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| 14.05.2021 |
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| Inhalt: Auf die Straße / FREUND*IN WERDEN. SO GEHT'S: / SUCHE / BIETE / G E R O L L T E S über den DFB / Etwas über den FSV / GEDRUCKTES / Freitag, 14. Mai ‘GRAN PARTITA’ im Stream / Freitag, 14. Mai: ALLONS À PARIS! / Freitag, 14. Mai NSU 2.0: Der Film / Freitag, 14. Mai – Sonntag, 16. Mai: Journal-Tagebuch in Zeiten der Pandemie / GEHÖRTES: Tallest Man On Earth / Samstag 15. Mai: Demo: § 218 StGB streichen! / Samstag, 15. Mai: Maria Stuart / DER MOUSONTURM BAUT! FREILICHT - LOGENTHEATER / Sonntag, 16. Mai: There will be Light / Sonntag, 16. Mai: Konzerte für den leeren Raum mit Jakob Rullhusen / Stadtradeln / Mittwoch, 19. Mai Jana Zöll: Ich bin / Mittwoch, 19. Mai: In my Room / Donnerstag, 20. Mai: Medea / Donnerstag, 20. Mai: After Europe. / Literatur: Deutsch für Alle / Noch bis 5. Juli: Raus aus dem Swimmingpool, rein in mein Haifischbecken / Top 5: Brettschneider vs. Schwöbel: Sportfilme / Noch bis zum 22. Mai: Sculptures on the move / GESCHAUTES: Kein Friede den Toten / VORSCHAU / Samstag, 22. Mai: Graf Öderland / Samstag, 29. Mai: Automatenbüfett / Noch bis 16. Mai: Video-Installation / Montag, 31. Mai: Finissage der Ausstellung „Der Weg der Sinti und Roma“ / Dienstag, 01. Juni: Beste Sachliteratur / 2. JUNI – 13. JUNI: Heine. ICH REDE VON DER CHOLERA / Impressum |
Auf die Straße

Diese Woche habe ich mir in der ZDF Mediathek den Film "Aufbruch in die Freiheit" angesehen. Er ist schon ein paar Jahre alt, aber ich kannte ihn noch nicht. Er spielt in den 70er Jahren. Erika, gespielt von Anna Schudt, die ich als Dortmunder Tatort Kommissarin sehr mag, lebt auf dem Land, arbeitet in der familieneigenen Metzgerei, hat bereits drei Kinder und einen konservativen Mann, der ihr die Verhütung verbietet. Als sie wieder schwanger wird, entscheidet sie sich für einen Abbruch. Dafür reist sie heimlich nach Köln. Die Abtreibung findet in der Wohnung eines Kurpfuschers statt. Mitten in der Abtreibung stürmt die Polizei die illegale Praxis. Sie entkommt und verblutet fast auf der Straße.... Gerettet wird sie von ihrer jüngeren Schwester, gespielt von der wunderbaren Alwara Höfels, die das absolute Gegenteil von ihr ist und das nicht nur, weil sie in einer WG/Kommune lebt. Sie hilft ihrer Schwester, die ihren Mann verlässt (Spoiler, sie geht auch wieder zurück), mit den Kids nach Köln zieht und am 6. Juni 1971 mit anderen Frauen auf der Titelseite des Sterns erscheint: "Wir haben abgetrieben!". Darin gaben 374 prominente und nicht prominente Frauen zu, einen Schwangerschaftsabbruch vorgenommen zu haben - was damals in der Bundesrepublik illegal war. Mehr zum Film hier: https://www.stern.de/kultur/tv/zdf-film--aufbruch-in-die-freiheit---wer-war-die-frau-auf-dem-stern-cover--8366404.html
Mich hat der Film sehr beeindruckt. Ich sprach am nächsten Tag mit einer Freundin und sagte ihr, dass die Situation damals ja schon echt krass war und ich froh bin, daß sich seitdem so viel bewegt hat. Umso überraschter war ich, als sie mir erzählte, dass die medizinische Versorgungssituation für Frauen die einen Abbruch vornehmen lassen wollen, immer kritischer wird, da immer weniger Ärzt*innen Schwangerschaftsabbrüche durchführen. Aufgrund der strafgesetzlichen Regelung wird der Schwangerschaftsabbruch zu wenig zum Gegenstand der gynäkologischen Fachärzt*innenausbildung gemacht, was zusätzlich zu der mangelhaften medizinischen Versorgung in Deutschland beiträgt. Ich bin mal wieder fassungslos.
Und was macht man, wenn man fassungslos ist? Genau: man geht auf die Straße. Morgen 14:00 Uhr mit dem Bündnis für Frauenrechte. (Mehr Infos weiter unten) Ich habe gerade noch nach einem passenden Foto fürs Intro gesucht und eins aus dem Jahr 2019 gefunden: Das war am 19.01. Da war ich vormittags auf dem Womens March und am Nachmittag beim Spiel gegen Freiburg im Waldstadion (3:1!). Morgen also erst Demo und am Nachmittag, dann Schalke 04 gegen Eintracht Frankfurt!!! Mit Uwe als Schalke Fan wird das bestimmt ein spannender Nachmittag. So sehr ich mir natürlich einen Sieg wünsche, umso mehr wünsche ich mir, dass wir in der nächsten Saison wieder ins Stadion dürfen…
So, jetzt muss ich los.
Lebt wild & bleibt gesund
Daniela
Zur besseren Lesbarkeit empfehle ich die Ausgehtipps hier zu lesen.
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FREUND*IN WERDEN. SO GEHT'S:
Wir schreiben die Ausgehtipps schon seit 14 Jahren... ohne lästige Werbung, total subjektiv. Wenn Du die Ausgehtipps magst und uns unterstützen möchtest, dann freuen wir uns über Deine Unterstützung. (Von dem Geld zahlen wir die Servergebühren und gehen einmal im Jahr zu viert zusammen essen :-))
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SUCHE / BIETE
(Hinweis: wir nehmen Wohnungsgesuche wirklich nur in Ausnahemefällen auf. Wohnungsangebote natürlich gerne, soviel wie möglich!)
Sarah sucht für ihre Freundin aus Afghanistan/Iran eine Wohnung Sonia, ihr Mann und ihre zwei kleinen Kinder suchen eine Wohnung in Frankfurt. Die junge Familie ist seit 2015 in Deutschland und wohnt derzeit in einer Übergangsunterkunft im Westend. Leider können sie dort nicht länger bleiben. Gerade haben sie etwas Fuß gefasst, die Tochter besucht eine Kita im Westend und hat erste Freund*innenschaften geknüpft, Sonia wird im Sommer eine Ausbildung beginnen. Sie wünschen sich sehr im Stadtgebiet zu bleiben, vor allem um das Mädchen nicht aus der Kita nehmen zu müssen. Super wären Bockenheim, Westend, Ginnheim, Nordend, Innenstadt, Eschersheim... Wer von einer günstigen Wohnung (ab 60 qm) weiß oder wer einen anderen Tipp für uns hat - wir würden uns riesig freuen! Gerne per Mail an: sarahswizz@gmx.de
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G E R O L L T E S über den DFB

(Uwe)
Wenn heutzutage etwas nicht richtig läuft, werden gerne „die guten alten Zeiten“ gefeiert, in denen alles besser war. Der Fußball war früher noch nicht bis ins kleinste Detail professionalisiert, die Stadien keine Freizeitparks, die Spieler echte Typen und in der Zentrale des Deutschen Fußballbundes herrschte Ruhe.
Gerade gibt die Spitze des DFB ein jämmerliches Bild ab: Mit dem 1. Vorsitzenden (Keller), dem 2. Vorsitzenden (Koch) und dem Generalsekretär (Curtius) metzelt die erste Führungsriege in einem offenen Straßenkampf nach dem Motto „Jeder gegen Jeden“. Der badische Winzer Fritz Keller, seit wenigen Jahren im Amt, setzte neulich zum Tiefschlag an und verglich seinen Vize Dr. Rainer Koch mit Roland Freisler. Dieser wiederum ist sicher einer der widerlichsten Deutschen, die je gelebt haben. Er sprach bis 1945 als Strafrichter über 2.500 Todesurteile, darunter jene gegen die Geschwister Scholl, und führte „seine“ Prozesse auf eine zutiefst abstoßende Art. Koch mit diesem Freisler zu vergleichen kann nicht toleriert werden – egal wie man zu Koch steht. Fritz Keller stellt sein Amt nach einiger Bedenkzeit nun zur Verfügung. Die Vorsitzenden der regionalen Verbände, die insbesondere die Amateurvereine vertreten, hatten ihm bereits das Vertrauen entzogen.
Keller, über Jahre Vorsitzender des gleichsam ruhigen wie seriösen SC Freiburg, schien nach vielen Wechseln auf der Position ein Garant für Ruhe und Seriosität, wirkt seit seiner Wahl 2019 aber überfordert mit der Leitung des größten Sportverbandes der Welt. Er ersetzte Reinhard Grindel (stolperte über eine Uhr), der Wolfgang Niersbach ablöste (war 2016 in die Vergabe des „Sommermärchens“ verstrickt). Niersbach folgte damals auf Theo Zwanziger, der sechs Jahre zuvor den streitbaren Gerhard Meyer-Vorfelder aus dem Amt drängte. Vor „MV“ herrschte im DFB Ruhe. Damals war es bei Vereinen und Verbänden noch so, dass der langjährige Vorsitzende seinen Nachfolger selbst präsentierte. Egidius Braun diente unter seinem Vorgänger Hermann Neuberger 15 Jahre bis 1992 als Schatzmeister, bevor er seinen Vorgänger im Amt „beerbte“. Er tat dies wirklich, weil der Saarländer Neuberger 1992 verstarb.
Nun kommen wir aber zur Frage, ob früher wirklich alles besser war: Die Stadien sind heute zwar austauschbar, aber den offenen Betonschüsseln von früher weint man doch wirklich keine Träne nach. Auch heute gibt es wunderbare Kicker und Typen, die pflegen halt ihre Instagram-Profile statt sich in Homestories in Klatschzeitungen zu präsentieren und Autogrammstunden in Baumärkten zu geben. Und die Ruhe in der DFB-Spitze war früher trügerisch: Hermann Neubergers Rolle bei der Durchführung der WM 1978 in Argentinien, einem Land, das von einer Militärdiktatur „regiert“ wurde, ist auch über vierzig Jahre danach zu kritisieren. Einer wie Neuberger hätte es seinen Nationalspielern niemals gestattet ein Banner für Menschenrechte zu entrollen. Kritisierte er doch 1978 die Niederländer dafür, dass sie beim Endspiel dem argentinischen Diktator Videla den Handschlag verweigerten. Zudem verteidigte er den Besuch des ehemaligen Fliegeroffiziers und nationalsozialistischen Propagandisten Hans-Ulrich Rudel im argentinischen Trainingsquartier der deutschen Nationalmannschaft.
Die Zentrale des DFB neben dem Waldstadion ist übrigens nach ihm benannt. Wer soll als neuer Präsident dort einziehen? Lothar Matthäus schlug Karl-Heinz Rummenigge vor. Oh nein, der hatte doch auch schon ein Problem mit geschenkten Uhren. Auch der oben erwähnte Vizepräsident Koch ist eher Teil des Problems als Teil einer Lösung. Mein Vorschlag wäre ein fußballfremder Präsident. Zum Beispiel dieser junge Profiler, den das Hessenfernsehen bei seinen True Crime-Dokumentationen einsetzt. Er hat Energie, Ehrgeiz, ist immer gut gekleidet und erkennt als Profiler schnell falsche Fuffziger. An seiner Rhetorik müsste er noch arbeiten, weil er immer spricht wie einer, der es bei der Aufnahmeprüfung in der Schauspielschule etwas mit dem Betonen übertreibt. Das lernt er aber.
Noch besser (und das ist jetzt natürlich kein Witz) wäre eine Frau, eine wie Silvia Neid, die eine überragende Vergangenheit im DFB hat.
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Etwas über den FSV
Neuer Trainer beim FSV Frankfurt wird Angelo Barletta, der bis zum Ende des vergangenen Jahres Trainer der Offenbacher Kickers war. Davor war er als Trainer beim Regionalligsiten Bayern Alzenau aktiv. Seine erste Station als Trainer einer Seniorenmannschaft war ab Sommer 2014 der Hessenligist Vikotria Griesheim. Das Griesheim bei Darmstadt, unweit der Fußballmetropole Goddelau. Im Sommer startet seine hoffentlich erfolgreiche Zeit bei den Bornheimern.
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GEDRUCKTES

(Petra)
Der 6. Kreativwirtschaftsbericht Hessen „Kreativität und Verantwortung“ ist erschienen. Nun kann man ja über Vieles streiten, auch darüber, was die Pandemie mit der Kreativität macht. Das wird sich in Zahlen erst zukünftig erfassen lassen. Ich habe Agentur-Freunde, die bislang ganz gut durch die „harte Phase“ gekommen sind. Gleichzeitig weiß ich, dass viele zu viele Kreative gerade an existenziellen und Sinnfragen verzweifeln. Der Begriff von Verantwortung dürfte ihnen vielmehr bitter auf der Zunge liegen. Wirtschaftlich sowie gesellschaftlich sind Nachhaltigkeit, Diversity, auch Resilienz – Buzzwords, aber die treffenden – zentrale Zukunftsfaktoren, die mittlerweile in immer mehr mehr Köpfen und Herzen verankert sind.
Im vorliegenden Bericht zeigt sich aufs Schönste, wie es dabei um Substanz und Haltung gehen kann: und nicht um schön-zeitgeistigen Schein. Und um faktisches Handeln, Kreation, die positive Veränderungen provoziert. Das ist für mich nicht weniger als Weltgestaltung. Mit Verantwortung eben. Damit wird nicht alles gut, aber es macht mir Mut, denn es zeigt Perspektiven und die enorme Kraft von Kreativität auf.
Bis 2019 hat sich die hessische Kreativwirtschaft mit ihren elf Teilmärkten – für die der individuelle schöpferische Akt am Anfang einer längeren Wertschöpfungskette steht – insgesamt sehr positiv entwickelt: der Umsatz ist von 2015 bis 2019 um 22 Prozent auf 14,8 Milliarden Euro geklettet. Auch gefühlt hat sich in den letzten Jahren meinem Eindruck nach superviel getan: sicherlich hat sich auch mein Blick verändert. Einige Menschen, die dazu beigetragen haben bzw. beitragen, finde ich im Report, zum Beispiel den überaus geschätzten Jakob Sturm, den ich Euch im Weihnachtsspecial mit seinem autobiografischen Buch vorgestellt htte. Oder Sebastian Herkner, der in Offenbach großartige Produkte designt und international gefragt ist. Und noch Vieles mehr. Sogar ein Gedicht, von der jungen Lyrikerin Melis Ntente. Die bildende Künstlerin Hannah Meisinger mit ihrem Kasseler Kunstpreis 2020-Projekt im öffentlichen Raum, das ich unbedingt sehen will. Jeder Teilmarkt wird in einem eigenen Kapitel vorgestellt und mit höchst spannenden Gastbeiträgen sowie kreativen Menschen und Projekten illustriert. Alle Texte sind „auf dem Punkt“: knapp, mit Freude lesbar und oft inspirierend. Mindestens ein Streifzug durch den Bericht lohnt sich – und vergesst nicht die letzte, ja: die allerletzte Seite. Wäre schade. Den Bericht findet Ihr zum Download hier.
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Freitag, 14. Mai ‘GRAN PARTITA’ im Stream

(Martin)
Wolfgang Amadeus Mozart Serenade B-Dur KV 361 Oper Frankfurt
Großartige Musik! Wolfgang Amadeus Mozarts Gran Partita gehört zu den Höhepunkten seiner Bläserserenaden. In den ersten Wiener Jahren zwischen der Entführung aus dem Serail und den Da-Ponte-Opern komponiert, ist Mozart ein wahres Wunderwerk an Einfällen und Klangzaubereien geglückt – nicht umsonst ist die »Gran Partita« begeistert aufgenommen und vorbildhaft für zahlreiche Komponisten des 19. Jahrhunderts geworden.
Mit einer Besetzung von je zwei Oboen, Klarinetten, Bassetthörnern, Fagotten, vier Hörnern und Kontrabass nimmt die Komposition im Divertimento-Schaffen Mozarts eine singuläre Position ein. Das vielfarbige Ensemble präsentiert sich in ständigem Wechsel zwischen Solo, abgestufter Begleitung und Tutti unter der musikalischen Leitung von Sebastian Weigle. 1. Largo – Molto allegro 2. Menuetto – Trio I – Trio II 3. Adagio 4. Menuetto (Allegretto) – Trio I – Trio II 5. Romanze (Adagio – Allegretto – Adagio) 6. Thema (Andante) mit Variationen 7. Finale (Molto allegro)
Die Produktion wird vorab aufgezeichnet und am Freitag, 14 Mai, 19.30 Uhr (MEZ) auf der Website der OPER FRANKFURT, auf YouTube und auf Facebook gestreamt.
Zur Website geht’s hier: https://oper-frankfurt.de/de/spielplan/gran-partita-im-stream/?id_datum=2871
Freitag, 14. Mai um 19.30h - ‘GRAN PARTITA’
Foto: Oper Frankfurt
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Freitag, 14. Mai: ALLONS À PARIS!

(Martin)
Paris als Anziehungspunkt für künstlerische Migration Internationale Ensemble Modern Akademie & Wolfram Koch LIVESTREAM Romanfabrik
Als Metropole der Künste faszinierte Paris zahlreiche Musiker im 19. und 20. Jahrhundert, so die großen Komponisten Olivier Messiaen, Henri Dutilleux oder Pierre Boulez. Sie waren als Lehrer und Förderer bedeutsam, hinzu kamen Arbeitsmöglichkeiten, beispielsweise am Ende der 70er Jahre gegründeten Institut für die Erforschung und Entstehung elektronischer Musik (IRCAM). Das Ensemble 2020/21 der Internationalen Ensemble Modern Akademie präsentiert in seinem Programm Werke nicht-französischer Komponistinnen und Komponisten, die aus unterschiedlichsten Gründen ihren künstlerischen Lebensmittelpunkt in Paris fanden, so z.B. die griechischen Komponisten Iannis Xenakis (1922-2001) und Georges Aperghis (geb. 1945), der Portugiese Emmanuel Nunes (1941-2012), die Finnin Kaija Saariaho (geb. 1952) und die beiden argentinischen Komponisten Martín Matalon (geb. 1958) und Alex Nante. Der Schauspieler Wolfram Koch liest dazu passend Texte von Lion Feuchtwanger, Alain Lance, Paul Celan und Ernest Hemingway.
Programm:Iannis Xenakis: Morisma-Amorsima (Pi, Vl, Vc, Kb) (1962); Georges Aperghis: Le Corps à Corps (Sz solo) (1978); Emmanuel Nunes: Versus III (Fl, Va) (1987/90);
Kaija Saariaho: Oi Kuu (Bkl, Vc) (1990); Martín Matalon: Lineas, Puntos, Planos (Pi, Vl, Vc) (2018); Alex Nante: Mercurius Fugiens (Oboe solo) (2020); Olivier Messiaen: L'Alouette calandrelle (Nr. 8 aus „Catalogue d’Oiseaux“) (Piano solo) (1958).
Die Veranstaltung findet als Livestream statt. Hier der Link zum kostenlosen Stream auf dem Coronakanal der Romanfabrik: https://www.youtube.com/watch?v=qfAPF8wo_x8
Freitag, 14. Mai um 20.00h
Foto: © Barbara Fahle
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Freitag, 14. Mai NSU 2.0: Der Film

(Martin)
Eine Stückentwicklung von Nuran David Calis Auftragswerk des Schauspiel Frankfurt Filmische Uraufführung
»NSU 2.0«, so lautet die Unterschrift unter bisher über hundert Drohschreiben, die seit August 2018 von anonymen Rechtsextremem an Jurist:innen, Künstler:innen, Politiker:innen, Journalist:innen und andere Personen des öffentlichen Lebens versandt wurden. Viele der Todesdrohungen enthalten Daten, die auf eine enge Verflechtung des Absenders mit den Sicherheitsbehörden vor allem in Hessen hinweisen. Im Mai 2021 wurde von Ermittlern der mutmaßliche Verfasser der Drohschreiben in Berlin festgenommen. Die Frage, wer für die illegalen Datenabfragen verantwortlich ist und ob der Täter Unterstützer:innen hatte, steht jedoch weiterhin im Raum.
»NSU 2.0« – die Botschaft dieses Kürzels ist klar. Der sogenannte »Nationalsozialistische Untergrund« NSU, der zwischen 1998 und 2011 mindestens neun Menschen in Deutschland tötete und zahlreiche Verbrechen beging, ist nicht besiegt. Er besteht weiter, auch jenseits der entsprechend unterzeichneten Drohmails, und er kann sich auf ein weitverzweigtes Netzwerk bis hinein in Polizei, Justiz und Geheimdienstbehörden berufen.
Was bedeutet das für Politik, Bürger:innen und Opfer? Wieviel Vertrauen können wir noch in die Behörden und Institutionen setzen, die uns vor Terror schützen sollen? Was wird von den Verantwortlichen unternommen?
Der Film- und Theatermacher Nuran David Calis hat zu diesen Fragen mit seinem Team in Frankfurt recherchiert und dabei vor allem die Verbindungen des NSU mit dem NSU 2.0 und den rechtsextremen Terroranschlägen in Hanau und Kassel ins Visier genommen. Er hat Politiker:innen interviewt, die Drohschreiben des NSU 2.0 erhalten haben, und zahlreiche Gespräche mit Betroffenen und Aktivist:innen in Hessen geführt. Parallel zur Bühnenproduktion unter Covid-19 Hygieneschutzmaßnahmen ist dabei eine filmische Umsetzung der Arbeit entstanden. »NSU 2.0: Der Film« ist eine semi-dokumentarische, künstlerische Auseinandersetzung mit einer Bedrohung, die längst nicht mehr nur an den Rändern der Gesellschaft zu verorten ist – wenn sie das jemals war.
Tickets: Karten für »NSU 2.0: Der Film« sind über den Ticket-Button hier: https://www.schauspielfrankfurt.de/spielplan/a-z/nsu-derfilm/ erhältlich. Preis nach eigenem Ermessen: 5 € (ermäßigt), 10 € (regulär), 20 € (Support-Ticket).
Nach der filmischen Uraufführung ist das Streaming-Angebot noch bis einschließlich 11.06.2021 verfügbar.
Freitag, 14. Mai um 20.00h
Foto: © Felix Grünschloss / Schauspiel Frankfurt
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Freitag, 14. Mai – Sonntag, 16. Mai: Journal-Tagebuch in Zeiten der Pandemie

(Martin)
Carolin Emcke im Gespräch mit Ina HartwigSchauspiel FrankfurtSTREAM
Bestseller-Autorin und Friedenspreis-Trägerin Carolin Emcke denkt in diesem persönlich-politischen Journal über das Ausnahme-Jahr 2020 nach. Am 22. März 2020 beschließen Bund und Länder »Kontaktbeschränkungen« – die neue Wirklichkeit der Pandemie greift ein in unsere psychische, soziale, politische Verfassung. Am Tag darauf beginnt Carolin Emcke mit ihrem »Journal«. Sie notiert nächtliche Albträume oder die unmöglichen Abschiede von geliebten Menschen so wie sie die nationalistischen Reflexe Europas und die autoritäre Verführung des Virus analysiert. Es sind subjektive, philosophische Notizen, die dieser historischen Zäsur nachspüren. Immer wieder widersetzt sich Carolin Emcke der Neigung, nur die eigene Stadt oder Region zu betrachten, immer wieder weitet sie den Fokus, reflektiert die Pandemie als globale Konstellation. Es ist die schonungs- und schutzlose Chronik eines Ausnahmezustands, von dem niemand weiß, wann er zu Ende sein und wie er uns verändert haben wird.
Hier geht’s zur Homepage: https://www.schauspielfrankfurt.de/spielplan/kalender/journal-emcke/339/
Über die Homepage sind Tickets erhältlich: Preis nach eigenem Ermessen: 5 € (ermäßigt), 10 € (regulär), 20 € (Support-Ticket). Nach Einlösung des Zugangscodes ist der Film 24 Stunden verfügbar.
Freitag, 14. Mai – Sonntag, 16. Mai
Foto: © (Buchcover Fischer Verlag / Portrait Carolin Emcke Copyright: Andreas Labes)
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GEHÖRTES: Tallest Man On Earth

(Uwe)
Mittwochs gebe ich die Ausgehtipps ein. Ich übernehme meine Texte und die, die mir Martin per eMail sendet in eine Typo3-Anwendung über die Ihr die Ausgehtipps lesen könnt. Ich trinke ein Bier, lese Martins Texte, markiere einige Passagen und erfahre dabei mehr über die Theaterszene als in meinen 50 Lebensjahren zuvor. Ich höre über neue Bluetooth-Kopfhörer Musik, heute die von Tallest Man On Earth. Und die ist so großartig, dass ich darüber schreiben möchte. Über die Songs des Schweden Kristian Matsson aus Dalarna, der bei Weitem nicht so groß ist, wie es der Name seines Projekts aussagt.
Schweden hat unzählige Bands und Sänger herausgebracht, mit Abba, Roxette oder Cardigans einige international sehr erfolgreiche. Wie viele andere Künstler aus der zweiten oder dritten Reihe singen diese nicht in ihrer Muttersprache sondern in Englisch, so auch Tallest Man On Earth.Trotzdem ist bei ihm diese wunderbare nordische Melancholie in der Musik zu spüren, von der auch ein Banjo nicht ablenkt, dass Matsson ab und an einsetzt: Waiting For My Ghost, King Of Spain, Darkness Of The Dream oder The Running Styles Of New York, was für Nummern. Besonders wird er aber durch ruhige Singer/Songwriterstücke wie "Somewhere In The Mountains, Somewhere In New York" oder "There´s No Leaving Now", das mich einmal im wahrsten Sinne des Wortes kalt erwischte, als ich in einem Herbst im Bahnhof HH-Altona auf einen Anschlusszug nach Westerland/Sylt wartete. Ich stand auf dem Bahnsteig, Nebel lag im Gleisbett und das Lied wurde von der Shuffleversion des IPod ausgewählt. Selten hat mich ein Lied so gepackt wie dieses in dem bestimmten Moment. Seitdem rührt mich dieses Lied, seitdem bin ich Fan von Tallest Man On Eath.
Hier eine Playlist mit meinen Favoriten: https://open.spotify.com/playlist/0e2xL5yBt8KyaMSq9pwLGI?si=zAAaZYa8Q8eTytmkOKKG-A
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Samstag 15. Mai: Demo: § 218 StGB streichen!

(Daniela)
Schluss mit 150 Jahren Kriminalisierung!
Am 15. Mai des Jahres 1871 wurde der Paragraf 218 in das Strafgesetzbuch des deutschen Kaiserreiches aufgenommen. Er stellt einen Schwangerschafts-abbruch einer Tötung gleich und brandmarkt Frauen als Straftäterinnen. Der § 218 stammt aus einer Zeit, in der die Rechte von Frauen nur über den Ehemann im Familienrecht definiert waren. Er stammt aus einer Zeit, in der Frauen nicht allein geschäftsfähig waren, nicht arbeiten, kein Geld besitzen, nicht wählen und nicht studieren durften. Er stammt aus einer Zeit, in der Frauen kein Recht auf eine eigene Sexualität, kein Recht auf ihre Kinder hatten, ihr Sex nur der Fortpflanzung und Produktion von Untertanen dienen durfte.
Viele dieser Ungeheuerlichkeiten konnten inzwischen durch den Kampf von Frauenrechtlerinnen beseitigt werden. Nur der § 218 StGB hat in Deutschland den Zusammenbruch des Kaiserreichs, zwei Weltkriege, zwei Frauenbewegungen und schließlich die deutsche Einheit überstanden. Der Kampf um das Recht auf den eigenen Körper, eigene Sexualität, auf reproduktive Rechte ist immer noch nicht gewonnen. Auch heute, 150 Jahre später, sind Schwangerschaftsabbrüche nach § 218 StGB eine Straftat. Die Regelung im Strafgesetzbuch entmündigt Betroffene und verweigert ihnen eine würdevolle, selbstbestimmte Entscheidung. Außerdem haben 150 Jahre Kriminalisierung ein gesellschaftliches Tabu rund um den Schwangerschaftsabbruch geschaffen. Die medizinische Versorgungssituation wird immer kritischer, da immer weniger Ärzt*innen Schwangerschaftsabbrüche durchführen. Aufgrund der strafgesetzlichen Regelung wird der Schwangerschaftsabbruch zu wenig zum Gegenstand der gynäkologischen Fachärzt*innenausbildung gemacht, was zusätzlich zu der mangelhaften medizinischen Versorgung in Deutschland beiträgt. Ärzt*innen dürfen zudem auf ihren Websites nicht ausführlich über Schwangerschaftsabbrüche informieren, weil der Paragraf 219a StGB dies verbietet. Die §§ 218 ff StGB müssen endlich gestrichen werden. Es gibt keine Gleichberechtigung ohne reproduktive Selbstbestimmung. Es ist die letzte, aber elementar wichtige Bastion, die es endlich zu stürmen gilt.
§ 218 STREICHEN - SCHLUSS MIT 150 JAHREN KRIMINALISIERUNG
Aktion des Bündnis FRANKFURT FÜR FRAUEN*RECHTE.
Demo: 14:00 Uhr Liebfrauenberg
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Samstag, 15. Mai: Maria Stuart

(Martin)
Friedrich Schiller Berliner Theatertreffen 3sat-Aufzeichnung aus dem Deutschen Theater Berlin
Vom 13. – 24. Mai findet das Berliner Theatertreffen digital statt, das gesamte Programm ist kostenfrei zugänglich! Gelegenheit also, die Highlights bzw. die von der Jury ausgewählten Inszenierungen sich anschauen zu können!
„‘Die Schauspieler lassen sich in der Interaktion miteinander durch den Setzkasten in keiner Weise behindern. Sie tun dies in einer Selbstverständlichkeit, als würden sie es nicht anders kennen und nichts vermissen. Und es funktioniert‘, schreibt Ulrich Seidler in der Berliner Zeitung (31.10.2020). ‚Hier steht Theaterspielen selbst mit auf der Bühne: die Verstellung, die Fiktion, die Begegnung zwischen Menschen in Rollen.‘ Auch wenn diese Inszenierungsidee alles bestimme und in diesen Tagen eine etwas sehr konkrete Bedeutung erhalte, sei der Abend ‚nicht monothematisch und eindimensional". ‚Das Ränkespiel der in ihre Leidenschaft, Moral oder Machtpolitik eingeschachtelten Männer hat viele Farben, (…) die Beschränkung der Mittel, die die Regisseurin ihrem Ensemble auferlegt, zwingt zu sortiertem Spiel und kontrolliertem Sprechen‘, was sich in Schillers ‚rhetorisch angespitzter Sprache‘ wiederfinde.“ (zitiert nach nachtkritk.de).
Maria Stuart, katholische Königin von Schottland, ist vor ihrem Volk geflohen, das ihr Auftragsmord an ihrem Gatten vorwirft. In England erhofft sie von ihrer Cousine, der protestantischen Königin Elisabeth, politisches Asyl, erhebt gleichzeitig aber Anspruch auf ihre Krone, als deren rechtmäßige Erbin sie sich sieht. Sie wird gefangen genommen und interniert, Befreiungsversuche von jungen Rettern schlagen fehl. Doch Marias Glanz strahlt auch aus dem Kerker heraus: Sie kann auf eine treue Anhängerschaft zählen und weiß Frankreich an ihrer Seite. Nach mehreren vereitelten Mordanschlägen auf Königin Elisabeth, die Maria angelastet werden, soll sie hingerichtet werden. In Elisabeths Beraterstab gehen die Meinungen auseinander, ein Versöhnungsversuch in Form eines Aufeinandertreffens der beiden Königinnen scheitert grandios. Dennoch zögert Elisabeth das Todesurteil zu vollstrecken. Sie fürchtet die Entscheidung in einem Duell, das keine Siegerin kennen wird. Friedrich Schillers Maria Stuart ist ein Ränkespiel im Geflecht von Politik, Religion, Liebe und Macht, dem alle Figuren unentrinnbar unterworfen sind. Schiller zeichnet ein Tableau von Mächtigen, die Verantwortung scheuen und an ihren Positionen ersticken. Und er zeigt sie als zutiefst menschliche Charaktere, die in ihrem Tun oder Nicht-Tun einsam, isoliert und unfrei immer wieder bei sich selbst landen. Sartre: "Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt. Denn wenn er erst einmal in die Welt geworfen ist, dann ist er für alles verantwortlich, was er tut." Eingeladen zum Theatertreffen 2021 Eingeladen zum Prager Theaterfestival Deutscher Sprache 2020 Auszeichnung mit dem Tschechischen Theaterkritikerpreis 2021
Hier gibt’s das Programmheft: https://www.berlinerfestspiele.de/media/2021/theatertreffen-2021/tt21_downloads/tt21_ap_maria_stuart.pdf
Am Samstag, 15. Mai um 20.15h
Foto: Arno Declair
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DER MOUSONTURM BAUT! FREILICHT - LOGENTHEATER

(Martin)
Der Mousonturm baut! Entstehen soll ein neues, corona-konformes Freilichttheater für DIESEN Sommer an der Grenze zwischen Frankfurt und Offenbach, am Kaiserleikreisel! Das bietet Perspektiven für wunderbare Theater- und Performanceerlebnisse für die Zeit von Juli – Oktober!
Das Kolosseum in Rom, Shakespeares Globe Theatre in London - die Freiluftbühne, die zwischen Frankfurt und Offenbach entstehen soll, orientiert sich an großen Vorbildern. Und auch in seiner Funktion verfolgt das Projekt ehrgeizige Ziele: Es soll Theaterbesuche möglich machen in Zeiten, in denen die Kultur strengen Hygieneauflagen unterliegt. Und das noch diesen Sommer.
Die Idee: Das Künstlerhaus Mousonturm und Frankfurt LAB haben es sich zur Aufgabe gemacht, bis zum Sommer ein temporäres Freilicht-Logentheater zu realisieren. Die Open-Air-Bühne im Kaiserleiviertel zwischen Frankfurt und Offenbach, unmittelbar an der S-Bahn-Station Kaiserlei und dem Mainuferweg, sieht Platz für 200 bis 300 Besucherinnen und Besucher vor. Der Entwurf stammt von Benjamin Foerster-Baldenius und Florian Stirnemann vom Architekturkollektiv Raumlabor Berlin.
"Wir haben mit der Architektengruppe Raumlabor die idealen Partner gefunden für dieses Vorhaben", sagt Mousonturm-Intendant Matthias Pees. "Sie sind daran gewöhnt, solche temporären Bauten zu errichten und sie so professionell zu entwerfen, dass man sie in extrem kurzer Zeit errichtet und genehmigt bekommen kann." Der ambitionierte Zeitplan kommt nicht von ungefähr, schließlich unterliegt der Kulturbetrieb in der Corona-Pandemie starken Einschränkungen.
Das Konzept: Der Entwurf für den "Sommerbau" sieht ein Hexagon aus Stahlgerüsten und Holz vor. Die Besucherinnen und Besucher sitzen getrennt voneinander in Zweier-Logen, die sich über insgesamt vier Stockwerke erstrecken. Die sechseckige Spielfläche in der Mitte des Baus soll so gestaltet werden, dass auch Tanz und Gesang unter Einhaltung der Mindestabstände möglich ist. Von Juli bis Oktober sollen täglich Proben und Aufführungen stattfinden - nicht nur vom Künstlerhaus Mousonturm und den LAB-Partner Ensemble Modern und Dresden Frankfurt Dance Company. Viele weitere Kooperationspartner aus der freien Szene und von anderen städtischen Institutionen sollen dort Raum für ihre Inszenierungen finden. "Wir wollen hier kein exklusives Gebäude des Ensemble Modern oder des Mousonturm hinstellen, sondern es für möglichst viele andere Kooperationspartner aus verschiedenen Disziplinen anbieten, zum Beispiel dem Schauspiel Frankfurt", erklärt Pees. Dadurch soll die Vielfalt der in der Region wohnenden Menschen abgebildet werden. Um Kultur für jedermann zugänglich zu machen, setzt der Sommerbau für die meisten Veranstaltungen auf ein solidarisches Preissystem: Die Zuschauer entscheiden selbst, welchen Preis sie bezahlen können und wollen.
Die Inspiration: Der Mousonturm hat bereits Erfahrungen gesammelt mit möglichst Corona-konformen Theaterräumen. Im vergangenen Sommer ließen sie ihren Großen Saal in einen gut belüfteten Saal aus Lehm mit 19 Logen und fest verbauten Trennwänden umwandeln - den "Bau".
Matthias Pees ist vom Konzept nach wie vor überzeugt: "Als es erlaubt war, den Bau im Mousonturm zu betreiben, hat das ganz fantastisch funktioniert." Niemand hätte sich dort beim Theaterbesuch angesteckt. Auch das Publikum habe "auf den ersten Blick Vertrauen in diesen Raum gewonnen, dass sie sich dort nicht nur nicht anstecken, sondern eine Gemeinschaft finden, wie es gerade in der Corona-Krise überall so schwer möglich ist", so Pees.
Seit November sind auch dort keine Vorstellungen mehr erlaubt. Mit der erneuten Schließung reifte die Idee für eine Freiluftbühne, erzählt der Mousonturm-Intendant. Die Überlegung: Kultur mit Publikum könne wohl am ehesten draußen stattfinden. Gemeinsam mit den Architekten Benjamin Foerster-Baldenius und Florian Stirnemann sowie den Städten Frankfurt und Offenbach und dem Land wurde schließlich ein Konzept entwickelt, das die Erkenntnisse aus dem "Bau" an die frische Luft bringen soll.
Die Zukunft: Wenn es nach Matthias Pees geht, ist das Open-Air-Theater am Mainufer kein Projekt auf Zeit. "Vielleicht ist unser temporärer Bau ein Exempel dafür, was man in der Zukunft denken kann: statt den muffigen Multifunktionshallen ein großes und luftiges Freilufttheater für die kürzere Ewigkeit zu schaffen." Benjamin Foerster-Baldenius sieht Vorteile im temporären Bau, zum Beispiel bei Genehmigungs- und Finanzierungsverfahren. Wenn die Zuschauer und die beteiligten Städte nach der Spielzeit des Sommerbaus wollten, könne man ihn aber weiter nutzen. "Das kann da auch die nächsten 20 Jahre stehen bleiben. Das ist ein Gerüstbau aus Materialien, die sehr haltbar sind. Selbst wenn es wieder abgebaut wird, wird es einen Eindruck zwischen den beiden Städten hinterlassen, der weiterhin Diskussionen und Sehnsüchte hervorruft", so der Architekt.
Text: Anna Lisa Lüft / hessenschau.de
Bild: (c) raumlaborberlin
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Sonntag, 16. Mai: There will be Light

(Andrea)
"There will be Licht!", donnerte es durchs All. Und es wurde! Schließlich hatte der Allmächtige lange genug im Dunkeln gesessen. Von da an war es nur ein kleiner Schritt zur Photosynthese, zur Laserdisko und zu Carol-Anne. Als wärmende Quelle erhalten wir es am Tag vom Gestirn und in der Nacht als LED von der Decke. Wir erblicken es, es entlarvt, es schmeichelt uns – Licht ist gut. Tony Riga und Floyd bringen mit strahlenden Songs die Klänge des Lichts, seine Facetten und seine Farben zum Tönen. Eine Stunde lang reisen sie mit Lichtgeschwindigkeit vom Kerzenschimmer zum Blitzlichtgewitter, vom Glühwürmchen zum Diamanten und beleuchten die Schattenseiten musikalischer Pop-Kultur. Und was finden sie am Ende des Tunnels? Erfahren wir das beim rosaroten Liebeslied am Sonn(!)tag um 17 Uhr. Teile diese Einladung, denn am 16.05. ist der Internationale Tag des Lichts und wir können ihn global gemeinsam feiern, dank Strahlung. Schalte ein und leuchte! VirusMusikRadio / Mein rosarotes Liebeslied an jedem 3. Sonntag im Monat Radio X Livestream http://www.radiox.de/livestream
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Sonntag, 16. Mai: Konzerte für den leeren Raum mit Jakob Rullhusen
(Andrea)
Jakob hat immer wild die Feuergitarre bei antagon gespielt und ist mit Leib und Seele Musiker. Ich bin sehr gespannt, was er sich für das Schwimmbad in Krefeld ausgedacht hat: "Leider können wir Euch noch immer nicht persönlich auf dem Gelände des alten Stadtbades in Empfang nehmen. Damit die Zeit bis zu einem Wiedersehen schneller vergeht, laden wir Euch herzlich zum ersten Badkonzert in 2021 ein und präsentieren eine Konzert-Performance von Jakob Rullhusen für notgedrungen leerstehende und ihrer Bestimmung beraubten Räume. Anlässlich der Covid-19 Pandemie und dem damit verbundenen Lockdown hat sich der Musiker, Produzent und Künstler Räumen angenommen, welche sonst keine klassischen Bühnen darstellen und kreiert in und mit ihnen Musik und Sounds in Echtzeit. Seid live dabei: https://www.youtube.com/user/JAKOBsoundtracks Musik
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Stadtradeln

(Andrea)
Zum Glück hat mich Eva von der Etagerie neulich angestuppst, sonst hätte ich glatt vergessen, mich fürs Radeln und CO2-sparen anzumelden. Beim Stadtradeln radeln innerhalb von drei Wochen Teams innerhalb der Stadt um die meisten Kilometer. Offenbach ist seit 2008 regelmäßig dabei (Frankfurt sicher auch). Jeder, der in Offenbach wohnt, arbeitet, einem Verein angehört oder eine (Hoch-)Schule besucht, kann einem Team beitreten oder ein neues Team anmelden. Ab der Kampagne 2020 können innerhalb der Teams Unterteams gebildet und der Wettbewerb so noch spannender gestaltet werden. Das Team mit den meisten Kilometern insgesamt und das Team mit den meisten Kilometern je Teammitglied gewinnen. Spaß, Motivation und Fitness sind Gewinn für alle aktiven Teilnehmer. Insgesamt gehen alle erradelten Kilometer auf das Konto der Stadt, die im Wettbewerb mit den anderen teilnehmenden Städten um die höchste Kilometerzahl absolut und relativ zur Einwohnerzahl stehen. Außerdem werden die Kommunen mit dem fahrradaktivsten Kommunalparlament ausgezeichnet, Foto: Klima-Bündnis
https://www.stadtradeln.de/offenbach
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Mittwoch, 19. Mai Jana Zöll: Ich bin

(Martin)
Performance – online Digitaler Mousonturm Artist-in-Residence-Reihe CHALLENGE ACCEPTED des Theaters der Jungen Welt Leipzig (TDJW)
Hat man Jana Zöll auf der Bühne erlebt, dann ist das ein bleibender Eindruck…
Die Fragen „Wer bin ich?” und „Was macht mich aus?” sind zentral für die Ausbildung von Identität. Identität ist oft die Summe dessen, wie wir sind oder sein wollen, und dem, wie wir gesehen werden und gesehen werden wollen. Zuschreibungen wie Geschlecht, Behinderung, Herkunft oder Sexualität sind hierbei oft Kategorien, auf die wir zurückgreifen, wenn wir andere Menschen oder uns selbst beschreiben wollen. Doch was bedeuten diese Zuschreibungen in Bezug auf Identität? Welche Perspektive ist letzten Endes entscheidend – die Fremd- oder die Eigenperspektive? Jana Zöll beschäftigt sich in ihrer Zoom-Performance „Ich bin” performativ mit den Themen Körper, Identität und Selbst- und Fremdzuschreibungen. Immer vor der Fragestellung, inwiefern das Einordnen in Kategorien dem Wunsch nach einer offenen Gesellschaft eigentlich widerspricht.
Hier geht’s zur Homepage des Mousonturm und zu den Tickets: https://www.mousonturm.de/events/ich-bin/
Solidarisches Preissystem.
Achtung: sehr wackelige Kameraführung, provokantes Spiel mit Zuschreibungen. Das Publikum soll für die Spielerin sichtbar bleiben.
Zugang: Den Link zur digitalen Veranstaltung (Zoom-Meeting) erhält man über das Print@Home-Ticket, dass von AdTicket zugeschickt wird. Diese URL kurz vor Beginn der Veranstaltung im Webbrowser auf dem internetfähigen Endgerät aufrufen und den persönlichen Zugangscode eingeben. Das Meeting ist bereits ab 19.45 Uhr geöffnet.
Bei Problemen mit der Einwahl: Mousonturm-Mitarbeiter*innen (19.05., 19–21 Uhr): +49 (0) 69 405 895-88
Mittwoch, 19. Mai, 20.00h: Jana Zöll
Foto: © Steven Solbrig
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Mittwoch, 19. Mai: In my Room

(Martin)
Ein Projekt von Falk Richter und Ensemble Maxim Gorki Theater, Berlin Gorki Stream
Die Süddeutsche Zeitung schreibt: ‚"Denn wo sonst hat man schon mal eine derart lebhafte, vielschichtige und emotionale Auseinandersetzung mit ganz verschiedenen Vaterfiguren erlebt wie an diesem Abend?" Ein "erschreckendes Psychogramm der Spezies Mann" zeichne Richter, arbeite sich sehr persönlich an der Krise der Männlichkeit ab. "Mit berührenden, absurden, tragikomischen, tieftraurigen und beglückenden Anekdoten" erzählten die Schauspieler von ihren Vater-Sohn-Beziehungen und ernteten am Schluss Standing Ovations.“ (zitiert nach Nachtkritik.de).
„Ist die Krise der Gegenwart eine Krise der Männlichkeit? Die Zeit ist reif für neue Entwürfe. Doch obwohl alles in Bewegung ist, kündigt sich ein konservativer gesellschaftlicher Rollback an.
Der Mann* scheint in den alten Mustern festzustecken, ein Gefangener im System der männlichen Vorherrschaft. Was bedeutet es, im Jahr 2020 ein Mann* zu sein? Falk Richters Rechercheprojekt In My Room entspinnt aus dem intimen Raum eines Sohns und Autors ein vielschichtiges Geflecht aus Erinnerungen, Bildern und Stimmen und verwebt biografische Erfahrungen mit gesellschaftlichen Erzählungen. Es sind Momentaufnahmen von Söhnen, die sich an ihre Väter, an Familienrituale, Alltagsgeschichten und gesellschaftliche Entwicklungen erinnern. In My Room ist ein autofiktionaler Selbstversuch, in die unergründete Blackbox, die Väter hinterlassen haben, einzutauchen auf der Suche nach den Spuren der Väter im eigenen Leben.“
Hier geht’s zum Trailer: https://youtu.be/J_MuiwPrraU
Stream über dringeblieben.de: https://dringeblieben.de/videos/in-my-room-3
Am Mittwoch, 19.05.21 um 19.30h im Gorki Stream (für 24 Std. online)
Foto: © Homepage Maxim Gorki Theater
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Donnerstag, 20. Mai: Medea

(Martin)
von Leonie Böhm Schauspielhaus Zürich / Berliner Theatertreffen LIVESTREAM
Medea, das ist im griechischen Mythos von Euripides die Königstochter, die von ihrem Mann Jason für eine andere Frau verlassen wird und sich rächt, indem sie die gemeinsamen Kinder ermordet. Die Regisseurin Leonie Böhm nutzt die Tragödie als Sprungbrett für ein radikales Bühnenexperiment: Ihre Medea* ist eine Frau der absoluten Gegenwart, die sich weigert, ein antikes Tragödienschicksal zu verkörpern, es stattdessen lieber vorsichtig von außen betrachten und befühlen möchte und ihm schließlich doch nicht entkommen kann. Maja Beckmann berührt hier als trotzige Medea-Erkunderin, der Musiker Johannes Rieder liefert dazu einen melancholisch-schrägen Soundtrack.
Auch Medea von Leonie Böhm wurde zum diesjährigen Theatertreffen eingeladen: Theatertreffen-Juror Andreas Klaeui zur Inszenierung Jason hat Medea in die Fremde gelockt und dann sitzenlassen, um sich selbst ein neues gutbürgerliches Leben aufzubauen. Das ist die Ausgangssituation: Medeas soziale Existenz ist ausgelöscht, sie ist an einem toten Punkt, allein und ohne jeden Halt. Das streicht Leonie Böhm in ihrer Inszenierung – im Grunde genommen ist es ein Monolog – heraus.
Die sozialen Bande sind gerissen, es gibt keinen festen Boden unter den Füßen (nur flottierende weiße Tücher im Bild von Zahava Rodrigo), das destruktive und selbstdestruktive Handeln hat seine alternativlose Eigendynamik schon in Gang gesetzt. Leonie Böhm und die Schauspielerin Maja Beckmann zeigen eine Frau im freien Fall. Insofern ist es für diese Inszenierung auch gar nicht erheblich oder interessant, auf die ungeheuren Taten am Schluss – den Mord an der neuen Frau an Jasons Seite, Glauke, den Mord an Medeas Kindern – noch einzugehen. Sie legt ihr Augenmerk vielmehr auf die Entwicklung, die diesem passage à lʼacte vorausgeht. Die Selbstermächtigung, die ihm inneliegt. Die neuen Entfaltungsmöglichkeiten, die er vielleicht schafft. Die Zürcher Medea mit dem Gendersternchen, das sie über binäre Positionierungen hinaushebt, ist eine Medea, die Christa Wolf gelesen hat und der Sigmund Freud, Jacques Lacan, Walter Benjamin zumindest nicht fremd sind. Auch wenn sie neben improvisierten Texten vor allem Euripides spricht, in der Neuübersetzung von Herbert Meier. Eine Medea auch, die den passage à lʼacte in der Auftrittssituation der Akteurin mit dem Publikum spiegelt, was natürlich vergleichsweise harmlos ist, aber dennoch einen Konfliktpunkt sehr treffend zu konkretisieren vermag. Eine Medea überhaupt der anschaulichen Bilder, zum Beispiel, wenn sie ihre Situation im Exil beschreibt als eine, deren Schlüssel als einzige plötzlich in keine Tür mehr passen. Alle Schlösser ausgetauscht, und sie hat nicht mitbekommen, wie es dazu gekommen ist.
Wie Maja Beckmann das schauspielerisch entwickelt, wie Leonie Böhm es bildhaft anlegt, wie Johannes Rieder es musikalisch spiegelt, ist atemberaubend und klug. Es versucht, den Terror nicht als unmenschliche Monstrosität von sich zu weisen, sondern ihn zu denken und so das Ungeheure, das der Mensch ist, intelligibel zu machen.
Hier gibt’s das Programmheft: https://www.berlinerfestspiele.de/media/2021/theatertreffen-2021/tt21_downloads/tt21_ap_medea.pdf
Hier geht’s zur Ticketinfo (aktuell ist unklar, ob die Streamingtickets kostenfrei sind oder über die Homepage des Schauspielhaus Zürich ein Kostenbeitrag erhoben wird): https://www.berlinerfestspiele.de/de/berliner-festspiele/programm/bfs-gesamtprogramm/programmdetail_339884.html
Donnerstag, 20. Mai um 20.00h
Foto: © Gina Folly
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Donnerstag, 20. Mai: After Europe.

(Andrea)
Europa ist die tollste Erfindung nach zwei verheerenden Weltkriegen und ich bezeichne mich ohnehin lieber Europäerin als Deutsche, weil ich das Verbindende mag, die Ideen der Französischen Revolution, die universell geltenden Rechte. Halt. Universell? "Postkolonialismus, Dekolonisierung und Identitätspolitik sind in aller Munde. Mit diesen Schlagworten und Diskursen wird um Ressourcen, Zugänge und Deutungshoheit gerungen. Aber wie lässt sich jenseits der inszenierten Fronten der Debatten produktiv über ihre inhärenten Widersprüche und hiesigen Ableitungen diskutieren? Ist der Universalismus für immer passé? Wie erfassen wir nicht-westlichen Imperialismus? Und was bitte ist der Unterschied zwischen dekolonial und postkolonial? Im Herbst 2019 lud der Kurator Julian Warner die Kunstvermittlerin Nora Sternfeld, die Protestforscherin Olga Reznikova und den Kulturanthropologen Rohit Jain im Rahmen des Festivals "After Europe" an die Sophiensæle zu einem Symposium ein, um zentrale Begriffe und Fragestellungen dieser Diskurse zu diskutieren. Es entfaltete sich ein nuancierter Streit, bei dem offen diskutiert und nicht gleich festgestellt wurde. Nun ist eine editierte Version dieser Diskussion im Verbrecher Verlag erschienen. Zeit für einen Rück- und Ausblick." GÄSTE Rohit Jain, Olga Reznikova, Julian Warner Zur Publikation geht es hier: https://bit.ly/3aNQ1co Foto © Verbrecher Verlag
Beginn 19 Uhr, DE | Eintritt Frei REGISTRIERUNG HIER: https://bit.ly/3ttXV0U Für die Teilnahme muss die Software Zoom heruntergeladen und deren Datenschutzerklärung zugestimmt werden: https://bit.ly/3vrXGF5 Zur Zoom-Anleitung geht es hier: https://bit.ly/3bgdy68
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Literatur: Deutsch für Alle
(Andrea)
Hitler und Lufthansa gehörten zu den ersten deutschen Wörtern, die der Iraker Abbas Khider lernte. Hitlers "Mein Kampf" lag in den Bazaren Bagdads aus und Lufthansa hatte in den neunziger Jahren noch den magischen Klang eines fliegenden Teppichs für Geflüchtete und Vertriebene, erklärt Khider der sich in die deutsche Sprache verliebte, Philosophie studierte und sich den Herausforderungen in mehrfacher Hinsicht stellte. Darüber hat er ein Buch geschrieben, das war mein Einstieg in seinen literarischen Kosmos und seitdem habe ich mich auch durch seine anderen Bücher gefräst. "Deutsch für Alle" ist ein ziemlicher Spaß, weil er die Grammatik ohne Rücksicht auf Verluste aufräumt, aber dabei seine arabischen Wurzeln und viel autobiographisches Einfließen lässt. Die Folterkeller Sadam Husseins spielen also sehr wohl eine Rolle. Kurzum, ein vergnügliches, aber auch nachdenkliches Buch von einem sehr sympathischen Zeitgenossen.
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Noch bis 5. Juli: Raus aus dem Swimmingpool, rein in mein Haifischbecken

(Martin)
Hörstück nach Laura Naumann; Staatstheater Darmstadt
„Familie Flugrat wohnt in Berlin. Tochter Moana hat gerade als Junior Consultant in einer großen Unternehmensberatung begonnen, will schnell Karriere machen, ihrem Chef gefallen und berät als ersten großen Auftrag den Halbleiterkonzern Chip Chip. Mutter Christiane lebt nach einer entwürdigenden Trennung ohne Mann und zweifelt an ihrem Beruf; sie ist Nachrichtensprecherin und informiert jeden Abend deutschlandweit die Zuschauer:innen über alles, was falsch läuft in der Welt. Moanas Freund Boris wohnt ebenfalls bei der Familie, ist aber nicht oft zuhause, er ist hauptberuflich Flugbegleiter, nebenberuflich kümmert er sich um die emotionale Lage der Familie Flugrat.
Während Moana ohne Rücksicht auf Verluste Karriere machen will, sucht Christiane nach dem Sinn darin, täglich das Publikum über die Krisen der Welt zu informieren. Boris möchte, wenn er mal zuhause ist, eine ganz normale Familie, die sonntags zusammen opulent frühstückt. Sowohl Christiane als auch Moana zweifeln an sich selbst, ihren beruflichen Erfolgen und damit verbunden dem Wert ihrer Arbeit. Der kapitalistische Imperativ ist allgegenwärtig. Und auf einmal sind alle immer zuhause! Unerwartet tritt dann auch noch Nikita ins Leben der Familie - danach ist nicht mehr wie es war.
In diese Situation wirft die Autorin Laura Naumann ihre Leser*innen und wir unsere Zuhörer*innen.“
Hier geht’s zu den Tickets: https://www.staatstheater-darmstadt.de/veranstaltungen/raus-aus-dem-swimmingpool-rein-in-mein-haifischbecken.774/#event-4055
Freitag, 30. April – 5. Juli Solidarisches Preissystem - Staatstheater Darmstadt
Foto: © Staatstheater Darmstadt/Homepage
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Top 5: Brettschneider vs. Schwöbel: Sportfilme

(Daniel und Uwe)
Top 5 – Sportfilme, Uwe, inlusive Einleitung
Schnell einigten Daniel und ich darauf, diese Woche die Top 5 der Sportfilme aufzuschreiben. Es gibt wunderbare Filme, die sich um Eishockey, Basket-, Base- oder Football drehen, selbst wenn man diese Sportarten überhaupt nicht leiden kann. Einen guten Sportfilm aus Deutschland sucht man vergeblich und bei Filmen über Fußball kann man sich eigentlich nur beim englischen Altmeister Ken Loach bedienen, der selbst ein großer Fußballfan ist. Eine der seltenen guten Fußballszenen ist aus seinem großartigen Drama „Kes“ (https://www.youtube.com/watch?v=_9nDHupVqVw).
Neben Spielfilmen gibt es wahnsinnig gute Dokumentationen oder Serien über Sport, beides haben wir für unsere Top 5 aber ausgeschlossen. Sonst wäre bei uns beiden die äußerst abgedrehte Serie Eastbound & Down um einen abgehalfterten Baseballstar wahrscheinlich dabei. Dabei sein muss bei Daniel und mir jeweils ein Film mit Paul Newman!
1. Schlappschuss 2. Semi-Pro 3. Feld der Träume 4. Moneyball – Die Kunst zu gewinnen 5. Looking for Eric
Muss dabei sein: Schlappschuss, ein Eishockeyfilm mit Paul Newman. Unbedingt in der Version ab 18 schauen. Für alte Freunde und mich DER Kultfilm.
Nicht dabei: Das Wunder von Bern. Den Film mag ich überhaupt nicht.
Top 5 – Sportfilme, Daniel
1. Rocky (1976) 2. Haie der Großstadt (1961) 3. Jerry Maguire – Spiel des Lebens (1996) 4. The Wrestler – Ruhm, Liebe, Schmerz (2008) 5. Karate Kid (1984)
Muss dabei sein: Puh, sportliche Aufgabe … denn gute Sportfilme gibt es recht zahlreich. Die besonders guten verdichten das Leben auf unnachahmliche Weise. Der Sport (welcher auch immer) steht ja doch meist synonym für Niederlagen, fürs Aufstehen und Weitermachen. Es sind auch deshalb oft Filme über das Scheitern, über (fehlenden) Mut, Verzweiflung, Ängste – Katharsis. Klassische Hollywood-Themen also. Wenn diese allerdings wirklich genial verpackt sind – so wie in den folgenden Filmen ¬– ist es ein Hochgenuss in das Pathos, den Schmerz und diese hart erkämpften Siege mit Haut und Haaren einzutauchen. „Haie der Großstadt“ mit dem jungen Paul Newman als unwiderstehlich großmäuliger „Fast Eddie“ ist für mich das Paradebeispiel eines Films über den Hochmut, die Jugend, das trotzige Scheitern. Ist Billard aber überhaupt Sport? Ganz egal! Dieser Film gleicht einer Kippfigur und beschreibt die eindringlichste Erkenntnis im Sport, beim Spiel wie auch im Leben: Man muss wissen, wann man aufhören sollte. Das ist ungleich wichtiger als zu gewinnen.
Darf nicht dabei sein: Es gibt einfach echt sehr viele sehr gute Sportfilme. Leider haben folgende zwar die Top 5 knapp verfehlt, doch möchte ich sie Euch allesamt eindringlich ans Herz legen: Ballfieber – Fever Pitch, Warrior, Foxcatcher, Semi-Pro, Moneyball – Die Kunst zu gewinnen, Die Indianer von Cleveland, Annies Männer, Der Unbeugsame, The Fighter, An jedem verdammten Sonntag, Die Farbe des Geldes. Sie alle haben mich zwar nicht unbedingt zum Sportmachen animiert, aber im Leben prima begleitet – bewegt!
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Noch bis zum 22. Mai: Sculptures on the move
(Daniela)
Der Künstler Paul Hirsch aus Offenbach, hatte sich natürlich auch gedacht, dass er seine Austellung Sculptures on the move mit vielen Besucher*innen eröffnen kann..... und natürlich hat er sich auf viele Interessierte gefreut, die die bok-Galerie (Bund Offenbacher Künstler) in Offenbach besuchen.
Leider klappt das natürlich nicht, wobei so ganz stimmt es nicht, denn seine Arbeiten sind in der Schaufensteraustellung zu sehen. Und natürlich können auch Besuchstermine vereinbart werden, sofern es irgendwie machbar ist.
Donnerstag und Freitag 16–19 Uhr, Samstag 11–15 Uhr, ist in der Ausstellung sowie auf der Website des BOK zusätzlich ein Film-Loop zu sehen.
Mehr Infos zu Paul Hirsch und seine Arbeiten: https://paulhirsch.de
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GESCHAUTES: Kein Friede den Toten

(Uwe)
In den Geschichten von Harlan Coben verschwindet für gewöhnlich eine Person und wird von einer anderen, gerne von jemandem aus der Familie, gesucht. Bei der Suche wird eine Menge an dem Staub aufgewirbelt, den die Zeit über eine „Leiche im Keller“ legte.
Auch wenn das Muster in der Regel dasselbe ist, sind die Cobens Romane, die in der Regel seinem Heimatstaat New Jersey spielen, stets spannend. So spannend und erfolgreich, dass Netflix einen Exklusivvertrag mit dem Autor abschloss. Nach gelungenen Umsetzung durch Netflix England („Ich schweige für Dich“) und einer eher durchschnittlichen Version von „Das Grab im Wald“ von Netflix Polen, war nun Netflix Spanien dran („Kein Friede den Toten“). Die Spanier erfanden in den 2000er Jahren den Fußball neu (Tiki Taka mit Xavi und Iniesta) und nun wiederholen sie das mit Serien („Haus des Geldes“, „Sky Rojo“ oder nun „Kein Friede den Toten“). Ich gestand an dieser Stelle bereits, dass ich mit dem Ende von Haus des Geldes und der gesamten Serie Sky Rojo nichts anfangen konnte und auch die Verfilmung von Cobens Buch ist eher so lala. Das soll Menschen, die an guter Unterhaltung und Spannung interessiert sind nicht vom Schauen abhalten.
Zur Geschichte: Frau verschwindet, Mann erhält schlüpfrige Filme mit ihr, Mann (saß schon im Knast wegen einem unglücklichen Todesfall) sucht sie und gerät selbst in Gefahr sowie ins Visier der Polizei (und diverser anderer Personen) … Hauptdarsteller ist Mario Casas, der in dem großartigen Film „Der unsichtbare Gast“ (auch bei Netflix) mitspielt und in dieser Produktion etwas blass wirkt, dafür sind die Nebenrolle überwiegend gut besetzt.
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Samstag, 22. Mai: Graf Öderland

(Martin)
Eine Moritat in zwölf Bildern von Max Frisch Theater Basel/Residenztheater München Erstausstrahlung der 3sat-Aufzeichnung im TV
Das Theatertreffen macht‘s möglich. Für diese Inszenierung hatte ich Karten und auch das Zugticket war schon gebucht. Dann machten die Theater wegen der Pandemie dicht…
Ein Bankangestellter erschlägt einen Hausmeister: ohne Grund, ohne Motiv, einfach so. Der Mörder und dessen „sinnlose“ Tat werfen den Staatsanwalt, der die Anklage führen soll, völlig aus der Bahn. Hals über Kopf verlässt dieser sein geordnetes Dasein und initiiert als Mörder mit der Axt in der Hand eine blutige Bewegung gegen den gesellschaftspolitischen Status quo. Regisseur Stefan Bachmann nimmt den Untertitel „Moritat“ beim Wort. Dank der facettenreichen Live-Musik, einem spielwütigen Ensemble und einer kongenialen Raumsetzung von Olaf Altmann entsteht ein albtraumhafter Sog, der die Geschichte von „Graf Öderland mit der Axt in der Hand“ als zeitlos begreift und doch unzählige hochaktuelle Assoziationen provoziert.
Anlässlich der Premiere in Basel schrieb nachtkritik.de:
„Überhaupt glänzt das Ensemble mit einer präzisen und lustvollen Leistung, beispielsweise wenn die versammelte Polit-Elite (vor dem Umsturz im Regierungsgebäude) den Text singend skandiert. Ein toller Regie-Einfall, der vor Tempoverlust und einem Absturz auf eine unpassende Bedeutungsebene rettet – und den man auch als Parodie auf Ulrich RaschesInszenierungsstil sehen könnte.
Bachmann kann es sich leisten, die Aufführung zerbröseln zu lassen: Man hört einfach auf und Licht an, Endes des wüsten Traums, der Umsturz ist abgesagt. Die Aussage des Staatsanwalts "Man hat mich geträumt" ist nur folgerichtig in Bachmanns Inszenierung. Keine war so inspiriert und gekonnt in der bislang nicht ganz glücklichen Basler Saison. Und sicher hat keine so viel Spass gemacht.“
"Das alles ist grosses Theater, gross in seiner Wirkung und gross im Verzicht auf jedwede Mittel, die nicht der Mensch und sein Körper sind". (Neue Zürcher Zeitung).
Hier gibt’s das Programmheft: https://www.berlinerfestspiele.de/media/2021/theatertreffen-2021/tt21_downloads/tt21_ap_graf_oederland.pdf
Samstag, 22. Mai um 20.15h
Foto: © Birgit Hupfeld
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Samstag, 29. Mai: Automatenbüfett

(Martin)
Anna Gmeyner Burgtheater Wien Erstausstrahlung
Eine weitere Inszenierung, die zum diesjährigen Theatertreffen eingeladen wurde, das ‚nur‘ digital aber kostenfrei stattfindet!
Der Provinzbürger Adam bewahrt die schöne Unbekannte Eva vor dem Freitod durch Ertrinken und bringt sie mit in das „Automatenbüfett“, die Gastwirtschaft seiner resoluten Ehefrau. Evas Ankunft ist für die männerlastige Gemeinschaft eine Attraktion, die der durchtriebene Adam für seine Pläne zu nutzen weiß. Anna Gmeyners Figuren kämpfen verzweifelt um Verbindlichkeit und offenbaren sukzessive doch nur wieder die eigene Schlechtigkeit. Der von Martin Zehetgruber entworfene titelgebende Automat bildet den drohenden Hintergrund, vor dem sich das herausragende Ensemble auf mal peinlichst-komische, mal herzzerreißend traurige Weise begegnet. Regisseurin Barbara Frey beweist einmal mehr ihr Talent für unaufgeregte, präzise Spannung – und einen klugen, zeitgemäßen Blick auf Geschlechterabhängigkeiten.
Theatertreffen-Jurorin Petra Paterno zur Inszenierung „Automatenbüfett“ ist eine Wiederentdeckung. Die Autorin Anna Gmeyner, geboren 1902 in Wien, war zeitlebens eine literarische Außenseiterin. „Automatenbüfett“ hätte bereits in den 1930er-Jahren das Zeug dazu gehabt, Gmeyner den Durchbruch als Dramatikerin zu ermöglichen; als linke Bühnendichterin jüdischer Herkunft waren ihre Texte in Nazi-Deutschland verboten; Gmeyner gelang die Flucht ins britische Exil, nach Österreich kehrte sie nie mehr zurück.
‚"Das Ensemble ist hervorragend, es fügt sich sehr homogen in eine von der Regie vorgegebene Trägheit, in eine verzerrte Körperlichkeit", so Martin Thomas Pesl aufDeutschlandfunk Kultur (30.10.2020). "Sie sind Freaks alle miteinander, aber im interessantesten Sinne." Frey bürste das Volksstück gegen den Strich und werde ihm damit gerecht.‘ (zitiert nach nachtkritik.de)
Hier gibt’s das Programmheft: https://www.berlinerfestspiele.de/media/2021/theatertreffen-2021/tt21_downloads/tt_21_ap_automatenbuffet.pdf
Samstag, 29. Mai um 20.15h
Foto: © Matthias Horn
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Noch bis 16. Mai: Video-Installation

(Petra)
Große Freude machen mir derzeit kleine, analoge Formate - sei es, durch die Fenster des Lola Montez Kunstwerke zu erspicken, oder Installationen vor der Tür zu entdecken. Seit letztem Wochenende wärmt mein entwöhntes Kunst-Herz eine Video-Installation in der Schirn-Rotunde, die ich dank einer lieben Freundin bestaunt habe. Wahrscheinlich nicht zuletzt, weil meine Sehnsucht nach dem Meer allmählich übergroß wird. Und weil das räumliche Erleben selbst bei einer Videoarbeit einen Riesen-unterschied macht. In ihrer "immersiven" Videoarbeit zeigt die kanadische Künstlerin Caroline Monnet den Atlantik - groß, schäumend bewegt,geräuschstark, aber auch idyllisch. Er verbindet für sie beide Seiten ihrer Identität, die von ihren Algonquin-Vorfahren in Kanada und ihren französischen in Europa geprägt ist. Hier dokumentiert sie ihre 22-tägige Reise auf einem Frachtschiff von Europa nach Kanada. In einer filmischen Montage entfalten die Bilder der Überfahrt, an der Mittelachse gespiegelt und unterlegt von einer tranceartigen Tonspur aus Radiofrequenzen und Morsezeichen, eine eindringliche Sogwirkung. Diese steht im Kontrast zur Statik der drei Betonkugeln PROXIMAL I, II, III (2018/2020): zusammen eine eindringliche Installation. Die sphärischen Skulpturen verweisen u. a. auf Mondzyklen, welche in der Algonquin-Tradition eine zentrale Rolle spielen. Die Installation beleuchtet auch Auswirkungen der kolonialen Geschichte zwischen Europa und Nordamerika, von Handel und Migration wie auch den traumatischen Erfahrungen der Indigenen Menschen.
Videoarbeit Transatlantic (2018, 15 Min.) und die Skulptuturen PROXIMAL I, II, III (2018/2020) von Caroline Monnet, Schirn-Rotunde (öfffentlich zugänglich), noch bis 16.05., Eintritt: frei, weitere Informationen hier.
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Montag, 31. Mai: Finissage der Ausstellung „Der Weg der Sinti und Roma“
(Andrea)
Ich hoffe, die uns alle beschäftigenden Inzidenzen lassen einen Besuch zu: Am 23. März 1943 wurden nach vorher erstellten Listen die meisten der in Hanau und Umgebung lebenden Sinti und Roma verhaftet und in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Die wenigen, die zurückblieben, wurden sterilisiert. Ziel der Nazis war es, die Sinti und Roma als „Rasse“ zu vernichten. Wie die Verfolgung der Sinti in Hanau und Umgebung durchgeführt wurde, untersuchte eine Dokumentation, die auch auf die Diskriminierungspraxis vor 1933, die Enteignung und auf die lange Zeit der verweigerten Anerkennung der Verfolgung nach 1945 eingeht. Udo Engbring-Romang, Autor, des Buches „Hanau.Auschwitz.“ wird eine Präsentation zu seiner Dokumentation zeigen, auf aktuelle Fragen eingehen und im Anschluss zu einem Gespräch zur Verfügung stehen. Anmeldung erbeten unter: mkk@vvn-bda.de
19.00 Uhr (Einlass: 18.30 Uhr) Ellis Bistro Johanneskirchplatz 1 63450 Hanau
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Dienstag, 01. Juni: Beste Sachliteratur

(Petra)
„Sachbuch“ – puh, hört sich das spröde an. Und doch sind „die Sachen“ die großen Entdeckungen, Lebens-Abenteuer und Geschichte(-n), die den eigenen Horizont unendlich zu öffnen vermögen. Mich hat so manch großartiges, so genanntes Sachbuch mehr noch geprägt als der tollste Roman. Manchmal ist es auch staubige Lektüre, klar. Bei welchen neuen Titeln Ihr hier nicht Gefahr lauft, verrät Euch der Deutsche Sachbuchpreis, der dieses Jahr Premiere hat. Er wählt Werke aus, die Impulse für die gesellschaftliche Auseinandersetzung geben und einen Beitrag zu aktuellen Debatten leisten oder neue anstoßen. Sechs der acht Nominierten präsentiert das Literaturhaus Frankfurt heute exklusiv und live aus seinem Lesesaal – eine super Chance, sich für eines oder mehrere der Bücher begeistern zu lassen. Ich bin sicher, dass ich mich für „Flucht – Eine Menschheitsgeschichte“ von Andreas Kossert entscheiden würde: ein universelles, kulturgeschichtlich spannendes und hoch relevantes Thema, Ur-Angst und Erfahrung, die in unseren Genen verankert ist. Doch das ist nur eines von acht beeindruckenden Sachbüchern, die Ihr vor der Preisverleihung bequem in Gesprächen der Autor*innen mit Journalist*innen bzw. Kritiker*innen kennenlernen könnt.
Foto: ©vntr-media
Deutscher Sachbuchpreis 2021. Die Nominierten, Livesendung aus dem Literaturhaus Frankfurt, mit Heike Behrend („Menschwerdung eines Affen“), Asal Dardan („Betrachtungen einer Barbarin“), Jürgen Kaube („Hegels Welt“), Andreas Kossert („Flucht – Eine Menschheitsgeschichte“), Daniel Leese („Maos langer Schatten. Chinas Umgang mit der Vergangenheit“) und Michael Maar („Die Schlange im Wolfspelz. Das Geheimnis großer Literatur“), Moderation: David Ahlf, Fridtjof Küchemann, Alf Mentzer, Cécile Schortmann, Gert Scobel und Miryam Schellbach, Uhrzeit: 19:30 Uhr, Streaming-Ticket: 5 Euro, Zugang über Link und Zugangscode, Streaming-Account nicht notwendig, Streamingtickets sind 70 Stunden gültig und können bis 60 Minuten vor Veranstaltungsbeginn online erworben werden
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2. JUNI – 13. JUNI: Heine. ICH REDE VON DER CHOLERA

(Martin)
OPEN AIR! THEATER WILLY PRAML
Epidemische Krisen. Nichts Neues! Heine berichtet von der Cholera 1832 in Paris. Vom Karneval, bei der die Maskierten blau anlaufen, reihenweise tot umfallen und hektisch in ihren Narrenkostümen beerdigt werden. Von den Verschwörungstheoretikern, die das Volk so in Rage versetzen, dass eine Horde zwei vermeintliche Giftmischer auf offener Straße in Stücke reißt. Von dem Verkehrsstau hunderter Leichenwagen, die keine Zufahrt mehr zum Friedhof finden und deren Kutscher in Streit geraten und sich gegenseitig die Toten aus den Wagen zerren.
HORROR-Szenarien, die Heine uns da in den düstersten Farben und gewohnt bissiger Ironie ausmalt, die einem aber irgendwie bekannt vorkommen oder inzwischen zumindest vorstellbar. Die 200 Jahre, die zwischen uns und Heines Paris liegen, schrumpfen zu einem Zeitmaß von einer Markus-Lanz-Talkrunde bis zur nächsten zusammen. Und die verwirrte Stimmung der Leser*innen oder Fernsehenden ist die gleiche. Nichts Neues!
Heines Cholera-Bericht wird im Dialog stehen mit dem 3. Akt der Oper LA TRAVIATA von Verdi – das todtraurig vertonte Sterbezimmer einer kranken Schönen.
Der Schrecken im Theater soll ja immer auch schön sein und nicht tödlich.
RESERVIERUNGEN: http://theaterwillypraml.de/heine-ich-rede-von-der-cholera/
Foto: (c) Theater-Willy-Praml / Homepage
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