22.01.2021
Inhalt: Dicker Schädel / FREUND*IN WERDEN. SO GEHT'S: / VERLOSUNG / G E R O L L T E S über Heimkehrer / Etwas über den FSV / Freitag 22. Januar: MUSIK FOR HOTEL-BARS / Freitag, 22. Januar: Ausstellungseröffnung DAM "Einfach grün" / Freitag, 22. Januar: Futureland / Freitag, 22. Januar LIVESTREAM: BÜHNE FREI! OPER FRANKFURT / Top 5: Brettschneider vs. / mit Schwöbel / Digitale Stadtführungen / Samstag, 23. Januar: Ich trinke mein Glas leer und träum, dass es schön wär‘. Ein Chor vermisst dich. Susanne Zaun & Marion Schneider Uraufführung (digital) / Samstag, 23. Januar (weitere Termine s.u.) Michel aus Lönneberga / Samstag, 23. Januar: Philosophie+Kunst Panel / Online Ausstellung: webresidency / Sonntag, 24. Januar: SIEHT MAN WAS? – EIN STÜCK ÜBER PERIODE! / Sonntag, 24. Januar: Judenhass ist Menschenhass (Gespräch) / Montag, 25. Januar: 9pm Artist Talk mit Gregor Praml / Montag, 25. Januar „Wer bin ich?“ – Herkunft und Identität in der Vielfaltgesellschaft / Montag, 25. Januar (Online-Premiere) Dienstag, 26. – Samstag, 30. Januar Das Theater – Nach dem Ende der Versammlung III / Montag, 25. Januar: Auschwitz and the Challenges of Historical and Civic Education / Dienstag, 26. Januar: Premieren-Lesung / Dienstag, 26. Januar Unter Stunden – Über Flüche (Lesung) / 24/7: Fenstergucker-Kunst / 24/7: Kunst kaufen / VORSCHAU / Freitag, 29. Januar: Das Fieber (digitales Hörspiel) / Samstag, 06. Februar Junge Deutsche Philharmonie (Musik) Wolfram Koch (Lesung) TONADAS! / work in progress: Quarantäne-Kunst / Impressum
Dicker Schädel

Wenn der Sohn 18 wird und keine große Party feiern kann, muss man eben das Beste draus machen:

Der beste Freund durfte kommen und wir haben gestern auf dem Balkon gegrillt, eine „amtliche“ Cocktailbar aufgebaut und ein Trinkspiel gespielt… Um Mitternacht gab es dann eine Online-Party mit Freunden und Familienangehörigen, die sich von überall her dazu geschaltet haben. Sogar aus Costa Rica. Danach wurde im kleinen Kreis weiter (durcheinander) getrunken und dementsprechend verkatert bin ich heute. Dem Sohn schien es nichts auszumachen, denn er hat sich heute früh ganz brav zum Homeschooling an den Rechner gesetzt.

Da ich ja kein großer Freund von reinen Geldgeschenken bin, aber der Sohn wunschlos glücklich ist, hatte ich mir vorgenommen ihm ein Fotoalbum zu machen. Davon hatte ich schon letzte Woche berichtet… ich bin an der Datenmenge gescheitert. Das kommt davon, wenn man nix sortiert. Also musste etwas anderes her. Mir fiel dann letzten Freitag ein, dass ich 1989, damals machte ich mein Anerkennungsjahr als Erzieherin im Kindertreff in Bockenheim, mal für den dortigen Weihnachtsmarkt ein Schachspiel aus Schrauben gebastelt hatte, ds total gut ankam. Ich radelte also letzte Woche in unseren Garten und suchte dort, in dem riesigen Schraubensortiment, das uns der Vorbesitzer der Gartenhütte überlassen hat, nach passenden Schrauben. Ich vergas dabei die Zeit (Schrauben sortieren ist extrem entschleunigend) und Uwe musste mich dort abholen, da ich mich im Dunkeln nicht aus der Hütte traue (Uwe macht echt so einiges mit).

Die letzten Tage war ist fast täglich beim Pohlmann in Bornheim. Bis auf die „Kronenmuttern“, die dann Gott sei Dank noch ein Freund im Keller fand, habe ich dort alles gefunden und musste nichts bei Amazon bestellen. Ich bin selbst total überrascht, wie gut mir das gelungen ist und weil ich dann so im Schachmodus war, habe ich mich sogar noch an einen Schachkuchen gewagt…

Warum ich das hier alles schreibe: ich sage es ganz ehrlich: ich bin heute früh verkatert aufgewacht und dachte, wie so oft, seitdem wir Daheimbleib-, anstatt Ausgehtipps schreiben: „Was soll ich denn im Intro schreiben?“ Ich finde es großartig, dass Uwe, Petra, Andrea und vor allem Martin, der sich heute mit acht Beiträgen „überschlägt“, so viele digitale Veranstaltungen für Euch raussuchen, aber für mich ist es einfach nichts. Wenn ich abends nach Hause komme habe ich keine Lust mehr mich vor den PC zu setzen und Ausstellungen oder Theater online zu verfolgen. Ich brauche die Kultur „in echt“. Und solange das nicht geht werde ich weiterhin im Keller, in der Küche oder im Garten vor mich hin werkeln.

Für alle, die das auch so gerne machen: schaut Euch mal das beigefügte Gesuch der MAKER-WERKSTATT-FRANKFURT an. Angelika und ihre Mitstreiter suchen wahlweise eine kleine Werkshalle mit 100m² oder Leute, die mit ihnen eine große Werkhalle beziehen…

So, ich muss jetzt los.

Lebt wild und bleibt gesund!

Daniela

Vielen Dank an meine vier Co-Autor*innen & Freundinnen: Petra, Andrea, Uwe & Martin für ihre tollen und vielfältigen Beiträge, die sie jede Woche für Euch zusammenstellen.

Zur besseren Lesbarkeit empfehle ich die Ausgehtipps hier zu lesen.

FREUND*IN WERDEN. SO GEHT'S:

Wir schreiben die Ausgehtipps schon seit 14 Jahren... ohne lästige Werbung, total subjektiv. Wenn Du die Ausgehtipps magst und uns unterstützen möchtest, dann freuen wir uns über Deine Unterstützung.
(Von dem Geld zahlen wir die Servergebühren und gehen einmal im Jahr zu viert zusammen essen :-))

Bitte überweise Deinen Solibetrag gerne auf folgendes Konto:
IBAN: DE83 4306 0967 6045 5154 00 (Richtwert: in der Regel zahlen Freund*innen 1,50 pro Monat = 18,- € pro Jahr). Wer eine Rechnung benötigt, schicke bitte eine Mail an: ausgehtipps(at)cappelluti.net

VERLOSUNG

Antworten bitte an schwoebke@aol.com. Petra wird die Gewinner*innen benachrichtigen

2 x 1 Streaming-Ticket
, Premieren-Lesung Jan Seghers "Der Solist", Digitales Literaturhaus Frankfurt, 26. Januar, 19:30 Uhr
Frage: Welcher Frankfurter Künstler ist aktuell in der Fenstergalerie unter der Honsellbrücke zu sehen?

G E R O L L T E S über Heimkehrer

(Uwe)

Luka Jovic ist zurück bei der Eintracht. Er hielt sich eineinhalb Jahren bei Real Madrid auf und kam in dieser Zeit nicht wirklich zum Zug. Die Königlichen sind einfach eine Nummer zu groß für den jungen Serben. Das ist ihm nicht vorzuwerfen, er hat es versucht und das ist durchaus ehrenwert. Auch Sebastian Haller wurde bei West Ham United in englischen Premier League nicht wirklich glücklich und zog unlängst weiter zu Ajax Amsterdam. Die Niederländer holten ihn aber nicht für ein Trinkgeld, sondern tätigten einen Rekordtransfer.  Nur der dritte im damaligen (Offensiv)Bund, der Kroate Ante Rebic, hat beim aktuellen italienischen Tabellenführer den Durchbruch geschafft und wurde Stammspieler.

Jovic kam vor einigen Tagen zurück und zeigte seine unbestrittene Klasse direkt in seinem ersten Spiel gegen den FC Schalke 04. Zwar würde gegen die Schalker selbst der mittlerweile 64jährige „Hansi“ Müller bei einem möglichen Comeback beim VfB Stuttgart treffen, wie Jovic allerdings seine beiden Tore erzielte, das war selbst für einen Schalkefan wie mich beeindruckend. Die Heimkehr hat sich also schnell ausgezahlt und wird sich bis Sommer erst Recht rechnen. Auch wenn ich Bas Dost besser fand als viele Eintrachtfans in meinem Umfeld, so ist Jovic im direkten Vergleich natürlich deutlich besser.

Die Eintracht lag mit zwei Heimkehrern bisher richtig: Kevin Trapp ist als Stammkeeper ein sicherer Rückhalt (vom kurzfristigen Ausgleichstreffer der Schalker abgesehen) und Sebastian Rode ist ein wichtiger Spieler im Mittelfeld der Eintracht. Wenn ich daran zurück denke, wie kritisch die Eintrachtfans seine Wiederverpflichtung von Borussia Dortmund sahen. Beide Spieler konnten nach Leihe fest verpflichtet werden, Jovic wird im Sommer weiterziehen (müssen), weil Real Madrid die immens hohe Ablösesumme aus dem Sommer 2019 nicht abschreiben kann. Eine Rückkehr in den Real-Kader von Zinedine Zidane erscheint fraglich, ein Abnehmer wird sich für die bullige Tormaschine bei halbwegs gutem Verlauf der Rückrunde aber finden.  

Kurzgefasst:

Weitere erfolgreiche Rückkehrer
Breitner zu Bayern München
Herzog zu Werder Bremen

Weniger erfolgreich:
Ballack zu Bayer Leverkusen
Götze zu Borussia Dortmund

Was für´s Herz
Der "Hunter" ist zurück bei Schalke 04. Wunderbarer Stürmer, großer Spieler. Aber kein Hoffnungsträger, Schalke steigt ab. 

Etwas über den FSV

Der FSV stand zwischenzeitlich auf Platz 1 in der Regionalliga Südwest. Gegen den 1. FSV Mainz 05 II gelang letzte Woche der fünfte Sieg in Folge (!!!), bevor der FSV am vergangenen Mittwoch beim Bahlinger SC erstmals wieder Unentschieden spielte. Es folgt am morgigen Samstag ein Heimspiel gegen die SG Sonnenhof Großaspach. Das Hotel Sonnenhof ist Namensgeber des Verein. Über das Hotel steht im Netz: „Seit 55 Jahren und in mittlerweile dritter Generation schreibt das Familienunternehmen Sonnenhof Erfolgsgeschichte.“ Die Familie heißt Ferber und eingeheiratet in diese hat die erfolgreiche Schlagersängerin Andrea Berg (bürgerlich Andrea Ferber). Was hat das mit Fußball zu tun? Nichts.

Freitag 22. Januar: MUSIK FOR HOTEL-BARS

(Daniela)

Heute wieder MUSIK FOR HOTEL-BARS:
Hotelbarmusik ist Musikarbeit, vielleicht sogar Fließbandmusikarbeit. Die Schichten teilen sich in Songs, der Applaus nach der Fähigkeit die Aufmerksamkeit in der Band aufrechtzuerhalten. Oder reicht es, einfach den Anfang und das Ende eines Songs gut zu bringen? Oliver Augst überträgt die On- and Off-Spielchen einer musikalischen Live-Situation ins Digitale und bat seine Musiker*innen Samples für ihn aufzunehmen. Pedro González Fernández programmiert daraufhin eine digitale Maschine, die es erlaubt einen endlosen musikalischen Stream zu erzeugen, den sich die Gäste nun nach Hause in ihre Hausbarsituation holen können. Oliver Augst wird persönlich in das Endloswerk einführen und den passenden Drink dazu servieren.

Signature-Drink des Abends: James Bond Martini
6cl Gin, 2cl Wodka, 1cl trockener Wermut, Eiswürfel. Packe alle Zutaten in ein Rührglas mit reichlich Eiswürfeln und schüttel so lange bis das Glas von außen beschlagen ist. Geb den Mix anschließend in ein vorgekühltes Martini-Glas und garniere das Ganze mit einer Olive. Noch schöner sieht es aus, wenn du danach eine hauchdünne Zitronenscheibe ins Glas dazugibst.

Mit:

  • Marcel Daemgen, Offenbach (Klavier),
  • JD Zazie, Berlin (Turntables, CDj),
  • Gregor Praml, Frankfurt (Bass),
  • Pedro González Fernández, Hamburg (Programmierung),
  • Oliver Augst, Paris/Ludwigshafen (Komposition, Stimme)

Die Abende sind kostenfrei und finden online statt. Jeder Abend wird begleitet von einem Signature-Drink, den die Künstler*innen trinken und fürs Publikum anleitend mixen werden.
Zoom: https://zoom.us/j/92293409547?pwd=amdWajdWNnRRcTg4d1BIM2JVczd6QT09#success

20:00-21:30 Uhr
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Freitag, 22. Januar: Ausstellungseröffnung DAM "Einfach grün"

(Andrea)

Es gibt Ausstellungen (natürlich auch Fernsehsendungen, Dokus etc.), da würde man sich wünschen, dass Entscheider sie sehen. "Einfach grün" im DAM gehört klar dazu. Denn wenn ich eines in meiner Stadt vermisse, ist es grün. Auch im Sommer. So viele Flächen und Fassaden, die förmlich nach dem beherzten Einsatz von Knöterich und Guerilla-Gardening schreien! "EINFACH GRÜN widmet sich den Vorteilen und Herausforderungen urbanen städtischen GRÜNS – insbesondere der Haus- und Dachbegrünung im Bestand und Neubau. Neben der wissenschaftlichen Perspektive nimmt die Ausstellung zugleich die technischen Möglichkeiten und praktische Fragen in den Blick. Gezeigt werden gelungene Grünbauten von Düsseldorf über Mailand bis Singapore, bereits Erprobtes und völlig neue Entwicklungen. Kann GRÜN in der Architektur das Klima in den Städten verbessern, Hitzebildung reduzieren, Feinstaubbildung reduzieren und das Wohlbefinden der Menschen steigern? Selten waren Grünräume derart gefragt wie seit der Konfrontation mit Corona. Es ist an der Zeit, die Architektur im Hinblick auf Grünflächen zu entwickeln, die Stadtlandschaften aufzurüsten und GRÜN nicht nur auf ökologische Aspekte herunter zu brechen. Die Ausstellung widmet sich den Vorteilen und Herausforderungen urbanen städtischen GRÜNS – insbesondere der Haus- und Dachbegrünung im Bestand und Neubau. Neben der wissenschaftlichen Perspektive nimmt die Ausstellung zugleich die technischen Möglichkeiten und praktische Fragen in den Blick. Gezeigt werden gelungene Grünbauten von Düsseldorf über Mailand bis Singapore, bereits Erprobtes und völlig neue Entwicklungen. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Forschungsabteilung des Internationalen Planungs- und Beratungsbüros Arup „Green Building Envelopes“ und mit dem Umweltamt der Stadt Frankfurt am Main. Begrüßung / Einführung: Peter Cachola Schmal, Direktor Deutsches Architekturmuseum Erläuterung der Kooperation: Lara Maria Mohr / Peter Dommermuth, Umweltamt der Stadt Frankfurt Präsentation „Einfach Grün“: Rudi Scheuermann, Direktor und Global Leader Building Envelope Design bei Arup Interview 1: Stefano Boeri, Architekt, Architekturprofessor und Autor Präsentation Ausstellungsinhalte: Hilde Strobl, freie Kuratorin Interview 2: Mun Summ Wong / Richard Hassel, WOHA Virtueller Ausstellungsrundgang: Film von Moritz Bernoully, https://www.facebook.com/events/401955417748382 um 18 Uhr 

Freitag, 22. Januar: Futureland

(Andrea)

Ich war im Theater und es war toll! So richtig mit Ticket kaufen, schick machen und in die erste Reihe des Gorki-Theaters setzen. Gesehen habe ich #Futureland mit Jugendlichen aus Afghanistan, Syrien, Somalia, Guinea und Bangladesch, die als Geflüchtete nach Deutschland gekommen sind, stellt existentielle Fragen: Was bringt einen Teenager dazu, alleine eine gefahrenvolle Reise in ein unbekanntes Land anzutreten? Was sagt es über die Welt, die Gesellschaft, in der wir leben, dass Millionen von Minderjährigen ihr Leben riskieren, auf der Suche nach einer Zukunft?" Die Jugendlichen waren toll und ich ziehe den Hut vor ihrem Mut und ihren Geschichten. Heute ab 19:30 Uhr für 24h auf Dringeblieben verfügbar. With English subtitles.

gorki.de/stream-futureland

Freitag, 22. Januar LIVESTREAM: BÜHNE FREI! OPER FRANKFURT

(Martin)

LIVESTREAM: BÜHNE FREI!
OPER FRANKFURT

Die Türen der Oper bleiben zwar zu – aber dennoch wird im Inneren gearbeitet und auf der Opernbühne bzw. im Holzfoyer musiziert, gesungen, aufgetreten und moderiert!

Vier Mal im Januar, jeweils Freitags um 19.30h, zeigt die Oper Frankfurt im Grunde ‚Großes Kino’ und präsentiert live und gestreamt Sänger*innen des Ensembles mit Arien und Duetten aus Opern und Operetten.

Am Freitag, 22. Januar, moderiert Dramaturgin Deborah Einspieler den Abend und Sänger*innen des Ensembles präsentieren Arien und Duette von Mozart bis Frederick Loewe.

Hier geht’s zum LIVESTREAM: https://oper-frankfurt.de/de/spielplan/livestream-buehne-frei_3/?id_datum=2645

Freitag, 22. Januar 2021 um 19.30h
LIVESTREAM: BÜHNE FREI! aus der Oper Frankfurt
Der Livestream ist kostenfrei.

Foto: ©  Oper Frankfurt

Top 5: Brettschneider vs. / mit Schwöbel

(Daniel, inklusive Einleitung und Uwe)

Meine allererste, ein paar Jahre ältere Freundin hat mir die Liebe zu R.E.M. eröffnet. „The One I Love“ und so. Möglicherweise war sie auch einfach nur in Michael Stipe verknallt und wollte mich ein bisschen daran teilhaben lassen. Auch von meiner Seite aus kam es recht schnell zur Heldenverehrung, die zu jener Zeit ansonsten Kurt Cobain, Tocotronic und einigen Songs von R. Kelly (ich weiß, sorry) vorbehalten war. R.E.M. war Außenseitermusik für die breite Masse. Ihre Texte und Melodien waren derart speziell und einfach zu eingängig gut, um ein Nischendasein zu fristen. Dann kam 1991 „Losing My Religion“ raus und veränderte noch einmal alles. Doch die Band verstand es trotz Ohrwurm-Überhype und Omnipräsenz auf wundersame Art bei sich zu bleiben, weiterzumachen und sich dabei immer wieder beinahe rätselhaft neu zu erfinden. Und wie: „Automatic for the People“ hat meine Jugend geprägt! 

Top 5 R.E.M., Daniel
1.      Leaving New York (Around the Sun)
2.      Man on the Moon (Automatic for the People)
3.      What’s the Frequenzy, Kenneth? (Monster)
4.      Nightswimming & Find The River (gehören für mich ehrlicherweise als eine Art Song-Paar zusammen – Automatic for the People)
5.      The Great Beyond (Man on the Moon – Soundtrack)

Muss dabei sein: Man on the Moon – weil ich bei den ersten Tönen des Songs immer auch an den gleichnamigen wunderbaren Film denke, der ja erst Jahre später erschien. An die Magie Andy Kaufmans natürlich, wie sie Song und Film gleichermaßen beschreiben. Und an die Jahrhundert-Performance von Jim Carrey auch! 

Darf nicht dabei sein: Ich kenne keinen einzig schlechten Song dieser Band. „Losing My Religion“ musste ich allerdings früher jeden Mittwoch bei Studentenpartys auflegen. Vielleicht hat die laut mitgrölende Menge mein Verhältnis zu dem möglicherweise manchmal missverstandenen Überhit doch ein wenig beschädigt: „That’s me in the corner!“

Top 5 R.E.M., Uwe
1. Man On The Moon (Automatic For The People)
2. Walk Unafraid (Up)
3. Everybody Hurts (Automatic For The People und noch besser Live)
4. I Wanted To Be Wrong (Around The Sun)
5. Strange Currencies (Monster)

Muss dabei sein: Ich dachte ja immer, dass Everybody Hurts ein wahnsinnger Hit von R.E.M. mit hoher Chartplatzierung überall auf der Welt war. Stimmt nicht. In Deutschland war der beste Rang in 1993 Platz 83, sehr weit hinter Snow („Informer“) oder Ace of Bace („All what she wants“). Macht nichts, trotzdem ein super Lied, bei dem ich gerne (und zum Leidwesen meines direkten Umfelds zuhause und Passanten in Rufnähe) lautstark mitsinge.

Leider nicht dabei: Irgendein Lied vom Album „Out Of Time“. Weder Shinny Happy People, noch Losing My Religion oder der Radio Song. Dabei war die Platte noch vor dem Jahrhundertalbum “Automatic For The People“ mein Türöffner für diese fantastische Band. Die genannten Lieder halten im Vergleich mit meiner Top 5 Auswahl (und der von Daniel) aber einfach nicht mit. Was mich an R.E.M. nachhaltig begeistert ist, dass sie bis zuletzt gute Platten machte ihr Erbe nach ihrer Auflösung würdevoll präsentiert. Dazu gehört natürlich insbesondere Losing My Religion der weltweite Durchbruchsong der Band aus Athens in Georgia. Wie dieser entstand, davon erzählen sie in einer Folge der Netflix-Doku „ „…:“. Wunderbar, in die Liste schaffte er es aber nicht.

Digitale Stadtführungen

(Daniela)

Ich hatte hier in den Ausgehtipps ja schon oft von meiner Leidenschaft für Stadtführungen geschrieben und im ersten Lockdown auch schon ein paar digitale empfohlen. Da aber nicht ommer alle alles lesen, hier nochmal der Hinweis:

Da momentan ja keine „echten“ Touren mit Gruppen in der Stadt möglich sind, bieten einige Stadtführer*innen digitale Stadtführungen an.

Verena zum Beispiel bietet eine Live Tour an, d.h. sie ist in der Stadt unterwegs und ein Kameramann streamt das zu ihren Gästen nach Hause. Solche Touren kann man auch exklusiv für Gruppen veranstalten. Mehr Infos zu Verenas Touren gibt es hier: https://www.stadtfuehrungenfrankfurt.de/index.php/de/frankfurt-stadtfuehrungen/virtuelle-stadtfuehrungen

Samstag, 23. Januar: Ich trinke mein Glas leer und träum, dass es schön wär‘. Ein Chor vermisst dich. Susanne Zaun & Marion Schneider Uraufführung (digital)

(Martin)

Mousonturm

Dieser Abend mit dieser Überschrift, das trifft doch mitten ins Herz und sonst wohin!

Und unbedingt hat „Ich trinke mein Glas leer und träum, dass es schön wär‘. Ein Chor vermisst dich.“ schon jetzt einen Preis verdient – nämlich den für den schönsten und vielleicht auch melancholischsten Titel in diesen pandemischen Zeiten!

„Sechs Performerinnen, zahllose Partyrequisiten und die Frage, wie viele Feste man eigentlich schon zusammen gefeiert hat, stehen jetzt im Raum. Was Susanne Zaun & Marion Schneider 2019 als szenisches Experiment mit dem Titel „Diesmal machen wir alle alles allein“ und Herausforderung des zaungäste-Chors begannen, wurde durch die aktuellen Entwicklungen und die daraus resultierende Vereinzelung und Distanzierung plötzlich brisant und real. Können Bildschirmpartys das Bedürfnis nach Gemeinschaft wirklich einlösen? „Ich trinke mein Glas leer….“ 
setzt da ein, wo die damals entstandenen Soli über Einsamkeit, (fehlschlagendes) sich einander Bekanntmachen, den Kummer und die Lust des Vermissens aufhörten.

Also: ganz bestimmt mit gefülltem Glase dabei sein, nach dem Austrinken wieder einschenken - und…

Hier geht’s zu den Infos: https://www.mousonturm.de/events/ich-trinke-mein-glas-leer/

Hier geht’s zu den Tickets: https://21765.reservix.de/p/reservix/group/356730

Susanne Zaun & Marion Schneider: Ich trinke mein Glas leer und träum, dass es schön wär‘. Ein Chor vermisst Dich.
Digitale Uraufführung am
Samstag, 23.01. um 20.00h.
Solidarisches Preissystem.

Foto: © Charlotte Bösling

Samstag, 23. Januar (weitere Termine s.u.) Michel aus Lönneberga

(Martin)

Live-Stream aus dem Jungen Theater Bonn

Diesen Michel und Lönneberga kennen wir doch alle…

1963 hat ihn Astrid Lindgren in ihren Geschichten zum Leben erweckt und spätestens seit der bekannten Verfilmung gehört der ‚Michel‘ zum Kanon der gesammelten Kindergeschichten und der kollektiven Kindererinnerung dazu.

Über 30 Millionen Mal wurden die Michel-Bücher verkauft, in 53 Sprachen wurden sie übersetzt.

Im November 2019 wurde im Jungen Theater Köln das Theaterstück mit neuer Musik von Michael Barfuß erstmals aufgeführt und jetzt ist es live im Stream zu erleben.

„Michel ist ein Lausbub wie aus dem Bilderbuch, und stark wie ein kleiner Ochse ist er auch. Er lebt mit seinen Eltern, seiner Schwester Klein-Ida, mit der Magd Lina und dem Knecht Alfred auf dem Hof Katthult in Lönneberga, einem kleinen Dorf in Schweden. Mit seinen runden blauen Augen und seinem hellen wolligen Haar könnte man ihn fast für einen Engel halten – aber nur solange er schläft. Denn Michel hat mehr Unfug im Kopf als jeder andere Junge in ganz Lönneberga, und vermutlich auch mehr als jeder andere Junge in ganz Schweden und auf der ganzen Welt. Und Michel besitzt ein außerordentliches Talent dafür, sich selbst und andere in Schwierigkeiten zu bringen, obwohl er das nie mit boshafter Absicht tut.

Denn eigentlich ist Michel ein durch und durch liebevoller Junge, der es im Grunde immer gut meint. Immer wieder hat seine Mutter ihn ermahnt, nur ja das Essen aufzuessen. Keinen einzigen Tropfen wollte er von der leckeren Suppe übrig lassen, doch jetzt steckt sein Kopf in der Suppenschüssel fest. Und sowas passiert Michel eigentlich immer. Doch wenn es drauf ankommt, ist Verlass auf ihn. Kurz vor Weihnachten wird der Knecht Alfred schwer krank, und niemand ist da außer Michel. Also nimmt der mutige Junge die Dinge selbst in die Hand, spannt die Pferde an und bringt Alfred so schnell er kann zum nächsten Arzt… 

Tristan Berger, Autor und Regisseur, hat verschiedene Episoden aus den Michel-Erzählungen als Grundlage für sein Theaterstück benutzt und zu einer Geschichte verwoben, die ebenso lustig wie spannend und berührend ist. Bernard Niemeyer inszeniert die Geschichte um den wilden Blondschopf für Zuschauer ab 5 Jahren.“

Der Generalanzeiger schrieb: "So wird die ungemein witzige, hochintelligente Inszenierung mit ihren vielen Überraschungsmomenten zu einem ungetrübten Genuss für Publikum ab fünf Jahren und für alle Älteren ebenso."

Live-Stream und Tickets: https://www.jt-bonn.de/stuecke/details/?tx_theatre_play%5Bplay%5D=18&tx_theatre_play

Samstag, 23. Januar um 15.00h
Michel aus Lönneberga
Live-Stream aus dem Jungen Theater Köln.

Weitere Termine: Samstag, 06.02., Sonntag, 14.02., Samstag, 20.02., Sonntag, 28.02. um jeweils 15.00h und Montag, 15.02. um 10.00h.

Foto: © Junges Theater Köln

Samstag, 23. Januar: Philosophie+Kunst Panel

(Petra)

Wenn ich schon nicht reisen und ausgehen kann, will ich zumindest virtuell mal wieder in andere Sphären: Hirn und Herz stehen kurz vorm Bore-out (im Gegensatz zum Job). Also wage ich neue Entdeckungen, heute das Museum Bandhorst in München, das einige spannende Themen und Events bietet. Dieses ist für mich ein Experiment: kein einfach nur unterhaltsames Samstagabend-Format, und auf Englisch.
In jüngeren Theorien des Posthumanismus und des neuen Materialismus wird der Körper als durchlässiges, offenes System beschrieben, das sich im wechselseitigen Austausch mit seiner Umwelt befindet. Biologische, technologische und soziokulturelle Einflüsse prägen und verändern den Körper ebenso wie umgekehrt. Dieses Panel widmet sich den genannten philosophischen Ansätzen und ihrer Aufhebung der ontologischen Unterscheidung zwischen dem Menschen und seiner Umwelt. Anhand von theoretischen Ansätzen, kritischen Entwicklungsgeschichten und Anwendungsfragen wird aufgezeigt, wie vermeintlich unsichtbare Technologien und künstliche Intelligenzen schon immer verkörpert sind. Auch die ökonomischen und biopolitischen Ein- und Ausschlussmechanismen dieser wechselseitigen Durchdringung von Technologie und Körper stehen hier zur Diskussion.

Foto: Mark Leckey, UniAddDumThs, 2014-fortlaufend, Detail aus der Sektion „MAN“, Installationsansicht „Mark Leckey: UniAddDumThs“, Kunsthalle Basel 2015, Foto: Philipp Hänger / Kunsthalle Basel © Mark Leckey


Posthumane Verkörperungen und materielle Verschränkungen - ein theoretischer Aus- und Rückblick, Museum Brandhorst, Sprecher*innen N. Katherine Hayles: Künstliche Körper in Bewegung: von Top-down-Kontrolle zu relationaler Einbettung, Josef Barla: Technik und Körper zusammen-auseinanderschneiden: Körper-in-Technik und das gespenstische Klima der Materialisierungen, Moderation Maria Muhle, Sprache: Englisch, Uhrzeit: 20 - 22 Uhr, Eintritt: frei, Livestream per youtube

Online Ausstellung: webresidency

(Daniela)

„Wir sind uns einig, dass es im Kontext gesellschaftlicher Krisen und einer globalen Pandemie mehr denn je gemeinsame Orte für Dialog und Solidarität braucht“.
Das sagen die Kuratorin Sonja Müller sowie die Projektleitung im Frauenreferat Linda Kagerbauer über das digitale Kunst-Projekt webresidency des Frauenreferats Frankfurt und der Tel Aviv-Yafo.

Ich bin sehr gespannt auf das Format und die Arbeiten der Künstler*innen! Ab März folgen online Diskussionen mit den Künstler*innen. Ich werde Euch auf dem Laufenden halten.

"Im Rahmen des Online-Projektes setzen sich jeweils sechs feministische Künstler*innen aus beiden Städten mit dem Thema home auseinander. Während der Corona-Pandemie sind alle mit dem Thema home konfrontiert. Künstler*innen, Kulturschaffende und – vermittelnde sind nun gefordert neue Wege zur Öffentlichkeit zu finden. Die webresidency - im Sinne einer digitalen Galerie - soll künstlerische Begegnungen zwischen Frankfurt und Tel Aviv-Yafo ermöglichen.
„2020 ist das 40jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen Frankfurt und Tel Aviv-Yafo. Das Projekt home.frankfurt.telaviv ist ein wichtiger Beitrag dazu.

Denn gerade in der Corona Pandemie ist deutlich geworden, wie prekär die Situation für Künstler*innen und wie bedeutsam Kultur für unsere Gesellschaft ist“, so Frauendezernentin Rosemarie Heilig.

Die Homepage www.home-ffm-tlv.com zeigt die beteiligten Künstler*innen sowie  ihre Projekte zum Thema home. Bis März 2021 können Besucher*innen dabei zuschauen, wie sich die digitale Galerie füllt. In regelmäßigen Abständen werden Arbeiten und künstlerische Prozesse der Beteiligten gezeigt und aktualisiert. Dabei nehmen die Künstler*innen aufeinander Bezug und gestalten gemeinsam ihre webresidency.

„Als Frauenreferat tragen wir zur mehr Sichtbarkeit von und Vernetzung unter
Künstler*innen bei. Denn: Weniger Bezahlung, weniger Ausstellungen, weniger
Anerkennung sind Phänomene, mit denen Künstler*innen weltweit konfrontiert sind. Dem wirken wir mit diesem Projekt entgegen“, ergänzt Gabriele Wenner - Leiterin des städtischen Frauenreferates.
Mit der webresidency soll der digitale Raum genutzt werden, um neue Wege der
künstlerischen Praxis, der Kunstvermittlung und des internationalen Austausches zu
ermöglichen. Ebenso macht es die digitale Galerie in Zeiten geschlossener Kulturbetriebe möglich, sich Kunst in Form von Performance, Audioinstallationen oder Malerei anzuschauen.

Teilnehmer*innen von home.frankfurt.telaviv sind: Elianna Renner, Swoosh Lieu, Bárbara Luci Carvalho, Xinan, Julia Mihály, Anny und Sibel Öztürk (Frankfurt), Idit Herman, Naama Roth, Noga or-yam, Rotem Volk, Vered Nissim, Mayaan Danoch (Tel Aviv-Yafo).

Mehr Infos unter: www.home-ffm-tlv.com, Facebook: home.frankfurt.telaviv oder auf dem Instagram-Kanal des Frauenreferats."

Sonntag, 24. Januar: SIEHT MAN WAS? – EIN STÜCK ÜBER PERIODE!

(Martin)

SIEHT MAN WAS? – EIN STÜCK ÜBER PERIODE!
Theaterperipherie

LIVESTREAM!

Die FAZ schrieb am 20.01. des vergangenen Jahres: "Die vier überaus erfrischenden, spielfreudigen und uneitlen Laiendarstellerinnen nutzen Ironie und Selbstironie großzügig aus. Lassen sich von grotesken Objekten die schöne neue Welt der nachhaltigen Monatshygiene anpreosen, machen sich zart lustig über das Entdecken der Vagina." In Sieht man was? geht es "nicht nur um die >Erdbeerwoche<, sondern um das Frausein und Frauwerden, um Normen und Blicke, die auf einen Körper in Transformation fallen. Da die vier so souverän auf der Bühne agieren, dürfte das Stück für manche - und manchen - ein ungewohnt erhellendes Erlebnis sein." 

Und am Sonntag, 24.01. diesen Jahres gibt es die Möglichkeit das ‚erhellende Erlebnis’ zu Hause zu haben: ‚Sieht man was? – Ein Stück über Periode!’ wird live gestreamt!

Etwa die Hälfte der Erdbevölkerung hat ES. Im Durchschnitt bekommt jedes Mädchen* ES zwischen 11-14 Jahren. ES ist die Grundlage für menschliche Fortpflanzung. Trotzdem ist kaum etwas so tabuisiert, wie.... ja, die MENSTRUATION, die PERIODE, das BLUT aus der Vagina!

„Das Menstruationsblut gilt immer noch als eklig, dreckig, stinkend und unrein. Es ist mit großer Scham behaftet, darüber zu sprechen oder es gar zu zeigen. Wir wollen diesen negativen Vorstellungen etwas entgegensetzen.
Fünf Performer*innen begeben sich gemeinsam auf eine Reise im Stile von Alice im Wunderland. Sie wollen herausfinden, was es mit dieser Menstruation auf sich hat! Ist sie wirklich so schlimm, schmerzhaft und peinlich? Oder ist es nicht total befreiend, lauthals rauszuschreien: Ich habe meine Periode und ich bin f... ing stolz drauf!
Und was haben Ariana Grande, Billie Eilish und Shirin David damit zu tun? Findet es selbst heraus!“

Der Link wird kurz vor Streamingbeginn auf der Startseite der Homepage der Theaterperipherie und auf Facebook und Instagram veröffentlicht.  

Hier geht’s zur Homepage: https://www.theaterperipherie.de

Sonntag, 24.01. um 17.00h
SIEHT MAN WAS? – EIN STÜCK ÜBER PERIODE!
LIVESTREAM der Theaterperipherie
Mit Specials: Interview mit Cast+Crew und nie gezeigten Szenen.

Foto: © theaterperipherie

Sonntag, 24. Januar: Judenhass ist Menschenhass (Gespräch)

(Martin)

Ein Gespräch mit Michael Friedmann und Ferdos Forudastan
Live - Schauspiel Frankfurt - digital

„Eigentlich“ gab es ein Spielzeitmotto im Schauspiel Frankfurt, nämlich sich mit dem wachsenden Rassismus und Antisemitismus in unserer Gesellschaft – und mit dem Ziel, sich dieser Gefahr thematisch und künstlerisch entgegenzustellen, auseinandersetzen zu wollen.

Aber ohne wirkliche ‚Spielzeit‘ – im wahrsten Sinne des Wortes - bleibt auch dieses Motto irgendwie auf der Strecke…

Aktuell nicht ganz, denn unter der Überschrift ‚Judenhass ist Menschenhass‘ spricht am Sonntag Michael Friedmann mit Ferdos Forudastan.

Die Würde des Menschen als Grundlage der Menschenrechte muss universell für alle Menschen gelten, oder sie gilt für niemanden. Was bedeutet das für unseren Blick auf Judenhass und andere Formen der Ausgrenzung? Sollen wir uns mit den Opfern solidarisieren, oder müssen wir zunächst begreifen, dass jeder Übergriff uns alle betrifft? Der Publizist, Politiker und Autor Michel Friedman sagt: »Den Schlusspunkt der Gewalt zu verurteilen ist oft gut gemeint, aber dennoch wohlfeil. Es geht um die Anfangspunkte!« Im Gespräch mit der Journalistin Ferdos Forudastan bezieht Friedman zu diesen Grundsatzfragen Stellung.“

Ferdos Forudastan hat als Hauptstadtkorrespondentin der taz und der Frankfurter Rundschau, später als Moderatorin und Autorin für WDR und Deutschlandfunk gearbeitet. Sie war Sprecherin von Bundespräsident Joachim Gauck und anschließend Leiterin des Ressorts Innenpolitik der Süddeutschen Zeitung. Seit April 2020 ist sie Geschäftsführerin der CIVIS Medienstiftung.

Hier geht’s zum Live-Stream: https://www.schauspielfrankfurt.de/spielplan/sf-digital/

Judenhass ist Menschenhass.
Michael Friedmann im Gespräch mit Ferdos Forudastan

am 24. Januar um 20.00h.

Das Gespräch wird per Videostream live aus dem Schauspielhaus übertragen. Der Mitschnitt ist im Nachgang noch für eine Woche online abrufbar.  

Montag, 25. Januar: 9pm Artist Talk mit Gregor Praml

(Uwe)

Gregor Praml spricht am 25. Januar ab 21 Uhr über Instagramm Live wieder mit einer Künstlerin. Hierzu schrieb er:

Tigisti (DE) Singer-Songwriter. Born in Frankfurt, Germany, Tigisti is a Singer-Songwriter whose sound is defined by her soulful voice and honest lyrics.Her love for music started at a young age, sparked by an old Stevie Wonder CD found in her childhood home. Though it wasn’t until years later that she started picking up the guitar and writing her own songs. More years would pass until she found the courage to carry her songs out into the world. Throughout the years she found inspiration in the music by the likes of Bon Iver, Bob Dylan and The Staves.


www.instagram.com/tigi_gh
www.instagram.com/9pm.gregorpraml
www.instagram.com/sugarmamasessions

Montag, 25. Januar „Wer bin ich?“ – Herkunft und Identität in der Vielfaltgesellschaft

(Martin)

Für mich war es eines der besten Bücher des vergangenen Jahres: Deniz Ohde: ‚Streulicht‘. Und jetzt gibt es eine Gelegenheit, die Autorin ‚live‘ zu erleben.

Nicht umsonst kam der Roman auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises. Streulicht ist ein Bildung- und Entwicklungsroman, die Handlung spielt in Frankfurt-Höchst und stellt (autobiographisch) fesselnd aktuelle Bildungsbenachteiligung und gesellschaftliche Ausgrenzung literarisch dar.

Die FAZ schrieb: Mit „Streulicht“, auf der diesjährigen Longlist zum Deutschen Buchpreis zu finden, hat Deniz Ohde einen Roman der Unausweichlichkeit geschrieben. Selbst die besten Freunde der Erzählerin, Sophia und Pikka, mit ihren privilegierten Lebenswegen, schaffen es nicht aus dem Ort heraus. Sie kommen nicht einmal bis zum Bedürfnis zu gehen. Es ist ein bestürzender Bildungsroman, der, fein erzählt und unauffällig kunstvoll geknüpft, bis in kleinste Bewegungen sichtbar macht, wie Ausgrenzung und Abwertung funktionieren. Wie sich aus Hoffnungslosigkeit zu Hause und fortwährender Entmutigung draußen unerbittlich eine Falle formt.“

Die Schader Stiftung veranstaltet Literarische Abende zum Thema ‚“Wer bin ich?‘“ – Herkunft und Identität in der Vielfaltgesellschaft‘ und ermöglicht, digital dabei sein zu können.

„Literatur ist eine Form der Auseinandersetzung mit Ausgrenzungserfahrungen, rassistischer Gewalt und deren – auch tödlichen – Auswirkungen. Das spiegelt sich in jüngster Zeit in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Autor*innen mit tatsächlicher Migrationsgeschichte oder solche, die als fremd markiert werden, verarbeiten ihre Sicht auf die gesellschaftlichen Verhältnisse in Deutschland literarisch, beschreiben mal aus der Distanz, mal aus der Innensicht. Herkunft, Heimat, Identität und Zugehörigkeit: Die Autor*innen beschäftigen sich in unterschiedlichen Textformen mit den Themen, die in der Vielfaltsgesellschaft relevant sind und kontrovers diskutiert werden.“

Moderiert wird der Abend im Schader-Forum von Canan Topçu, Dozentin im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der TU Darmstadt.

Achtung: frühzeitige Anmeldung erforderlich: https://www.schader-stiftung.de/veranstaltungen/aktuell/artikel/wer-bin-ich-herkunft-und-identitaet-in-der-vielfaltgesellschaft

Deniz Ohde – Streulicht
‚Wer bin ich?‘ – Herkunft und Identität in der Vielfaltgesellschaft
Literarischer Abend der Schader-Stiftung am Montag, 25. Januar um 18.30h.

Foto: (c) Suhrkamp-Verlag

Montag, 25. Januar (Online-Premiere) Dienstag, 26. – Samstag, 30. Januar Das Theater – Nach dem Ende der Versammlung III

(Martin)

andpartnersincrime
Film

 „2020 und gähnende Leere in Theatern, Konzertsälen und selbst der Römer ist weitgehend verlassen. Ein hartnäckiges Restpublikum vermeidet Nähe, doch meist wird pflichtbewusst gestreamt.

Was wäre, wenn Theater und Politik plötzlich an Orten stattfände, wo zusammen gekocht, probiert, diskutiert und neue gesellschaftliche Organisationsformen erprobt werden? Was, wenn die Küchen und Kantinen der Stadt jenseits repräsentativer Öffentlichkeit neue Möglichkeiten für Theater schüfen?  Der Film „Das Theater. Nach dem Ende der Versammlung III“ ist Teil des Langzeitprojekts „Nach dem Ende der Versammlung“, in dem sich die Performancegruppe andpartnersincrime mit neuen Formen der Versammlung auseinandersetzt.“

Hier gibt’s Tickets: https://www.mousonturm.de/events/das-theater-nach-dem-ende-der-versammlung-iii/

Das Theater - Nach dem Ende der Versammlung III - Mousonturm-Koproduktion
25.1., 20 Uhr,
Montag, 25. Januar
„Wer bin ich?“ –
Online-Premiere;  26. - 30.1., ganztägig.
Solidarisches Preissystem.

Foto: © Julia Novacek

Montag, 25. Januar: Auschwitz and the Challenges of Historical and Civic Education

(Andrea)

"Anlässlich des Internationalen Tags des Gedenkens an die Opfer des Holocaust, welcher an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 76 Jahren erinnert, sprechen wir über die mit diesem Thema verbundenen Herausforderungen für den Geschichtsunterricht und die historisch-politische Bildung. Wie kann man die junge Generation am besten erreichen? Auf der Suche nach Antworten analysieren wir die gängigen Bildungskonzepte und -Strategien führender Gedenk- und Bildungsstätte. Auch die Rolle materieller sowie immaterieller Zeitzeugnisse und wie man sie am besten bewahren und interpretieren kann, soll dabei erörtert werden. ' Doch die oben angesprochenen Herausforderungen reichen noch tiefer: Wie könnte man den Dialog zwischen verschiedenen Erinnerungskulturen in einer globalisierten Welt unterstützen? Sollten Nationalität und Herkunft der Opfer des Holocausts thematisiert werden? Über diese und andere wichtige Fragen diskutieren wir mit Piotr Cywiński (Gedenkstätte und Museum Auschwitz-Birkenau), Deborah Hartmann (Haus der Wannsee-Konferenz), Michaela Küchler (International Holocaust Remembrance Alliance) und Hanna Radziejowska (Pilecki-Institut). Die Diskussion wird moderiert von Mateusz Fałkowski (Pilecki-Institut).Anmeldung: https://zoom.us/webinar/register/WN_TKKLVK8jSk2oxq9P8rja

Dienstag, 26. Januar: Premieren-Lesung

(Petra)


Eine tolle Premiere: Wer sich sein Streaming-Ticket noch nicht gesichert hat, hat jetzt die Chance, eins von zwei in unserer Verlosung zu gewinnen. Jan Seghers muss ich nicht vorstellen – nicht nur, weil er als Matthias Altenburg in Frankfurt lebt. Seine Bücher lese selbst ich freiwillig, obwohl ich nicht sonderlich auf Krimis stehe, und die Marthaler-Filme kennen zweifellos ganz viele von Euch. Jetzt veröffentlicht er ein neues Buch – und dank des unverdrossen emsigen Literaturhauses Frankfurt könnt ihr heute online an der Premierenlesung teilnehmen. Der Autor list erstmals aus „Der Solist“, dem am Tag dieser Veranstaltung erscheinenden Auftaktband seiner neuen Reihe um den eigensinnigen Frankfurter Ermittler Neuhaus. Dieser stößt zur neu gegründeten Berliner „Sondereinheit Terrorabwehr“, die in einer Baracke auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof residiert. Neuhaus ist ein erfahrener Ermittler, doch die Berliner Kollegen begegnen ihm mit Skepsis. Nur die junge Deutschtürkin Suna-Marie kooperiert mit ihm. Da erschüttert eine Serie von Morden die Hauptstadt. Das erste Opfer: ein jüdischer Aktivist, das zweite eine muslimische Anwältin, weitere folgen. Was verbindet die Fälle? Neuhaus, der Solist, macht sich auf die Suche. In dem Moloch Berlin, zwischen Vergangenheit und Gegenwart, kämpft er allein. Fast allein. Und sind es nicht solche analogen und digitalen Kultursplitter, die unseren Alltag gerade irgendwie erträglich machen?

Foto: Jan Seghers©Gaby Gerster

Jan Seghers: Der Solist, Premierenlesung im Digitalen Literaturhaus Frankfurt am Main, Moderation: Alf Mentzer (Hessischer Rundfunk), Livestream, Uhrzeit: 19:30 Uhr, Streamingticket: 5 Euro hier, (beim Kauf eines Streaming-Tickets erhalten Ihr den Log-In-Link sowie den Zugangscode, mit dem Ihr der Live-Veranstaltung zu Hause am Bildschirm folgen könnt und die Veranstaltung bis 70 Stunden nach Veranstaltungsbeginn nachsehen könnt. Der Zugangscode ist für eine dreimalige Nutzung gültig. Der Ticketkauf ist bis 60 Minuten vor Veranstaltungsbeginn möglich.)

Dienstag, 26. Januar Unter Stunden – Über Flüche (Lesung)

(Martin)

Livestream aus der Romanfabrik

„Ein Bedürfnis: Der Zeit irgendwie hinterherkommen. Eine Frage: Welche Sprache hat die Erinnerung? Der tägliche Spaziergang ins Gedächtnis, und draußen zappeln die Pappeln, ein Ameisennest, wimmelnd ringsumher aus den Kaufhäusern … Eine poetische, philosophische Reise. Doch sie anerkennt kein Ziel. Sie verliert sich in Zeit – vielleicht aus einer Art Irrglauben heraus, einem Misstrauen, ob Welt nicht ganz anders sei. Tausendmal gesagte Sachen wieder von vorn, ja doch, Gewalt ist ohne Ausdruck. Eine Sekunde läßt sich nicht vernünftig denken. 

Der Frankfurter Autor Robert Stripling liest aus den Manuskripten der seit bald 10 Jahren gewachsenen Bücher Unter Stunden Album I und Über Flüche Album II. Beide erscheinen 2021 bei kookbooks.“

Übertragung auf dem Corona-Kanal der Romanfabrik: https://youtu.be/gQcA8wr1WVQ

Dienstag, 26. Januar um 20.00h
Unter Stunden – Über Flüche
Lesung als Livestream aus der Romanfabrik


Foto: © Homepage Romanfabrik

24/7: Fenstergucker-Kunst

(Petra)

Auch das Montez gehört zu denen, die so großartig aktiv sind, sichtbar bleiben - auch und trotz der Corona-Pandemie. Es wärmt mein Herz, wenn ich an diesem schönen Ort vorbeispaziere (natürlich noch viel mehr, wenn das Wetter weniger trübe ist). Nachdem im Dezember das gigantische und täglich weiter wuchernde Kollektiv-Wandgemälde „Ein ganz normaler Herbst, nur anders…“ durchs Fenster zu bestaunen war, etabliert die Kunstfamilie nun mit Stefan Stichler weiter das Format der Fenstergalerie. Der Frankfurter Künstler ist ja kein Unbekannter – zumal nicht in seiner Heimatstadt – und war in den letzten Jahren mit seinen Arbeiten vor allem zwischen Frankfurt und Offenbach regelmäßig zu sehen. Geprägt vom Skateboarding, der Musik und Literatur, der Straße: Wo könnte er besser hinpassen als an diesen urbanen Ort mit Blick auf den Hafenpark, den Main und die Stadt? Seine sehr persönlichen, expressionistischen Werke sind immer wieder mindestens einen voyeuristischen Blick wert.

Wege – von Stefan Stichler, KA EINS Kunstatelier, Kunstverein Familie Montez, Unter der Honsellbrücke, 0 - 24 Uhr, noch bis 31.01., Infos hier

24/7: Kunst kaufen

(Petra)

Ja: die Zeiten bleiben hart, aber die Kunst umso wichtiger und schöner. Spenden für die Kulturzeiter*innen sind natürlich immer wieder eine gute Idee - denn klar ist, dass die fortgesetzte Pandemie unsere Solidarität und Hilfe an ganz vielen Stellen braucht! Wer lokale Künstler*innen und Kreative in der Corona-Pandemie unterstützen UND ein Kunstwerk für zu Hause ergattern mag, hat jetzt die Wahl zwischen 12 neuen Arbeiten aus den Ateliers des ATELIERFRANKFURT. Hier entsteht in rund 140 Ateliers sehr viel Tolles, Originelles, Unerwartetes von Malerei und Design bis hin zu Fotografie und Skulptur. Für kleines und nicht ganz so kleines Geld könnt Ihr einige davon jetzt kaufen – je nach Portemonnaie. Dabei vermittelt das ATELIERFRANKFURT ausschließlich zwischen Käufer*innen und Verkäufer*innen, so dass der Erlös zu 100 Prozent an die Künstler*innen und Kreativen geht.

SUPPORT YOUR LOCAL ARTIST in Zeiten des Lockdowns! ATELIERFRANKFURT, zum Shop geht's hierhttps://www.atelierfrankfurt.de/af-shop/, Preise exklusive Versand, Selbstabholung nach vorheriger Absprache möglich

VORSCHAU
Freitag, 29. Januar: Das Fieber (digitales Hörspiel)

(Martin)

Ein digitales Hörspiel aus dem Schauspiel Frankfurt!

2009 wurde ‚Das Fieber‘ von Wallace Shawn im Theater Landungsbrücken als Monolog aufgeführt. Judith von Sternburg schrieb zu dem Stück anlässlich der Premiere in der FR:

‚"Das Fieber", ein Monolog des Autors und Schauspielers Wallace Shawn von 1990, bringt trotz des in der Tat fiebrigen Tonfalls ein paar Dinge auf den Punkt. Dass der Reichtum in der Welt (unserer zum Beispiel) aufbaut auf der entsprechenden Armut (in anderen Ländern zum Beispiel). Dass wir gerne gute Bücher lesen, ins Theater gehen, Freundschaften pflegen, während anderswo Menschen gefoltert werden, hingerichtet werden, verhungern. Denn diese Suada handelt nicht von jenen, die es nicht besser wissen, nicht von gleichgültigen Spießbürgern, oberflächlichen Kapitalisten oder skrupellosen Profiteuren. Er handelt von Menschen, die sich für Politik und Kultur interessieren und sich nachdenklich nennen würden. Er handelt von uns. Unsere Eltern, erklärt der Mann, der schlaflos im Ausland in einem Hotelzimmer hängt, haben uns zwar Anstand und moralische Werte beigebracht. Die Armen sind dadurch aber keinen Deut reicher geworden. Über so etwas wird selten gesprochen. Es versteht sich von selbst und ist beunruhigend. Man kann damit leben.“

Das Schauspiel Frankfurt bringt jetzt jenen Text als Hörspiel in der Regie von Martin Brüggemann zur digitalen Premiere.

„»Ich wache plötzlich auf, in einem fremden Hotelzimmer, ich bin auf Reisen, ich zittere wie im Schüttelfrost. - Warum? Da ist irgendwas - irgendwas ist passiert.« Gefangen in fiebrigen Albträumen sieht sich der Protagonist in Wallace Shawns Stück »Das Fieber« mit den Konsequenzen der eigenen Lebensweise konfrontiert. In der Diskrepanz zwischen Wissen und Handeln spiegelt sich zugleich die immer weiter aufklaffende Schere zwischen den Lebensbedingungen von Arm und Reich. Regisseur Martin Brüggemann setzt diesen spannungsvollen Theatertext als Hörspiel in Szene, der online zu erleben ist.“

Es spielen/sprechen u.a.: Torsten Flassig, Nils Kreutinger, Anna Kubin und Melanie Straub.

Zum Link geht’s hier: https://www.schauspielfrankfurt.de/spielplan/sf-digital/

Das Fieber – Wallace Shawn.
Hörspiel aus dem Schauspiel Frankfurt am Freitag, 29.01.20 um 20.00h.


Foto: © Schauspiel Frankfurt

Samstag, 06. Februar Junge Deutsche Philharmonie (Musik) Wolfram Koch (Lesung) TONADAS!

(Martin)

Livestream

Die Junge Deutsche Philharmonie ist im wahrsten Sinne des Wortes ein ZUKUNFTSORCHESTER: nämlich die Bestenauslese der Studierenden an deutschsprachigen Musikhochschulen im Alter von 18 – 28 Jahren!

Gemeinsam wird dort ‚gebrannt‘ für Instrumente, Musik und das Konzertieren.

TONADAS – das ist der kammermusikalische Schwerpunkt und TONADAS bietet die Möglichkeit, jetzt live (okay, das heißt in diesen Zeiten live-gestreamt) dabei sein zu können.

Werke lateinamerikanischer Komponisten stehen im Mittelpunkt des kammermusikalischen Programms TONADAS. Dabei treffen traditionelle Volksklänge der Indios aus Peru, aufgezeichnet im 18. Jahrhundert vom musikkundigen Geistlichen Baltasar Jaime Martínez Compañón, auf bekanntere Werke des 20. Jahrhunderts von Astor Piazzolla und Heitor Villa-Lobos. Die musikalische Reise endet in der Gegenwart mit Daniel Cuetos erst 2018 komponiertem Werk Las Antaras de Celso für Solo-Kontrabass.

Am Samstag liest der Schauspieler Wolfram Koch (bekannt als Richard III, Jedermann und Kommissar Brix) Ausschnitte aus dem Handorakel des Jesuiten Baltasar de Gracián y Morales (1601-1658), einen Romanauszug aus Die tiefen Flüsse von José María Arguedas (1911-1969) und Tango-Gedichte von Jorge Luis Borges (Für die sechs Saiten).“

Live gestreamt werden Konzert und Lesung aus der Romanfabrik.

Hier der detaillierte Programmablauf, Infos zu den Künstler*innen und der Link zum Stream: www.romanfabrik.de

Samstag, 06.02. um 20.00h
Junge Deutsche Philharmonie und Wolfram Koch
TONADAS! Konzert und Lesung im Livestream aus der Romanfabrik.

Foto: © Homepage Junge Deutsche Philharmonie

work in progress: Quarantäne-Kunst

(Petra)

Von dem Künstler Sandip Shah und seiner Bewohnten Kunstinstallation (b.k.i.) in Sachsenhausen habe ich Euch schon häufiger erzählt – und so einige sehr schöne Abende dort verbracht. In den letzten Monaten nicht mehr, klar…Er hat die Zeit für sich und seine Kunst – und einen Umbau in der b.k.i. genutzt: zwischen dem vorderen Ausstellungsraum und dem dahinterliegenden Zimmer ist nun eine Plexiglastür eingebaut, ein automatischer Türdrücker sowie Mikros und Lautsprecher sind installiert.  In diesem Safe House – wie er es nennt –  hat er dann die Tür für einzelne Menschen nach Terminvereinbarung geöffnet. Ich habe mich kurz vor Weihnachten durchs Plexiglas mit ihm unterhalten (die Maske ist natürlich nur für die Pose), und es hat sich fast ein wenig wie früher angefühlt. Denn an den Wänden des sonst blendend weißen Raums haben Künstlerkolleginnen und -kollegen Werke hinterlassen. Sandip fühlt sich offenbar sehr wohl in seinem Safe House, und so setzt er das Projekt bei nicht enden wollendem Lockdown fort: Er vergibt weiterhin Termine für seine individuellen Quarantäne-Gespräche an Künstler*innen und Nicht-Künstler*innen. Außerdem aber soll das Safe House-Schaufenster entstehen, für das ihm Jede*r handschriftliche Texte (DIN A4) schicken kann: Gedanken, Texte, Gedichte, Erlebnisse rund um das Thema Coronazeit.

Safe House / Safe House Schaufenster, handschriftliche Texte (DIN A4, kein Name, nur auf der Rückseite eine E-Mail-Adresse!) per Post an: Sandip Shah, b.k.i., Seehofstraße 8a, 60594 Frankfurt am Main, Terminvereinbarung: b.k.i.@web.de (das Textblatt könntet Ihr dann natürlich auch mitbringen)  


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