23.04.2021
Inhalt: Im Amt / FREUND*IN WERDEN. SO GEHT'S: / Crowdfunding “OhneWorte” / VERLOSUNG / VERLOSUNG / G E R O L L T E S ist heute "nur" eine Verlinkung / Etwas über den FSV / GEDRUCKTES / Freitag, 23. April: Richard Strauss – Metamorphosen / Freitag, 23. April: Scripted Reality - Die Stadt mit der Zunge betreten (Version 2021) / Freitag, 23. April: Leseclub - VERSCHOBEN! / Freitag, 23. und Samstag 24. April: AUF EIN STÜNDCHEN! - Life is live / Seit 15. April: SILENCE RADIO (Film) / Ein digitales Album von RebelLog & Gästen / Hörbuchvergnügen: Die Briefe der Manns / Samstag, 24. April: Simon(e) van Saarloos / dark matters Kollektiv d rk m tters x a chaotic happening. / Samstag 24. April: Bridges – Musik verbindet / Samstag, 24. April: Premiere Peer Gynt von Henrik Ibsen / Samstag, 24. April: Filmklubb kulinarisch / Samstag, 24. & Sonntag, 25. April: Kampf um die Häuser Audiowalk im Frankfurter Westend / Sonntag, 25. April: Bühnenbesetzung Symposion nach ‘Der Müll, die Stadt und der Tod‘ / Samstag, 24. und Sonntag, 25. April: WI(E)DERSPRECHEN AUDIOWALK / Sonntag 25. April - 9. Mai: SchaufensterAusstellung / Top 5: Brettschneider vs. Schwöbel: Filme von Billy Wilder / Sonntag, 25. April: INTERCOMMUNICAZIONE / BEETHOVEN UND ZIMMERMANN / Montag, 26. April: Herr Wolf und die sieben Geißlein Theater / Dienstag, 27. April: LICHTER FILMFEST / Donnerstag, 29. April: Premiere (weitere Termine s.u.): Der Rache nicht - Dokumentarischer Audio-Walk / Doku: Schwarzer Adler (Amazon Prime) / Freitag, 30.04.: Tanzen in den Mai / Mittwoch, 28. April: NETWORK (Stream) / BADESALZ-BACKSTAGE-SAFARI / Kunstverein Montez: Crowdfunding Palindrome / VORSCHAU / Noch bis 16. Mai: Video-Installation / Bis 06. Mai: Ausstellung / Bis Sonntag, 16. Mai: Londoner Exzentrik im Museum / Impressum
Im Amt

So, ihr Lieben, seit gestern bin ich jetzt Stadtverordnete.
Das heißt zum Vollzeitjob auch noch ein Vollzeit-Ehrenamt.

Wie ich dann auch noch die Ausgehtipps schreiben soll, weiß ich ehrlich gesagt nicht. ABER ich werde alles daran setzen, dass es die Ausgeh- bzw. Daheimbleibtipps weiterhin gibt. (Verzeiht mir, dass es evtl. noch mehr Rechtschreibfehler gibt, aber für eine Korrekturschleife bleibt keine Zeit.)

Wir möchten die Daheimbleibtipps aber auf jeden Fall erhalten, denn Eure Zuschriften und Reaktionen zeigen uns, dass ihr sie gerne lest. Und uns wiederum freut es sehr, wenn IHR uns schreibt. So waren wir auch extrem gerührt, über die liebevollen Mails, die ihr uns letzte Woche zur Verlosung des Buchs „Ich bin da mal raus“ von Moni Port und Andrea Gerk geschickt habt. Sie haben uns viel Freude gemacht. Leider konnten ja nur drei von Euch gewinnen. Gerne könnt ihr Euch aber das Buch bei Moni im Laden kaufen (Koselstraße, der ehemalige Laden von Cocolores).

Wobei ich ehrlich gesagt gar nicht weiß, ob man aktuell überhaupt was kaufen kann, denn ich weiß gar nicht, was wir aktuell in Frankfurt dürfen und was nicht.
Definitiv weiß ich, das Fitnessstudios ab Montag geschlossen sind. Nicht etwa, dass ich den Wunsch verspüren würde eins zu betreten, aber ich kenne da jemanden, dem der regelmäßige Besuch verdammt gutgetan hat und der heute früh schimpfend am Frühstückstisch saß. Umso mehr bewundere ich ihn, dass er die Regelung akzeptiert und mal wieder die Klimmzugstange im Türrahmen montiert. Und ich werde meine Sorge, dass die Türzarge auseinanderbricht, hintenanstellen.

Genauso kann ich auch die Enttäuschung und Wut vieler Kulturschaffenden und Sportvereine verstehen. Natürlich war die Notbremse überfällig, aber es wäre so wichtig gewesen, gerade im Kultur- und Sportbereich eine differenzierte Betrachtung vorzunehmen. Es ist nämlich ein Unterschied, ob Kultur und Sport drinnen oder draußen stattfinden. Dass nun ab einer Inzidenz von 100 jeglicher Betrieb auch unter freiem Himmel mindestens bis Ende Juni untersagt bleibt, ist unglaublich. Für Künstler*innen, Kreative, Kultureinrichtungen und Sportvereine wird die Lage immer prekärer.

Umso mehr bitte ich Euch: besucht die Kulturveranstaltungen, die angeboten werden und supportet die Künstler*innen. „Der bisher andauernde Lockdown und die Verlagerung der Kultur ins Internet machen eine Sehnsucht nach realem Kunsterleben spürbar. Die Pandemie hält an – wir machen weiter.“ Den Satz habe ich aus der PM der WestAteliers geklaut, die morgen ihre zweite Schaufensterausteluung eröffnen. Geht hin!

So, jetzt muss ich endlich mal an die frische Luft. Ich bin auf einem Geburtstag eingeladen…. die Jahre zuvor saßen feierten wir immer auf dem Yachtklub oder im Molokko, dieses Jahr wird es der Kleingarten der Eltern – und selbstverständlich sind wir nur zu Dritt!

Lebt wild und bleibt gesund!

Daniela

Zur besseren Lesbarkeit empfehle ich die Ausgehtipps hier zu lesen.

FREUND*IN WERDEN. SO GEHT'S:

Wir schreiben die Ausgehtipps schon seit 14 Jahren... ohne lästige Werbung, total subjektiv. Wenn Du die Ausgehtipps magst und uns unterstützen möchtest, dann freuen wir uns über Deine Unterstützung.
(Von dem Geld zahlen wir die Servergebühren und gehen einmal im Jahr zu viert zusammen essen :-))

Bitte überweise Deinen Solibetrag gerne auf folgendes Konto:
IBAN: DE83 4306 0967 6045 5154 00. Wer eine Rechnung benötigt, schicke bitte eine Mail an: ausgehtipps(at)cappelluti.net

Crowdfunding “OhneWorte”

Antje Voigt & Petra Schröder haben ein super schönes Projekt entwickelt.
Jetzt brauchen sie unseren Support, damit am Ende eine tolle Ausstellung entsteht!

Wie verändert die Pandemie unsere Kommunikation? Und was kann die Kunst dazu?

Diese Fragen loten wir im Projekt OhneWorte aus. Gestartet sind wir im ersten Lockdown 2020. Inzwischen hat sich das Projekt zum Dokument einer Zeitwende entwickelt. Ein Ende dieser Wende ist zwar weiterhin nicht absehbar, aber das Museum für Kommunikation Frankfurt öffnet uns trotzdem schon mal seine Räume. Wir freuen uns sehr, Euch in unserer OhneWorte Ausstellung die bisher entstandenen Arbeiten zu zeigen:

Unsere OhneWorte Kommunikationskarten gestalteten Schülerinnen und Künstlerinnen gleich in den ersten Monaten der Pandemie. Die Karten sind für Videokonferenzen entwickelt und reagieren auf die schwindende Wahrnehmbarkeit von Mimik, Gefühlen und Gruppendynamik. Als Kommunikationsprothesen im virtuellen Raum illustrieren sie humorvoll, wie krass sich unsere alltägliche Kommunikation verändert hat.

Unser Kunst- und Kommunikationsprojekt mit der Schule KGS Niederrad in Frankfurt wurde vom zweiten Lockdown 2021 überrascht. Wie erlebt ihr Corona, Lockdown und Homeschooling? Frankfurter Schüler*innen spiegeln uns eine Innensicht zum Distanz-Lernen.

Das Absurde unseres Alltags: Die Künstler*innen Phyllis Kiehl, Henrike Fiedler und Frank Kunert dokumentieren mit ihren Zeichnungen und Fotografien für uns Erfahrungen und Gefühle, die keine(r) von uns je sammeln wollte...

Wir haben mit dem Projekt OhneWorte ein Fenster geöffnet. Wir möchten dieses Fenster - ganz pandemiekonform – möglichst lange und weit offenhalten und brauchen dafür Deine Unterstützung!

Bitte unterstützt uns bei der Finanzierung über unser Crowdfunding: https://www.startnext.com/ohneworte 

VERLOSUNG
Antworten bitte an ausgehen-in-offenbach@web.de an Andrea

3 Exemplare des wunderbaren Offenbach-Portugal-Krimis "Die Stille des Wassers" von Nicole Werth. Abzuholen im Filmklubb im Isenburg Ring, nächsten Donnerstag oder Freitag zwischen 10-13 Uhr. Die Gewinnfrage: Welches berühmt-berüchtigte Fassbinder-Stück empfiehlt Martin in diesem Monat?

 

 

VERLOSUNG

(Petra)

Tanzen für lau: 5 x 1 Ticket für die digitale Tanz-Sause in den Mai des digitalen Literaturhauses Frankfurt am 30.04. ab 21 Uhr

Frage: Für welche Aktivität steht der 1. Mai traditionell?

G E R O L L T E S ist heute "nur" eine Verlinkung

(Uwe)

Ich könnte an dieser Stelle über Hansi Flicks Bitte an den Vorstand der Bayern schreiben, ihn zum Ende der Saison aus seinem Vertrag beim Rekordmeister zu entlassen. Oder über die Super League, die einige „große“ europäische Clubs aus England, Spanien und Italien gründen woll(t)en, um noch reicher zu werden. Oder über den nun auch rechnerisch feststehenden Abstieg meines Lieblingsvereins FC Schalke 04 (kommt nächste Woche).

Viel wichtiger finde ich diese Woche aber einen Beitrag, den ich in der Onlineversion von „11 Freunde“ gelesen habe und den ich hier teile. Es geht um Arpad Weisz, einen jüdischen Fußballtrainer aus Ungarn. Er prägte in den 1930er Jahren den Fußball wie kaum ein anderer. Leider endete sein Leben (und das seiner Familie und denen von so vielen andern unschuldigen Menschen) 1944 in Ausschwitz-Birkenau. Eine berührende Geschichte über einen großen Trainer, die wieder einmal zeigt, dass man niemals vergessen darf. Ein Visionär seiner Zeit – 11FREUNDE

Etwas über den FSV

Thomas Brendel warin den vergangenen beiden Jahren beim FSV Frankfurt Sportlicher Leiter und Trainer in Personalunion. Diese Saison läuft gut, die Bornheimer sind im oberen Drittel der Tabelle platziert, von einem der sechs (!!) Abstiegsplätzen in der Riesenliga (22 Teams, weil letzte Saison kein Verein abstieg) sind sie weit entfernt. Nun hat Thomas Brendel angekündigt, dass er sein Traineramt zum Saisonende niederlegen will. Ob er Sportlicher Leiter bleibt oder ob er den Verein wechselt steht noch nicht fest. 

GEDRUCKTES

(Petra)

T.C. Boyles Geschichte umhüllen mich wie ein lange ersehntes Gespräch mit einem lieb-vertrauten Freund. Freudig herzklopfend mit jeder Seite. Boyle ist ein großer Geschichtenerzähler, toller Mensch mit Haltung - und mit seinen 72 Jahren immer noch eine coole Sau. Seine Settings zeigen immer wieder deutlich, was ihn besonders beschäftigt und begeistert: oft sind wissenschaftliche Thesen und unorthodoxe naturwissenschaftliche oder soziologische Arbeiten die – gut recherchierte – Basis seiner Romane. In den letzten Jahren hat er auch mehrfach das Thema Umweltzerstörung aufgegriffen, und das in verblüffend-schräger Boyle-Manier erzählt. Feldforschung im wahren Leben, das eben oft ganz anders ist als erwartet. Mit einer Versuchsanordnung, die außer Kontrolle gerät. So auch in seinem neuen Roman "Sprich mit mir", der sich letztlich um die ganz großen Themen dreht: Was ist menschlich? Was unterscheidet uns vom Tier? Und wie (erbarmungslos) gehen wir mit unseren Mitlebewesen um? Protagonist ist ein junger Schimpanse, Sam, dem der ambitionierte Psychologie-Professor Guy Schemerhorn in einem Forschungsprojekt Ende der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts Gebärdensprache beigebracht hat. Er will den Beweis antreten, dass Sam ein Bewusstsein und Kommunikationsfähigkeiten hat, die seiner Gattung bislang grundsätzlich nicht zugetraut worden sind. Ein TV-Auftritt der beiden fasziniert die Frühpädagogik-Studentin Aimee, die daraufhin als eine der studentischen Hilfskräfte in diese schräge WG (eine Ranch auf dem Land) einzieht. Für Sam ist es Liebe auf den ersten Blick – und Guy und die auch aus menschlicher Perspektive überaus attraktive Aimee werden ein Paar. Eine unvorstellbare Dreierkonstellation, die Konflikte provoziert. Ganz abgesehen von einem Umfeld, das mitunter für diese Art der Forschung wenig übrig hat. Warum dies also keinesfalls der Beginn eines Happy Ends ist, sondern im Gegenteil tragisch-aussichtslos und unfassbar traurig endet, kann nur Boyle so süchtig machend virtuos erzählen. So dass ich mit schwerem Herzen nach dem letzten Wort in meine Wirklichkeit zurückkehre.     

Freitag, 23. April: Richard Strauss – Metamorphosen

(Martin)

Studie für 23 Solostreicher*innen
Livestream der
Oper Frankfurt

Dieses Werk hat es in sich…

„In den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs entstanden die Metamorphosen von Richard Strauss, ein Dokument der Trauer über die Vernichtung der Kultur. Während der Komponist an dieser Studie für 23 Solostreicher arbeitete, lagen seine Wirkungsstätten, die Opernhäuser in Dresden, München und Berlin in Schutt und Asche. Unter diesen Umständen nutzte Strauss den warmen Klang der Streicherbesetzung und schaffte mit zehn Violinen, fünf Bratschen, fünf Violoncelli und drei Kontrabässen – die in der Partitur vorgesehen sind – ein sinfonisches Adagio, einen Klagegesang.“

Wer mehr wissen will zu dem Werk, dem empfehle ich diese „Werkbetrachtung“:

https://www1.wdr.de/radio/wdr3/musik/wdr3-werkbetrachtungen/r-strauss-metamorphosen-100.html

 Die Produktion wird am Freitag, 23. April, 19.30 Uhr (MEZ) auf der Website der Oper Frankfurt (https://oper-frankfurt.de/de/spielplan/richard-strauss-metamorphosen-im-stream/?id_datum=2776) und auf YouTube und auf live Facebook gestreamt.

Freitag, 23. April um 19.30h:

Foto: (c) Oper Frankfurt 

Freitag, 23. April: Scripted Reality - Die Stadt mit der Zunge betreten (Version 2021)

(Martin)

Digitale Uraufführung und Nachgespräch Digitaler Mousonturm(24. – 30. April Vimeo on Demand)

„Wie sind wir mit anderen Orten verbunden?
Welche materiellen und immateriellen Infrastrukturen bestimmen unsere Lokalisierung in der Welt?

Dieser Frage geht das Performance-Kollektiv ScriptedReality seit 2018 mit seinem Forschungsprojekt „Psychoarchitekturen“ in einer Reihe von Spaziergängen nach, in denen imaginärer Raum und Stadtraum bis zur Ununterscheidbarkeit verschmelzen. Die Spaziergänge folgen unsichtbaren Spuren von Hochfrequenzhändlern in den Vorstädten; in der Neuen Frankfurter Altstadt unternehmen sie Tiefenbohrungen und geraten in noch ältere Erdzeitschichten. Und sie folgen den Echos von Unterweltflüssen, die die Fundamente der Hochhäuser umfließen. So entsteht eine Architektur aus Erzählungen, eine Denk-Infrastruktur, die aus dem Gehen heraus andere Verbindungen jenseits der Hauptverkehrsadern erprobt.“

Am 23.04. um 22 Uhr lädt der Mousonturm zu einem digitalen Nachgespräch ein. Link ab Freitag auf der Homepage des Mousonturm.

Für den Stream am 23.04. gilt: Der Ticketverkauf schließt spätestens 1 Stunde vor Beginn der digitalen Vorstellung.

Weitere Infos hier: https://www.mousonturm.de/events/die-stadt-mit-der-zunge-betreten-version-2021/

24.–30. April: Die Show wird über Vimeo on Demand zur Verfügung gestellt. Zum Ausleihen muss man sich bei Vimeo (einfach, kostenlos und einmalig) registrieren (Datenschutzhinweis).

Freitag, 23. April
um 20.00h (Ticketverkauf nur bis 19.00h)

Foto: © Scripted Realitiy   

Freitag, 23. April: Leseclub - VERSCHOBEN!

(Petra)

Zu früh gefreut! Es sollte mein erstes wahrhaftiges Event seit, seit...Monaten. Und dann noch dazu so ein super Format. Doch ich bin fast dankbar dafür, dass es nicht stattdessen jetzt als sprödes Onlineformat gemacht wird. Dann gedulden wir uns (wie für so Vieles) bis es wieder "live" geht: Endlich mal auf einer Party sein, auf der alle dasselbe Buch gelesen haben? Das Leseclubfestival macht’s möglich: Man sucht sich einfach einen Titel aus dem Line-up aktueller Neuerscheinungen und besorgt sich das entsprechende Ticket. Das Buch kommt anschließend per Post nach Hause. Dann ist Zeit zum Lesen, um sich am Festivaltag mit der Autorin und maximal 19 anderen (mit ausreichend Abstand) zu treffen und über die Lektüreerfahrung zu sprechen. In lockerer Atmosphäre, auf Augenhöhe, samt Tiefgangpotential. Irgendwann dann.
Aber der Welttag des Buches am 23.April bleibt - und so lasst uns einfach unser persönliches Leseclubfestival veranstalten: Entdeckt doch mal eine*n Autor*in oder ein Genre, an die/den/das Ihr Euch bisher nicht rangetraut habt (aus welchen Gründen auch immer) - raus aus der Komfortzone und ran ans Buch!

Foto: Katharina Köller©Izaquiel Tomé Photography

Leseclubfestival mit: Shida Bazyar: "Drei Kameradinnen", Esther Becker: "Wie die Gorillas", Katherina Köller: "Was ich im Wasser sah", Ort: Literaturhaus Frankfurt, Adresse: Schöne Aussicht 2, Uhrzeit: Einlass 19:15 Uhr, Beginn 19:30 Uhr, Eintritt: 28,68 Euro (inkl. Buch, Snacks und Getränke), Tickets: hier, weitere Infos zum Festival 

Freitag, 23. und Samstag 24. April: AUF EIN STÜNDCHEN! - Life is live

(Martin)

auch am 30. April, 1., 7., 8., 14. und 15. Mai
Spaziergang mit einem Ensemblemitglied
Theater Willy Praml

Weiter gehts mit den Spaziergängen, zu denen die Presse schrieb:

„Eine Premiere der anderen Art: Mit Ensemblemitgliedern durch Frankfurt schlendern. Pandemie-gerecht zu zweit, mit Abstand und Maske.“ (Steffen Herrmann, FR 08.02.2021)

„Wenn das mal kein Blick hinter die Kulissen ist. […] Wir spazieren zusammen exakt eine Stunde von der Naxoshalle aus kreuz und quer durch das Nord- und Ostend, reden über Gott und die Welt. Das geht erstaunlich einfach und macht Spaß.“ (Eva-Maria Magel, FAZ 08.02.2021)

„Endlich mal wieder Kultur vor Ort! Allerdings nicht in der Naxoshalle, sondern mit Treffpunkt davor. […] Die direkte Begegnung, Kunst oder nicht, war herrlich wohltuend.“ (Katja Sturm, FNP 18.02.2021)

Kein Wunder, denn exklusiver geht’s kaum! Jeweils ein Ensemblemitglied des Theater Willy Pramls geht mit einer/einem Zuschauer*in für eine Stunde spazieren.

„Wir wachen dieser Tage oft mit schwerem Kopf und Herzen auf und gehen dann ab und zu heiter und hoffnungsvoll schlafen. 
Im Übrigen werden wir in diesem Jahr 30!
Und: Wir würden Ihnen gerne gute Laune bereiten, aber nicht über ein digitales Format. 
Wir wollen das in Fleisch und Blut tun und haben uns die Aktion AUF EIN STÜNDCHEN! überlegt.
Das Ensemble, das Sie derzeit nicht auf der Bühne sehen können, geht spazieren – und zwar mit Ihnen.
Jeweils ein Zuschauer, eine Zuschauerin meldet sich zu einem Spaziergang mit einem Ensemblemitglied an, um an der frischen Luft über alles mögliche zu plaudern, vor allem aber, um sich leibhaftig zu sehen. 
Wir vermissen Sie, Sie vermutlich uns, also: Lassen Sie uns ein Stündchen laufen.“ 

Anmeldung unter: 069 – 43054733

Freitag, 23. und Samstag 24. April
auch am 30. April, 1., 7., 8., 14. und 15. Mai um jeweils 16.00h.

Der Spaziergang findet unter coronakonformen Bedingungen satt: mit Maske und Abstand.

Foto: © Herbert Cybulska

Seit 15. April: SILENCE RADIO (Film)

(Uwe)

“… ein grandioser Film über die mexikanische Radiomoderatorin Carmen Aristegui…“ Amnesty Journal

Die Journalistin Carmen Aristegui erhält nach der Enthüllung eines Korruptionsfalls um den früheren mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto Morddrohungen. Auf Druck der Regierung wird sie und ihr Team entlassen. Aber Carmen schweigt nicht.  Sie gründet eine eigene Nachrichtenplattform und setzt ihren lebensgefährlichen Kampf für Meinungs- und Pressefreiheit und gegen Fake News fort. Sie sagt: "Die Angst darf nicht siegen. Wir dürfen keinen Raum fürs Schweigen lassen.“ Hier geht es zum Trailer

Carmen Aristegui zählt zu den einflussreichsten Journalist*innen Lateinamerikas. BBC1 wählte sie unter die 100 wichtigsten Frauen weltweit. Für ihren Kampf um Pressefreiheit wurde sie vielfach ausgezeichnet u.a. mit dem Orden der französischen Ehrenlegion – Chevalier und mit dem PEN Mexico Price. Sie ist Trägerin des Bundesverdienstkreuzes. Mexiko gehört zu den gefährlichsten Ländern für Journalist*innen weltweit. Nirgendwo wurden im vergangenen Jahr mehr Medienschaffende ermordet. Besonders gefährdet sind sie, wenn sie über Drogenkartelle, Korruption oder Machtmissbrauch berichten. SILENCE RADIO TICKETS für das digitale Heimkino erhalten Sie hier:

Ein digitales Album von RebelLog & Gästen

(Uwe)

190 Minuten - 19 Original-Musikkompositionen - 6 Tracks mit englischem Voice-Over, 4 Tracks mit deutschem Voice-Over sowie instrumentale Versionen.

„Wir möchten euch ein Projekt aus der Frankfurter Musikszene vorstellen, das das Daheimbleiben in der nächsten Woche ein bisschen spannender machen könnte: Die Frankfurter Multi-Künstlerin Gilda Rebello alias RebelLog hat mit Förderung der Hessischen Kulturstiftung ein Album zur „Poetik der Bewegung“ gemacht. Es ist inspiriert von der spannenden Biografie der gebürtigen Brasilianerin, die schon mit Pina Bausch getanzt hat und nun mit ihrer Musik andere zur Bewegung einlädt. Entstanden ist das Projekt im ersten Lockdown als Bewegungs-Inspiration für Gildas Tanzschüler. Mitmachen kann aber jeder – oder auch einfach nur zuhören.

MOTORIC POETRY PROJECT ist vor allem ein Klangerlebnis – tanzende Stimme und Instrumente, die mit der Physiologie des Körpers verschmelzen. Die Tracks sind kleine Sinfonien, die vorgeschlagene Bewegungs-Aktionen umrahmen. Das ganze Album bietet etwa drei Stunden Musik und Klang. MOTORIC POETRY PROJECT ist eine Hommage an die "Poetik der Bewegung“.

Die Kompositionen von RebelLog, hauptsächlich gespielt mit analogen und digitalen Synthesizern, sind arrangiert aus improvisatorischen Phrasen, Loops, Polyrhythmen und Stimme mit oder ohne Text – "experimental electronic". Die Texte sind inspiriert von verschiedenen Techniken und Themen – von der Physiologie des Menschen bis zur Philosophie – basierend auf einer Diversität und Inklusion fördernden Pädagogik.

Das Album ist ab 22. April 2021 zum freien Streaming (ohne Login) oder als Download käuflich erwerbbar auf Bandcamp.com sowie verfügbar bei iTunes, Spotify, Apple Music, Youtube, Tidal, Deezer, Pandora u.a..

Einen Teaser und weitere Informationen zum Album: rebellog.net,
mehr zur Künstlerin: rebellog.net /oder gildarebello.com.

Hörbuchvergnügen: Die Briefe der Manns

(Andrea)

Neulich war bei "Freeyourstuff", ihr kennt das Netzwerk sicher, das Hörbuch "Die Briefe der Manns" zu verschenken und weil ich über Heinrich Manns "Untertan" nie hinausgekommen bin und meine Freundin Dionne bei einer Semesterarbeit über Klaus Mann schier verzweifelte, habe ich mich spontan gemeldet und konnte mir die noch verschweißte kleine Box abholen. Was für ein Geschenk! Und was für eine Familie! Sieben CDs voller Briefe, Katja Mann an Thomas, Erika an Klaus, Klaus an Golo und so fort. Über Jahre und Grenzen hinweg, ein spannender Kosmos und dann die Sprache! Wem es in der Schule vor soviel Bildungsbürgertum gruselte, der sollte ihnen wirklich nochmal eine Chance geben. Mir ist die Familie sehr ans Herz gewachsen und natürlich will und werde ich demnächst mal das ein oder andere Werk lesen. 

Samstag, 24. April: Simon(e) van Saarloos / dark matters Kollektiv d rk m tters x a chaotic happening.

(Martin)

Digitaler Mousonturm

„Unter Einsatz gigantischer Teilchenbeschleuniger wird weltweit an etwas geforscht, das sich weder mit den menschlichen Sinnen noch mit den aktuellen Messmethoden exakt bestimmen oder nachweisen lässt. Dabei wird derzeit davon ausgegangen, dass es bis zu 95 Prozent unseres Universums ausmacht: die Dunkle Materie. Simon(e) van Saarloos und das dark matters Kollektiv (Yana Prinsloo, Malin Nagel, Helen Heß und Annika Wehrle) fragen sich, ob das nicht auch für unsere Städte, unsere Gesellschaft, unsere Wissenschaften, unsere Körper gilt – sind 95 Prozent dessen, was sie ausmacht, vielleicht gar nicht wahrnehmbar? Liegt es im Dunkeln und kann nicht einfach „erleuchtet“ werden, weil es dann nicht mehr wäre, was es ist? In einem aufregenden Mix aus Sound, Vortrag, lautem Nachdenken und gemeinsamem Gespräch gehen Simon(e) und dark matters auf Spurensuche nach der Dunkelheit in der Dunkelheit. Sie regen dazu an, dem Subtilen und Verborgenen nachzulauschen, die Begrenztheit eigener Kontrolle und Macht auszuhalten und eine sinnliche Vernetzung mit Dingen, Organismen und Ungewissheiten einzugehen.“

Dauer: 90 Min.
Sprache: Englisch
Relaxed Performance
(Hinweis: Die Audio-Bits enthalten starke Lautstärkekontraste und nicht-alltägliche Geräusche. Sie werden während der Veranstaltung rechtzeitig angekündigt, sodass z.B. empfindliche Personen sie rechtzeitig leiser regeln oder den Ton ausstellen können.)

Die Veranstaltung findet als Webinar auf Zoom statt und ist auf 90 Teilnehmende begrenzt. Begleitend zum Programm gibt es ein Booklet und für die, die möchten, auch Post.

Hier kann man sich anmelden

Das Event ist Teil des Teaser-Programms des Festivals Nocturnal Unrest – eine Kooperation des nOu Kollektivs und Ladiez e.V. Kulturelle und Politische Bildung für Frauen, Künstlerhaus Mousonturm, feministische philosoph_innen Frankfurt und hafen 2.

Foto: © Wehrle Prinsloo

Samstag 24. April: Bridges – Musik verbindet

(Daniela)

Endlich ist es wieder soweit! Bridges – Musik verbindet spielt für Euch das 5. Konzert aus dem hr-Sendesaal. Diesmal als Konzert-Stream.
In der Woche nach Ostern hat das Bridges-Orchester unter der Leitung von Gregor A. Mayrhofer das Konzert aufgenommen. Am Samstag 24. April um 20 Uhr könnt Ihr den Stream auf dem Youtube Kanal des hr-Fernsehens ansehen https://www.youtube.com/watch?v=uqZW4YoiQek

Unsere Konzerte im hr-Sendesaal sind für uns immer ein Jahreshighlight. In diesem Jahr haben wir leider vor einem leeren Saal gespielt und das Publikum hat gefehlt, worüber wir sehr traurig sind. Gleichzeitig sind wir sehr glücklich darüber, dass der Hessische Rundfunk es uns möglich gemacht hat, unseren Stream in diesen Zeiten aufzunehmen. Hierfür möchten wir den Verantwortlichen von hr2-kultur und dem Team hinter den Kameras und in der Tontechnik sehr herzlich danken! Wir hoffen, dass wir mit Euch gemeinsam am 24. April ein virtuelles Konzerterlebnis kreieren, das an den Spirit unserer Live-Konzerte erinnert.

Das Konzert steht in diesem Jahr unter dem Motto "Musik als Migrantin". Auf dem Programm stehen Werke, die Beispiele dafür sind, dass Musik sich stets über Landesgrenzen hinweg verbreitet und weiterentwickelt hat. So spielen wir in unserem Konzert zum Beispiel eine Liedmelodie, die in viele Kulturkreise migriert ist und dort ganz unterschiedliche Wurzeln geschlagen hat. Weitere Werke aus Nahost, Lateinamerika, Süd- und Osteuropa zeigen, wie verschiedene Musikkulturen und Stile sich gegenseitig beeinflussen und wie dadurch etwas ganz Neues und Einzigartiges entstehen kann.

Dirigent: Gregor A. Mayrhofer
Moderation: Tabea Dupree, hr2 Kultur
Künstlerische Leitung: Johanna-Leonore Dahlhoff

Bitte spende uns, damit wir das Konzert finanzieren können. paypal.me/bridgesmusik

oder  Bridges - Musik verbindet, GLS Bank, IBAN: DE5643 0609 6760 5333 1300

Samstag, 24. April: Premiere Peer Gynt von Henrik Ibsen

(Martin)

Schauspielhaus Bochum

Peer Gynt ist eines der Stücke, von denen ich auf Anhieb nicht sagen kann, wie viele Inszenierungen ich schon gesehen habe. Immer wieder ein Erlebnis, dieser Draufgänger…

In Bochum wird Peer Gynt nun mit einer Schauspielerin besetzt. Der Regisseur Dušan David Pařízek entlarve in Peer Gynt männliche Herrschaftsgesten, torpediere feste Geschlechtergrenzen und schüttele mit einem Schauspiel-Ensemble rund um Anna Drexler in der Titelrolle und mit viel Musik das Stück einmal kräftig durch. Selbst der westliche Dramenkanon komme nicht ungeschoren davon – hört sich spannend an! 

„Ich. Ein schmales Wort, ständig verfolgt, begehrt, aufgeladen, konstruiert, determiniert. Und immer auf der Flucht. Wer ist das: Ich?

Peer Gynt, einer der prominentesten (Traum-)Reisenden der europäischen Literatur, ist ein unsterbliches altes Kind, Legenden entsprungen. Von Henrik Ibsen wird er durch Zeiten und Welten geschickt, um sich selbst, seinen Kern zu finden. Die Flucht, die Peer von seinem norwegischen Dorf aus antritt, dem sozialen Nichts davoneilend, um endlich ein Jemand zu werden, Kaiser am besten, führt ihn zu Trollen und Kranken, zu Affen und Sklaven, durch die Wüste und aufs Meer. Einen Lebensentwurf nach dem anderen streift er ab wie die Schlange die Häute, nach jedem Scheitern ersteht er an neuem Ort wieder auf. Ein ruheloser Weltdurchquerer, (fast) unsterblicher Ego-Shooter ist er, festgelegt nur in seinem unverbrüchlichen Credo: Um mich muss es sich drehen, mein ganzes Leben. Seine Reise – ein großer Budenzauber, ein verzweifeltes Erlebnis-Zapping, eine Ansammlung von hybriden Ich-Entwürfen und Gesten des Menschenverschleißes, die um ein schwarzes Loch kreisen: Wer ist Peer?

In Peer Gynt steckt das – männlich geprägte – Prinzip einer marktliberalen Welt, die in jeden Winkel grapscht, alles auf seinen Mehrwert prüft, zum eigenen Vorteil benutzt und dann verwirft. Doch zugleich handelt Ibsens Phantasmagorie von einem sozial Deklassierten, der sich in verschwenderischen Lügen und Wegwerfgesten dem Gesetz seiner Welt anpasst und einen Umweg nach dem andren nimmt, um zur Erkenntnis zu kommen – denn "das Paradies ist verriegelt und der Cherub hinter uns; wir müssen die Reise um die Welt machen und sehen, ob es vielleicht von hinten irgendwo wieder offen ist" (Heinrich von Kleist).“

 Hier geht’s zu den Tickets: https://www.schauspielhausbochum.de/de/stuecke/6350/peer-gynt

Samstag, 24. April,
19.30h
Schauspielhaus Bochum (Solidarisches Preissystem). 

Foto: © Schauspielhaus Bochum

Samstag, 24. April: Filmklubb kulinarisch

(Andrea)

Wie wäre es mit ein bisschen Portugal am Wochenende? Im Filmklubb gibt es heute von 10 bis 14 Uhr frisches Maisbrot - Broa, Chourico, Kaffee Kakao, Schokolade, Pasteis de Nata, Pasteis bacalhau, Stockfisch mit Anleitung und Rezept, Olivenölchips, Wein, Portwein, Essig UND Offenbacher Forellen! Frisch gefangen, frisch geräuchert und sicher superlecker! Und wenn man sich dann zwischen all den Leckereien entschieden hat, solltet ihr unbedingt noch den Krimi von Nicole "Die Stille des Wassers" mit in den Einkaufskorb legen. Der ist nämlich ein großer Schmökerspaß, ich habe ihn an drei Abenden weggelesen. Die Handlung spielt in Offenbach und Portugal und manches ist sehr vertraut. Toller Plot und gut geschrieben, eine echte Empfehlung! https://www.stille-des-wassers.de

filmklubb
isenburgring36
63069 offenbach

Samstag, 24. & Sonntag, 25. April: Kampf um die Häuser Audiowalk im Frankfurter Westend

(Martin)

Audiowalk im Frankfurter Westend
SchauspielFrankfurt/digital

„Frankfurt am Main der 1970er Jahre: Der bezahlbare Wohnraum reicht in der Stadt nicht aus. Im Frankfurter Westend stehen viele große Altbauten und Villen, die den 2. Weltkrieg überstanden haben. Die Stadt aber plant eine Umgestaltung des Viertels zu einem Büro- und Handelszentrum, mit neuen, sehr hohen Häusern. In der Zwischenzeit werden die alten Bauten bezogen von Menschen mit vielfältigen kulturellen, politischen und sozialen Hintergründen. Bereits leerstehende Häuser werden besetzt. Sie leben in Wohngemeinschaften. Und sie sind gekommen um zu bleiben!

Mit Utopien im Kopf und Wut im Bauch lernen sie im praktischen Tun wie Hausbesetzung geht. Polizei, Stadt, Hausbesitzer und sogenannte Spekulanten sind die Antagonisten. In dem Audiowalk kommen Zeitzeug:innen zu Wort und eröffnen zahlreichen Perspektiven auf diese Frankfurter Zeit.“

Der Audiowalk führt durch das Frankfurter Westend, Dauer: 85 Minuten. Start- und Endpunkt: Studierendenhaus Campus Bockenheim, Mertonstr. 26-28 in Frankfurt/Main.

Mit einer Email an mail@profikollektion.de erhält man den kostenfreien Zugang zu dem Audiowalk, der über die App guidemate läuft (der Download ist kostenlos). Bitte die App vorab einrichten, darauf achten, dass das Smartphone aufgeladen ist und einen kompatiblen Kopfhörer mitnehmen!

Der Audiowalk entstand 2020 im Rahmen der Ausstellung »Dieses Haus ist besetzt!«.

 Foto: profikollektion/ Katja Kämmerer

Sonntag, 25. April: Bühnenbesetzung Symposion nach ‘Der Müll, die Stadt und der Tod‘

(Martin)

Schauspiel Frankfurt

„Im Oktober 1985 besetzten Mitglieder der Jüdischen Gemeinde Frankfurt die Bühne der Kammer- spiele, um die Premiere der Uraufführung von Rainer Werner Fassbinders Stück »Der Müll, die Stadt und der Tod« zu verhindern.

Die Bühnenbesetzung und die Verhinderung der Inszenierung stellten eine Form der Selbstermächtigung dar, mit der sich die jüdische Gemeinschaft in der Bundesrepublik erstmals öffentlich Gehör verschaffte. Vierzig Jahre nach Kriegsende drang damit eine Erfahrung in den gesellschaftlichen Diskurs ein, die später als »Opferperspektive« bezeichnet wurde. Im Rahmen des Symposiums nehmen Zeitzeug:innen, Wissenschaftler:innen und Künstler:innen eine Neubewertung dieses historischen Aktes zivilen Ungehorsams aus heutiger Perspektive vor. Dabei werden die jüdische Nachkriegsgeschichte Frankfurts und die Möglichkeiten und Grenzen der spezifischen Öffentlichkeit des Theaters reflektiert sowie performative Strategien des Empowerments von Minderheiten im Kontext einer zeitgenössischen ästhetischen Repräsentationspolitik untersucht.“

Das vollständige Programm und den Zugangslink zum Stream veröffentlicht Schauspiel Frankfurt zeitnah auf der Homepage: https://www.schauspielfrankfurt.de/spielplan/a-z/buehnen-besetzungen-symposium/

Sonntag, 25. April, 10.00 – 18.00 Uhr: Bühnenbesetzung

Foto: © Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main (ISG FFM S7Z Nr. 1985-00585), Klaus Meier-Ude / Homepage Schauspiel Frankfurt

Samstag, 24. und Sonntag, 25. April: WI(E)DERSPRECHEN AUDIOWALK

(Martin)

Verschiedene Orte

Im Rahmen des szenischen Seminars »Bühnenbesetzungen. Die Affäre(n) um Rainer Werner Fassbinders (RWF) Stück 'Der Müll, die Stadt und der Tod'« an der Goethe-Universität Frankfurt entstand unter dem Mentoring des Künstlers Tucké Royale ein Audiowalk, der entlang der Stationen des Kammerspiels des Schauspiel Frankfurt, der Paulskirche, dem Börneplatz, der ehemaligen Synagoge an der Friedberger Anlage und dem 1. Polizeirevier führt. Der Audiowalk thematisiert die Bühnenbesetzung 1985 durch Mitglieder der Jüdischen Gemeinde, den Streit um den Börneplatz und dessen Besetzung 1987 ebenso wie die Geschichte der ehemaligen Synagoge an der Friedberger Anlage und der heutigen Nutzung des Ortes durch die Initiative 9. November, er nimmt den Streit um den von Martin Walser geforderten Schlussstrich unter die Shoah auf und diskutiert bis in die Gegenwart führend den NSU 2.0.

 So funktioniert der Audiowalk: Der Audiowalk steht über die kostenlose App »guidemate« zur Verfügung und beginnt vor dem Haupteingang des Schauspiel Frankfurt. Um die Tour vor Ort anzuhören, downloaden Sie vorab die App und kommen Sie mit geladenem Mobiltelefon und Kopfhörern vorbei. Am Schauspiel und an den Kammerspielen ist jeweils eine Karte ausgehängt. Dort können Sie einen QR-Code scannen, der Sie direkt zum Audiowalk bringt. Um mobile Internetkosten zu sparen, können Sie die Tour auch zuhause in der App downloaden und offline abspielen.

Der Audiowalk ist Teil des Rahmenprogramms des Symposiums »(Bühnen) Besetzungen«, das am 25. April in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Frankfurt, dem Fritz Bauer Institut und der Theaterwissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt am Main stattfindet.

Startpunkt: Haupteingang des Schauspiel Frankfurt

Foto: © Schauspiel Frankfurt/Homepage

Sonntag 25. April - 9. Mai: SchaufensterAusstellung

(Daniela)
Oh, da radel ich auf jeden Fall wieder hin:

ES GIBT NICHTS SCHÖNERES ALS HIER ZU SEIN

Die SchaufensterAusstellung 3 findet vom 25.4. bis 9.5.2021 im Frankfurter Gallusviertel in der Hellerhofsiedlung zwischen Kelkheimer Str. und Lorsbacher Str. statt. Als Ausstellungsorte dienen die Schaufenster von 5 Atelier-Läden, die in unmittelbarer Laufnähe zu einander entlang der Idsteiner Str. bzw. der Frankenallee liegen. Außerdem eine Litfaßsäule. Für die Hellerhofsiedlung steht als Teil des Neuen Frankfurts der Ernst May Siedlungen die Anerkennung als UNESCO-Weltkulturerbe an.

Die gezeigten Arbeiten sind jeweils für 14 Tage à 24 Stunden lang zu sehen.

An den Sonntag 25.4. und 9.5.2021 werden die Künstler*innen Vorort sein - und an den übrigen Tagen meist auch zum Arbeiten in den Ateliers.

Das Konzept von 2020 wird in diesem Jahr zusätzlich um zwei Aspekte erweitert: zum Einen lädt jede(r) teilnehmende Künstler*in der WestAteliers eine(n) Frankfurter Gastkünstler*in ein; zum Anderen wird auch der Außenraum zwischen den Ateliers als Ausstellungsfläche eingeplant und künstlerisch bespielt. Z.B. gestaltet Julia Roppel die Litfaßsäule Ecke Idsteiner Str./Schneidhainer Str. zwischen Europaviertel und Hellerhofsiedlung. Zusätzlich finden musikalische Performances von den Frankfurter Musikerinnen Gabriela Lehr (Sopran) und Darja Goldberg (Akkordeon) statt, so wie es die Auflagen zulassen.

Es werden bei der Veranstaltung 10 Künstler*innen beteiligt sein. Diese Erweiterung ist uns aus Solidarität zu unseren Künstlerkolleg*innen wichtig, die im Moment keine Möglichkeit haben ihre Arbeiten zu zeigen. Durch die anhaltend schwierige Situation für Künstler*innen ist jede Form der Unterstützung sinnvoll.

Der bisher andauernde Lockdown und die Verlagerung der Kultur ins Internet machen eine Sehnsucht nach realem Kunsterleben spürbar. Zudem hat die Erfahrung aus der letzten SchaufensterAusstellung im Herbst gezeigt, dass trotz strenger Corona-Regeln der Standort der WestAteliers im Frankfurter Gallus dafür einen sicheren und schönen Rahmen bietet.

Die Pandemie hält an – wir machen weiter.

Teilnehmende Künstler*innen WestAteliers:

Gastkünstler*innen:

Die Schaufensterausstellung 3 „Es gibt nichts Schöneres als hier zu sein“ wird unterstützt durch: Kulturamt Frankfurt/Main, Firma Ströer, KunstRaumMato e.V. Frankfurter Sparkasse 1822

Top 5: Brettschneider vs. Schwöbel: Filme von Billy Wilder

(Daniel und Uwe)

Einige Wochen haben Daniel und ich uns hier über Musik ausgetauscht. In persönlichen Treffen oder im ausgedehnten WhatsApp-Dialog haben wir weiter diskutiert. Nun reicht es erst einmal mit Liedern, es braucht eine neue Herausforderung. Da uns auch die Liebe zum Kino verbindet, ist es naheliegend, dass wir uns nun für einige Wochen mit Filmen beschäftigen. Wir beginnen mit einem der größten Regisseure aller Zeiten: Billy Wilder – dem in Wien geborenen Regisseur und Drehbuchautoren, der ohne Zweifel einer der Größten seiner Zunft war. Er drehte nicht nur Komödien, sein Schaffen umfasste weit mehr.

Top 5 Billy-Wilder-Filme, Uwe

1.)    Avanti, Avanti!
2.)    Das verlorene Wochenende
3.)    Frau ohne Gewissen
4.)    Das Appartement
5.)    Manche mögen´s heiß

Unbedingt dabei: Jack Lemmon ist mein Lieblingsschauspieler. Mit Billy Wilder drehte er sechs Filme, drei davon sind in meiner Wilder-Top 5. „Manche mögen´s heiß“ weil mein Vater mir und meinen Geschwistern mit diesem Film die Tür zu Wilders Welt öffnete. Lemmon hat danach meinen Filmgeschmack maßgeblich beeinflusst, weil er immer kunstvoll auf dem schmalen Grat zwischen Komik und Tragik balancierte. In Vollendung präsentiert er dieses Können in „Das Appartement“ – und Shirley MacLaine brilliert dazu!

Nicht dabei: Ich mochte „Sabrina“ nie. Mich störte neben den wunderbraren Audrey Hepburn und William Holden (ein anderer gerne eingesetzter Wilder-Darsteller) immer Humphrey Bogart. In diesem Film eine kapitale Fehlbesetzung.

Top 5 Billy-Wilde-Filme, Daniel

1.    Das Appartement (1960)
2.    Das verlorene Wochenende (1945)
3.    Zeugin der Anklage (1957)
4.    Frau ohne Gewissen (1944)
5.    Eins, zwei, drei (1961)

Muss dabei sein: „Zeugin der Anklage“ öffnete mir überhaupt erst einen Zugang zu Billy Wilder, ohne den ich bis heute weit weniger Freude am Kino gehabt hätte. Der Film verbindet eine so kühne und diabolische Performance von Marlene Dietrich mit der Präsenz des hervorragend aufgelegten Charles Laughton – als gemütlich-kauziger Strafverteidiger stets von Zigarren und Flachmann flankiert. Für mich bedeutete der Film einen verspäteten Eintritt in das Wildersche Universum, das Zynismus und Systemkritik unübertroffen miteinander verflicht: düster, geradlinig, charmant, bitter, humorvoll!

Muss nicht dabei sein: „Boulevard der Dämmerung“. Bei diesem gemeinhin überaus hochgeschätzten Werk bin ich irritierenderweise wirklich weggedämmert. Schon drei Mal!

Sonntag, 25. April: INTERCOMMUNICAZIONE / BEETHOVEN UND ZIMMERMANN

(Martin)

36. Naxos Hallenkonzert
LIVE-STREAM

„‘Tausend musikhistorische Entwicklungslinien‘ kreuzen sich im kompositorischen Kosmos Ludwig van Beethovens (1770-1827) – beispielhaft dafür stehen seine 30. Klaviersonate E-Dur op. 109 und 5. Cellosonate D-Dur op. 102 Nr. 2. Das Programm spürt den Parallelen zur pluralistischen Zeit- und Musikauffassung im Schaffen des Komponisten Bernd Alois Zimmermann (1918–1970) nach: es erklingt dessen Cello-Solosonate und „Intercommunicazione“ für Cello und Klavier. 

Gespielt wird das Konzert von der Schweizer Cellistin Esther Saladin und der französischen Pianistin Sophie Patey, beide Musikerinnen konzertieren international erfolgreich und sind dabei ebenso zuhause im Repertoire der großen musikalischen Tradition wie in der zeitgenössischen Musik.“

Programm: Ludwig van Beethoven (1770-1827), 30. Klaviersonate E-Dur Op.109 (1820); Bernd Alois Zimmermann (1918–1970), Intercommunicazione für Violoncello und Klavier (1967); Ludwig van Beethoven, Sonate D-Dur für Klavier und Violoncello, op. 102 Nr. 2 (1815); Bernd Alois Zimmermann, Sonate für Cello solo (1960).

Online-Stream-Link: cutt.ly/36-Naxos-Hallenkonzert

Sonntag, 25. April, 17.00h.

Foto: Screenshot facebook/Naxos Hallenkonzerte

Montag, 26. April: Herr Wolf und die sieben Geißlein Theater

(Martin)

Theater / Puppenspiel von Pierre Schäfer
Online 

Gute Neuigkeiten für alle jungen Theaterfans: Das Stück Herr Wolf und die sieben Geißlein am 26. April im Bürgerhaus Dreieich muss nicht entfallen. Der Puppenspieler Pierre Schäfer war zu Gast im Bürgerhaus und hat das Stück vorab aufgezeichnet. Via Zoom kommt es nun direkt zu den Kindern nach Hause. Eine gute Gelegenheit, es sich mit Mama, Papa, den Geschwistern oder Oma und Opa auf der Couch bequem zu machen und sich von dem Spiel und den wunderbaren Puppen von Mechthild Nienaber verzaubern zu lassen. 

Ein alter Uhrmacher erzählt die Geschichte einer alten Uhr. Oder besser, eine alte Uhr erzählt eine Geschichte eines alten Uhrmachers. Oder noch besser, eine alte Geiß erzählt die Geschichte einer alten Uhr des alten Uhrmachers. Oder am besten erzählt die Geschichte der kleine Hopf, das jüngste Geißlein der alten Geiß … So klingt es, wenn Puppenspieler Pierre Schäfer anfängt, das Grimmsche Märchen ‚Der Wolf und die sieben Geißlein‘ in seiner Version zu erzählen. Mit den Puppen von Mechtild Nienaber entsteht ein unterhaltsames Spiel für die ganze Familie.

Um 16 Uhr trifft sich das Publikum zu einer kurzen Begrüßung im virtuellen Foyer, im Anschluss an das Stück besteht die Möglichkeit, Fragen zu stellen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Der Eintritt pro Link kostet 7 Euro

Für interessierte Kitas oder Grundschulklassen gibt es eine Vorstellung auch am Vormittag. 

Tickets für beide Angebote sind im Ticket Service Dreieich erhältlich: Tel. 06103-6000 0, ticketservice@buergerhaeuser-dreieich.de oder unter www.buergerhaeuser-dreieich.de

Montag, 26. April 10.00h und 16.00h 

Foto: © Pierre Schäfer/Bürgerhäuser Dreieich

Dienstag, 27. April: LICHTER FILMFEST

(Andrea)

Wir haben uns eingerichtet, zwischen Mediatheken, Netflix, Prime und Streams, dass uns eines der Filmereignisse doch beinahe durchgerutscht wäre. Dabei geht ohne Nachwuchs und regionale Helden nichts. Und vor Gregor und seiner Crew ziehe ich ohnehin jedes Jahr den Hut, mit welcher Leidenschaft das Lichter-Filmfest auf die Beine gestellt und Programm gemacht wird:

"Das LICHTER Filmfest Frankfurt International geht in die 14. Ausgabe! Vom 27. April bis zum 09. Mai 2021 zeigen wir unter dem diesjährigen Jahresthema „Wandel“ internationale Film-Highlights, Glanzlichter des jungen deutschen Filmschaffens, die besten Lang- und Kurzfilme aus Hessen, ausgewählte Geschichten in Virtual Reality und künstlerische Positionen rund um den LICHTER Art Award. Im Rahmen des Festivals planen wir am 29. Und 30. April die zweite Ausgabe des „Kongress Zukunft Deutscher Film“. Der in den letzten zwei Jahren erarbeitete Ansatz zur Neuerung der deutschen Filmkultur soll 2021 weitergeführt und aus einer gesamteuropäischen Perspektive betrachtet werden. Die Themen Diversität, Filmfinanzierung, Filmkultur, Filmbildung und Distribution stehen im Mittelpunkt des Kongresses. Wir organisieren das LICHTER Filmfest dieses Jahr als Hybrid-Ausgabe. Abhängig von der aktuellen Lage wird es einerseits Präsenzveranstaltungen in unseren Partnerkinos geben, andererseits halten wir an der Idee des digitalen Kinos fest. Sollte die Situation keine Präsenzveranstaltungen erlauben, wird es (leider) ein zweites Mal heißen: LICHTER On Demand. Hier und auf unserer Website halten wir euch auf jeden Fall auf dem Laufenden, in welcher Form Festival und Kongress stattfinden. Detaillierte Informationen zum Programm findet Ihr auf unserer Homepage: www.lichter-filmfest.de

Donnerstag, 29. April: Premiere (weitere Termine s.u.): Der Rache nicht - Dokumentarischer Audio-Walk

(Martin)

Kollektiv Widerhall

Ilse Romahn schreibt auf frankfurt-live.com: „‘Der Rache nicht‘ ist ein ortspezifischer, dokumentarischer Audio-Walk im Stadtraum Frankfurt. Den Ausgangspunkt bilden die Biografien einiger vom NS-Regime verfolgter Frankfurter Künstler, welche ab 1933 aus dem kulturellen Stadtleben gedrängt wurden.

Die Fotografinnen Nini und Carry Hess betrieben am Börsenplatz eines der berühmtesten Fotoateliers der Weimarer Republik. Hans Erl und Magda Spiegel gehörten zu den Starsängern der Frankfurter Oper, der Schauspieler Joachim Gottschalk glänzte am Schauspiel im Rollenfach des Jugendlichen Helds. Von ihnen verliert sich die Spur in der fortschreitenden NS-Diktatur und wir begeben uns heute auf die Suche: Wie vollzog sich der Machtwechsel 1933 an den Frankfurter Theatern? Wie wirkte sich dies auf das künstlerische Leben Frankfurts und auf die Schicksale der Künstler aus? Welche Namen sind heute vergessen, die doch die 20er Jahre entschieden mitprägten?

Der Audio-Walk des Kollektiv Widerhall (Bornstein/Casagrande/Haagen/Schwesinger) gibt dem Publikum die Möglichkeit, die Geschichten der Künstler in der Stadt zu verorten, welche wir täglich durchlaufen. Er verknüpft historisches Material mit fiktiven Textpassagen und sucht nach Interaktionen mit der heutigen Stadt.

Den Zuschauern wird im Vorfeld eine Download-Datei für das eigene Smartphone zur Verfügung gestellt. In festgelegten Zeitintervallen starten jeweils 1-2 Zuschauer aus einem Haushalt den Audio-Walk und treffen an ausgewählten Orten auf performative One-to-One-Interaktion (unter Einhaltung der Hygienevorschriften). Für den Fall, dass die Pandemie-Situation eine personelle Performance im Stadtraum nicht zulässt, wird ein Remote-Variante des Audio-Walks angeboten. In diesem Fall erhalten die Zuschauer eine angepasste Download-Datei und sie können den Audio-Walk individuell und zeitlich unabhängig erlaufen.“

Kollektiv Widerhall sind: Louisa Beck, Loriana Casagrande, Jan Deck, Marlene-Sophie Haagen, Dennis Hoss und Marie Schwesinger.

Premiere ist am Donnerstag, 29. April,
weitere Termine am Freitag, 30. April, Sonntag, 2., Samstag, 8. und Sonntag 9. Mai.
Zeit: jeweils zwischen 16 und 19 Uhr.
Dauer eines Durchlaufs ca. 90 min. Laufdistanz ca. 3 km.
Der Walk ist barrierefrei.
Startpunkt: Frankfurter Innenstadt. Endpunkt: Frankfurter Westend.

Reservierung über widerhall@studionaxos.de
Weitere Infos: https://studionaxos.de/programm/audio-walk-der-rache-nicht/
Eintritt: Solidarisches Preissystem.

Foto: © Frankfurter Kollektiv Widerhall

Doku: Schwarzer Adler (Amazon Prime)

(Uwe)

Eine beeindruckende Dokumentation in Spielfilmlänge ist aktuell auf Amazon Prime zu sehen. Sie handelt von schwarzen Spielern in der Bundesliga und im Trikot der deutschen Nationalmannschaft. Ein Protagonist des Films ist der Senegalese Souleyman Sané, der in der ersten Hälfte der 1990er für Nürnberg und Wattenscheid auf Torejagd ging. Leider war er wie Anthony Yeboah oder Anthony Baffoe in dieser Zeit häufig rassistischen Beleidigungen ausgesetzt. Gegen diesen wiederkehrenden Rassismus verfassten die drei genannten Spieler 1990 einen offenen Brief. In diesem ist der Satz „Wir schämen uns für alle, die gegen uns schreien“ zu finden, der, mit einem Porträt von Anthony Yeboah, weit sichtbar auf eine Hauswand in Frankfurt-Niederrad gesprayt wurde. Sanés Sohn Leroy ist mittlerweile Spieler in der deutschen Nationalmannschaft. In dieser stehen neben ihm mit Rüdiger, Baku oder Tah weitere schwarze Spieler oder Kicker mit Wurzeln in der Türkei (Gündogan, Can) oder Nordafrika (Younes). Selbstverständlich ist dieses neue Gesicht der Nationalmannschaft für ewig Gestrige und Ignoranten bis heute aber nicht.

Wie schwer muss es da vor über vierzig Jahren Erwin Kostedde gehabt haben, der Mitte der 1970er Jahre als Sohn einer Deutschen und eines amerikanischen GIs als erster schwarzer Spieler in der Nationalmannschaft debütierte. Die Ausführungen Kosteddes, dem zu Ehren das Fanzine „Erwin“ von Kickers Offenbach benannt ist, sind berührende Höhepunkte in einer Dokumentation, die tief bewegt. Nachdem Gerd Müller 1974 als „Bomber“ zurücktrat, nahm Bundestrainer Schön den treffsicheren Stürmer der Kickers in den Kader der Nationalmannschaft auf. Dort trat er wegen der seit seiner Kindheit zahlreich erlebten rassistischen Anfeindungen gehemmt auf und kam dort nie richtig an. Am Ende bestritt der ruhige Kostedde für das Nationalteam nur drei Spiele. Sogar nur ein Spiel weniger machte danach beispielweise der in Offenbach geborene Jimmy Hartwig, der in seiner erfolgreichen Zeit beim Hamburger SV (Ende 70er, Anfang 80er) einer der besten Mittelfeldspieler Europas war. Im Gegensatz zum sensibel wirkenden Kostedde ging der stets extrovertierte Hartwig zu seinen Hochzeiten als Fußballer schon kritisch mit dem Verhalten ihm gegenüber um. Gebracht hat es ihm leider nichts, Bundestrainer Jupp Derwall ließ ihn links liegen.

Neben den genannten Spielern kommen mit Otto Addo und Gerald Asamoah Spieler aus den 2000er Jahren und mit Jean-Manuel Mbom und Jordan Torunarigha aktuelle Bundesligaspieler zu Wort. Dazu erhält erfreulicherweise mit Steffi Jones eine der wichtigsten Nationalspielerinnen des DFB und ehemalige Bundestrainerin Raum, um über Rassismus in ihrem Leben zu sprechen. Teilweise sind die Originalaufnahmen aus den 1950er und 60er Jahren wirklich verstörend, wenn zum Beispiel Reporter die Mütter von schwarzen Kindern fragen, ob sie diese für ein besseres Leben weggeben würden oder Wim Thoelke und Ernst Hubberty über Frauenfußball referieren.

Bild: Website Amazon

Freitag, 30.04.: Tanzen in den Mai

(Petra)

Die Location stellt Ihr, Mucke, die Eure Tanzsocken zum Qualmen bringen wird, und - digitale - Gäste das Literaturhaus Frankfurt. Hier kommt als Haushaltspackung: der Literaturhaus-Tanz in den Mai!
Bleibt zu Haus. Reißt Eure FFP2-Maske runter. Schnappt Euch einen Tanz-Buddy (oder tanzt allein). Das Batiktuch über die Stehlampe. Die guten Tanzsocken raus. Boxen ans Notebook oder Kopfhörer ans Smartphone. Kamera an. Und dann zoomt Euch aufs Tanzparkett und dreht Euch mit uns in den Mai. Das Haus an der Schönen Aussicht erwartet Euch mit den DJanes keilschmidt. Die kribbeln Euch den Winter aus den Laufmaschen, gemeinsam mit Konterpart Hauke Hückstädt, der ein admiralblau klingendes Beauty-case voller Engtanzmusik für Euch dabeihat. Und jede halbe Stunde begrüßen alle gemeinsam eine Überraschungs-Autorin, einen Überraschungs-Autor, die ein Lied für Euch im digitalen Gepäck haben. Du selbst kannst im Chat kommentieren, grüßen, flirten, reimen oder den DJanes um den Bart gehen. Ein buntes Frühlingsknäuel ohne Gedränge. Alle vereint. Alle im eigenen Tanzbereich, so intim, dass wir ab Mitternacht an Euch abgeben ... (geht uns ja nichts an!). Die Nachbarn? Wie bei jeder guten Party...da müssen sie durch - oder nebenan mitgrooven.

Foto: keilschmidt©keilschmidt

Tanz in den Mai - Sause für zu Hause, mit den DJanes Antje Keil und Katharina Schmidt aka keilschmidt sowie Hauke Hückstädt und Überraschungsgäste, Ort: Digitales Literaturhaus Frankfurt, Adresse: Zoom, Uhrzeit: 21 Uhr, Eintritt: 5 Euro, Tickets: hier

Mittwoch, 28. April: NETWORK (Stream)

(Martin)

Nach dem Film von Paddy Chayefsky
Thalia Theater Hamburg
Deutsche Erstaufführung

Wer den STREAM noch nicht gesehen hat, für den gibt’s jetzt nochmal eine Möglichkeit…

Dass der Regisseur Jan Bosse und der Frankfurter Schauspieler Wolfram Koch ein geniales Team sind, war im häufig empfohlenen Richard III. hier in Frankfurt zu erleben. Ein ebensolcher Clou ist nun in Hamburg gelungen!

„Als er auf den Tisch springt, seinen Zeigefinger weit gen Himmel streckt und das Fernsehen als falsches Evangelium verflucht, in dem Scheiße als Wahrheit verkauft wird, da hat man innerlich schon selbst den Fernseher eingeschaltet, um diesem charismatischen Howard Beale zuzuhören, seinen Wahrheiten, Visionen und Weltverbesserungsschwüren.“ – das schrieb die taz nach der Premiere im letzten Oktober.  Und jetzt ist es eine besondere Ironie, dass eben dieser Theaterabend - ursprünglich ein Film - live gestreamt direkt von der Bühne des Thalia-Theaters über die Glotze anzuschauen ist.  

„Howard Beale, Moderator bei einem großen amerikanischen Nachrichten-Network, ist nicht gerade ein Quotenkönig. Nachdem der Sender kurzerhand entscheidet, ihn durch einen jüngeren Kollegen zu ersetzen, sieht er die Stunde der Wahrheit gekommen: vor laufender Kamera kündigt er seinem Publikum an, sich in der nächsten Sendung – seiner letzten – als Konsequenz seiner Absetzung das Hirn rauszupusten. Für den Sender eine Katastrophe, möchte man meinen, und völlig untragbar – doch ein Blick auf die Quote und das Medienecho zerschlägt alle Zweifel: Binnen weniger Sekunden ist Howard Beale ein Star geworden! Da seriöse Nachrichten mit ihm nicht mehr zu machen sind, wird ihm kurzerhand ein Sendeplatz als populistischer Prediger der wütenden, ungehörten Masse eingeräumt – und Howard liefert!“

„Wolfram Koch ist grandios als Howard Beale. Die fast 45 Jahre alten Texte könnten genauso gut von heute stammen und zeigen, wie der Populismus - damals wie heute - unsere Gesellschaft durchdringt.“ schreibt der NDR.

„Regisseur Jan Bosse setzt den Kultfilm 'Network' von Sidney Lumet aus den Siebzigern im Hamburger Thalia Theater mit einem spiellustigen Ensemble und toller Ausstattung unterhaltsam-schrill in Szene“ schreibt welt.de.

Und das Hamburger Abendblatt: „Der Abend findet seinen Rhythmus, auch mit Hilfe der unnachgiebig rotierenden Drehbühne und der exzellenten Live-Combo um Jonas Landerschier (Keyboard), Günter Märtens (Bass) und Matthias Strzoda am Schlagzeug.“

Nicht verpassen!

Hier geht’s zum Trailer: https://youtu.be/RxNQi7L5hoA

Hier gibt’s das Programmheft: https://www.thalia-theater.de/f/e/TT2021_PH209_Network_Download.pdf

Über die Homepage geht’s zu den Tickets und zum Stream:

https://www.thalia-theater.de/stueck/network-2019

NETWORK, Stream aus dem Thalia-Theater am Mittwoch, 28. April um 20.00h (24 Stunden abrufbar). Solidarisches Preissystem.

Foto: © Armin Smailovic

BADESALZ-BACKSTAGE-SAFARI

(Uwe)

Die BADESALZ-BACKSTAGE-SAFARI ist der neueste Coup des hessischen Comedy-Duos Badesalz! Nach mehr als 30 Jahren Touring-Leben als Musiker und Comedians, Shows und Auftritten im TV, dem sensationell erfolgreichen Format Radio Badesalz und dem Podcast, kreieren Henni Nachtsheim und Gerd Knebel nun auch ein neues Badesalz Format im Internet!

Die Badesalz-Backstage-Safari ist eine digitale Erlebnisreise – hessisch virtuell durch die Jahrhunderthalle Frankfurt. Die Log-in Codes für die Badesalz-Backstage-Safari sind ab sofort buchbar und ab dem 17. Mai 2021 rund um die Uhr ON-Demand einlösbar.

Es sind schon komische Zeiten. Während seit über einem Jahr auf den Zuschauerrängen der Nation gähnende Leere herrscht und sich über die Untiefen des world wide webs eindimensionale Streaming-Angebote den Weg in unsere schlecht beschallten Wohnzimmer bahnen, rumpelt und knarzt es verheißungsvoll in den Gängen und verborgenen Winkeln der Jahrhunderthalle. Wir kennen sie alle, die schillernde Welt der Konzerte, des Showbiz, der Stars und Sternchen auf den Bühnen dieser Welt. Aber ein großes Mysterium bleibt: Was passiert eigentlich hinter den Kulissen? Welche Dramen spielen sich jenseits der Bühne kurz vor der Show ab? Welche Geheimnisse bergen die „heiligen Katakomben“, die sich den Blicken der Konzert- oder Show-Besucher:innen verwehren? Diese und bislang andere unbeantwortete Fragen hinterleuchtet das hessische Comedy Duo Badesalz in einer völlig neuartigen, virtuellen Expedition durch die Jahrhunderthalle Frankfurt

Tickets & Infos:
www.badesalz-backstage-safari.de
Log-in Code: 24,00 €
Die Log-in Codes für die Badesalz-Backstage-Safari sind ab sofort buchbar und ab dem 17. Mai 2021 rund um die Uhr ON-Demand einlösbar.
Ab Aktivierung ist der Code für 24 Stunden gültig und nur auf einem Abspielgerät valide.

Foto: Christoph Seubert

Kunstverein Montez: Crowdfunding Palindrome

(Andrea)

Ich will mein T-Shirt!! Bitte! Bis heute, 22. April, haben zehn Menschen das Crowdfunding des Kunstvereins Montez unterstützt (eine davon bin tatsächlich ich) und das ist doch ein bisschen tragisch. Es gibt nicht nur T-Shirt, Kaffee und Kuchen, sondern auch tolle Goodies wie Fotoshooting oder Preview UND am Ende natürlich hoffentlich die Ausstellung Palindrome."Anlässlich der in diesem Jahr zum ersten Mal in Frankfurt stattfindenden Fashion Week, plant der Kunstverein Familie Montez eine gemeinsame Ausstellung der Modedesignerin Nina Hollein/New York und dem Maler Philipp Schweiger/Wien. Die Ausstellung findet vom 1.Juli bis 25.Juli 2021 statt. Am 30.06 planen wir eine exklusive Preview mit den Künstlern und der Möglichkeit eines individuellen Gesprächs einschließlich eines Sektempfangs und Snacks. Am 1.Juli findet die Vernissage mit catwalk statt." Jetzt ihr: https://www.startnext.com/palindrome?fbclid=IwAR32wUcobQQ9G5lGwbcbbHh8npZqC2-OEyPj3I4PqxynjIJ_V5hbtwnex

VORSCHAU
Noch bis 16. Mai: Video-Installation

(Petra)

Große Freude machen mir derzeit kleine, analoge Formate - sei es, durch die Fenster des Lola Montez Kunstwerke zu erspicken, oder Installationen vor der Tür zu entdecken. Seit letztem Wochenende wärmt mein entwöhntes Kunst-Herz eine Video-Installation in der Schirn-Rotunde, die ich dank einer lieben Freundin bestaunt habe. Wahrscheinlich nicht zuletzt, weil meine Sehnsucht nach dem Meer allmählich übergroß wird. Und weil das räumliche Erleben selbst bei einer Videoarbeit einen Riesen-unterschied macht. In ihrer "immersiven" Videoarbeit zeigt die kanadische Künstlerin Caroline Monnet den Atlantik - groß, schäumend bewegt,geräuschstark, aber auch idyllisch. Er verbindet für sie beide Seiten ihrer Iden­ti­tät, die von ihren Algon­quin-Vorfah­ren in Kanada und ihren fran­zö­si­schen in Europa geprägt ist. Hier dokumentiert sie ihre 22-tägige Reise auf einem Fracht­schiff von Europa nach Kanada. In einer filmi­schen Montage entfal­ten die Bilder der Über­fahrt, an der Mittel­achse gespie­gelt und unter­legt von einer tran­ce­ar­ti­gen Tonspur aus Radio­fre­quen­zen und Morse­zei­chen, eine eindring­li­che Sogwir­kung. Diese steht im Kontrast zur Statik der drei Beton­ku­geln PROXI­MAL I, II, III (2018/2020): zusammen eine eindring­li­che Instal­la­tion. Die sphä­ri­schen Skulp­tu­ren verwei­sen u. a. auf Mond­zy­klen, welche in der Algon­quin-Tradi­tion eine zentrale Rolle spie­len. Die Instal­la­tion beleuch­tet auch Auswir­kun­gen der kolo­nia­len Geschichte zwischen Europa und Nord­ame­rika, von Handel und Migra­tion wie auch den trau­ma­ti­schen Erfah­run­gen der Indi­ge­nen Menschen.

Video­ar­beit Trans­at­lan­tic (2018, 15 Min.) und die Skulptuturen PROXI­MAL I, II, III (2018/2020) von Caroline Monnet, Schirn-Rotunde (öfffentlich zugänglich), noch bis 16.05., Eintritt: frei, weitere Informationen hier.

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Bis 06. Mai: Ausstellung

(Petra)

Wie vermutet, konnte die Vernissage gestern nicht – wie geplant – stattfinden: Optimistisch-mutig hatte das Atelierfrankfurt eine wahrhaftige Eröffnung geplant – und zwar ihres neuen Projektraums mit einer Ausstellung der in Frankfurt lebenden Künstlerin Sabine Kuehnle, die im AF auch ihr Atelier hat. Deren gezeigte Installation nimmt auf den Schöpfungsmythos Völuspá (Weissagung der Seherin), dem ersten Lied des Königbuchs Codex Regius (Ältere Edda), Bezug. Mittels der erzählenden Naturkräfte verbindet sie den Schöpfungsmythos der nordischen Mythologie mit heutigen Dystopien – für eine Zukunft, in der nicht mehr zwischen Natur und Kultur unterschieden wird. Die Recherchen zu dieser Arbeit basieren auf Kuehnles Residency in Bergen, Norwegen. Der hiermit eröffnete Raum für Künstler*innen und Kreative soll die Möglichkeit zur schnellen und unkomplizierten Umsetzung von Projekten geben – während und nach der Corona-Krise.  Gefördert wurde er vom Landesfonds „innovativ neu eröffnen“. Da auch der Besuch vorläufig nicht möglich ist, sind auf der Website ein paar fotografische Impressionen zu sehen. Wer sich für den Projektraum bewerben möchte, finden dort auch die nötigen Infos.

Sabine Kuehnle: The Seeress, Ort: neuer PROJEKTRAUM im Atelierfrankfurt, Adresse: Schwedlerstraße 1 - 5, aktuell nur online

Bis Sonntag, 16. Mai: Londoner Exzentrik im Museum

(Petra)

Seit über einem halben Jahr­hun­dert schaf­fen Gilbert & George gemein­sam Kunst. Ihr heraus­ra­gen­des Œuvre ist bis heute von unge­bro­che­ner Brisanz und Bedeu­tung. Die Schirn widmet dem bild­ge­wal­ti­gen und biswei­len provo­ka­ti­ven Univer­sum des gefei­er­ten Londo­ner Küns­tle­rd­uos eine umfang­rei­che Retro­spek­tive mit Werken von 1971 bis 2019. Sie selbst sind - Teil ihrer - Kunst: und wer anderes als sie selbst könnte schöner auf den Punkt bringen, worum es geht?

Foto: Magazin Sculpture, Gilbert & George

Gilbert & George - The Great Exibition, Ort: Schirn Kunsthalle, Öffnungszeiten: Dienstag, Freitag - Sonntag 10 - 19 Uhr, Mittwoch und Donnerstag 10 - 22 Uhr, Adresse: Römerberg, Zeitickets bekommt Ihr hier


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