime Martínez Compañón, auf bekanntere Werke des 20. Jahrhunderts von Astor Piazzolla und Heitor Villa-Lobos. Die musikalische Reise endet in der Gegenwart mit Daniel Cuetos erst 2018 komponiertem Werk Las Antaras de Celso für Solo-Kontrabass.

Am Samstag liest der Schauspieler Wolfram Koch (bekannt als Richard III, Jedermann und Kommissar Brix) Ausschnitte aus dem Handorakel des Jesuiten Baltasar de Gracián y Morales (1601-1658), einen Romanauszug aus Die tiefen Flüsse von José María Arguedas (1911-1969) und Tango-Gedichte von Jorge Luis Borges (Für die sechs Saiten).“

Live gestreamt werden Konzert und Lesung aus der Romanfabrik.

Hier der detaillierte Programmablauf, Infos zu den Künstler*innen und der Link zum Stream: www.romanfabrik.de

Samstag, 06.02. um 20.00h
Junge Deutsche Philharmonie und Wolfram Koch
TONADAS! Konzert und Lesung im Livestream aus der Romanfabrik.

Foto: © Homepage Junge Deutsche Philharmonie

work in progress: Quarantäne-Kunst

(Petra)

Von dem Künstler Sandip Shah und seiner Bewohnten Kunstinstallation (b.k.i.) in Sachsenhausen habe ich Euch schon häufiger erzählt – und so einige sehr schöne Abende dort verbracht. In den letzten Monaten nicht mehr, klar…Er hat die Zeit für sich und seine Kunst – und einen Umbau in der b.k.i. genutzt: zwischen dem vorderen Ausstellungsraum und dem dahinterliegenden Zimmer ist nun eine Plexiglastür eingebaut, ein automatischer Türdrücker sowie Mikros und Lautsprecher sind installiert.  In diesem Safe House – wie er es nennt –  hat er dann die Tür für einzelne Menschen nach Terminvereinbarung geöffnet. Ich habe mich kurz vor Weihnachten durchs Plexiglas mit ihm unterhalten (die Maske ist natürlich nur für die Pose), und es hat sich fast ein wenig wie früher angefühlt. Denn an den Wänden des sonst blendend weißen Raums haben Künstlerkolleginnen und -kollegen Werke hinterlassen. Sandip fühlt sich offenbar sehr wohl in seinem Safe House, und so setzt er das Projekt bei nicht enden wollendem Lockdown fort: Er vergibt weiterhin Termine für seine individuellen Quarantäne-Gespräche an Künstler*innen und Nicht-Künstler*innen. Außerdem aber soll das Safe House-Schaufenster entstehen, für das ihm Jede*r handschriftliche Texte (DIN A4) schicken kann: Gedanken, Texte, Gedichte, Erlebnisse rund um das Thema Coronazeit.

Safe House / Safe House Schaufenster, handschriftliche Texte (DIN A4, kein Name, nur auf der Rückseite eine E-Mail-Adresse!) per Post an: Sandip Shah, b.k.i., Seehofstraße 8a, 60594 Frankfurt am Main, Terminvereinbarung: b.k.i.@web.de (das Textblatt könntet Ihr dann natürlich auch mitbringen)  


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