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| 14.05.2021 |
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| Inhalt: Glücklich, aber / FREUND*IN WERDEN. SO GEHT'S: / SUCHE / BIETE / G E R O L L T E S über Fußball ohne Fans / Freitag, 21. Mai: OPER TO GO TRAVEL TIPS / Freitag, 21. bis Sonntag, 23. Mai: Pretty Woman / That’s not my name / Freitag, 21. Mai – Montag 24. Mai: Rundbogen gegen Schlaflosigkeit / Samstag, 22. Mai: Graf Öderland / Samstag, 22. Mai: Of/ Schlemmen im Filmklubb / GEHÖRTES: Puddle City Racing Lights und Epcot Starfields / Montag, 24. Mai: SCORES THAT SHAPED OUR FRIENDSHIP / Montag, 24. Mai: Retrogott & Nepumuk (D / Rap, HipHop) / Top 5: Brettschneider vs. Schwöbel: Sportfilme / Dienstag, 25. Mai: WHO THE F*** ARE YOU … mich zu fragen, woher ich WIRKLICH komme? / Donnerstag, 27. Mai: Ein Versuch einer Sprache der Ausnahme / Donnerstag, 27. Mai: Online/ “… und jetzt das Wetter" / Samstag, 29. Mai: Die Schule der Frauen / Samstag, 29. Mai: Kunst im öffentlichen Raum / Noch bis 5. Juli: Raus aus dem Swimmingpool, rein in mein Haifischbecken / VORSCHAU / Samstag, 29. Mai: Automatenbüfett / Sonntag 30. Mai: „Frankfurts Eintracht“ – Im Herzen vom Riederwald / Montag, 31. Mai: Finissage der Ausstellung „Der Weg der Sinti und Roma“ / Dienstag, 01. Juni: Beste Sachliteratur / Dienstag, 01. Juni: Vernissage / 2. JUNI – 13. JUNI: Heine. ICH REDE VON DER CHOLERA / Impressum |
Glücklich, aber

auch ziemlich müde... Und ein klein wenig stolz bin ich auch, denn heute wurde der neue Koaltionsvertrag vorgelegt. 224 Seiten hat das Ding....
Gemeinsam mit zwei Fraktionskolleginnen habe ich die letzten Wochen für die Kultur mitverhandelt und ich finde das Ergebnis toll!
Mein Liebslingssatz aus dem Kulturteil ist: "Wir begreifen die Kulturförderung als Pflichtaufgabe der Kommune und setzen uns dafür ein, dass sie auch so behandelt wird. Die Freiheit von Kunst und Kultur steht nicht nur in unserer Verfassung, sondern sie muss auch praktisch gelebt und unterstützt werden. Das gilt auch für die Sicherstellung der ökonomischen Möglichkeiten der Kunst und Kulturschaffenden."
Und ganz konkret haben wir, obwohl die Haushaltslage angespannt ist, u.A. eine Erhöhung von 500.000,- € per anno (ab 2022) für die freie Kulturszene durchbekommen und auch das Kinder- und Jugendtheater im Zoo Gesellschaftshaus wird kommen!
Natürlich stehen noch viel viel mehr tolle Sachen im Kulturteil - und nicht nur dort. Weil ich aber nicht alles zitieren kann, kommt hier nur noch ein Satz, der mir persönlich sehr wichtig war: ...."Zusätzlich unterstützen wir die Entwicklung eines Produktionshauses für die Freie Szene unter Einbindung von studio naxos und Theater Willy Praml am Standort der historischen Naxoshalle.." Wer das Dokument lesen möchte kann mir gerne eine Email senden.
Heute gibt es aber schonmal eine ausführliche Ausgabe der Ausgeh- bzw. Daheimbleibtipps für Euch. Meine Co-Autorinnen Petra, Uwe, Martin und Andrea haben wieder viele Tipps zusammengestellt. Da ich mich ja mit digitalen Events immer noch nicht anfreunden kann, habe ich für Euch nur einen Tipp, dafür aber einen echten und ich habe mir dafür vorhin schon zwei ECHTE TICKETS gekauft: "Frankfurts Eintracht - Im Herzen vom Riederwald" heißt die Veranstaltung. Es ist eine Lesung & Talk im Riederwaldstadion mit den Eintracht-Legenden Andy Möller und Dragoslav Stepanovic. Das Ganze ist am 30.5. es gibt wohl noch Tickets. Mehr dazu unten.
Jetzt muss ich los... der Champagner wartet.
Lebt wild und bleibt gesund!
Daniela
P.S. Das Foto entstand gestern abend in der Stadtverordnetenversammlung. Ich bin nämlich nicht nur Stadtverordnete, sondern durch ein kleines "Missgeschick" (meinerseits) als Schriftführerin ins Präsidium gewählt worden.
Zur besseren Lesbarkeit empfehle ich die Ausgehtipps hier zu lesen.
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FREUND*IN WERDEN. SO GEHT'S:
Wir schreiben die Ausgehtipps schon seit 14 Jahren... ohne lästige Werbung, total subjektiv. Wenn Du die Ausgehtipps magst und uns unterstützen möchtest, dann freuen wir uns über Deine Unterstützung. (Von dem Geld zahlen wir die Servergebühren und gehen einmal im Jahr zu viert zusammen essen :-))
Bitte überweise Deinen Solibetrag gerne auf folgendes Konto: IBAN: DE83 4306 0967 6045 5154 00. Wer eine Rechnung benötigt, schicke bitte eine Mail an: ausgehtipps(at)cappelluti.net
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SUCHE / BIETE
In eigener Sache: - Wer von Euch hat eine Empfehlung für eine super schöne Unterkunft in den Bergen? Sehr gerne in Südtirol.
- Wer von Euch arbeitet in einer Unternehmensberatung? Ich kenne da einen jungen Mann, der sich gerne mal mit jemanden darüber unterhalten würde.
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G E R O L L T E S über Fußball ohne Fans

(Uwe)
Wer kann sich noch an Fußballübertragungen aus deutschen Stadien erinnern, bei denen Fans anwesend waren? Statt Fangesängen hört man über die Außenmikrofone im Stadion Kommentare, Gespräche, Gemecker, Aufmunterung und Anweisungen. Von Spielern, von Trainern und manchmal sogar von Schiedsrichtern. Das alles wird ansonsten mit Schallallalla-Gesängen von Fans oder intensiven Pfeifkonzerten überdeckt. Weil man die Beteiligten nun gut hören kann, wurde es Gott sei Dank überflüssig, dass sich die Leute auf und neben dem Spielfeld die Hände vor den Mund halten, wenn sie etwas sagen, damit kein Lippenleser erkennen kann, was sie dem direkten Gegenüber gerade so Wichtiges vermitteln wollen, was die restliche Welt aber in keinem Fall mitbekommen soll. Die Idee, genau das zu tun, ist so sinnlos wie damals die Nasenpflaster (siehe Google, Suchbegriffe: „Olaf Marschall“ & „Nase“), eine europäische Super League, Vereinsmaskottchen, eine WM in Katar usw.
Jetzt spüren die Profis einmal, wie es ist, wenn man unter Ausschluss der Öffentlichkeit spielt. Einen Zustand, den ich nach über vierzig Jahren im Kreisligafußball zur Genüge kennenlernte. Da bleibt auch nichts verborgen, von dem ein oder anderen versteckten Foul einmal abgesehen. Was sich in der aktuellen Situation in der Bundesliga zeigt, ist dass sich schnell Kreisliganiveau einstellt, wenn ein Stadionsprecher in einem leeren Stadion die Auswechslungen mit dem üblichen Sing-Sang in der Stimme emotional ankündigt, bei einem Tor der Heimmannschaft eine euphorische Tor-Musik eingespielt wird oder über den Gewinnern eines Endspiels bei der Pokalübergabe ein Konfetti-Regen einsetzt. Das macht doch alles nur Sinn, wenn Zuschauer mitfeiern können. Ansonsten wirkt das, wie wenn ein Kreisligaverein über altersschwache Boxen „Hells Bells“ als Einlaufmusik abspielt oder ein „Stadionsprecher“ in einer in die Jahre gekommenen Kreissportanlage beim Vorlesen der Mannschaftsaufstellung den Nachnamen weglässt, damit die Handvoll muffiger Zuschauer diesen lautstark ergänzen sollen.
Eine komplette Saison ohne Zuschauer endet an diesem Wochenende. Nach 34 Spieltagen lügt eine Tabelle nicht (5 Mark ins Phrasenschwein!). Jeder Verein steht zu Recht auf seinem Tabellenplatz, insbesondere Schalke 04. Leider auch die Bayern, die nun zum neunten Mal in Folge Deutscher Meister wurden (gähn). Ihr Mittelstürmer Robert Lewandowski erzielte am vergangenen Wochenende in Freiburg seinen 40. Saisontreffer. Er stellte damit einen Uraltrekord vom Jahrhundertstürmer Gerd Müller ein und wurde direkt nach dem Treffer gefeiert. Mitspieler, Trainer und Betreuer bildeten ein Spalier, durch das er lief. Ich mag ihn nicht und die Bayern auch nicht, aber das hatte er sich durchaus verdient.
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Freitag, 21. Mai: OPER TO GO TRAVEL TIPS
(Martin)
Oper Frankfurt
Tja, dass uns nun schon die Oper Frankfurt Reisetipps gibt – das kann doch nur Hoffnung geben…
„Der Sommer naht und Sie überlegen gerade, wohin Ihre lang ersehnte nächste Reise gehen könnte? Vergessen Sie die üblichen Urlaubskataloge und Reiseblogs.
Lassen Sie sich von unseren OPER TO GO Travel Tips inspirieren.
Die Koffer von Anna Ryberg, Angela Vallone, Gabriel Rollinson und Simon Bailey sind gepackt!
Lassen Sie uns um die Welt reisen mit Arien und Duetten von Mozart, Rossini, Puccini und Kurt Weill u.a.“
OPER TO GO wurde vorab aufgezeichnet und wird am Freitag, 21. Mai, 19.30 Uhr auf der Website der OPER FRANKFURT, auf YouTube und auf Facebook gestreamt.
Zur Website geht’s hier: https://oper-frankfurt.de/de/spielplan/travel-tips-/br-oper-to-go/?id_datum=2919
Freitag, 21. Mai um 19.30h
Foto: (c) Homepage Oper Frankfurt
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Freitag, 21. bis Sonntag, 23. Mai: Pretty Woman / That’s not my name

(Martin)
Anne Mahlow & Nana Melling Diskurs-Audio-Walk Nocturnal Unrest / Mousonturm
Das Genre des ‚Audio-Walk‘ erlebt einen Boom und faszinierend ist, welch thematische Schwerpunkte dafür alles geeignet sind. Insbesondere bei diesem ‚Gang‘ ist zu hoffen, dass nicht nur die Teilnehmer*innen sondern auch im Hinblick auf das Thema etwas ‚in Gang‘ kommt…
‚„Was wäre, wenn ich Dir sage, dass Du alles getan hast, was Du konntest, aber dann kam jemand und hat Dich sabotiert. Er missbrauchte Dein Vertrauen, zapfte Dein Gehirn an […], während Du gar nicht gemerkt hast, was passiert!“ (Aus: Was Frauen wollen, 2000).
Der Diskurs-Video-Walk Pretty Woman / That’s not my name, der sich an der Schnittstelle zwischen feministischem Diskurs, ortspezifischer Performance, Film und Aktivismus bewegt, setzt sich mit den Erzählweisen und Machtmechanismen in Hollywoodfilmen auseinander. In Relation dazu wird das Phänomen des Gaslighting gesetzt, d.h. die psychische Gewalt, mit der Personen gezielt desorientiert, manipuliert und in ihrer Realitätswahrnehmung verunsichert werden. Das (fast gänzlich) männlich dominierte Narrativ und die einseitige Darstellung von Frauen* wird im Walk thematisiert und in einen anderen Kontext gesetzt. Hierfür laden wir Theoretiker:innen, Künstler:innen, Psycholog:innen und Journalist:innen ein, um in Form eines Video-Beitrags ihre Perspektiven zu verdeutlichen. Mit den verschiedenen diskursiven Interventionen der Expert:innen wird der Blickwinkel der Frauen* in den Filmszenen eingenommen und dem männlich dominierten Hollywoodnarrativ eine feministische Position entgegengesetzt. Bei einem Spaziergang im öffentlichen Raum werden diese Gegen-Erzählungen im Rahmen des Diskurs-Video-Walks sicht- und hörbar. Es werden dabei Orte und Initiativen in Bornheim aufgesucht und vorgestellt, die im Zusammenhang mit sexualisierter Gewalt gegen Frauen* sowie feministischem Empowerment stehen. Mit einem Diskurs-Video-Walk, zwischen Flâneuserie und Demonstration, eignen wir uns den öffentlichen Raum (wieder) an – ohne Gaslight – aber im Lichte von Filmen und Stimmen, die die Perspektiven von Frauen* sichtbar machen.‘
Hier gibt’s mehr Infos zur Veranstaltung: https://nocturnal-unrest.de/veranstaltung/pretty-women und hier zum Festival Nocturnal Unrest: https://nocturnal-unrest.de/programm/
Der Diskurs-Video-Walk kann nach derzeitigen Corona-Schutzmaßnahmen entweder alleine oder mit dem eigenen Hausstand und/oder einer weiteren Kontaktperson begangen werden.
Der Walk führt euch durch Bornheim, Frankfurt am Main. Benötigt wird für den Walk ein Tablet, das gegen einen Pfand (Lichtbildausweis) an der ersten Station für den Walk ausgehliehen werden kann. Mit der Anmeldung gibt’s die Möglichkeit, sich einem Zeitslot zwischen Samstag, den 22.5. und Montag, den 24.5. zuzuteilen; dann steht auch das Tablet zur Verfügung.
Der Eintritt ist frei. Über diesen Link kommt man zur Anmeldung: https://www.eventbrite.de/e/pretty-woman-thats-not-my-name-nana-melling-anne-mahlow-tickets-151996133527?aff=ebdssbonlinesearch
Foto: © Mahlow/Melling
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Freitag, 21. Mai – Montag 24. Mai: Rundbogen gegen Schlaflosigkeit

(Martin)
Audio-WalkNocturnal Unrest / Mousonturm
Ein weiterer Audio-Walk zu einem Thema, das Viele gerade feddisch macht…
„Ausgehend von unseren eigenen Erfahrungen der Schlaflosigkeit, wollen wir mit dem Publikum durch Bornheim laufen. Wir konnten nicht mehr schlafen. Nicht schlafen können bedeutet, dass der Alltag zerfällt, dass der Körper taub wird, dass der Kopf sich nichts mehr merken kann, dass die Identität zerfällt, dass ich Angst habe vor dem Schlafen, dass ich Angst habe vor der Nacht. Irgendwann sind wir losgelaufen: losgelaufen, damit der Kopf aufhört sich zu drehen, weggelaufen von den Partner:innen, neben denen wir nicht mehr schlafen konnten, hin gelaufen zu den Partner:innen, wo wir glaubten schlafen zu können, weitergelaufen damit der Körper müde wird. Schlaflosigkeit hat unterschiedliche Formen, produziert verschiedene Gefühle und trifft unterschiedliche Körper, sie kann beängstigend oder lähmend sein, aber auch inspirierend. Was ihr gleich ist; sie ist der Zustand von Einzelnen und lässt sich schwer kollektivieren oder teilen. Wen rufst du um 4 Uhr morgens an? Ausgehend von dieser Diagnose fragen wir uns: Ist Schlaflosigkeit ein vergeschlechtlichtes Problem? Welche Erfahrungen von Ausschluss, Norm, Diskriminierung, Verrücktheit erleben wir im Wachzustand, die uns den Schlaf rauben? Kann Schlaflosigkeit emanzipatorisches Potenzial haben, weil es sich einer Produktivitätslogik verweigert? Was hat Schlaflosigkeit mit Sorge zu tun? Welche Strategien gibt es: weitermachen, zerfasern, raven gegen die Schlaflosigkeit? Wer sind die Personen, die von Schlaflosigkeit betroffen sind? Ist Schlaflosigkeit nur ein Thema der Nacht?
Vorbei geht es an der Pizzeria Schlaflos in der Höhenstraße, durch den Günthersburgpark und Bornheim Mitte. Dabei haben wir die Stimme im Kopf, die sich dreht, die denkt, die zu schnell, zu laut und rastlos ist, die aber auch Erfahrungen teilt: Auch andere sitzen nachts am Fenster und rauchen eine Zigarette.“
Hier geht’s zu weiteren Infos und zu den Tickets:
https://nocturnal-unrest.de/veranstaltung/rundbogen-gegen-schlaflosigkeit
Am Sonntag, 23. Mai gibt es ein Publikumsgespräch mit dem Team von Rundbogen Schlaflosigkeit geben. Anmeldung hier: https://www.eventbrite.de/e/publikumsgesprach-zu-rundbogen-gegen-schlaflosigkeit-tickets-153137525461?aff=ebdssbonlinesearch
Foto: © k.A.
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Samstag, 22. Mai: Graf Öderland

(Martin)
Eine Moritat in zwölf Bildern von Max Frisch Theater Basel/Residenztheater München Erstausstrahlung der 3sat-Aufzeichnung im TV
Das Theatertreffen macht‘s möglich. Für diese Inszenierung hatte ich Karten und auch das Zugticket war schon gebucht. Dann machten die Theater wegen der Pandemie dicht…
Ein Bankangestellter erschlägt einen Hausmeister: ohne Grund, ohne Motiv, einfach so. Der Mörder und dessen „sinnlose“ Tat werfen den Staatsanwalt, der die Anklage führen soll, völlig aus der Bahn. Hals über Kopf verlässt dieser sein geordnetes Dasein und initiiert als Mörder mit der Axt in der Hand eine blutige Bewegung gegen den gesellschaftspolitischen Status quo. Regisseur Stefan Bachmann nimmt den Untertitel „Moritat“ beim Wort. Dank der facettenreichen Live-Musik, einem spielwütigen Ensemble und einer kongenialen Raumsetzung von Olaf Altmann entsteht ein albtraumhafter Sog, der die Geschichte von „Graf Öderland mit der Axt in der Hand“ als zeitlos begreift und doch unzählige hochaktuelle Assoziationen provoziert.
Anlässlich der Premiere in Basel schrieb nachtkritik.de:
„Überhaupt glänzt das Ensemble mit einer präzisen und lustvollen Leistung, beispielsweise wenn die versammelte Polit-Elite (vor dem Umsturz im Regierungsgebäude) den Text singend skandiert. Ein toller Regie-Einfall, der vor Tempoverlust und einem Absturz auf eine unpassende Bedeutungsebene rettet – und den man auch als Parodie auf Ulrich RaschesInszenierungsstil sehen könnte.
Bachmann kann es sich leisten, die Aufführung zerbröseln zu lassen: Man hört einfach auf und Licht an, Endes des wüsten Traums, der Umsturz ist abgesagt. Die Aussage des Staatsanwalts "Man hat mich geträumt" ist nur folgerichtig in Bachmanns Inszenierung. Keine war so inspiriert und gekonnt in der bislang nicht ganz glücklichen Basler Saison. Und sicher hat keine so viel Spass gemacht.“
"Das alles ist grosses Theater, gross in seiner Wirkung und gross im Verzicht auf jedwede Mittel, die nicht der Mensch und sein Körper sind". (Neue Zürcher Zeitung).
Hier gibt’s das Programmheft: https://www.berlinerfestspiele.de/media/2021/theatertreffen-2021/tt21_downloads/tt21_ap_graf_oederland.pdf
Samstag, 22. Mai um 20.15h
Foto: © Birgit Hupfeld
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Samstag, 22. Mai: Of/ Schlemmen im Filmklubb
(Andrea)
Der Filmklubb ist ein Ort an dem Menschen zusammenkommen um Film, Kunst, Literatur, Musik, sowie Speisen & Getränke zu erleben – kurzum bei Gesprächen Kultur zu genießen & dabei ein neues Stück dieser wunderbaren Welt zu lernen. und...in Krisenzeiten auch Tante Josés Laden. Geöffnet heute ab 11h bei schönem Wetter open End & Draußen. Es gibt frisch geräuchter Forelle (die sind Hammerlecker!!) , Offenbacher Obestbaum Honig, Oliven, Bacalhau, Fischkonserven, Piri Piri, Schokolade, Kakao, Maisbrot, Butterkäse, frisch gebackene Pasteis de Nata, Pasteis Bacalhau, Olivenölchips, den original Filmklubbkaffee, Designtassen ausserdem neue Portweine :) Wein, Sekt & selbstverständlich auch Nics tollen Krimi "Die Stille des Wasseres - von Offenbach nach Portugal" www.stilledeswassers.de Foto: Nicole Werth unterstützt die Offenbacher Impfkampagne und das Bild ist doch wirklich toll.
Filmklubb isenburgring 36 63069 offenbach
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GEHÖRTES: Puddle City Racing Lights und Epcot Starfields

(Uwe)
Bis vor wenigen Jahren las ich regelmäßig den Musik Express, das Rolling Stone Magazin und diverse kostenlose Zeitungen wie das Intro und suchte in den unzähligen Plattenkritiken nach Alben, die meine Musiksammlung aufwerten. Wie es bei der Perlentaucherei so ist, sind viele Tauchgänge vergeblich, immer mal wieder findet man was Gutes, eher selten findet man einen Schatz. In der Musik sind das Platten, die ein liebenswerter Begleiter werden. Mit Liedern, die einen beschwingen und bewegen, auch dann, wenn man in einer vollbesetzten U Bahn steht. Matthew Thomas Dillon gelingt dies mit seinem Projekt Windmill, mit dem er schon einige Platten veröffentlichte. Die ersten beiden, Puddle City Racing Lights und Epcot Starfields sind großrtig. Ich liebe die Lieder sehr. Beinahe hätte ich die Band im Hafen 2 in Offenbach sehen können. Aber die Tour durch Deutschland fiel leider aus. Sicher verkauften sich nicht genügend Karten, was bei der Größe der Musik eine Schande ist.
Vor einigen Jahren feierten der Musik Express die zweite Platte Epcot Starfields. Wahrscheinlich hätten sie das nicht getan, wenn Windmills Album nicht bei Herbert Grönemeyers Label Grönland erschienen wäre. Da haben Grönemeyers Mitarbeiter sicher einen Deal mit der Zeitung gemacht: Ihr schreibt eine wohlwollende Kritik über die Platte von Windmill und bekommt im Gegenzug ein exklusives Interview oder eine Homestory mit dem Herbert. Denn die etwas schräge Band Windmill und deren Lieder mit der außergewöhnlichen Stimme von Dillon erschließen sich nicht unbedingt beim ersten Durchgang. Die Qualität hört man gleich, aber man verliebt sich nicht direkt in die kleinen Pianostücke oder etwas schnelleren Nummern. Ich empfehle folgenden Einstieg in die Windmill-Welt: Shuttle - Big Boom - Plimsoll Gravity - Imax Raceway - Plastic Pre-Flight - ....
Zufällig sind diese und andere Lieder hinter diesem Link zu finden: Windmill - playlist by Schwoebke | Spotify
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Montag, 24. Mai: SCORES THAT SHAPED OUR FRIENDSHIP

(Martin)
Ein Projekt von und mit Lucy Wilke und Pawel Dudús mit Musik von Kim Twiddle Berliner Theatertreffen 2021
Nicht nur zum Theatertreffen 2021 wurde diese Produktion eingeladen, auch mit dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST in der Kategorie Darsteller/Darstellerin Tanz wurde SCORES THAT SHAPED OUR FRIENDSHIP ausgezeichnet!
Die Schauspielerin und Sängerin Lucy Wilke wurde mit spinaler Muskelatrophie geboren. In einem anderen Zusammenhang gäbe es keinen Grund, das zu erwähnen, doch für die Münchner Produktion „SCORES THAT SHAPED OUR FRIENDSHIP“ bildet es den inhaltlichen Ausgangspunkt. Wilke hat gemeinsam mit dem Tänzer Paweł Duduś das intime, utopisch anmutende Porträt einer grenzensprengenden Freundschaft entwickelt. In sieben kurzen Kapiteln erkunden die beiden durch symbiotische Bewegungen und zugewandtes Sprechen ihre Körper und ihre Träume. Dabei überwinden sie spielerisch und ohne moralischen Überlegenheitsgestus gesellschaftliche Normen und Unsicherheiten gegenüber Menschen, die anders zu sein scheinen als die Mehrheit.
Theatertreffen-Juror Georg Kasch zur Inszenierung: Was bedeutet es, sich auf eine Person einzulassen, die vollkommen andere Voraussetzungen mitbringt als man selbst? In „SCORES THAT SHAPED OUR FRIENDSHIP“ vermessen und feiern Lucy Wilke und Paweł Duduś ihre Freundschaft als zärtlichen Pas de deux der Berührungen.
In einer Matratzenlandschaft begegnen sie sich mit neugierig tastenden Gesten und wertfreien Beschreibungen und loten von dort aus ein Spannungsfeld von Widersprüchen aus. In sieben kurzen Kapiteln entlarven sie gesellschaftliche Norm-Konstruktionen und arbeiten zugleich an ihrer eigenen körperlichen Entgrenzung zu Kim Ramona Ranalters Soundtrack zwischen Meditation und Club.
Die Auseinandersetzung mit Zuschreibungen spielt eine große Rolle in dieser Arbeit. Wilke wurde mit spinaler Muskelatrophie geboren, ihr Körper wird oft als Behinderung gelesen. Duduś ist ein queerer Tänzer, dessen schillernder Nagellack bröckelt. Gemeinsam setzen sie sich den öffentlichen Blicken aus und diesem Publikums-Voyeurismus eine unbedingte Intimität entgegen. Spielerisch greifen sie vermeintliche Gegensätze normierter Blicke auf, die sie trennen könnten: Mann/Frau, Verfolger/Opfer, aktiv/passiv. Abhängigkeits- und Opfer-Narrativen begegnen sie, indem sie zu einem Wesen verschmelzen, einander Impulse geben, achtsam die Möglichkeiten immer neuer Bilder ausprobieren. Wenn es plötzlich erotisch knistert zwischen ihnen, verschwimmen auch wohlmeinende Label wie queer oder inklusiv.
Dennoch leugnet in dieser Arbeit niemand, dass außerhalb der schützenden Theaterwände andere Verhältnisse regieren. Einmal erzählt Wilke von der Standard-Zurückweisung auf Tinder: „Du hast ein so hübsches Gesicht, aber …“ Gemeinsam verfremden Wilke und Duduś Wilkes Züge zur Alptraummaske – nicht als Akt der Selbstzerstörung, sondern der Selbstermächtigung.
Am Ende dieses befreienden Spiels formulieren Wilke und Duduś eine Utopie der Fiktion: Freiheit ist nicht zuletzt eine Frage der Fantasie. So erweist sich dieser Abend als kompromissloser Kategoriensprenger, der durchaus Irritationen hervorrufen kann.
Weitere Infos, eine Einführung durch die Dramaturgin und den Stream gibt’s hier: https://digital.berlinerfestspiele.de/top-10/scores-that-shaped-our-friendship
Montag, 24. Mai um 19.00h
Foto: (c) Theresa Scheitzenhammer
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Montag, 24. Mai: Retrogott & Nepumuk (D / Rap, HipHop)

(Andrea)
Die Bismarckstraße sollte im vergangenen Jahr in Haftbefehl-Straße unbenannt werden und seit letzten Samstag gilt "Die Welt ist schöner mit Babas Döner" - Rapper Massiv hat hier mit unanständigen 1 Cent-Dönern zu Menschentrauben gesorgt, merkwürdige Typen also, da lobe ich mir doch Nepumuk, der hat wenigsten was zu sagen: „Bitte halten sie sich fest, liebe Menschen und Idioten“ denn was sich hier und da in kurzen Gastspielen bereits angedeutet hat ist nun endgültig spruchreif: Der Nepumuk, personifizierte Standpauke der Nation und der Retrogott, seines Zeichens Deutschraps Dornröschenwecker, machen gemeinsame Sache auf Albumlänge. ENTBS und Sichtexot geben sich die Ehre und präsentieren: „Metamusik“ „Eine Idee die geschieht.“ - „Was geschieht?“ - „Eine Idee!“ Zwei der charismatischsten MCs die unser liebes Land zu bieten hat, fordern sich gegenseitig auf den eigenen Produktionen zu Bestform. Wie einen Schleier schlechten Gewissens legen Sie ihre Ausführungen über die politikverdrossene Unbeschwertheit zeitgenössischer Rapmusik. Und das ohne dabei auch nur ein Quäntchen Funk zu verlieren. Lyrisch ausgeklügelt und von solch ansteckender Eckigkeit, klarer Position und Linie, dass es am Ende reicht, dass lediglich unfckwithable Hulk Hodn mit seinen flinken Fingerchen einen Track um Cuts nach höchstem Maßstab als einziger Featuregast bereichert." 20 Uhr auf https://www.youtube.com/watch?v=oO_daluNK1M
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Top 5: Brettschneider vs. Schwöbel: Sportfilme

(Daniel und Uwe)
Top 5 – Clint Eastwood, Uwe (mit Einleitung)
Daniel und ich stimmen uns über Text- und Sprachnachrichten immer über die Liste ab, die wir als nächstes machen wollen. Vergangenen Freitag schrieb ich „Lass uns bitte Clint Eastwood machen“, Daniel antworte mit „Gern!“ – „Bedingung: Regie“ – „oder?“. Ich schrieb „ich muss aber irgendwie Zwei glorreiche Halunken unterbringen“ (Anmerkung: Regie nicht Eastwood sondern Sergio Leone). Damit startete eine intensive Diskussion, weil kaum ein anderer Filmschaffender so sehr auf beiden Seiten der Kamera präsent war wie der mittlerweile über 90-jährige Clint.
1. Zwei glorreiche Halunken (1966) 2. Erbarmungslos (1992) 3. Gran Torino (2008) 4. Die Letzten beißen die Hunde (1974) 5. Mystic River (2003)
Muss dabei sein: Als Regisseur: Erbarmungslos – und als Darsteller: Zwei glorreiche Halunken, weil ich ein Westernfan bin und beide perfekt sind.
Darf nicht dabei sein: Als Regisseur „Die Brücken am Fluß“ (hatte ich schon bei Meryl Streep erwähnt). Als Schauspieler: „In the Line of Fire – Die zweite Chance“, wie konnte er bei so einem Quatsch von Wolfgang Petersen mitmachen?
Top 5 – Clint Eastwood (als Regisseur), Daniel
1. Erbarmungslos (1992) 2. Die Brücken am Fluss (1995) 3. Perfect World (1993) 4. Mystic River (2003) 5. Million Dollar Baby (2008)
Muss dabei sein: Eigentlich alle Filme, die Eastwood in den Neunzigern gedreht hat. Zumindest aber die hier aufgeführte Top 3 (drei zeitlose Meisterstücke hintereinander zwischen 1992 und 1995!) ist an filmischem Verständnis und Können in Sachen Vielfalt, Mut, Eleganz und Einfühlung kaum zu übertreffen. Und „Erbarmungslos“ ragt hier sogar noch einmal heraus. Weil das die endgültige Dekonstruktion des Westerns bedeutete. Und gleichzeitig die seiner eigenen Rolle/n, des Images, des Vergangenen. Weil hier etwas Neues entstand: Die wahre Schönheit des Spätwesterns, der durch Parodie, Haltung und Handwerk zu neuem Leben erwacht. Ab jetzt war klar: Clint Eastwood ist einer der zärtlichsten, reflexivsten und genauesten Filmemacher unserer Zeit.
Darf nicht dabei sein: „Gran Torino“. Alle liebten ihn. Und er ist ja auch gut. Doch für mich ist er am Ende dann doch etwas überschätzt und kann mit anderen Filmen des Regisseurs nicht ganz mithalten. Eastwood spielt hier den rassistisch grantelnden Opa und vermutlich einfach auch ein wenig sich selbst(?). Dann freundet er sich mit dem Nachbarsjungen Thao an, wird allmählich geläutert und alles ertrinkt in Kitsch auf vier Reifen. Trotzdem schön anzusehen, keine Frage. Aus meiner Sicht aber eben nicht wirklich weltbewegend!
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Dienstag, 25. Mai: WHO THE F*** ARE YOU … mich zu fragen, woher ich WIRKLICH komme?

(Martin)
Premiere Schauspielhaus Bochum LIVESTREAM
Wow, dieser Abend verspricht mehr als einen Perspektivenwechsel! Und ja, neben Corona-Tests gibt’s auch Einbürgerungstests…
„Wer bildet ihr euch ein zu sein, dass ihr mich fragt, woher ich komme?
Von dieser Provokation aus nimmt uns das Bochumer Ensemblemitglied Mercy Dorcas Otieno mit auf den Hürdenlauf einer Identitätskonstruktion.
Im Laufe des von ihr entwickelten Abends reflektiert die Spielerin, inwiefern wir selbst bestimmen, wer wir sind. Und welche Macht eine fremde Gesellschaft über die eigene Selbstkonstruktion erlangen kann. Welche Privilegien werden uns von der Gesellschaft rein aufgrund unserer Identität gewährt?
Mit wütendem Lachen und all den lauten und leisen Zwischentönen des Identitätszweifelns stellt dieser Abend seinem Publikum unangenehme Fragen – wie ein guter Einbürgerungstest.“
Weitere Infos und Tickets gibt’s hier (Solidarisches Preissystem): https://www.schauspielhausbochum.de/de/stuecke/7511/who-the-f-are-you
Dienstag, 25. Mai um 20.45h
Foto: © Birgit Hupfeld
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Donnerstag, 27. Mai: Ein Versuch einer Sprache der Ausnahme

(Martin)
Sahar Rezaei, Digitale Uraufführung, Digitaler Mousonturm
Der Stream des Gespräches aus dem Schauspiel Frankfurt mit Carolin Emcke und Ina Hartwig (Journal – Tagebuch in den Zeiten der Pandemie von Carolin Emcke) in der letzten Woche war extrem spannend! Mit sprachlich-künstlerischen Mitteln die Situation der Pandemie auf eine eigene Reflexionsebene zu führen, hat bei verschiedenen Freund*innen dazu geführt, ‚anders‘ über das Erlebte des vergangen Jahres zu sprechen und mit als wohltuender stärkerer innerer Distanz auf (das eigene) (Er)Leben zu schauen…
Sahar Rezaei beschreitet einen anderen aber vielleicht ähnlichen künstlerischen Weg: „Mit Beginn der Pandemie sind die Maßnahmen zur Eindämmung derselben zu dem von Antonio Agamben vorhergesagten, wahrgewordenen Alptraum geworden: Der Ausnahmezustand ist die Regel. Während des Pandemie-Jahres und dem Rückzug aus dem öffentlichen Raum ins Private erklärten sich Menschen zur Gefahr füreinander und blieben – im Ringen um eine kollektive Lösung – mit ihren Gefühlen, Gedanken und Träumen doch allein. 2021 durchwandern eine Kamera und eine Stimme Frankfurt am Main, betrachten die Stadt, erzählen und denken laut darüber nach, wie sich ein Jahr Pandemie auf die Stadt und ihre Bewohner:innen ausgewirkt hat, welche Ängste, Bedürfnisse und Wünsche entstanden sind und wie sie den Ausnahmezustand erleben – ist er eine Bestätigung der Worte Fanons vom „Leben [als] unaufhörlichem Kampf?“
Für den Stream am 27.05. gilt: Der Ticketverkauf schließt 1 Stunde vor Beginn der digitalen Vorstellung; solidarisches Preissystem (frei wählbar): € 5 / € 10 / € 20 / € 30
Weitere Infos und Tickets hier: https://www.mousonturm.de/events/versuch-einer-sprache-der-ausnahme/
*28. Mai - 3. Juni: Video on Demand, € 5, Link ab 28.5.<https://www.mousonturm.de/events/versuch-einer-sprache-der-ausnahme/
Donnerstag, 27.05. um 20.00h
Foto: © Sahar Rezaei
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Donnerstag, 27. Mai: Online/ “… und jetzt das Wetter"

(Andrea)
Das Wetter. Macht doch Petrus, oder doch Kachelmann? Nein, das Wetter kommt aus Offenbach, schließlich ist hier der DWD Deutsche Wetterdienst beheimatet und seit neuestem auch die Wetter- und Klimawerkstatt. Von dort gibt es heute den Vortrag "...und jetzt das Wetter": "Die Leiterin des ARD-Wetterkompetenzzentrums Silke Hansen wirft in ihrem Vortrag einen noch nie da gewesenen Blick hinter die aktuellen Kulissen zu und den Anfängen des Tagesschauwetters, das seit dem 1. März auf Sendung ist. In Ihrem Buch “Und jetzt das Wetter…” erläutert die Autorin komplizierte Wetterzusammenhänge mithilfe anschaulicher Grafiken und ebenso schönen wie beeindruckenden Fotos so, dass sie leicht verständlich sind. Schon während ihres Geographiestudiums arbeitete Silke Hansen Ende der 1980er-Jahre als “Wetterwoman” beim Radiosende SWF 3. Seit 2000 verantwortet sie das Wetter der ARD (z. B. Mittagsmagazin, Tagesschau). Über viele Jahre hinweg hat sie Motorsportteams in Wetterfragen beraten. Uwe Kirsche ist Pressesprecher beim Deutschen Wetterdienst.
18 Uhr https://wetterwerkstatt.de/das-wetter-und-ich/ Foto: Michael Kügler / Deutscher Wetterdienst
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Samstag, 29. Mai: Die Schule der Frauen

(Martin)
Moliere Inszenierung: Herbert Fritsch Deutsches Schauspielhaus Hamburg Stream
Herbert Fritsch! Sie sind vermutlich von ihm, die genialsten und unvergesslichsten Inszenierungen, die ich gesehen habe - Herbert Fritsch: z.B. ‚Murmel Murmel‘ – unschlagbar! Die ‚Spanische Fliege‘, damals mit Bettina, extra nach Siegen gefahren! Und wie sich das gelohnt hat!
Jetzt zeigt das Deutsche Schauspielhaus Hamburg zum letzten Mal einen Stream dieser Fritsch-Inszenierung: Die Schule der Frauen von Moliere - es handelt sich um eine Aufzeichnung der Hauptprobe mit Fotografen – darauf freue ich mich besonders, bietet das doch die Möglichkeit, charmant auch einen Einblick in die Probenarbeit nehmen zu können.
„Ein Mann blickt durch. Monsieur Arnolphe hat für sich den Königsweg entdeckt, um dem Schicksal seiner Geschlechtsgenossen zu entgehen, die allesamt, so sein Vorurteil, von ihren Ehefrauen betrogen werden. Er hat ein verwaistes Mädchen, Agnès, zu seinem Mündel gemacht, lässt es abgeschieden von der Welt, das heißt, von der Gesellschaft, aufwachsen und verweigert ihm jede Ausbildung, um sie zu seiner gefügigen Ehefrau heranzuziehen, die keinen Verführungen Dritter ausgesetzt sein kann – weil sie die gar nicht kennt. Schule der Frauen?
Während seiner Abwesenheit hat Horace sie entdeckt, der Sohn eines Freundes von Arnolphe, und verliebt sich in sie auf den ersten Blick. Sie sich auch in ihn, aber das weiß sie noch nicht, in ihrem gesellschaftlichen Amöbenwesen. Sie ist nur höflich und zuvorkommend zu dem jungen Mann, so wie man es ihr beigebracht hat. Die Triebregungen folgen, wie sie im Buche des Lebens stehen, und drängen zur Entscheidung, mit List. Schule der Frauen!
Den zurückgekehrten Arnolphe bittet Horace um Geld – er braucht es, wie er ihm vertraulich offenbart, um ein junges Mädchen aus den Fängen ihres Cerberus zu befreien. Das ist natürlich Wasser auf die Mühlen Monsieur Arnolphes, der seinen Artgenossen deren selbstverschuldetes Schicksal gönnt - mit der Gewissheit dessen, der seinen Schatz in Sicherheit wähnt. Bis er plötzlich erkennen muss, dass er das Opfer seiner eigenen Borniertheit zu werden droht, die weder die Verführungskraft der Liebe noch die Verführbarkeit von Dienern einkalkuliert. Molières meisterliche Verzwirnung des Wettlaufs der beiden entgegengesetzten Intrigen Arnolphes und Horaces macht Arnolphe ungewollt zum Regisseur, Zuschauer, Gefangenen und Opfer seines eigenen Schicksals - eine Art tragikomischer Ödipus. Die Konflikte eskalieren in gefährlicher Weise, bis es in buchstäblich letzter Minute glückt, die richtige Ehe zustande zu bringen. Die Abschaffung der Eifersucht gelingt nur durch Entsagung.
Ein gefundener Stoff für Herbert Fritsch, den theatralischen Brandbeschleuniger auf deutschen Bühnen. Er verhilft den Geschichten und den Figuren, die er inszeniert, zu hohem Tempo und gesteigerter Energieausbeute: zum Nutzen der Aufführungen und zum Vergnügen der Zuschauer!
Für seine Darstellung des Arnolphe wurde Joachim Meyerhoff 2014 mit dem Rolf Mares Preis ausgezeichnet.“
„Diese »Schule der Frauen« ist in gelungenster Weise beides: Slapstick und Diskurstheater, Kirmesklamauk und Dekonstruktionsshow. Was Joachim Meyerhoff in der Rolle des Arnolphe zum Besten gibt, ist allein den Abend wert, eine herkulische und zugleich leichtfüßige Leistungsschau des Komischen.“ (Die ZEIT)
Zu den Tickets (6,50€ oder Unterstützer*innenpreis – 15,00€): https://tickets.rzsthh.de/Schauspielhaus/SelectSeats?ret=2&e=7951
Zum Stream: https://dringeblieben.de/videos/schauspielhausstream-die-schule-der-frauen
Samstag, 29. Mai, 20.00h (für 24 Std. verfügbar)
Foto: (c) Homepage des Deutschen Schauspielhaus Hamburg
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Samstag, 29. Mai: Kunst im öffentlichen Raum

(Petra)
Kunst im öffentlichen Raum: eines meiner Lieblingsthemen - super. Ungesehen glaube ich, dass Ihr für dieses Kunstwerk einen besonderen Blick braucht im urbanen Getümmel. Cyprien Gaillard hat den "Frankfurter Schacht" eigens für den Ort in der Taunusanlage in Frankfurt am Main geschaffen: In den einstigen Wallanlagen, der Grenze des Inneren zu dem Äußeren der Stadt, zwischen Banken- und Bahnhofsviertel, inmitten von Denk- und Mahnmälern, steht am Rande des Parks ein grauer Lüftungsschacht. Erst im Inneren des Schachts wird die Skulptur als solche sichtbar. Von Pink umschlossen und geschützt, im leichten Strom von Luft und Wasser, öffnet sich der Blick zum Himmel. Tag und Nacht für alle geöffnet, schließt sich der Schacht je nach Bedarf. Inmitten des öffentlichen Raums entsteht ein Ort der Intimität. WOW. Hört sich an, als könnte ich länger weg sein.
Foto: ©Max Paul
Cyprien Gaillard - "Frankfurter Schacht", MMK Taunusanlage, Ort: Wallanlage, zwischen den S-Bahn-Aufgängen 3 und 4 der Taunusanlage und gegenüber der Adresse Taunusanlage 12, Uhrzeit: ab Samstag, 29. Mai 2021, 5:23 Uhr, 24/7, Eintritt: frei
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Noch bis 5. Juli: Raus aus dem Swimmingpool, rein in mein Haifischbecken

(Martin)
Hörstück nach Laura Naumann; Staatstheater Darmstadt
„Familie Flugrat wohnt in Berlin. Tochter Moana hat gerade als Junior Consultant in einer großen Unternehmensberatung begonnen, will schnell Karriere machen, ihrem Chef gefallen und berät als ersten großen Auftrag den Halbleiterkonzern Chip Chip. Mutter Christiane lebt nach einer entwürdigenden Trennung ohne Mann und zweifelt an ihrem Beruf; sie ist Nachrichtensprecherin und informiert jeden Abend deutschlandweit die Zuschauer:innen über alles, was falsch läuft in der Welt. Moanas Freund Boris wohnt ebenfalls bei der Familie, ist aber nicht oft zuhause, er ist hauptberuflich Flugbegleiter, nebenberuflich kümmert er sich um die emotionale Lage der Familie Flugrat.
Während Moana ohne Rücksicht auf Verluste Karriere machen will, sucht Christiane nach dem Sinn darin, täglich das Publikum über die Krisen der Welt zu informieren. Boris möchte, wenn er mal zuhause ist, eine ganz normale Familie, die sonntags zusammen opulent frühstückt. Sowohl Christiane als auch Moana zweifeln an sich selbst, ihren beruflichen Erfolgen und damit verbunden dem Wert ihrer Arbeit. Der kapitalistische Imperativ ist allgegenwärtig. Und auf einmal sind alle immer zuhause! Unerwartet tritt dann auch noch Nikita ins Leben der Familie - danach ist nicht mehr wie es war.
In diese Situation wirft die Autorin Laura Naumann ihre Leser*innen und wir unsere Zuhörer*innen.“
Hier geht’s zu den Tickets: https://www.staatstheater-darmstadt.de/veranstaltungen/raus-aus-dem-swimmingpool-rein-in-mein-haifischbecken.774/#event-4055
Freitag, 30. April – 5. Juli Solidarisches Preissystem - Staatstheater Darmstadt
Foto: © Staatstheater Darmstadt/Homepage
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Samstag, 29. Mai: Automatenbüfett

(Martin)
Anna Gmeyner Burgtheater Wien Erstausstrahlung
Eine weitere Inszenierung, die zum diesjährigen Theatertreffen eingeladen wurde, das ‚nur‘ digital aber kostenfrei stattfindet!
Der Provinzbürger Adam bewahrt die schöne Unbekannte Eva vor dem Freitod durch Ertrinken und bringt sie mit in das „Automatenbüfett“, die Gastwirtschaft seiner resoluten Ehefrau. Evas Ankunft ist für die männerlastige Gemeinschaft eine Attraktion, die der durchtriebene Adam für seine Pläne zu nutzen weiß. Anna Gmeyners Figuren kämpfen verzweifelt um Verbindlichkeit und offenbaren sukzessive doch nur wieder die eigene Schlechtigkeit. Der von Martin Zehetgruber entworfene titelgebende Automat bildet den drohenden Hintergrund, vor dem sich das herausragende Ensemble auf mal peinlichst-komische, mal herzzerreißend traurige Weise begegnet. Regisseurin Barbara Frey beweist einmal mehr ihr Talent für unaufgeregte, präzise Spannung – und einen klugen, zeitgemäßen Blick auf Geschlechterabhängigkeiten.
Theatertreffen-Jurorin Petra Paterno zur Inszenierung „Automatenbüfett“ ist eine Wiederentdeckung. Die Autorin Anna Gmeyner, geboren 1902 in Wien, war zeitlebens eine literarische Außenseiterin. „Automatenbüfett“ hätte bereits in den 1930er-Jahren das Zeug dazu gehabt, Gmeyner den Durchbruch als Dramatikerin zu ermöglichen; als linke Bühnendichterin jüdischer Herkunft waren ihre Texte in Nazi-Deutschland verboten; Gmeyner gelang die Flucht ins britische Exil, nach Österreich kehrte sie nie mehr zurück.
‚"Das Ensemble ist hervorragend, es fügt sich sehr homogen in eine von der Regie vorgegebene Trägheit, in eine verzerrte Körperlichkeit", so Martin Thomas Pesl aufDeutschlandfunk Kultur (30.10.2020). "Sie sind Freaks alle miteinander, aber im interessantesten Sinne." Frey bürste das Volksstück gegen den Strich und werde ihm damit gerecht.‘ (zitiert nach nachtkritik.de)
Hier gibt’s das Programmheft: https://www.berlinerfestspiele.de/media/2021/theatertreffen-2021/tt21_downloads/tt_21_ap_automatenbuffet.pdf
Samstag, 29. Mai um 20.15h
Foto: © Matthias Horn
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Sonntag 30. Mai: „Frankfurts Eintracht“ – Im Herzen vom Riederwald

(Daniela)
Wie Eingangs schon erwähnt... hier endlich eine Live Veranstaltung!!!!
„Frankfurts Eintracht“ – Im Herzen vom Riederwald
„Frankfurts Eintracht“ steht im Mittelpunkt der Veranstaltung mit Eintracht-Star Andy Möller und Trainer-Legende Dragoslav Stepanovic im Riederwaldstadion. Das Buch „Frankfurts Eintracht“ erzählt Geschichten über die Fans der Eintracht und die Bürger der internationalen Stadt. Ein Muss für Liebhaber der Eintracht, Frankfurt-Fans und alle, die es werden wollen. Autor Matthias Arning stellt das aktuelle Buch aus der Edition Frankfurter Ansichten zusammen mit Illustrator Henrik Petersen vor.
Den Fragen von Moderator Thomas Wolff stellen sich Andy Möller und Dragoslav Stepanovic. Sie werfen einen Blick auf die nächste Saison und sprechen über verpatzte Chancen der Eintracht im Meisterschaft-Finale von „Rostock“ sowie die verpasste Champions League.
„Frankfurts Eintracht“ – Im Herzen vom Riederwald ist eine von mehr als 220 öffentlichen Veranstaltungen zum „Tag für die Literatur und für die Musik“. hr2-kultur begleitet die Aktion mit einer Schwerpunktwoche im Radio. Der Aktionstag wird vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert, Kooperationspartner sind der Hessische Literaturrat, der Verein der Freunde und Förderer des Literaturlands Hessen und der Landesmusikrat Hessen.
Beginn: 15.30 Uhr Ort: Leistungszentrum von Eintracht Frankfurt, Alfred-Pfaff-Straße 1.
Alle Veranstaltungen finden vorbehaltlich der am 30. Mai gültigen Bestimmungen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie statt, es gelten die jeweiligen Hygienebestimmungen der Veranstalter. „Frankfurts Eintracht“ – Im Herzen vom Riederwald ist eine Open-Air-Veranstaltung, für die Besucher einen aktuell negativen Corona-Test benötigen. Tickets unter www.eventbrite.de, Stichwort „Im Herzen vom Riederwald“. Erwachsene zahlen 7 €, Kinder 3 €.
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Montag, 31. Mai: Finissage der Ausstellung „Der Weg der Sinti und Roma“
(Andrea)
Ich hoffe, die uns alle beschäftigenden Inzidenzen lassen einen Besuch zu: Am 23. März 1943 wurden nach vorher erstellten Listen die meisten der in Hanau und Umgebung lebenden Sinti und Roma verhaftet und in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Die wenigen, die zurückblieben, wurden sterilisiert. Ziel der Nazis war es, die Sinti und Roma als „Rasse“ zu vernichten. Wie die Verfolgung der Sinti in Hanau und Umgebung durchgeführt wurde, untersuchte eine Dokumentation, die auch auf die Diskriminierungspraxis vor 1933, die Enteignung und auf die lange Zeit der verweigerten Anerkennung der Verfolgung nach 1945 eingeht. Udo Engbring-Romang, Autor, des Buches „Hanau.Auschwitz.“ wird eine Präsentation zu seiner Dokumentation zeigen, auf aktuelle Fragen eingehen und im Anschluss zu einem Gespräch zur Verfügung stehen. Anmeldung erbeten unter: mkk@vvn-bda.de
19.00 Uhr (Einlass: 18.30 Uhr) Ellis Bistro Johanneskirchplatz 1 63450 Hanau
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Dienstag, 01. Juni: Beste Sachliteratur

(Petra)
„Sachbuch“ – puh, hört sich das spröde an. Und doch sind „die Sachen“ die großen Entdeckungen, Lebens-Abenteuer und Geschichte(-n), die den eigenen Horizont unendlich zu öffnen vermögen. Mich hat so manch großartiges, so genanntes Sachbuch mehr noch geprägt als der tollste Roman. Manchmal ist es auch staubige Lektüre, klar. Bei welchen neuen Titeln Ihr hier nicht Gefahr lauft, verrät Euch der Deutsche Sachbuchpreis, der dieses Jahr Premiere hat. Er wählt Werke aus, die Impulse für die gesellschaftliche Auseinandersetzung geben und einen Beitrag zu aktuellen Debatten leisten oder neue anstoßen. Sechs der acht Nominierten präsentiert das Literaturhaus Frankfurt heute exklusiv und live aus seinem Lesesaal – eine super Chance, sich für eines oder mehrere der Bücher begeistern zu lassen. Ich bin sicher, dass ich mich für „Flucht – Eine Menschheitsgeschichte“ von Andreas Kossert entscheiden würde: ein universelles, kulturgeschichtlich spannendes und hoch relevantes Thema, Ur-Angst und Erfahrung, die in unseren Genen verankert ist. Doch das ist nur eines von acht beeindruckenden Sachbüchern, die Ihr vor der Preisverleihung bequem in Gesprächen der Autor*innen mit Journalist*innen bzw. Kritiker*innen kennenlernen könnt.
Foto: ©vntr-media
Deutscher Sachbuchpreis 2021. Die Nominierten, Livesendung aus dem Literaturhaus Frankfurt, mit Heike Behrend („Menschwerdung eines Affen“), Asal Dardan („Betrachtungen einer Barbarin“), Jürgen Kaube („Hegels Welt“), Andreas Kossert („Flucht – Eine Menschheitsgeschichte“), Daniel Leese („Maos langer Schatten. Chinas Umgang mit der Vergangenheit“) und Michael Maar („Die Schlange im Wolfspelz. Das Geheimnis großer Literatur“), Moderation: David Ahlf, Fridtjof Küchemann, Alf Mentzer, Cécile Schortmann, Gert Scobel und Miryam Schellbach, Uhrzeit: 19:30 Uhr, Streaming-Ticket: 5 Euro, Zugang über Link und Zugangscode, Streaming-Account nicht notwendig, Streamingtickets sind 70 Stunden gültig und können bis 60 Minuten vor Veranstaltungsbeginn online erworben werden
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Dienstag, 01. Juni: Vernissage

(Petra)
Eine Ausstellung. Und eine Eröffnung ("Soft Opening"). Ich mag es gar nicht glauben, so auf - weitgehend - hartem Kunstentzug. Sollte es Euch gar nicht erzählen, sonst wird es bestimmt brechend voll - doch weil Ihr es seid...Dies ist die dritte Ausgabe des zweijährigen Ausstellungsformates, das der Frankfurter Kunstverein aufstrebenden Künstler*innen aus dem Rhein-Main-Gebiet widmet. "And This is Us 2021 – Junge Kunst aus Frankfurt" ist bewusst keine Themenausstellung, sodass den teilnehmenden Künstler*innen gezielt die Möglichkeit eröffnet wurde, ihren spezifischen Arbeitsansatz und ihre eigene Position zur Geltung zu bringen. Die Ausstellung bespielt die gesamte Ausstellungsfläche des Frankfurter Kunstvereins. Ihre Arbeiten entstehen explizit für die Ausstellung. In den vergangenen 18 Monaten waren besonders Künstler*innen in einen existentiell bedrohlichen Stillstand gezwungen. Kunst muss in die Begegnung mit ihrem Publikum kommen. Erst in der Öffentlichkeit kann sie ihre Bedeutung und gesellschaftliche Relevanz entfalten. Deshalb ist es für junge Künstler*innen essentiell wichtig die öffentliche Sichtbarkeit durch institutionelle Präsentation ermöglicht zu bekommen. Über die kuratierte Hauptausstellung hinaus hat der Frankfurter Kunstverein jetzt außerdem das Kollektiv Magma Maria eingeladen, die Verkaufsausstellung Frankfurter Kunst Vertrieb zu organisieren. Entlang der Schaufensterfassade im Erdgeschoss sind Kunstwerke im zweidimensionalen Format zu sehen, die von 160 Künstler*innen unter dreißig Jahren eingereicht wurden. Über den Sommer hinweg werden in wechselnden Zyklen deren Werke ausgestellt und zum Verkauf angeboten. Der Erlös aus dem Vertrieb der Arbeiten geht zu 100% an die Künstler*innen. Die Non-Profit-Aktion beruht auf einer solidarischen Leistung, als Antwort auf die pandemischen Zeiten und den dadurch reduzierten Möglichkeiten, sich als junge Künstler*innen präsentieren zu können. Zusätzlich hat das junge Designer Duo Bea&Pierre neue Wearables und einzigartige Up-Cycling Taschen für eine FKV-Kollektion gefertigt. Über die Dauer der Ausstellung werden junge Elektro-Musiker*innen ihre Live-Sets in einer Reihe von Listening Sessions dem Publikum vorstellen. Ein starkes Signal des Frankfurter Kunstvereins für die - junge - Kunst und die Kunst überhaupt in Zeiten der Pandemie!
And This is Us 2021 - Junge Kunst aus Frankfurt, Soft Opening, Ort: Frankfurter Kunstverein, Adresse: Markt 44, Uhrzeit: 17 – 22 Uhr, Anmeldung: nicht notwendig, Grußworte von Peter Gatzemeier, Stiftungsvorstand Dr. Marschner Stiftung, und Prof. Franziska Nori, Kuratorin, um 18:00 Uhr im Außenbereich „Hinter dem Lämmchen“, Teilnehmer*innen: Max Brück, Agnese Galiotto, Michelle Harder, Valentina Knežević, Isabell Ratzinger, Saya Schulzen, Gintare Sokelyte, Matt Welch, Faina Yunusova, bitte haltet 1,5 Meter Abstand und traft eine FFP2-Maske!
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2. JUNI – 13. JUNI: Heine. ICH REDE VON DER CHOLERA

(Martin)
OPEN AIR! THEATER WILLY PRAML
Epidemische Krisen. Nichts Neues! Heine berichtet von der Cholera 1832 in Paris. Vom Karneval, bei der die Maskierten blau anlaufen, reihenweise tot umfallen und hektisch in ihren Narrenkostümen beerdigt werden. Von den Verschwörungstheoretikern, die das Volk so in Rage versetzen, dass eine Horde zwei vermeintliche Giftmischer auf offener Straße in Stücke reißt. Von dem Verkehrsstau hunderter Leichenwagen, die keine Zufahrt mehr zum Friedhof finden und deren Kutscher in Streit geraten und sich gegenseitig die Toten aus den Wagen zerren.
HORROR-Szenarien, die Heine uns da in den düstersten Farben und gewohnt bissiger Ironie ausmalt, die einem aber irgendwie bekannt vorkommen oder inzwischen zumindest vorstellbar. Die 200 Jahre, die zwischen uns und Heines Paris liegen, schrumpfen zu einem Zeitmaß von einer Markus-Lanz-Talkrunde bis zur nächsten zusammen. Und die verwirrte Stimmung der Leser*innen oder Fernsehenden ist die gleiche. Nichts Neues!
Heines Cholera-Bericht wird im Dialog stehen mit dem 3. Akt der Oper LA TRAVIATA von Verdi – das todtraurig vertonte Sterbezimmer einer kranken Schönen.
Der Schrecken im Theater soll ja immer auch schön sein und nicht tödlich.
RESERVIERUNGEN: http://theaterwillypraml.de/heine-ich-rede-von-der-cholera/
Foto: (c) Theater-Willy-Praml / Homepage
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