07.05.2021
Inhalt: Eigentlich / FREUND*IN WERDEN. SO GEHT'S: / SUCHE / BIETE / G E R O L L T E S über das Trainerkarussell / Etwas über den FSV / Freitag, 07. Mai: PUR TI MIRO / Freitag, 7. Mai: Online-Premiere "Security" / Ab 7. Mai: Neuer Podcast "FREIHEIT DELUXE mit Jagoda Marinić / Freitag, 07. + Samstag, 8. Mai: Lieblose Legenden / Freitag, 7. Mai: Meinungsfreiheit ist mehr als meine Meinung / Noch bis zum 22. Mai: Sculptures on the move / Soundtrack des Lebens: Der Kampf um Köstlichkeiten / Marktschwärmer / Ab 8. Mai: An English Angst – a new multi-media political comedy drama / Samstag und Sonntag, 8. und 9. Mai: Of/ Digitaler Baum. Achtung: Anmeldeschluss Freitag! / Noch bis 9. Mai: Lichter Filmfest / Sonntag, 09. Mai: Il trittico – Puccinis ‚Triptychon / Sonntag, 09. Mai: The LOKAL Listener: Gregor Praml trifft Stephan Weiler / Mai & Juni Kursprogramm im ChamissoGarten / Noch bis 5. Juli: Raus aus dem Swimmingpool, rein in mein Haifischbecken / Bis Samstag 15. Mai: AUF EIN STÜNDCHEN! - Life is live / Bis Montag, 17. Mai: SCHULAUSFLUG – DIE EXPEDITION / Top 5: Brettschneider vs. Schwöbel: Top 5 Filme der Coen Brothers / Mittwoch, 12. Mai: Le sacre du printemps / Irgendwann bald: OF/ Reclaiming Dance / Donnerstag, 13. Mai: Einfach das Ende der Welt / Donnerstag, 13. Mai: Carolin Emcke im Gespräch mit Ina Hartwig / Hörspiel: Curtain Call! Eine Schauspielerin am Rande des Nervenzusammenbruchs / GEHÖRTES: Morning Show / Noch bis zum 9. Mai: SchaufensterAusstellung / Noch bis Sonntag, 9. Mai: Das Neue Evangelium / Noch bis 24. Mai: Bad Homburg feiert Hölderlin / VORSCHAU / Noch bis 16. Mai: Video-Installation / Bis 5. September: Londoner Exzentrik im Museum / DER MOUSONTURM BAUT! FREILICHT - LOGENTHEATER / Montag, 31. Mai: Finissage der Ausstellung „Der Weg der Sinti und Roma“ / 2. JUNI – 13. JUNI: Heine. ICH REDE VON DER CHOLERA / Impressum
Eigentlich

Eigentlich wollte ich heute im Intro über die tollen Filme, die ich beim LICHTER FILMFEST INTERNATIONAL gesehen habe, schreiben, aber leider bin ich dazu nicht gekommen. Keinen Einzigen habe ich gesehen. Ich war keinen Abend auf der Couch, wobei das so eigentlich auch nicht stimmt. Aber als ich es dann endlich geschafft habe war ich froh, dass die Champions League lief und ich einfach nur „stumpf“ Fußball schauen konnte.

Apropos Champions League, ich muss gleich noch schnell meine Postkarte an die Eintracht abschicken, denn ich will die Aktion „51.500 Postkarten für Champions-League im Waldstadion“ unterstützen. Hiermit zeigen die Fans der Mannschaft, dass sie „stets anwesend sind und dem Team den Rücken stärken.“ Wir zeigen damit, dass der 12.Mann (und die 12. Frau) auch jetzt, ganz Corona konform, hinter der Mannschaft stehen.

Zurück nochmal zum Film: ich wollte vor allem den Film „Street Line“ bei Lichter sehen. Es ist eine Fortsetzung des Films “„Kleine Wölfe". Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich jetzt las, dass Lisa Engelbach & Justin Peach den Lichter Filmpreis für „Street Line“ gewonnen haben.
2009 habe ich Justin beim Internationalen Filmfestival Up-And-Coming kennengelernt, das ich moderierte. Gerade bei so großen Festivals kann man als Moderatorin nicht vorher alle Filme sehen. Also ist der Ablauf immer der gleiche: man schaut, gemeinsam mit dem Publikum (es waren über 700 Leute im Saal) den Film, macht sich währenddessen ein paar Notizen und geht dann auf die Bühne und führt ein Interview mit den Filmemacher*innen. Ich hatte an dem Tag schon unzählige Filme gesehen und dann kam „Kleine Wölfe“ eine Doku.
Der damals 27 jährige Mainzer Medien-Design-Student Justin, war nach Kathmandu, der Hauptstadt Nepals, gereist um dort seinen Abschlussfilm zu drehen. Er lernte dort eine Gruppe Straßenkinder kennen. Justin begleitete die Kids nicht nur mit der Kamera. Er lebt mit ihnen fast drei Monate zusammen auf der Straße. Entstanden ist eine unfassbar nahe Dokumentation, ohne Sprecher, ohne Musik, ohne jegliche Inszenierung. Die Jury sagte damals "Eine Dokumentation auf Augenhöhe! Ein beeindruckender Film über die Straßenkinder Katmandus! Ein junger Filmemacher, der bereit ist für seinen Film alles zu geben... Der Film zeigt die Balance zwischen Armut und Würde, Turbulenz und tiefer Stille und ist zu keinem Zeitpunkt mitleiderhaschend oder voyeuristisch."

Mich hat der Film damals sehr mitgenommen. Der Film war zu Ende, das Licht im Saal ging an und ich musste auf die Bühne. Ich hatte mir keine einzige Frage notiert und mir standen die Tränen in den Augen und der ganze Saal schaute mich an… ich war so froh, als dann ein strahlender Justin auf die Bühne kam und wir gemeinsam die Situation „wuppten“.

Lisa & Justin haben die ganze Doku „Kleine Wölfe“ auf youtube hochgeladen. Schaut ihn Euch an, dann versteht ihr, was ich meine: https://www.youtube.com/watch?v=b6MhwP9wvFc).

Der Film ließ auch mich danach nicht los. Immer wieder, wenn ich in den Sozialen Medien etwas über Justin las/sah dachte ich an Sonu, den damals 11 jährigen Jungen, der im Mittelpunkt des Films stand.
So wie mir, ging es ganz vielen Menschen, die den Film gesehen hatten, und vor allem ließ Sonu auch die Filmemacherinnen, die mittlerweile selbst Eltern zweier Töchter sind, nicht los.
Sie wollten wissen wie es Sonu geht und so ist Justin zehn Jahre später wieder nach Kathmandu gereist. Ich weiß noch, wie er damals auf Facebook postete: „Ich reise nach Kathmandou um Sonu zu suchen“ und ich dachte noch, wie soll man in einer Millionenstadt jemanden wiederfinden und bangte mit ihm und dem Team. Und natürlich kam mir auch der Gedanke, ob ein Kind, das schon mit zehn Jahren drogenabhängig war, überhaupt noch am Leben ist. Ich verfolgte Justins Reise. Zwei Tage vor der Abreise hat Justin Sonu gefunden, der immer noch auf der Straße lebt und mittlerweile auch Vater einer kleinen Tochter ist.
Justin ist dann nach Deutschland zurückgekommen und sie haben eine Crowdfunding Aktion gestartet um Geld für eine zweiten Dokumentation über, bzw. mit Sonu drehen zu können und auch das ist ihnen gelungen.

Und sie haben noch viel mehr geschafft, denn sie haben auch noch einen kleinen Verein gegründet: Kleine Wölfe e.V. „um den Kindern unserer Protagonisten die Schulausbildung zu ermöglichen. Wir wollen mindestens alle im Film vorkommenden Kinder langfristig unterstützend begleiten.“

Also, wenn ihr ein bisschen Geld übrig habt, dann freue ich mich, wenn ihr Kleine Wölfe e.V. unterstützt, damit die Kids zur Schule gehen können. https://streetline-film.com/de/donations/

So, jetzt muss ich schnell los. Ich bin heute das erste Mal parlamentarische Demobeobachterin..
Und am Wochenende schau ich nochmal bei LICHTER rein... das Festival geht ja noch bis Sonntag!

Lebt wild & bleibt gesund

Daniela

Zur besseren Lesbarkeit empfehle ich die Ausgehtipps hier zu lesen.

FREUND*IN WERDEN. SO GEHT'S:

Wir schreiben die Ausgehtipps schon seit 14 Jahren... ohne lästige Werbung, total subjektiv. Wenn Du die Ausgehtipps magst und uns unterstützen möchtest, dann freuen wir uns über Deine Unterstützung.
(Von dem Geld zahlen wir die Servergebühren und gehen einmal im Jahr zu viert zusammen essen :-))

Bitte überweise Deinen Solibetrag gerne auf folgendes Konto:
IBAN: DE83 4306 0967 6045 5154 00. Wer eine Rechnung benötigt, schicke bitte eine Mail an: ausgehtipps(at)cappelluti.net

SUCHE / BIETE

(Hinweis: wir nehmen Wohnungsgesuche wirklich nur in Ausnahemefällen auf.  Wohnungsangebote natürlich gerne, soviel wie möglich!)

Sarah sucht für ihre Freundin aus Afghanistan/Iran eine Wohnung
Sonia, ihr Mann und ihre zwei kleinen Kinder suchen eine Wohnung in Frankfurt. Die junge Familie ist seit 2015 in Deutschland und wohnt derzeit in einer Übergangsunterkunft im Westend. Leider können sie dort nicht länger bleiben. Gerade haben sie etwas Fuß gefasst, die Tochter besucht eine Kita im Westend und hat erste Freund*innenschaften geknüpft, Sonia wird im Sommer eine Ausbildung beginnen. Sie wünschen sich sehr im Stadtgebiet zu bleiben, vor allem um das Mädchen nicht aus der Kita nehmen zu müssen. Super wären Bockenheim, Westend, Ginnheim, Nordend, Innenstadt, Eschersheim... Wer von einer günstigen Wohnung (ab 60 qm) weiß oder wer einen anderen Tipp für uns hat - wir würden uns riesig freuen! Gerne per Mail an: sarahswizz@gmx.de

G E R O L L T E S über das Trainerkarussell

(Uwe)

Der Ursprung des Spiels „Reise nach Jerusalem“ ist nicht geklärt und auch über den Namen der Stuhlpolonaise wird spekuliert. Egal woher das Spiel kommt (Vermutung Wikipedia: Gemäß einem byzantinischen Militärhandbuch diente es in ähnlicher Form der Identifikation feindlicher Spione) und warum es so heißt (Vermutung Wikipedia: Anlehnung an Kreuzzüge / überbelegte Auswandererschiffe nach Palästina), es gibt in der heutigen Form einen Stuhlkreis, bei dem immer eine Sitzgelegenheit zu wenig angeboten wird. Jede/r Teilnehmer/in will unbedingt einen der verfügbaren Stühle ergattern.

Ähnlich ist es beim Fußball, wenn ein Trainerstuhl in der Bundesliga frei wird. Wird irgendwo ein Trainer entlassen oder gibt der Trainer seinen Vertrag an den Verein zurück, wollen dutzende lizenzierte Trainer diesen Job haben. Meistens wollen die Vereine aber einen ganz bestimmten Trainer verpflichten, der wiederum unglücklicherweise bei einem anderen Verein unter Vertrag steht. Manchmal führt EINE freiwerdende Trainerstelle so zu einer Kettenreaktion, dann startet das Trainerkarussell.

Borussia Dortmund feuerte im Laufe der Saison Lucien Favre und installierte als Interimstrainer Edin Terzic. Die Dortmunder Verantwortlichen trauten dem jungen Coach allerdings langfristig wohl keine erfolgreiche Arbeit mit einer Spitzenmannschaft zu und holt daher zur neuen Saison Marco Rose von Borussia Mönchengladbach. Der Gladbacher Sportdirektor Max Eberl hatte dadurch eine Vakanz auf der Trainerposition. Da die gute Arbeit von Eintracht Frankfurts Tainer Adolf Hütter in den letzten Jahren jedem auffiel, fragte „Maxi“ den „Adi“, ob er nicht an den Niederrhein wechseln will. Der hatte Lust und eine Ausstiegsklausel über 7,5 Mio. Euro, die Gladbach zu zahlen bereit war. Nun sucht die Eintracht einen neuen Trainer, hat mittlerweile aber zumindest einen gefunden, der ihn offiziell suchen und verpflichten soll: Markus Krösche, ein ehemaliger Profispieler und sehr erfolgreicher Sportdirektor in Paderborn, danach Sportdirektor bei RB Leipzig. Ein guter Mann!

Er kommt von einem Verein, der ebenfalls zumindest kurzzeitig auf Trainersuche war. Die Leipziger verloren Julian Nagelsmann an die Bayern. Weil Jogi Löw im kommenden Sommer aufhört (unter uns, lieber wäre mir der vergangene Winter gewesen), wird das im Grunde hoch angesehene Amt des Bundestrainers frei. Hansi Flick, DER Topkandidat war eigentlich nicht verfügbar, weil er sehr erfolgreich als Trainer des FC Bayern wirkte. Dort stank ihm aber wohl einiges (von einem Konflikt mit Sportvorstand Hasan Salihamidžić war die Rede), daher bat er den Vorstand, dass sie ihn im Sommer aus seinem Vertrag zu entlassen. Flick wäre als Bundestrainer eine gute Wahl für den Fall, dass es den Deutschen Fußball Bund im Sommer überhaupt noch gibt. Dort herrschen aktuell Schalker Verhältnisse: Jeder gegen Jeden, Neid & Missgunst, Schläge tief unter der Gürtellinie (nächste Woche mehr dazu).

Wo waren wir stehen geblieben? Nagelsmann wechselt für eine Ablöse in Höhe von 25 Mio. Euro von Leipzig nach München. Dass nun hohe Ablösesummen für Trainer gezahlt werden, halte ich für richtig. Wenn für einen Gurkenspieler teilweise zweistellige Millionenbeträge bezahlt werden, warum sollte man bei so einer wichtigen Position wie dem Trainer knauserig sein. Nagelsmann ist die 25 Mio. wert und Hütter „seine“ 7,5 Mio. Leipzig holte sich mit dem US-Amerikaner Jesse Marsch den Trainer aus seiner eigenen Filiale bei RB Salzburg. Der österreichische Club ist ein wahnsinnig gutes Sprungbrett für Trainer (Hütter oder Rose) und Spieler (Mane oder Haarland). Nun übernimmt dort Matthias Jaissle, ein junger deutscher Trainer. Mal sehen, wo es ihn irgendwann hinführt. Auch der Wolfsburger Glasner war einige Zeit bei Red Bull Salzburg (als Co Trainer). In Wolfsburg wurde vor zwei Jahren für Bruno Labbadia eingesetzt und machte seine Sache bisher ganz hervorragend. Nun gibt es einen Konflikt mit dem immer so miesepetrig dreinschauenden Sportchef Jörg Schmadtke. Vielleicht holt Krösche ihn nach Frankfurt. Und wer geht dann nach Wolfsburg?

Etwas über den FSV

Neulich berichteten wir an dieser Stelle darüber, dass Thomas Brendel seine Doppelrolle beim Regionallisten FSV Frankfurt, als Sportlicher Leiter und Trainer in Personalunion, zum Saisonende aufgeben wird. Er wird als Trainer aufhören aber Sportlicher Leiter bei den Bornheimern bleiben.

Freitag, 07. Mai: PUR TI MIRO

(Martin)

Ein Barockabend im Stream
Oper Frankfurt

Liebe und Eifersucht, Lust und Verzweiflung, Rache und Todessehnsucht – 5 Sänger*innen des Ensembles und Opernstudios präsentieren auf der großen Bühne das ganze Panorama barocker Gefühlswelten. Das Programm reicht von den expressiven Madrigalen Claudio Monteverdis bis hin zu Opernarien von Antonio Vivaldi und Georg Friedrich Händel. Begleitet von Mitgliedern des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters ist ein fein verwobener musikalischer Abend zu erleben, der die emotionalen Konflikte verschiedener Charaktere spielerisch offenlegt.

Das detaillierte Programm gibt’s hier: https://oper-frankfurt.de/media/pdf/Prorgr_Barock_7_5.pdf

Die Produktion wird über die Website, auf YouTube und auf Facebook gestreamt.

Zur Website geht’s hier: https://oper-frankfurt.de/de/spielplan/pur-ti-miro-ein-barockabend-im-stream/?id_datum=2823

Freitag, 07. Mai
um 19.30h

Foto: © Homepage Oper Frankurt

Freitag, 7. Mai: Online-Premiere "Security"

(Andrea)

"Ich kenne den Türsteher" - Hand aufs Herz, wer von uns war früher nicht stolz, sowas von sich behaupten zu können? Und auch heute hat sich daran nichts geändert, wer dem Mann an der Tür (Frauen sind tatsächlich seltener) nicht passt, kommt nicht rein. Der Hamburger Regisseur und Soundkünstler Christopher Ramm macht die Herren nun selbst zum Sujet: Die Sicherheitsbranche boomt seit Jahren. Die aktuelle Pandemie macht diese Entwicklung noch einmal verstärkt sichtbar und so sind Security-Leute zu einem festen Bestandteil unseres Alltags geworden. Doch was genau ist diese Sicherheit, nach der verlangt wird? Wie sieht sie aus und wer stellt sie her? Der Türsteher, der Ladendetektiv, der Mann vor dem Supermarkt: Sicherheit wird oft mit stereotypen Bildern von Männlichkeit verbunden. Dabei stecken gerade diese Männlichkeiten, zwischen prekären Arbeitsverhältnissen, gesellschaftlichen Erwartungen und James Bond-Fantasie in der Krise. In SECURITY begibt sich das Team mit in der Security-Branche arbeitenden Männern auf die Suche nach Fiktionen von Sicherheit, Männlichkeit und Kontrolle. Aufbauend auf sechzehn Interviews zeichnen zwei Security-Männer, ein Tänzer und ein Performer ein mehrdimensionales Bild von Beschützern und deren Verletzlichkeit. Im Bühnenbild eines dystopischen Parkplatzes zwischen Monumenten vergangener Zeiten und den abstrakten Horrorszenarien einer Wirtschaft am Rande des Zusammenbruchs, wird die Suche nach einer nicht-toxischen Performanz von Sicherheit, nach ihrer Konstruktion und Kontingenz eröffnet. TERMINE Premiere im Livestream + Publikumsgespräch am 07. Mai 2021 um 20:00 Uhr Online: 08. - 16. Mai 2021 weitere Infos unter: http://www.kampnagel.de/de/programm/security/ 

Ab 7. Mai: Neuer Podcast "FREIHEIT DELUXE mit Jagoda Marinić

(Daniela)

Hier ein neuer Podcast, den ich hören würde, wenn ich denn Podcasts hören würde...
Der Hessische Rundfunk startet in Kooperation mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels den Podcast "FREIHEIT DELUXE mit Jagoda Marinić".

"FREIHEIT DELUXE" ist ein Bekenntnis zur Freiheit
Die Fragen nach Freiheiten und freier Meinungsäußerung werden aktuell gesellschaftlich heiß diskutiert. Im 15-teiligen Podcast "FREIHEIT DELUXE" spricht Jagoda Marinić mit Autor*innen, Journalist*innen und Künstler*innen über die Kunst-, Meinungs- und Gedankenfreiheit. Die Schriftstellerin und Kolumnistin lädt zu rund 45-minütigen Folgen Menschen ein, die auf herausragende Weise diese Freiheit gestalten und gegen politischen, sozialen, moralischen und ästhetischen Widerstand verteidigen: Die Perspektiven auf das Thema Freiheit sind hierbei so vielfältig wie die Gäste. Jede Episode beginnt mit einer These des Gastes in Tweet-Länge. Von diesem "Freiheits-Tweet" aus entspinnt sich ein Gespräch, in dem es nicht einfach nur richtig und falsch gibt, sondern auch viele Facetten dazwischen.

Jagoda Marinić möchte, "dass mit FREIHEIT DELUXE ein Freiraum entsteht, in dem es nicht um die ständig beklagte Spaltung der Gesellschaft, sondern um die Vertiefung des Redens geht. Ich bin selbst auf Twitter und erlebe dort täglich, was die Zuspitzung auf Hashtags mit dem eigenen Denken macht – aber auch mit der eigenen Streitkultur. Im Podcast will ich fragen statt twittern, zuhören statt reflexhaft dagegen anreden. Provozieren, ja, klar, aber aus Neugier statt Häme." Sie stellt außerdem aktuell eine Verlagerung der Debatten in die Medien fest: "Seit einem Jahr haben die Kulturhäuser corona-bedingt geschlossen und so werden die Diskurse momentan oft in den sozialen Medien geführt, in TV-Talks dominieren prominente Politiker*innen. Daher freue ich mich sehr, mit dem Podcast nun Künstler*innen und Publizist*innen noch einen Raum zu bieten, in dem sie thesenarm, aber gedankenstark von der Welt, wie sie sein könnte, erzählen. Da die Gäste selbst das Freiheitsthema ihrer Wahl setzen, ist jedes Gespräch auch für mich ein Abenteuer."

Ab Freitag, 7. Mai, gibt es alle zwei Wochen ein neues Gespräch sowie eine Sonderfolge zur Leipziger Buchmesse (28. Mai) in der ARD-Audiothek , auf hr2.de, bei Spotify und weiteren gängigen Podcastportalen.

  • 7. Mai mit Musiker Danger Dan
  • 21. Mai mit Journalist und Autor Heribert Prantl
  • 28. Mai mit Schriftstellerin und Journalistin Mithu Sanyal
  • 4. Juni mit Schriftstellerin Yoko Tawada
  • 18. Juni Gast wird in Kürze bekannt gegeben
  • 2. Juli mit Schriftstellerin Siri Hustvedt

hr2-kultur sendet den Podcast ab 8. Mai, jeden zweiten Samstag, 18:04 Uhr, und hr-iNFO ebenfalls im Zwei-Wochen-Rhythmus immer samstags, 10:35 Uhr.

Freitag, 07. + Samstag, 8. Mai: Lieblose Legenden

(Martin)

Peter Schröder liest Wolfgang Hildesheimer
Schauspiel Frankfurt digital

In seinen satirischen Kurzgeschichten »Lieblose Legenden«, die erstmals 1952 erschienen sind, beschreibt Wolfgang Hildesheimer unterschiedlichste Charaktere, die in die absurdesten Gedankenwelten und Situationen geraten und entlarvt dabei uns wohl bekannte Kulturklischees.

Ensemblemitglied Peter Schröder nimmt uns mit in diese grotesken Welten und stellt drei der Geschichten von Hildesheimer vor. 

Wolfgang Hildesheimer war ein deutscher Romancier, Essayist, Hörspiel- und Theaterautor. Als Sohn jüdischer Eltern emigrierte er während des Nationalsozialismus nach England und Palästina. Studium der Malerei und Bühnenbild in London. Nach Kriegsende kehrte er aus dem Exil zurück und wurde Mitglied der Gruppe 47. Er erhielt u. a. 1966 den Büchner-Preis und 1982 den Literaturpreis der Bayrischen Akademie der Schönen Künste. Einen seiner größten Erfolge erlangte er mit seinem 1977 erschienen biografischen Essay über Mozart. 

Hier geht’s zur Homepage: https://www.schauspielfrankfurt.de/spielplan/kalender/lieblose-legenden/279/

Freitag, 07. – Samstag, 08. Mai on demand

Freitag, 7. Mai: Meinungsfreiheit ist mehr als meine Meinung

(Andrea)

Meinungsfreiheit ist mehr als meine Meinung und ein hohes Gut. Ganz ehrlich, manchmal schwanke ich zwischen Fremdschämen und Hochgehen, wenn Leute ihre Freiheit auf Kosten anderer ausleben und  den Wert dWortes es nicht verstanden haben. "Gemeinsam für Demokratie, Debatte und Toleranz | #MehrAlsMeineMeinung Krisen und Umbrüche verunsichern die Menschen. Gleichzeitig werden extreme Stimmungen und Meinungen lauter. Der demokratische Diskurs gerät unter Druck. Mit der „Woche der Meinungsfreiheit“ macht eine Initiative des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels auf die Bedeutung der Meinungsfreiheit für eine freie, demokratische und vielfältige Gesellschaft aufmerksam und fordert zum Dialog auf. Vom Internationalen Tag der Pressefreiheit am 3. Mai bis zum Tag der Bücherverbrennung in Deutschland am 10. Mai finden unter dem Claim #MehrAlsMeineMeinung bundesweit Veranstaltungen, Aktionen und Kampagnen statt. Meinungsfreiheit ist ein Menschenrecht. Deshalb ruft das Bündnis auf, die „Charta der Meinungsfreiheit“ zu unterzeichnen. Mit provokativen und auf den ersten Blick widersprüchlichen Aussagen regen bekannte Testimonials zur Debatte über die Meinungsfreiheit an. Mit dabei sind unter anderem: Wolfgang Niedecken, Susanne Fröhlich, Michel Friedman, Evren Gezer, Markus Beeko und Peter Fischer. Beim Kampagnen-Film spielt Cosma Shiva Hagen die Hauptrolle. Creators for Future lässt den Initiator und die Akteure der Initiative zu Wort kommen. Moderation: Claudio Montanini"

18 Uhr hier https://www.facebook.com/events/818943819001422

Noch bis zum 22. Mai: Sculptures on the move

(Daniela)

Der Künstler Paul Hirsch aus Offenbach, hatte sich natürlich auch gedacht, dass er seine Austellung Sculptures on the move mit vielen Besucher*innen eröffnen kann..... und natürlich hat er sich auf viele Interessierte gefreut, die die bok-Galerie (Bund Offenbacher Künstler) in Offenbach besuchen.

Leider klappt das natürlich nicht, wobei so ganz stimmt es nicht, denn seine Arbeiten sind in der Schaufensteraustellung zu sehen. Und natürlich können auch Besuchstermine vereinbart werden, sofern es irgendwie machbar ist.

Donnerstag und Freitag 16–19 Uhr, Samstag 11–15 Uhr,
ist in der Ausstellung sowie auf der Website des BOK zusätzlich ein Film-Loop zu sehen.

Mehr Infos zu Paul Hirsch und seine Arbeiten: https://paulhirsch.de

Soundtrack des Lebens: Der Kampf um Köstlichkeiten

(Uwe)

1979 wechselte ich mit zehn Jahren von der Grund- zur Mittelpunktschule (kurz „MPS“). Mein Schulweg verlängerte sich nur um rund 200 Meter, so lange misst die komplette Goddelauer Schillerstraße, die zwischen den beiden Schulen liegt. Mein älterer Bruder war bereits einige Jahre auf der „MPS“ und gab mir vor meinem ersten Tag dort einige Tipps, der wichtigste lautete: „wenn Du Dir in der Pause was am Bäckerständchen kaufen willst, dann brauchst Du gute Nerven und Durchsetzungsvermögen“.

Das Bäckerständchen war ein Glashäuschen, das aussah wie ein überdimensionales Aquarium. In diesem ackerten sich in der ersten großen Pause zwei Verkäuferinnen von ortsansässigen Bäckereien ab, um hungrige Kinder aus allen fünf Riedstädter Ortsteilen (daher Mittelpunktschule) zu versorgen. Die große Pause dauerte nur 15 Minuten und in dieser Viertelstunde war der „Run“ auf das Angebot so groß, wie wenn sich eine große Gruppe Weißrückengeier (Gyps africanus) auf eine mittelgroße Antilope stürzt und diese in zehn Minuten verzehrt. Es ging in unserem Fall natürlich nicht um ein von Löwen angefressenes Huftier, sondern um köstliche Back- und Süßwaren.

In Goddelau gab es zu meiner Jugendzeit noch vier familiengeführte Bäckereien, bei dreien davon kaufte meine Familie regelmäßig: beim „Plage“ in unserer Straße, der sensationelle Brötchen anbot, beim „Kramer“, der für erstklassiges Mischbrot stand und beim Hill, der köstliche Kaffeestückchen und Torten herstellte. Plage und Hill teilten sich die Woche in der MPS auf, ich war besonders motiviert, wenn „Hill-Tage“ waren. Für zwei Mark bekam man dort zwei weiße Amerikaner (Stückreis: 70 Pfennig) und drei Kokoswaffeln. Für diese kulinarische Sensationen lohnte es sich, sich ins Getümmel zu stürzen, was mein Bruder immer wieder mit Staunen beobachtete, weil wir zuhause eigentlich genug zu essen bekamen. „Was ist eigentlich mit Deinem Pausenbrot?“ fragte er mich, während ich mich in den Menschenknäuel vor dem Verkaufstresen hineinbohrte. Geordnete Schlangen, gab es damals keine, man musste sich seine Position vor dem kleinen Fenster, an dem man die Sachen kaufen konnte, hart erkämpfen. Während ich beim Fußball damals teilweise erschreckend teilnahmslos auf dem Platz stand, zeigte ich mich im Getümmel am Bäckerständchen unglaublich motiviert.

Das von meinem Bruder hinterfragte Pausenbrot hatte ich in den ersten beiden Schulstunden bereits verzehrt. Heimlich, so dass es meine Lehrerin nicht mitbekam, was bei einem Platz in der ersten Reihe eine echte Kunst war und meine gesamte Aufmerksamkeit erforderte. Nach dem Adrenalinschub, den der Kampf um Amerikaner und Kokoswaffeln auslöste und den durch den Verzehr der Sachen verursachten Zuckerschock hampelte ich die nächsten beiden Stunden in der Klasse herum. Wie jeder andere Suchtkranke lebte ich meine Abhängigkeit mit allen dazugehörigen Phasen aus. Ich kam in der Schule gut mit, außer in Fächern, die mit Sprache zu tun hatten, zahlte den Preis aber mit schlechten Kopfnoten, in Aufmerksamkeit hatte ich eine 4! Als ich meine Klassenlehrerin fragte, wieso ich eine 4 bekomme, lautet ihre kurze Antwort: „das weißt Du selbst am besten, Uwe“

Der Soundtrack des Lebens: Glück und Geld von Extrabreit

Marktschwärmer

(Daniela)

Lokal einkaufen ist so verdammt wichtig, nicht nur fürs Klima. Aber das wisst ihr ja bestimmt alle selber... Katrin hat sich jetzt dem Thema angenommen und die Marktschwärmer ins Leben gerufen. Die Idee ist toll:

"Bei diesem nachhaltig ausgerichteten Lebensmittel-Service wird online direkt bei Landwirten und Lebensmittelmanufakturen aus der Region bestellt (ab heute 6.5. möglich) und am Markttag im Rahmen eines Pop-Up-Märktchens am späten Nachmittag/frühen Abend abgeholt

  • donnerstags - Das erste mal am 20.5., dann im Wochentakt) in meiner Schwärmerei im Gutleutviertel und
  • mittwochs bei Patricia und Katrin in Fechenheim.
Ab 8. Mai: An English Angst – a new multi-media political comedy drama

(Daniela)

An English Angst – a new multi-media political comedy drama in reaction to Brexit, written and created during lockdown

“An English Angst” tells the story of Charlotte, a Briton living in Frankfurt, Germany. Like many British people living in the EU, Charlotte has built a life for herself as a Briton and European. Now settled in Frankfurt, she has founded and runs TransEURadio, an EU-wide radio station whose mission is to build communication lines, and a sense of community, across Europe. Then Brexit happens. Suddenly her place in Europe is gone. And she’s left feeling abandoned by her own country. What next for Europe? For TransEURadio? For Charlotte?

Streaming Daten: May: 8,9,13,14,15,16,20,21,22,28,29, 19:30CET

Information & streaming passes erhältich unter www.an-english-angst.de 

Samstag und Sonntag, 8. und 9. Mai: Of/ Digitaler Baum. Achtung: Anmeldeschluss Freitag!

(Andrea)

Der Digital Retro Park ist ein zartes Pflänzchen und will behütet und umsorgt werden. Was wäre da sinnbildlicher als ein Baum? Genau! Und ihr bzw. Eure Kids seid alle eingeladen, heute von 10 und und um 14 Uhr sowie am morgigen Sonntag, ebenfalls um 10 oder um 14 Uhr mitzutun und die Pflanzkiste des digitalen Baums im Hof der Walther Passage, Frankfurt Straße 13-15 bunt zu gestalten. Die Pixelmuster werden vor Ort gemeinsam mit Wolfgang Reuss, Künstler & Werbetechniker, geschnitten und geklebt, damit auch schon beim Blick von der Frankfurter Straße deutlich wird, dass hier ein „Digitaler Baum“ wohnt. Angeboten werden vier Termine an denen Kinder eines Haushalts mitmachen können, um Anmeldung per E-Mail mit Angaben von Namen, Personenanzahl (Haushalt) sowie Zeitfenster wird bis zum Freitag, 07. Mai, 18 Uhr gebeten: commonscafe@posteo.de.

Noch bis 9. Mai: Lichter Filmfest

(Andrea)

Die Preisträger stehen zwar fest, aber das ist kein Grund, sich nicht noch an dem erlesenen Programm zu laben. Zumal es unglaubliche Pretiziosen zu sehen gibt, "Berlin to Bombay" oder auch die eindrucksvolle Erinnerung an das KZ Katzbach in den Adlerwerken. Oder "Borga" des hessischen Regisseurs York-Fabian Raabe erzählt die Geschichte des Ghanaers Kojo und seinem Traum von einem besseren Leben oder Quo vadis Aida, der uns zurück ins Jahr 1995 in ein nicht mehr existentes Konglomerat namens Jugoslawien bringt. Oder oder oder.

Übrigens Wer sich bei der Flut nicht entscheiden kann, die Lichter-Macher haben schöne Pakete geschnürt, schaut mal rein: https://online.lichter-filmfest.de/collection/exklusive-lod-filmpakete/

Sonntag, 09. Mai: Il trittico – Puccinis ‚Triptychon

(Martin)

Der Mantel – Schwester Angelica – Gianni Schicchi
Oper
Kostenlose-Streaming-Premiere
Staatstheater Wiesbaden

In der Oper liegen Dramatisches, Trauriges und Lustiges oft eng beieinander. Eben diesen Gedanken mag Giacomo Puccini im Hinterkopf gehabt haben, als er um die Zeit der Jahrhundertwende damit begann, einen Opernabend zu kreieren, bei dem drei einaktige Opern zur Aufführung gebracht werden sollten, die jeweils eine andere Gattung exemplarisch zu bedienen hatten: das Drama, das berührende Melodram und die Komödie.

Auf diesem Weg entstanden die drei Einakter »Der Mantel« (»Il tabarro«), »Schwester Angelica« (»Suor Angelica«) und »Gianni Schicchi«, die der Komponist zu »Das Triptychon« (»Il trittico«) zusammenfügte.

Hier geht’s zur Homepage: https://www.staatstheater-wiesbaden.de/programm/spielplan/il-trittico/7491/

Sonntag, 09. Mai
um 19.00h

Weitere kostenpflichtige Streamingtermine:
11.05., 13.05., 15.05., 17.05., 19.05., 21.05., 25.05., 27.05., 29.05.
jeweils um 19.00h

Foto: © Karl und Monika Forster

Sonntag, 09. Mai: The LOKAL Listener: Gregor Praml trifft Stephan Weiler

(Uwe)

Konzert/Gespräch
Digitaler Mousonturm

Ursprünglich sollte die Veranstaltung von Gastgeber Gregor Praml am 17.01.21 bzw. 18.04. stattfinden. Aller guten Dinge sind drei, nun gibt es diesen  Listener zu einem neuen Termin.

"Gebt diesem Mann ein Klavier und einen Hocker und er wird euch einen ganzen Abend lang mühelos und mit einer unbändigen Energie unterhalten. Stilistisch vielfältig und stets spontan, das ist der Pianist, Akkordeonist, Arrangeur und Komponist Stephan Weiler. Aus Aachen kommt er, und ja, er hat sie, diese ansteckende, rheinische Frohnatur. Musik hat er in seiner Heimatstadt und in Köln studiert. Er war Pianist und musikalischer Leiter in Musicals wie „Hair“ oder der Rockoper „Tommy“. Im Londoner Westend war er dafür genauso tätig wie in der Traumstadt eines jeden Musikers: New York City. Ende der 1990er gründete er sein eigenes Tonstudio zusammen mit Oliver Poschmann und produziert dort seitdem Kompositionen für Film und Werbung.

Stephan Weiler ist inzwischen bekennender Frankfurter, hat sogar seine aktuelle Band – gegründet mit dem Sänger Bernie Hahn – „Die Frankfurters“ genannt. Mit wem er sonst noch die Bühne geteilt hat und wie es dazu kommt, dass er auch in einem ausverkauften Fußballstadion bejubelt wird, erzählt er beim LOKAL Listener. Und spielen? Na klar, wir werden ihm einen Flügel hinstellen!"

Tickets:
9.5.2021, 11 Uhr (Ticketkauf bis 10 Uhr) Solidarisches Preissystem
(frei wählbar): € 5 / € 10 / € 20 / € 30,
Stream + Live-Fragerunde im Anschluss Der Ticketverkauf schließt 1 Stunde vor Beginn der digitalen Vorstellung.

Zugang: Den Link zur digitalen Veranstaltung erhalten Sie auf dem PrintatHome-Ticket. Bitte rufen Sie diese URL kurz vor Beginn der Veranstaltung in Ihrem Webbrowser auf Ihrem internetfähigen Endgerät auf und geben Sie Ihren persönlichen Zugangscode ein.

10. - 16.5.2021, on Demand
Preis: € 5. Link folgt am 10.05

Das Video steht ab dem Kauf auf Vimeo on Demand für 24 Stunden zur Verfügung. Zum Ausleihen muss man sich bei Vimeo (einfach, kostenlos und einmalig) registrieren (Datenschutzhinweis).

Foto: Website Mousonturm

Mai & Juni Kursprogramm im ChamissoGarten

(Martin)

gemeinnützig – inklusiv – nachhaltig
Eine Initiative für Mensch & Natur

Freitag, 07. Mai: BÄUME KENNENLERNEN
Dienstag, 11.05.: ENTSPANNEN MIT WILDEN PFLANZEN
Mittwoch, 12.05.: SCHNUPPERKURS WURMKISTE

Es gibt ja dieses kleine Paradies in Frankfurt bzw. mitten in Eschersheim: der ChamissoGarten!

Ein ökologischer, artenreicher Schau- und Lehrgarten entsteht dort, der nach den Prinzipien der Permakultur gestaltet wird: Gemüse- und Obstanbau, Stauden- und Rosenbeete, Blumenwiesen und Kräuteranbau, Themengärten als Inspiration für den eigenen Garten, Bio-Jungpflanzenverkauf...

Im ChamissoGarten wird außerdem geimkert. Kinder und Erwachsene können eindrucksvolle Einblicke in das Leben eines Bienenvolkes erhalten und das Imkern kennenlernen. Es wird nur der Honig geerntet, den die Bienen nicht zum Überwintern brauchen. Und aus dem Bienenwachs entstehen viele schöne und nützliche Dinge.

Alle – auch Inklusive Gruppen aus Kitas und Schulen sind dort herzlich willkommen!

Unter den besonderen Bedingungen der Pandemie haben die Initiator*innen ein kleines, feines Kursprogramm zusammengestellt, was unter coronakonformen Bedingungen angeboten wird.

Die Kurse und wie Ihr euch anmelden (am besten bald!) könnt und alles andere zum ChamissoGarten findet Ihr auf der Homepage: https://www.chamissogarten.de/leere-seite

ChamissoGarten, Chamissostraße 38, 60431 Frankfurt am Main

Foto: © ChamissoGarten/Homepage

Noch bis 5. Juli: Raus aus dem Swimmingpool, rein in mein Haifischbecken

(Martin)

Hörstück nach Laura Naumann; Staatstheater Darmstadt

„Familie Flugrat wohnt in Berlin. Tochter Moana hat gerade als Junior Consultant in einer großen Unternehmensberatung begonnen, will schnell Karriere machen, ihrem Chef gefallen und berät als ersten großen Auftrag den Halbleiterkonzern Chip Chip. Mutter Christiane lebt nach einer entwürdigenden Trennung ohne Mann und zweifelt an ihrem Beruf; sie ist Nachrichtensprecherin und informiert jeden Abend deutschlandweit die Zuschauer:innen über alles, was falsch läuft in der Welt. Moanas Freund Boris wohnt ebenfalls bei der Familie, ist aber nicht oft zuhause, er ist hauptberuflich Flugbegleiter, nebenberuflich kümmert er sich um die emotionale Lage der Familie Flugrat.

Während Moana ohne Rücksicht auf Verluste Karriere machen will, sucht Christiane nach dem Sinn darin, täglich das Publikum über die Krisen der Welt zu informieren. Boris möchte, wenn er mal zuhause ist, eine ganz normale Familie, die sonntags zusammen opulent frühstückt. Sowohl Christiane als auch Moana zweifeln an sich selbst, ihren beruflichen Erfolgen und damit verbunden dem Wert ihrer Arbeit. Der kapitalistische Imperativ ist allgegenwärtig. Und auf einmal sind alle immer zuhause! Unerwartet tritt dann auch noch Nikita ins Leben der Familie - danach ist nicht mehr wie es war.

In diese Situation wirft die Autorin Laura Naumann ihre Leser*innen und wir unsere Zuhörer*innen.“

Hier geht’s zu den Tickets: https://www.staatstheater-darmstadt.de/veranstaltungen/raus-aus-dem-swimmingpool-rein-in-mein-haifischbecken.774/#event-4055

Freitag, 30. April – 5. Juli
Solidarisches Preissystem - Staatstheater Darmstadt

Foto: © Staatstheater Darmstadt/Homepage

Bis Samstag 15. Mai: AUF EIN STÜNDCHEN! - Life is live

(Martin)

Am 7., 8., 14. und 15. Mai
Spaziergang mit einem Ensemblemitglied
Theater Willy Praml

Weiter gehts mit den Spaziergängen, zu denen die Presse schrieb:

„Eine Premiere der anderen Art: Mit Ensemblemitgliedern durch Frankfurt schlendern. Pandemie-gerecht zu zweit, mit Abstand und Maske.“ (Steffen Herrmann, FR 08.02.2021)

„Wenn das mal kein Blick hinter die Kulissen ist. […] Wir spazieren zusammen exakt eine Stunde von der Naxoshalle aus kreuz und quer durch das Nord- und Ostend, reden über Gott und die Welt. Das geht erstaunlich einfach und macht Spaß.“ (Eva-Maria Magel, FAZ 08.02.2021)

„Endlich mal wieder Kultur vor Ort! Allerdings nicht in der Naxoshalle, sondern mit Treffpunkt davor. […] Die direkte Begegnung, Kunst oder nicht, war herrlich wohltuend.“ (Katja Sturm, FNP 18.02.2021)

Kein Wunder, denn exklusiver geht’s kaum! Jeweils ein Ensemblemitglied des Theater Willy Pramls geht mit einer/einem Zuschauer*in für eine Stunde spazieren.

„Wir wachen dieser Tage oft mit schwerem Kopf und Herzen auf und gehen dann ab und zu heiter und hoffnungsvoll schlafen. 
Im Übrigen werden wir in diesem Jahr 30!
Und: Wir würden Ihnen gerne gute Laune bereiten, aber nicht über ein digitales Format. 
Wir wollen das in Fleisch und Blut tun und haben uns die Aktion AUF EIN STÜNDCHEN! überlegt.
Das Ensemble, das Sie derzeit nicht auf der Bühne sehen können, geht spazieren – und zwar mit Ihnen.
Jeweils ein Zuschauer, eine Zuschauerin meldet sich zu einem Spaziergang mit einem Ensemblemitglied an, um an der frischen Luft über alles mögliche zu plaudern, vor allem aber, um sich leibhaftig zu sehen. 
Wir vermissen Sie, Sie vermutlich uns, also: Lassen Sie uns ein Stündchen laufen.“ 

Anmeldung unter: 069 – 43054733

7., 8., 14. und 15. Mai um jeweils 16.00h.

Der Spaziergang findet unter coronakonformen Bedingungen satt: mit Maske und Abstand.

Foto: © Herbert Cybulska

Bis Montag, 17. Mai: SCHULAUSFLUG – DIE EXPEDITION

(Martin)

imaginary company
On Demand

Digitaler Mousonturm

Ein Film für alle, für Menschen jeden Alters mit und ohne Schulerfahrung.

Zwischen Matheheften und Tintenklecksen, Kreidestaub und Overheadprojektoren, Bleistiftspitzern und Wassermalfarben sitzen alle brav und ruhig in ihren Klassenzimmern und lernen. Wirklich? Alle? Im Klassenzimmer? Nix da! Heute ist Schulausflug. Vorhang auf! Klappe, die Zweite!

Wir packen die Hefte weg und unternehmen eine Expedition an den Ort, zu dem man früher nicht wollte und in den man heute nicht darf.

 In „Schulausflug – die Expedition“ verwirbeln sich Audiowalk und Abenteuerfilm. Durch den Strudel der Disziplinierungsstrategien und Pausenbrote wagen wir uns vor in unbekannte Gefilde der Schule und wissen nicht, was uns dort erwartet. Ein heimgesuchtes Schloss? Geister der Vergangenheit? Eine Ausgrabungsstätte? Ein Monster? Oder vielleicht doch das Tor zum verlorenen Schatz des Bildungssystems?

In der Film-Adaption des Audiowalks „Schulausflug“ nimmt imaginary company Publikum aller Altersstufen mit zur Erkundung der Schule. Für ein „authentisches” Ausflugsgefühl empfehlen wir:

Schmiert euch ein paar Pausenbrote – vielleicht könnt ihr sie mit der Person neben euch auf dem Sofa tauschen?

Hier geht’s zu vimeo on demand: https://vimeo.com/ondemand/schulausflug

Hier gibt’s weitere Infos: https://www.mousonturm.de/events/schulausflug-die-expedition/

Freitag, 30. April – Montag, 17. Ma
Preis: € 5.

Foto: © imaginary company

Top 5: Brettschneider vs. Schwöbel: Top 5 Filme der Coen Brothers

(Daniel und Uwe)

Top 5 – Filme der Coen Brothers, Daniel, inlusive Einleitung

Die Genialität von Joel und Ethan Coen offenbarte sich der Welt eher schleichend. Dafür dann intensiv und umso nachhaltiger. Nach „Blood Simple“ (1984) noch als cineastischer Geheimtipp gehandelt, räumten sie mit „Barton Fink“ (1991) bei den Filmfestspielen in Cannes ab wie kein Film jemals zuvor, um schließlich mit „No Country for Old Men“ (2007) den längst überfälligen Oscar für den besten Film einzuheimsen. Ungeachtet ihrer Popularität und des Starkults sind ihre Werke meist Außenseiterfilme geblieben, die noch immer eher dem Independent- als dem Mainstreamkino verpflichtet sind. Dieser spezielle lakonische Humor, die kafkaesken Verstrickungen, die durchweg schrägen Charaktere und die bittersüße Verbindung von Tragik und Komik bestimmen seit nunmehr knapp 40 Jahren das Coensche Universum, das dazu immer auch durch eine so fantastische, ganz und gar eigene, extrem präzise Bildsprache besticht. Mit Frances McDormand als schwangere, heißhungrige Polizistin oder Jeff Bridges als schlurfender Dude kreierten sie Typen, Szenen, Momente, die für immer in unseren Köpfen und Herzen bleiben. Und ja, so langsam könnten die Bros mal wieder so ein richtiges Brett raushauen!

1. Fargo (1996)
2. The Big Lebowski (1998)
3. A Serious Man (2009)
4. Barton Fink (1991)
5. Blood Simple (1984)

Muss dabei sein: „A Serious Man“. Weil wahrhaftiges Pech niemals schöner bebildert wurde. Und witziger auch nicht!

Darf nicht dabei sein: „No Country for Old Men“. Mit ihrem allergrößten Triumph  konnte ich erstaunlicherweise so gut wie nichts anfangen. Wo waren auf einmal Witz und Ambivalenz? Mir war das hier alles einfach einen Tick zu pessimistisch, zu unterkühlt, desillusionierend. Na ja, zugegeben, die Szene mit der Münze ist schon einmalig gut! Und die Frisur sitzt … in der Kinogeschichte.

Top 5 Filme der Coen Brothers, Uwe

1. Fargo
2. Hudsucker – der große Sprung
3. No Country for Old Men
4. The Big Lebowski
5. O Brother, Where Art Thou? – Eine Mississippi-Odyssee

Muss dabei sein: Hudsucker! Paul Newman und Tim Robbins in einem Film. Dazu eine gute Geschichte mit vielen schönen Ideen.

Darf nicht dabei sein: Nach No Country for Old Men mochte ich keinen Film der Coens mehr, nach dem grausam langweiligen Inside Llewyn Davis stieg ich komplett aus. Davor sah ich alle Filme, bis auf Ladykillers, weil ich mir das wunderbare Original mit Sir Alec nicht kaputtmachen wollte.

Mittwoch, 12. Mai: Le sacre du printemps

(Martin)

Zweiteiliger Ballettabend von Bryan Arias und Edward Clug
Kostenlose-Streaming-Premiere
Staatstheater Wiesbaden

Mit dem Doppelabend »Le sacre du printemps« reiht sich das Hessische Staatsballett mit zwei zeitgenössischen Positionen von Bryan Arias und Edward Clug in die lange Aufführungsgeschichte des »Frühlingsopfers« ein.

Arias setzt sich in dem Auftragswerk »29 May 1913« mit dem skandalumwitterten Ereignis der Pariser Uraufführung auseinander und entwickelt einen vielschichtigen Blick auf die Konditionen unserer Kulturreflexion.

Clug schuf in seiner 2012 am Slowenischen Nationaltheater in Maribor uraufgeführten Choreografie eine feinsinnige Symbiose aus archaischer Grundthematik und hypnotischer Hingabe des Tanzes an die Musik. Neben dem bewussten Umgang mit Tradition schwingt in dieser Werkinterpretation eine differenzierte Betrachtung der Rezeptionsgeschichte des Stoffes mit.

Hier geht’s zum Stream: https://www.staatstheater-wiesbaden.de/programm/spielplan/le-sacre-du-printemps/7510/#performances

Kostenlose-Streaming-Premiere aus dem Staatstheater Wiesbaden:
Mittwoch, 12. Mai
um 19.00h

Weitere kostenpflichtige Streamingtermine:
17.05., 25.05., 25.05.
um jeweils 19.00h.

Foto: © Bettina Stöß

Irgendwann bald: OF/ Reclaiming Dance

(Andrea)

So ganz erschließt mich gerade nicht, was wann jetzt wo ist, wahrscheinlich braucht es einfach nur noch einen Klick mehr. Für den Anfang lasse ich erstmal Georg vom Waggon zu Wort kommen: "Ja, da soll mal einer sagen, wir versuchen nicht, euch trotz Dauerlockdown zum tanzen zu bringen: Zwar haben sich die Macherinnen von Reclaiming Dance und wir als ihre Unterstützer ihre Tanzworkshops für jede*n sicher anders vorgestellt, unter anderem auch direkt bei uns am Kulturgleis. Das hindert sie aber nicht daran, euch zumindest online dazu einzuladen. Vorkenntnisse sind keine nötig, Tanzen ist für alle da. Würd uns sehr freuen, wenn von unseren Stammgästen einige dabei sind. Meldet euch schnell noch für den ersten Workshop an und reclaim the dance! #wennmanzuunbeweglichwirdkannmansauchmalmitkunstversuchen"

Hier jetzt der Link: http://reclaiming-dance.de/
Den sollte man sich mal vormerken und ab und zu schauen, was es aktuelles gibt!

Donnerstag, 13. Mai: Einfach das Ende der Welt

(Martin)

Nach Jean-Luc Lagarce
Regie: Christopher Rüping
Schauspielhaus Zürich
LIVESTREAM

Vom 13. – 24. Mai findet das Berliner Theatertreffen digital statt und tatsächlich ist das gesamte Programm kostenfrei zugänglich!

Gelegenheit also, die für am besten befundenen Inszenierungen sich anschauen zu können!

Für ein Wochenende verlässt der Sohn sein Künstlerleben in der Großstadt, um nach zwölf Jahren an den Ort seiner Kindheit zurückzukehren und seine Familie wiederzusehen, die ihm fremd geworden ist oder es immer schon war. Er hat etwas Wichtiges mitzuteilen, doch ehe es dazu kommt, prallen zwei grundverschiedene Lebensmodelle mit voller Wucht aufeinander. Jean-Luc Lagarce gehört in Frankreich zu den meistgespielten Theaterautor*innen, sein Stück „Einfach das Ende der Welt“ wurde mit Starbesetzung verfilmt. Christopher Rüping, zum vierten Mal zu Gast beim Theatertreffen, und sein Ensemble haben eine spielerische, zarte Theaterform gefunden, die drängende gesellschaftliche Fragen von Klassismus, Stadt-Land-Gefällen, Homophobie und davon, was man der eigenen Familie eigentlich schuldig ist, mit schlagfertigem Witz und tiefer Ernsthaftigkeit verhandelt.

Nachtkritik.de zitiert anlässlich der Premiere: ‚Das Stück zeige eine "Situation wie ein Pulverfass, da ist jeder Satz ein Minenfeld, und das arbeitet Christopher Rüping jetzt heraus mit aller geforderten Unbarmherzigkeit", berichtet Andreas Klaeui im Gespräch für SRF2 Kultur (4.12.2020) über einen "eindrücklichen" Abend. Die Inszenierung finde "schlagende Bilder“ neben einem "großartigen, sehr bewegenden Schauspiel. Das ist alles sehr hart, und stark."‘

Hier ist das Programmheft zur Inszenierung: https://www.berlinerfestspiele.de/media/2021/theatertreffen-2021/tt21_downloads/tt21_ap_einfach_das_ende_der_welt.pdf

Und hier geht’s zur Homepage der Festspiele und zum Stream und den Tickets: https://www.berlinerfestspiele.de/de/berliner-festspiele/programm/bfs-gesamtprogramm/programmdetail_339874.html

Donnerstag, 13. Mai
um 20.00

Foto: © Diana Pfammatter

Donnerstag, 13. Mai: Carolin Emcke im Gespräch mit Ina Hartwig

(Martin)

Carolin Emcke im Gespräch mit Ina Hartwig
Schauspiel Frankfurt; LIVESTREAM

Bestseller-Autorin und Friedenspreis-Trägerin Carolin Emcke denkt in diesem persönlich-politischen Journal über das Ausnahme-Jahr 2020 nach. Am 22. März 2020 beschließen Bund und Länder »Kontaktbeschränkungen« – die neue Wirklichkeit der Pandemie greift ein in unsere psychische, soziale, politische Verfassung. Am Tag darauf beginnt Carolin Emcke mit ihrem »Journal«. Sie notiert nächtliche Albträume oder die unmöglichen Abschiede von geliebten Menschen so wie sie die nationalistischen Reflexe Europas und die autoritäre Verführung des Virus analysiert. Es sind subjektive, philosophische Notizen, die dieser historischen Zäsur nachspüren. Immer wieder widersetzt sich Carolin Emcke der Neigung, nur die eigene Stadt oder Region zu betrachten, immer wieder weitet sie den Fokus, reflektiert die Pandemie als globale Konstellation. Es ist die schonungs- und schutzlose Chronik eines Ausnahmezustands, von dem niemand weiß, wann er zu Ende sein und wie er uns verändert haben wird.

Hier geht’s zur Homepage: https://www.schauspielfrankfurt.de/spielplan/kalender/journal-emcke/282/

Die Veranstaltung wird am Donnerstag, 13.05. live aus dem Schauspielhaus übertragen. Anschließend ist das Streaming-Angebot noch bis einschließlich 16.05.2021 verfügbar.

Donnerstag, 13. Mai
um 18.00h

Carolin Emcke im Gespräch mit Ina Hartwig

Foto: © (Buchcover Fischer Verlag / Portrait Carolin Emcke Copyright: Andreas Labes)

Hörspiel: Curtain Call! Eine Schauspielerin am Rande des Nervenzusammenbruchs

(Martin)

Von Judith Rosmair und Uwe Dierksen

Judith von Sternburg schrieb in der FR:„Virtuos: Judith Rosmair und Uwe Dierksen lassen ‚Curtain Call!‘ im Radio hören, reden und japsen.

Eine extrem überspannte knappe Stunde mit der Schauspielerin Judith Rosmair und dem Musiker (und Komponisten) Uwe Dierksen bietet sich nun im Radio und als Podcast an. Nicht nur die Synapsen japsen, um eine Formulierung aus „Curtain Call!“ aufzugreifen. Rosmairs Performance, inszeniert von Johannes von Matuschka, ist sechs Jahre alt (und war seinerzeit auch am Schauspiel Frankfurt zu Gast). Als sie im Mai 2020 mit dem jungen Evergreen einen Monat lang in einem Pariser Theater gastieren wollte, kam der Lockdown dazwischen. Alle Menschen hatten aber auf einmal Zeit, gemeinsam mit Dierksen gestaltete Rosmair den Abend also zum Hörspiel um.

Und ein Hörspiel ist es in der Tat, sichtbare Bewegung ist nicht erforderlich, um die Atemlosigkeit, nein, das Hyperventilieren (Dierksens Part), die helle Panik in der pechschwarzen Nacht vor einer Premiere in Fahrt zu bringen. Auch die Schauspielerin, um die es geht, liegt vermutlich einfach im Bett dabei. Der Mensch muss wirklich nicht draußen sein, um außer sich zu geraten.

Die Schauspielerin soll am nächsten Abend Anna Karenina spielen, eine große Sache. ‚Ich muss schlafen, ich muss fit sein, ich muss eine Bombe sein. Ich muss dauernd an Wronski denken‘, und da ist schon nicht mehr klar, ob sie Annas Wronski meint oder ihren eigenen, denn sie hat sich in den Schauspieler verliebt, sofern für so etwas Zeit war. Wie immer im Theater hat es im letzten Moment noch Schwierigkeiten gegeben. Sie soll improvisieren („Hallo? Ich soll einen 1200-Seiten-Roman improvisieren?“). Tolstois Anna Karenina macht sie krank, aber längst steckt sie mittendrin in der Geschichte. Ein durch Nacht und Lampenfieber und Dierksens ständige Einmischung noch potenzierter Alb aus eigenen Erlebnissen, Reflexionen, Suizidgedanken entwickelt sich aufregend. Hört man dazwischen nicht auch die Stimme von Wolfram Koch? In der Tat!“ beendet. 

Im Radio auf hr2-kultur bzw. in der ARD Audiothek: https://www.hr2.de/programm/sendezeiten/hoerspiel-podcast--curtain-call-,epg-the-artists-corner-512.html

GEHÖRTES: Morning Show

(Uwe)

Vor einigen Jahren sah ich mit einer Freundin im kleinen Saal des Wiesbadener Schlachthofs die großartige Band Slow Show. Wir unterhielten uns auf der Rückfahrt über gute Musik und sie empfahl mir Morning Show, ein Duo aus Vancouver in Kanada. Von der Rockband hatte ich bisher weder etwas gehört noch etwas gelesen. Bereits das erste Lied „Run Dry“ von der EP Prom Scene begeisterte mich. Es folgte das erste Album Wine mit den grandiosen Songs „Another One“ und „Soft Pedal“. Zwei Jahre arbeitete die Band am neuen Album, Come Around, das kürzlich erschien. Wieder eine Sammlung schönster Alternativesongs, zum Beispiel „Onvard“ oder „Baby Can You Drive Me Home“.

Foto: Facebookseite Morning Show

Noch bis zum 9. Mai: SchaufensterAusstellung

(Daniela)

Oh, da radel ich auf jeden Fall wieder hin:

ES GIBT NICHTS SCHÖNERES ALS HIER ZU SEIN

Die SchaufensterAusstellung 3 findet vom 25.4. bis 9.5.2021 im Frankfurter Gallusviertel in der Hellerhofsiedlung zwischen Kelkheimer Str. und Lorsbacher Str. statt. Als Ausstellungsorte dienen die Schaufenster von 5 Atelier-Läden, die in unmittelbarer Laufnähe zu einander entlang der Idsteiner Str. bzw. der Frankenallee liegen. Außerdem eine Litfaßsäule. Für die Hellerhofsiedlung steht als Teil des Neuen Frankfurts der Ernst May Siedlungen die Anerkennung als UNESCO-Weltkulturerbe an.

Die gezeigten Arbeiten sind jeweils für 14 Tage à 24 Stunden lang zu sehen.

Am Sonntag , den 9.5.2021 werden die Künstler*innen Vorort sein.

Die Pandemie hält an – wir machen weiter.

Teilnehmende Künstler*innen WestAteliers:

Gastkünstler*innen:

Die Schaufensterausstellung 3 „Es gibt nichts Schöneres als hier zu sein“ wird unterstützt durch: Kulturamt Frankfurt/Main, Firma Ströer, KunstRaumMato e.V. Frankfurter Sparkasse 1822

Noch bis Sonntag, 9. Mai: Das Neue Evangelium

(Martin)

Milo Rau
Digitaler Mousonturm / Lichter Filmfest

Milo Rau – in den vergangenen Jahren waren zahlreiche Inszenierungen von ihm im Mousonturm zu sehen. Es fehlt, sehr, das Theater, die Themen, die Begegnungen und damit auch die kulturell-politischen Zugänge live vor Ort im Hier und Jetzt…

Im Rahmen des Lichter Filmfestes wird der neue Film von Milo Rau gezeigt und da ist es folgerichtig und super, dass Mousonturm und Lichter Filmfest kooperieren.

Hoffentlich schauen sich viele diesen Film an!

„Ausschlaggebend für Raus ‚Neues Evangelium‘ war die Frage, wer oder was Jesus heute sein könnte, was er sagen, mit wem er sich umgeben, wofür er eintreten und womöglich sogar sterben würde. Die Antwort darauf ist sein Protagonist, der politische Aktivist Yvan Sagnet, geboren 1985 in Kamerun, beworben als ‚der erste schwarze Jesus der europäischen Filmgeschichte‘. Sagnet hat in Italien nicht nur studiert, sondern auch Erfahrungen als einer jener Erntehelfer gesammelt, gegen deren Ausbeutung er kämpft, im Leben wie im Bibelfilm. 2011 war er eine treibende Kraft beim allerersten Streik, den Feldarbeiter mit Migrationshintergrund in Italien organisierten, er hat darüber auch ein Buch geschrieben. 2017 wurde er mit dem Verdienstorden der Italienischen Republik geehrt.“ (…) Kreuzweg, ‚Klick‘ und Klappe, und festgerammt ist der Bibelfilm der Jetztzeit? Nein, so leicht macht es sich Milo Rau natürlich nicht. Er geht sein Jesus-Projekt genauso komplex und semi-dokumentarisch an wie seine politischen, oft aufsehenerregenden Theaterinszenierungen - darunter ‚Hate Radio‘, ‚Five Easy Pieces‘, ‚Orest in Mossul‘ - und seine bisherigen Filme, etwa ‚Die Moskauer Prozesse‘ (2014) oder ‚Das Kongo Tribunal‘ (2017). In all diesen Arbeiten geht es nie nur um die Erzählung einer Geschichte oder die Aufarbeitung eines Themas, sondern immer auch um soziale Recherche, politische Lebenswirklichkeit und Ungerechtigkeit, Teilhabe derer, um die es geht. Und nicht zuletzt um die Veränderung der Welt.

Erstaunlich, wie gut das Konzept aufgeht und welche ‚echten‘ Menschen es beglaubigen, man staunt da jedes Mal wieder bei den Arbeiten von Milo Rau, wie passend alles ineinandergreift, wie scheinbar mühelos die verschiedenen Ebenen gewechselt oder ineinander verschränkt werden. Es fehlt auch nicht die Reminiszenz an die filmhistorischen Vorgänger. Der greise Pasolini-Jesus Enrique Irazoqui wirkt als Johannes der Täufer mit und gibt dem schwarzen Messias Rollen-Tipps. Maia Morgenstern, die Maria aus Mel Gibsons Film, ist auch hier die verzweifelte Mater dolorosa. (Süddeutsche Zeitung).

Was würde Jesus im 21. Jahrhundert predigen? Wer wären seine Jünger? Regisseur Milo Rau („Das Kongo Tribunal“) kehrt in der süditalienischen Stadt Matera zu den Ursprüngen des Evangeliums zurück und inszeniert es als Passionsspiel einer Gesellschaft, die geprägt ist von Unrecht und Ungleichheit. Gemeinsam mit dem Politaktivisten Yvan Sagnet, der Jesus verkörpert, erschafft Rau eine zutiefst biblische Geschichte. Nach Jesus‘ Vorbild kehrt Yvan als „Menschenfischer“ in das größte der Flüchtlingslager bei Matera zurück. Unter den dort Gestrandeten, findet er seine „Jünger“. Verzweifelte, die über das Mittelmeer nach Europa gekommen sind, um auf den Tomatenfeldern Süditaliens versklavt zu werden und dort unter unmenschlichen Bedingungen in regelrechten Ghettos hausen – allein in Italien sind das mehr als 500.000 Menschen. Gemeinsam mit ansässigen Kleinbäuerinnen und -bauern begründen sie die „Revolte der Würde“ („The Revolt of Dignity“), eine politische Kampagne, die für die Rechte von Migrantinnen und Migranten kämpft.

Hier der Trailer zum Neuen Testament: https://youtu.be/8kVrMmbF76w

Tickets über die Homepage des Lichter Filmfest: https://online.lichter-filmfest.de/film/das-neue-evangelium-the-new-gospel/

Digitaler Mousonturm / Lichter Filmfest

(c) Fruitmarket Langfilm IIPM Armin Smailovic

Noch bis 24. Mai: Bad Homburg feiert Hölderlin

(Andrea)

Das Wetter soll wieder besser werden, heißt es. Dann könnte man sich ja mal auf machen und wer würde da nicht zustimmen: Mehr Freiheit, zu mehr Menschlichkeit und mehr Schönheit - Hölderlin zählt zu den bedeutensten Dichtern Deutschlands. "Zum 250. Geburtstag hat die Stadt Bad Homburg junge Künstler*innen der Hochschule für Gestaltung in Offenbach eingeladen, sich mit dem Werk des großen Dichters zu befassen und in Form von Installationen und performativen Ereignissen die Stadt und ihre Besucher zum Betrachten, Staunen und Nachdenken zu bringen. Entstanden sind sechs Stationen, die die Aktualität Hölderlins, seine Anschlussfähigkeit an die heutige Zeit und das heutigen Leben hervorheben. Die Besucher*innen erwartet vom 30.04.-24.05. eine Art Spurensuche, bei der geheime Orte und erstaunliche Gestalten entdeckt werden können: Es ist Zeit, das O! zurückzubringen - wie arm wäre die Welt doch ohne O!" www.bad-homburg.de/hoelderlin

VORSCHAU
Noch bis 16. Mai: Video-Installation

(Petra)

Große Freude machen mir derzeit kleine, analoge Formate - sei es, durch die Fenster des Lola Montez Kunstwerke zu erspicken, oder Installationen vor der Tür zu entdecken. Seit letztem Wochenende wärmt mein entwöhntes Kunst-Herz eine Video-Installation in der Schirn-Rotunde, die ich dank einer lieben Freundin bestaunt habe. Wahrscheinlich nicht zuletzt, weil meine Sehnsucht nach dem Meer allmählich übergroß wird. Und weil das räumliche Erleben selbst bei einer Videoarbeit einen Riesen-unterschied macht. In ihrer "immersiven" Videoarbeit zeigt die kanadische Künstlerin Caroline Monnet den Atlantik - groß, schäumend bewegt,geräuschstark, aber auch idyllisch. Er verbindet für sie beide Seiten ihrer Iden­ti­tät, die von ihren Algon­quin-Vorfah­ren in Kanada und ihren fran­zö­si­schen in Europa geprägt ist. Hier dokumentiert sie ihre 22-tägige Reise auf einem Fracht­schiff von Europa nach Kanada. In einer filmi­schen Montage entfal­ten die Bilder der Über­fahrt, an der Mittel­achse gespie­gelt und unter­legt von einer tran­ce­ar­ti­gen Tonspur aus Radio­fre­quen­zen und Morse­zei­chen, eine eindring­li­che Sogwir­kung. Diese steht im Kontrast zur Statik der drei Beton­ku­geln PROXI­MAL I, II, III (2018/2020): zusammen eine eindring­li­che Instal­la­tion. Die sphä­ri­schen Skulp­tu­ren verwei­sen u. a. auf Mond­zy­klen, welche in der Algon­quin-Tradi­tion eine zentrale Rolle spie­len. Die Instal­la­tion beleuch­tet auch Auswir­kun­gen der kolo­nia­len Geschichte zwischen Europa und Nord­ame­rika, von Handel und Migra­tion wie auch den trau­ma­ti­schen Erfah­run­gen der Indi­ge­nen Menschen.

Video­ar­beit Trans­at­lan­tic (2018, 15 Min.) und die Skulptuturen PROXI­MAL I, II, III (2018/2020) von Caroline Monnet, Schirn-Rotunde (öfffentlich zugänglich), noch bis 16.05., Eintritt: frei, weitere Informationen hier.

Anzeige

THINGS THAT MAKES YOU HAPPY - LOKAL EINKAUFEN

Olivenöle, Saucen, Konfitüren, Honig, Mandelcreme, Kaffee, etc. - im TTMYH - Shop findet Ihr ausgewählte leckere Produkte die einfach glücklich machen.

Und ab sofort und rechtzeitig zu Ostern: ein humorvolles Teeprojekt aus Hamburg: TEESUS - die völlig durchdeklinierte Teeologie!

Alle Delikatessen stammen von kleinen Produzent*innen, die mit viel Liebe und Sorgfalt arbeiten. Die Produkte kommen vorwiegend aus Frankfurt, oder aus der Region und manchmal sogar aus der ganzen Welt - solange wir garantieren können, dass sie wirklich glücklich machen!

https://www.thingsthatmakeyouhappy.de

Bis 5. September: Londoner Exzentrik im Museum

(Petra)

Seit über einem halben Jahr­hun­dert schaf­fen Gilbert & George gemein­sam Kunst. Ihr heraus­ra­gen­des Œuvre ist bis heute von unge­bro­che­ner Brisanz und Bedeu­tung. Die Schirn widmet dem bild­ge­wal­ti­gen und biswei­len provo­ka­ti­ven Univer­sum des gefei­er­ten Londo­ner Küns­tle­rd­uos eine umfang­rei­che Retro­spek­tive mit Werken von 1971 bis 2019. Sie selbst sind - Teil ihrer - Kunst: und wer anderes als sie selbst könnte schöner auf den Punkt bringen, worum es geht?

Foto: Magazin Sculpture, Gilbert & George

Gilbert & George - The Great Exibition, Ort: Schirn Kunsthalle, Öffnungszeiten: Dienstag, Freitag - Sonntag 10 - 19 Uhr, Mittwoch und Donnerstag 10 - 22 Uhr, Adresse: Römerberg, Zeitickets bekommt Ihr hier

DER MOUSONTURM BAUT! FREILICHT - LOGENTHEATER

(Martin)

Der Mousonturm baut! Entstehen soll ein neues, corona-konformes Freilichttheater für DIESEN Sommer an der Grenze  zwischen Frankfurt und Offenbach, am Kaiserleikreisel! Das bietet Perspektiven für wunderbare Theater- und Performanceerlebnisse für die Zeit von Juli – Oktober!

Das Kolosseum in Rom, Shakespeares Globe Theatre in London - die Freiluftbühne, die zwischen Frankfurt und Offenbach entstehen soll, orientiert sich an großen Vorbildern. Und auch in seiner Funktion verfolgt das Projekt ehrgeizige Ziele: Es soll Theaterbesuche möglich machen in Zeiten, in denen die Kultur strengen Hygieneauflagen unterliegt. Und das noch diesen Sommer.

Die Idee: Das Künstlerhaus Mousonturm und Frankfurt LAB haben es sich zur Aufgabe gemacht, bis zum Sommer ein temporäres Freilicht-Logentheater zu realisieren. Die Open-Air-Bühne im Kaiserleiviertel zwischen Frankfurt und Offenbach, unmittelbar an der S-Bahn-Station Kaiserlei und dem Mainuferweg, sieht Platz für 200 bis 300 Besucherinnen und Besucher vor. Der Entwurf stammt von Benjamin Foerster-Baldenius und Florian Stirnemann vom Architekturkollektiv Raumlabor Berlin.

"Wir haben mit der Architektengruppe Raumlabor die idealen Partner gefunden für dieses Vorhaben", sagt Mousonturm-Intendant Matthias Pees. "Sie sind daran gewöhnt, solche temporären Bauten zu errichten und sie so professionell zu entwerfen, dass man sie in extrem kurzer Zeit errichtet und genehmigt bekommen kann." Der ambitionierte Zeitplan kommt nicht von ungefähr, schließlich unterliegt der Kulturbetrieb in der Corona-Pandemie starken Einschränkungen.

Das Konzept: Der Entwurf für den "Sommerbau" sieht ein Hexagon aus Stahlgerüsten und Holz vor. Die Besucherinnen und Besucher sitzen getrennt voneinander in Zweier-Logen, die sich über insgesamt vier Stockwerke erstrecken. Die sechseckige Spielfläche in der Mitte des Baus soll so gestaltet werden, dass auch Tanz und Gesang unter Einhaltung der Mindestabstände möglich ist. Von Juli bis Oktober sollen täglich Proben und Aufführungen stattfinden - nicht nur vom Künstlerhaus Mousonturm und den LAB-Partner Ensemble Modern und Dresden Frankfurt Dance Company. Viele weitere Kooperationspartner aus der freien Szene und von anderen städtischen Institutionen sollen dort Raum für ihre Inszenierungen finden. "Wir wollen hier kein exklusives Gebäude des Ensemble Modern oder des Mousonturm hinstellen, sondern es für möglichst viele andere Kooperationspartner aus verschiedenen Disziplinen anbieten, zum Beispiel dem Schauspiel Frankfurt", erklärt Pees. Dadurch soll die Vielfalt der in der Region wohnenden Menschen abgebildet werden. Um Kultur für jedermann zugänglich zu machen, setzt der Sommerbau für die meisten Veranstaltungen auf ein solidarisches Preissystem: Die Zuschauer entscheiden selbst, welchen Preis sie bezahlen können und wollen.

Die Inspiration: Der Mousonturm hat bereits Erfahrungen gesammelt mit möglichst Corona-konformen Theaterräumen. Im vergangenen Sommer ließen sie ihren Großen Saal in einen gut belüfteten Saal aus Lehm mit 19 Logen und fest verbauten Trennwänden umwandeln - den "Bau".

Matthias Pees ist vom Konzept nach wie vor überzeugt: "Als es erlaubt war, den Bau im Mousonturm zu betreiben, hat das ganz fantastisch funktioniert." Niemand hätte sich dort beim Theaterbesuch angesteckt. Auch das Publikum habe "auf den ersten Blick Vertrauen in diesen Raum gewonnen, dass sie sich dort nicht nur nicht anstecken, sondern eine Gemeinschaft finden, wie es gerade in der Corona-Krise überall so schwer möglich ist", so Pees.

Seit November sind auch dort keine Vorstellungen mehr erlaubt. Mit der erneuten Schließung reifte die Idee für eine Freiluftbühne, erzählt der Mousonturm-Intendant. Die Überlegung: Kultur mit Publikum könne wohl am ehesten draußen stattfinden. Gemeinsam mit den Architekten Benjamin Foerster-Baldenius und Florian Stirnemann sowie den Städten Frankfurt und Offenbach und dem Land wurde schließlich ein Konzept entwickelt, das die Erkenntnisse aus dem "Bau" an die frische Luft bringen soll.

Die Zukunft: Wenn es nach Matthias Pees geht, ist das Open-Air-Theater am Mainufer kein Projekt auf Zeit. "Vielleicht ist unser temporärer Bau ein Exempel dafür, was man in der Zukunft denken kann: statt den muffigen Multifunktionshallen ein großes und luftiges Freilufttheater für die kürzere Ewigkeit zu schaffen." Benjamin Foerster-Baldenius sieht Vorteile im temporären Bau, zum Beispiel bei Genehmigungs- und Finanzierungsverfahren. Wenn die Zuschauer und die beteiligten Städte nach der Spielzeit des Sommerbaus wollten, könne man ihn aber weiter nutzen. "Das kann da auch die nächsten 20 Jahre stehen bleiben. Das ist ein Gerüstbau aus Materialien, die sehr haltbar sind. Selbst wenn es wieder abgebaut wird, wird es einen Eindruck zwischen den beiden Städten hinterlassen, der weiterhin Diskussionen und Sehnsüchte hervorruft", so der Architekt.

Text: Anna Lisa Lüft / hessenschau.de

Bild: (c) raumlaborberlin

Montag, 31. Mai: Finissage der Ausstellung „Der Weg der Sinti und Roma“

(Andrea)

Ich hoffe, die uns alle beschäftigenden Inzidenzen lassen einen Besuch zu: Am 23. März 1943 wurden nach vorher erstellten Listen die meisten der in Hanau und Umgebung lebenden Sinti und Roma verhaftet und in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Die wenigen, die zurückblieben, wurden sterilisiert. Ziel der Nazis war es, die Sinti und Roma als „Rasse“ zu vernichten. Wie die Verfolgung der Sinti in Hanau und Umgebung durchgeführt wurde, untersuchte eine Dokumentation, die auch auf die Diskriminierungspraxis vor 1933, die Enteignung und auf die lange Zeit der verweigerten Anerkennung der Verfolgung nach 1945 eingeht. Udo Engbring-Romang, Autor, des Buches „Hanau.Auschwitz.“ wird eine Präsentation zu seiner Dokumentation zeigen, auf aktuelle Fragen eingehen und im Anschluss zu einem Gespräch zur Verfügung stehen. Anmeldung erbeten unter: mkk@vvn-bda.de

19.00 Uhr (Einlass: 18.30 Uhr)
Ellis Bistro
Johanneskirchplatz 1
63450 Hanau

2. JUNI – 13. JUNI: Heine. ICH REDE VON DER CHOLERA

(Martin)

OPEN AIR!
THEATER WILLY PRAML

Epidemische Krisen. Nichts Neues! Heine berichtet von der Cholera 1832 in Paris. Vom Karneval, bei der die Maskierten blau anlaufen, reihenweise tot umfallen und hektisch in ihren Narrenkostümen beerdigt werden. Von den Verschwörungstheoretikern, die das Volk so in Rage versetzen, dass eine Horde zwei vermeintliche Giftmischer auf offener Straße in Stücke reißt. Von dem Verkehrsstau hunderter Leichenwagen, die keine Zufahrt mehr zum Friedhof finden und deren Kutscher in Streit geraten und sich gegenseitig die Toten aus den Wagen zerren.

HORROR-Szenarien, die Heine uns da in den düstersten Farben und gewohnt bissiger Ironie ausmalt, die einem aber irgendwie bekannt vorkommen oder inzwischen zumindest vorstellbar. Die 200 Jahre, die zwischen uns und Heines Paris liegen, schrumpfen zu einem Zeitmaß von einer Markus-Lanz-Talkrunde bis zur nächsten zusammen. Und die verwirrte Stimmung der Leser*innen oder Fernsehenden ist die gleiche. Nichts Neues!

Heines Cholera-Bericht wird im Dialog stehen mit dem 3. Akt der Oper LA TRAVIATA von Verdi – das todtraurig vertonte Sterbezimmer einer kranken Schönen. 

Der Schrecken im Theater soll ja immer auch schön sein und nicht tödlich.

RESERVIERUNGEN: http://theaterwillypraml.de/heine-ich-rede-von-der-cholera/

Foto: (c) Theater-Willy-Praml / Homepage 


Powered by TYPO3 and direct_mail, supported by jweiland.net.

Du erhältst diesen regelmäßigen Newsletter, da Du Danielas Ausgehtipps Daheimbleibtipps abonniert hast.
Wenn Du diesen Newsletter nicht mehr erhalten möchtest, kannst Du Dich hier abmelden.