18.12.2020
Inhalt: Schluss, für dieses Jahr / FREUND*IN WERDEN. SO GEHT'S: / WEM GEHÖRT DIE ERINNERUNG / Freitag 18. Dezember: PANIKHERZ / Benjamin von Stuckrad-Barre / Freitag, 18. Dezember: Online/ Let’s Talk: Artistic practice in pandemic times / Adventskalender Oper Frankfurt und Schauspiel Frankfurt / Spazierengehen#1: Kunst˚ostwärts / Spazierengehen#2: Kunst˚westwärts / Spazierengehen#3: Erinnerungen / Spazierengehen#4: Weitblick / Samstag, 19. Dezember: Marienplatz von Beniamin M. Bukowski / Sonntag, 20.Dezember: Online/ Walking a City I Have Never Visited / Serientipp: "Ethos" bei netflix / ARTE - MEDIATHEK: ‚Mahler live’ „4“ / G E R O L L T E S - über platte Mannschaften und Maulwürfe / Etwas über den FSV / 24. – 27. Dezember: Alles Schwindel - Stream Revue-Theater Maxim-Gorki-Theater Berlin / Weihnachtsrituale TV Tipp 1: „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ / Weihnachtsritual 2: Die Muppets Weihnachtsgeschichte / GEHÖRTES: So weit und doch so nah (über Bruce Springsteen) / Feiertagsprogramm im hr / Das letzte Schaf (Hörbuch) / ab Donnerstag, 17. Dezember: DAS NEUE EVANGELIUM/Die Revolte der Würde / Samstag und Sonntag, 19. und 20. Dezember: Finale 2020 / Kunsthandwerk Design Kunst / Samstag, 19. Dezember: Die VirusMusikRadio Show in der Batschkapp / Samstag, 19. Dezember: PS Altstadt Reloaded online / Sonntag, 20. Dezember: Früher war mehr Lametta / Montag, 21. Dezember: 9pm.gregorpraml (Instagram) & Winterprolog / Mittwoch, 30. Dezember: Firestorm (Livestream) / Noch bis 31. Dezember: Gemeinschafts-Kunst-Aufruf / Mittwoch, 30. Dezember: Of/ "Und sicher ist mit mir die Welt verschwunden." / 31. Dezember: It´s only Rock`n`Roll, but we like it – Das The Hateraw`s Benefi TBA / Impressum
Schluss, für dieses Jahr

Liebe Ausgehtipp- und Daheimbleibtipp-Leser*innen, mit dieser Ausgabe verabschieden wir uns für dieses Jahr, das für alle ein sehr besonderes war.

Seit 14 Jahren versenden wir, Andrea Ehrig, Petra Manahl, Martin Grün, Uwe Schwöbel und ich jeden Freitag Ausgehtipps.
Im März diesen Jahres wurden aus den Ausgeh- die Daheimbleibtipps.
Wir alle hatten die Hoffnung, dass wir zum Ende des Jahres wieder zu den Ausgehtipps zurückkehren können. Zu gerne hätten wir Euch in der heutigen Ausgabe, der letzten in 2020, mit Silvestertipps versorgt. Aber leider müssen wir uns alle mit dem Feiern und Ausgehen noch ein wenig gedulden.

Da der erneute Lockdown für einige überraschend kam und noch nicht alle ihre Geschenke besorgt haben, findet ihr hier nochmal unseren Link zu unserem Weihnachtsspezial. Viele der darin vorgestellten Geschäfte bieten die Möglichkeit zum Onlineeinkauf. Also, bevor ihr anfangt nur noch Bodylotions und Tee aus Drogerien & Apotheken zu verschenken, schaut doch hier nochmal nach und unterstützt die lokalen Geschäfte. Ihr könnt z.B. auch alle Bücher, Filme etc. bei Euren lokalen Buchhandlungen bestellen und die Lieferung kommt dann trotzdem … zum Beispiel per Post… Amazon ist also nicht notwendig!

Und natürlich gehören zu Weihnachten nicht zwingend Geschenke! Weihnachten ist auch die Zeit, um an die Menschen zu denken, die keine Novemberhilfen bekommen oder für die jeden Tag Lockdown ist, weil sie z.B. seit Jahren in Flüchtlingslagern leben müssen.
Daher an dieser Stelle zwei Organisationen/Vereine, die mir sehr am Herzen liegen, für alle, die etwas spenden möchten:

Der erste ist unser Verein Kulturzeiterin. Wir unterstützen seit März, mit jeweils 500,- € pro Person, soloselbständige Künstlerinnen und Kulturschaffende aus Frankfurt & Offenbach!

Der zweite ist der Verein people4people meiner Freundin Anna Demisch. Sie unterstützen Projekte, Menschen und Familien in Griechenland, der Türkei, in Syrien, dem Libanon und dem Jemen. Im Focus stehen Schulprojekte und die Suche nach individuellen Lösungen, um den Kindern den Besuch einer Schule zu ermöglichen.

Zu Weihnachten gehören für mich aber auch Rituale: Plätzchenbacken, was ich bereits seit Wochen mache. Am 24.12. haben wir seit Jahren das folgende Ritual: zuerst treffen wir Freunde zum Apfelweintrinken und Tatarbrötchenessen im Gemalten Haus, dann besuchen wir Uwes Patenfrosch im Frankfurter Zoo und anschließend gehen wir zum Stadtgeläut und gemeinsamen Singen auf den Römerberg. Vieles fällt leider aus☹. Zwei Rituale, die Filme „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ und „Die Muppets Weihnachtsgeschichte“ müssen Gott sei Dank nicht ausfallen.

Ein weiteres Event auf das ich mich immer freue sind die Essensgelage verbunden mit Spieleabende an Silvester. Schon seit Jahren ziehe ich die den wilden Partys vor. Ich habe mir daher seit Tagen den Kopf darüber zerbrochen, wie man das lösen kann. Natürlich könnte man sich im Netz auf die Suche machen nach z.B. einer digitalen Weinprobe, aber ich habe jetzt ein eigenes „Produkt“ entwickelt. Das Spiel heißt: WEM GEHÖRT DIE ERINNERUNG?

Ich habe das Spiel das erste Mal vor 16 Jahren mit 20 Leuten, die sich nicht alle kannten, an Silvester gespielt. Ich kann mich noch sehr genau daran erinnern, denn es war eine lange und vor allem feuchtfröhliche Nacht. Nach nur drei Stunden Schlaf weckte mich ein fidelerer, knapp Zweijähriger, der „bespielt“ werden wollte.

Da ich mir vorstellen kann, dass auch ihr Euch überlegt, was ihr an Silvester machen könnt, habe ich die Idee auf Papier gebracht. Ihr findet sie im nächsten Abschnitt.

So, jetzt muss ich los.
Ich wünsche Euch viel Spaß bei unserer letzten Daheimbleibtipp-Ausgabe! Ich danke an dieser Stelle nochmal von Herzen meinen vier Co-Autor*innen & Freundinnen: Petra, Andrea, Uwe & Martin für ihre tollen und vielfältigen Beiträge, die sie jede Woche für Euch zusammenstellen.

Lebt wild & bleibt gesund!

Daniela

Zur besseren Lesbarkeit empfehle ich die Ausgehtipps hier zu lesen.
Die nächsten Tipps erscheinen am 8. Januar 2021.

FREUND*IN WERDEN. SO GEHT'S:

Wir schreiben die Ausgehtipps schon seit 14 Jahren... ohne lästige Werbung, total subjektiv. Wenn Du die Ausgehtipps magst und uns unterstützen möchtest, dann freuen wir uns über Deine Unterstützung.
(Von dem Geld zahlen wir die Servergebühren und gehen einmal im Jahr zu viert zusammen essen :-))

Bitte überweise Deinen Solibetrag gerne auf folgendes Konto:
IBAN: DE83 4306 0967 6045 5154 00 (Richtwert: in der Regel zahlen Freund*innen 1,50 pro Monat = 18,- € pro Jahr). Wer eine Rechnung benötigt, schicke bitte eine Mail an: ausgehtipps(at)cappelluti.net

WEM GEHÖRT DIE ERINNERUNG

Eine hybride Spielidee für maximal 20 Menschen ab 12 Jahren.So geht’s:Ihr schickt an Eure Freund*innen eine Email. Unsere liest sich ungefähr so:

Ein kurzweiliger, lustiger und spannender Silvesterabend mit netten Leuten trotz Lockdown? Klar geht das, wir haben eine Idee, die wir Euch kurz vorstellen. Wir würden uns freuen, wenn Ihr dabei wärt. Ziel sind 10-20 Teilnehmer*innen, die sich natürlich an unterschiedlichen Orten aufhalten können. Das Spiel findet online statt. Wir wollen um 22:00 Uhr starten und enden gegen Mitternacht.

Für das Spiel müsst ihr bitte vorab jeweils einen Gegenstand und eine dazugehörige kurze Geschichte abgeben.

  • Jede(r) Teilnehmer*in wählt einen Gegenstand aus, der ihr/ihm wichtig ist oder über den sie/er eine schöne Geschichte erzählen kann. Der Gegenstand befindet sich noch im persönlichen Besitz und die Geschichte zum Gegenstand wird auf maximal einer DIN A4 Seite schriftlich festgehalten. Je nachdem um was für einen Gegenstand es sich handelt, kann man vermerken, ob man ihn wieder zurückhaben möchte.
  • Gegenstand und Story werden, zusammen als Geschenk verpackt, bis zum 29.12 bei uns abgegeben. Dafür steht bei uns im Hausflur ein großer Sack (Abstandsregeln werden selbstverständlich immer eingehalten). Zwischen dem 30. und 31.12 kommt ihr wieder vorbei und zieht aus diesem Sack jeweils ein Paket mit Gegenstand & Brief (natürlich nicht Euer eigenes).

  • Am Silvesterabend treffen wir uns zu einem digitalen Treffen. Die Zugangsdaten schicken wir Euch noch zu. Der Ablauf ist dann wie folgt:
  • Zuerst gibt es eine kurze, knappe Vorstellungsrunde.
  • Dann öffnet man nacheinander sein/ihr Päckchen. Man beschreibt den anderen wie der Gegenstand aussieht, zeigt ihn in die Kamera und liest die dazugehörige Geschichte vor. Die Geschichte ist bitte so festzuhalten, dass man nicht sofort erkennt um wen es sich handelt. Also sollten Angaben zum Geschlecht, bekannte Neigungen (bei Uwe z.B. Schalke 04) oder geographische Informationen (bei Uwe: Goddelau) vermieden werden.
  • Je nachdem wie viele Menschen mitmachen kann das schon mal bis zu einer Stunde dauern.
  • Danach fängt der/die erste wieder an und äußert einen „Verdacht“ zu wem sein/ihr Päckchen gehört. Der/die Benannte äußert sich dazu jedoch nicht!
  • Ziel sollte sein, dass am Ende alle Gegenstände allen Leuten zugeordnet sind. Das kann aber einige Runde dauern.

Ein kurzweiliges und amüsantes Spiel, das gerade auch dann vierl Spaß macht, wenn sich die Teilnehmer*innen untereinander nicht (gut) kennen.

Freitag 18. Dezember: PANIKHERZ / Benjamin von Stuckrad-Barre

(Martin)

LIVESTREAM (anschließend eine Woche on demand) - Berliner Ensemble

„Das Berliner Ensemble zeigt in einer Kooperation mit dem rbb Fernsehen am 18. Dezember Benjamin von Stuckrad-Barres "Panikherz" im Livestream auf "BE at home" sowie auf rbbKultur.de. Die Inszenierung stammt von Intendant Oliver Reese, der die Uraufführung des Romans im Rahmen des Starts seiner Intendanz am Berliner Ensemble auf die Bühne brachte. Die Vorstellung wird um 19.30 Uhr aus dem Großen Haus des Berliner Ensembles ohne Publikum live gestreamt und ist außerdem im Anschluss für eine Woche kostenfrei on demand verfügbar. Die Aufzeichnung wird zudem am 20. Dezember um 00.00 Uhr im rbb Fernsehen ausgestrahlt.

18 Jahre nach seinem Debüt Soloalbum schreibt Benjamin von Stuckrad-Barre sie doch, die Autobiographie, mit der keiner gerechnet hatte. Ein Greatest-Hits Album, ein Best-Of: kein Soloalbum – sondern der Soundtrack eines selbstzerstörerischen Lebens. Im legendären Hotel Chateau Marmont am Sunset Boulevard schaut Stuckrad-Barre sich selbst beim Schreiben zu – und erzählt von zwanzig Jahren Nachtleben, Drogen, Ruhm und Realitätsverlust, vom Aufstehen und Hinfallen. Keine Recherche, sondern pures Leben.

Die Bühnenversion von Stuckrad-Barres gefeiertem Roman ist ein Spiel mit unterschiedlichen Formen von Erinnerung und Selbstbeschreibungen. Oliver Reese und das Ensemble haben aus dem gut 500-Seiten-Roman eine Fassung von knapp 40-Seiten destilliert, getragen und weitererzählt von den Songs, die Stuckrad-Barre sein Leben lang begleiteten – vom Prediger des Rock’n’Roll Udo Lindenberg.

Die Inszenierung dieser Uraufführung wurde am Berliner Ensemble und bei verschiedenen Gastspielen bereits fast 50 Mal gezeigt und ist jetzt erstmals im Netz verfügbar.“

Zum LIVESTREAM: https://www.berliner-ensemble.de/livestream-panikherz

"PANIKHERZ" VON BENJAMIN VON STUCKRAD-BARRE.
Am Freitag, 18.12. um 19.30h live aus dem Berliner Ensemble.

Foto: © Berliner Ensemble

Freitag, 18. Dezember: Online/ Let’s Talk: Artistic practice in pandemic times

(Andrea)

Sabine und Thomas leben und arbeiten in Istanbul und gerade neulich chatteten wir über die Situation von Künstlern in der Türkei. Dh ich wollte wissen, was die jetzt machen, weil es dort wenig Unterstützung des Staates oder eben Projekte wie die Kulturzeiterin.de gibt. "Die meisten sitzen im Knast", meinte sie lakonisch. Sollte es so schlimm sein? Let’s Talk: Artistic practice in pandemic times: Discussion within the ongoing Mahalla Festival with different local and international participants about their recent projects: Che Seibert, Mehmet Kaçmaz, Yasın Baran, Sophie Hirsch, Murat Germen, Thomas Büsch and Sabine Küper-Büsch. Beginn 15:00 UTC+01 (also 16 Uhr). Learn more about the Mahallal Festival 2020 - The Wandering Tower and check out all events: http://mahalla.inenart.eu/wandering-tower/ To participate go on Friday to ZOOM: ZOOM link: https://us02web.zoom.us/j/83376783512 ZOOM ID: 83376783512 Passcode: 840926

Adventskalender Oper Frankfurt und Schauspiel Frankfurt

(Martin)

Zu Hause zu sein, das ist ja aktuell so ziemlich häufig der Regelfall. Also ist es auch eine Aufgabe, es sich daheim schön zu machen...Glücklich(er) ist schon mal, wer morgens ein Päckchen oder Türchen eines Adventskalenders öffnen kann.

Diejenigen können noch glücklicher werden (und alle, die keinen Adventskalender haben, dann auch), indem sie die täglichen Türchen in den Adventskalendern von Schauspiel Frankfurt und Oper Frankfurt öffnen!

Bei der Oper Frankfurt gibt es grundsätzlich musikalische Leckerbissen – extra für den Adventskalender ganz hinreißend arrangiert und inszeniert auf einer speziell dafür geschaffenen Bühne - zu entdecken.

Ob Tschaikowski, Mendelssohn-Bartholdy, auch mal was Poppiges, Händels ‚Tochter Zion’ – ein bunter Strauß an hörenswerten und sehenswerten vorweihnachtlichen Überraschungen wird geboten!

Super ist der 6.12.: Sebastian Weigle, der Generalmusikdirektor der Oper Frankfurt, liest die Weihnachtsgeschichte – aber wie!!!???

Im Adventskalender des Schauspiel Frankfurt geht es täglich darum, den aktuell überwiegend schlechten Nachrichten etwas positives entgegen zu setzen.

Eine gute Nachricht soll jeden Tag pro zu öffnendem Türchen Mut machen und dazu beitragen, den Alltag neu zu entdecken. Das macht bitte! Und schaut euch mal an, was sich hinter dem Türchen am 7.12. verbirgt! Da bekommt man doch gleich bessere Laune.

https://oper-frankfurt.de/de/mediathek/?rubrik=7
https://www.schauspielfrankfurt.de/adventskalender-2020/

Foto: (c) Screenshot Homepage Oper Frankfurt

Spazierengehen#1: Kunst˚ostwärts

(Petra)

Ich will – meistens – zum Jahresende wieder weitgehend offline sein: und gerade in diesem Jahr bietet sich ja kaum mehr an, als sich zum Spazierengehen mit einem lieben Menschen zu verabreden. Um zum Beispiel am Mainufer entlang in Richtung Osten zu spazieren – und hinterm Hafenpark durch die Panoramascheibe der Familie Montez einen Blick auf das seit 01. Dezember täglich wachsende Riesen-Kollektiv-Gemälde „Ein ganz normaler Herbst, nur anders...“ an der hinteren Wand zu werfen. Ich beobachte die Genese jedenfalls neugierig bis zum Jahresende. Und wer mag, läuft vielleicht einfach weiter bis nach Offenbach, wo ja noch der Offenbacher Skulpturenpark, das traurige Finale der afip, (seit 05. Dezember, Andrea berichtete) noch bis 23. Januar zu begucken ist.

Kunstverein Familie Montez, Unter der Honsellbrücke

Spazierengehen#2: Kunst˚westwärts

(Petra)

Wir alle vermissen das Blaue Haus am Niederräder Ufer, das Anfang 2018 böswillig abgefackelt worden ist. Vorläufig steht in der Nähe des Licht- und Luftbads zumindest noch die Blaue Wand, auf der Künstlerinnen und Künstler, aber auch kindliche Talente ihre Exponate zeigen können. Und so steht sie auch trotzig für das Beharren an diesem schönen Ort und den Wiederaufbau eines tollen Kulturortes, der hoffentlich bald kommt. Hier ist aktuell ein Foto vom Frankfurter Fotografen Niko Neuwirth aus seiner Serie zauberhaft-abgefahrener Frankfurt-Perspektiven (während nächtliche Baustellenbesuche „erbeutet“) zu sehen, die Anfang September in der Heusenstamm Galerie ausgestellt waren. Und wie Daniela und Uwe ja entdeckt haben, die teilweise auch in der Apfelwein-Galerie an der Kleinmarkthalle für die eigene (nicht unbedingt blaue) Wand zu erwerben sind. Eine schöne Zwischenstation – dann gehe ich entweder weiter am Mainufer entlang in Richtung Griesheim, bis zur Schleuse (wo übrigens guter Frankfurter Ökostrom erzeugt wird) oder ich gehe eine weitere Schleife bis in den Stadtwald: vor kurzem habe ich nach langem mal wieder festgestellt, wie schön viel mehr der Wald als nur ein grüner Ort ist.
Blaue Wand am ehemaligen Blauen Haus, Niederräder Ufer 2

Spazierengehen#3: Erinnerungen

(Petra)

Ein sehr persönlicher Tipp: Durch häufige Oma-Wochenenden als Kind ist Bad Homburg zu meinem zweiten Zuhause geworden. Die besondere Verbundenheit habe ich mir bewahrt und radle manchmal dorthin. Ganz besonders mag ich den weißen Turm mit der Terrasse am Schloss, das natürlich gerade nicht zu besichtigen ist. Nach dem Lockdown will ich mal erkunden, ob die löwenfüßige Badewanne noch immer in der Schloss-Bibliothek steht. Auch der Schlosspark mit Weiher, eine beschauliche kleine Altstadt, die Kaiser-Friedrich-Promenade mit prächtigen Jugendstil-Residenzen und ein Kurpark mit Heilwasser-Quellen (meine Oma hatte früher immer einen Klappbecher in der Tasche, der alleine war schon den Spaziergang wert - und auch das Kosten manch scheußlicher Quelle), Therme, Casino, chinesischem Tempel, russischer Kapelle sind viele vertraute, durchaus sehenswerte Stationen eines ehemals legendären Heilbades. Und so eine Prise Kurgefühl kann ja nie schaden. Ein guter Startpunkt ist der Kurpark, von dem aus man sich flanierend weiter hoch „arbeiten“ kann. Becherchen nicht vergessen!

Spazierengehen#4: Weitblick

(Petra)

Nachdem wir im Frühjahr wieder unterwegs sein durften, habe ich dank einer lieben Freundin die Hohe Straße entdeckt. Nicht die gesamten 38 Kilometer der alten Handelsroute, die in Büdingen beginnt, aber immerhin einige Kilometer auf ihrem letzten Stück bis Bergen-Enkheim. Der Blick ist phänomenal: von Taunus, Main-Kinzig-Kreis und dem Kraftwerks-Koloss Staudinger erfasst man einen überraschend weiten Teil der Region. (Dank an Margret für dieses Foto.) Kann mir gut vorstellen, als antike Handelsreisende hier unterwegs gewesen zu sein: Räuber hätten hier wenig Chance auf einen Hinterhalt gehabt. Außerdem werden auf dieser Regionalparkroute verschiedene kunstkreierte Installationen und Erlebnisstationen geboten. Und viel Natur natürlich. "Dem Himmel etwas näher", wie auf der Site des Regionalpark Rhein-Main geschrieben, habe ich mich zwar nicht gefühlt, aber leicht und geerdet. So einfach kann es manchmal sein.
Mehr zu dieser und anderen Regionalpark-Routen findet Ihr hier.

Samstag, 19. Dezember: Marienplatz von Beniamin M. Bukowski

(Martin)

Premiere (!)
Residenztheater München

Im Rahmen der Plattform für internationale zeitgenössische Dramatik «Welt/Bühne» vergibt das Residenztheater dreimonatige Residenzen an internationale Autor*innen. Sie haben während dieser Zeit die Gelegenheit, die Stadt und unser Theater kennenzulernen und im Austausch mit dem künstlerischen Team und dem Ensemble neue Stücke zu entwickeln. In der Spielzeit 2019/2020 nahmen an dem Programm Beniamin M. Bukowski aus Polen, Satoko Ichihara aus Japan und Alfredo Staffolani aus Argentinien teil. Als erstes der entstandenen Werke wird das Stück des polnischen Autors präsentiert.

Mal wieder eine Premiere – tatsächlich! Und sogar eine Stückentwicklung ist es. Das Residenztheater vergibt dreimonatige ‚Residenzen’ (wie schön!) an internationale Autor*innen, die in dieser Zeit Stadt, Theater kennenlernen und mit dem Ensemble kooperieren können. Hier wird ein erstes Werk päsentiert:

„Marienplatz" kreist um einen realen Vorfall aus dem Jahr 2017: Am 19. Mai gegen drei Uhr früh fuhr ein Mann mit seinem Auto auf den Münchner Marienplatz, übergoss sich mit mehreren Litern Benzin und zündete sich an. Er verstarb kurze Zeit später im Krankenhaus und bis heute haben sich weder seine Identität noch die Umstände seiner Selbstverbrennung aufgeklärt, wohl aber Anlass zu Spekulationen verschiedenster Couleur gegeben. Die Diskussion führt Bukowski auf der Bühne weiter: Was könnte die rätselhafte Tat bedeuten? Sagen die Interpretationsansätze womöglich mehr über die Zuschauer*innen aus als über den Täter selbst? Und wie erzählt man von einer solchen Tat im Theater? Seine eigenen Erfahrungen während der Recherche in München gibt der Autor an die Schauspieler*innen weiter und spinnt ein diskursives Netz über den Begriff des Opfers und den ambivalenten Umgang mit Eigen- und Fremdwahrnehmung.“

Hier geht’s zum Teaser: https://youtu.be/E2wNvurBFU0

Hier geht’s zu den  Tickets und zur Vorstellung: https://www.residenztheater.de/stuecke/detail/resi-stream-marienplatz

Für die Tickets gilt «pay as you wish»: man entscheidet selbst, wie viel man für einen Stream bezahlen will. Es gibt sechs verschiedenen Preiskategorien: (Nuller 0 Euro; Low Budget 5 Euro; Supersparpreis 10 Euro; Sparpreis 25 Euro; Ticket Plus 50 Euro; Solidaritätsticket 100 Euro). 

Aktuell läuft der Vorverkauf schon. Tickets sind bis 24 Uhr am Sendetag verfügbar. Der Stream ist jeweils 48h ab Sendebeginn, also 19 Uhr, online.

Samstag, 19. Dezember
19.00h: Marienplatz.
Premiere aus dem Residenztheater in München

Foto: © Residenztheater

Sonntag, 20.Dezember: Online/ Walking a City I Have Never Visited

(Andrea)

Und nochmal Malahalla Festival und ich bin so Istanbul-verliebt, dass ich auf jeden Fall mit auf Tour gehe: "Join us on board of the Mahalla Festival 2020 for a collective event, reincarnating ourselves into avatars and diving into virtual exhibition rooms representing Istanbul in its most different aspects…On December 20, 2020 the Mahalla Festival is inviting you to participate in a public event to discover stories told by residents and artists of Istanbul, visually interpreted by architect and visual artist Wilhelm Scherübl. After a short introduction into the project by Wilhelm Scherübl, we will be able to travel through different “rooms” as avatars, while listening to the stories that were shared in Istanbul in times of a worldwide pandemic and collected by the artist between April and June 2020. After the “tour” we will gather again in the lobby and have the possibility to discuss with participating artists and residents. Check out our web site for more information: mahalla.inenart.eu/.../searching-traces-online.../ ZOOM link: https://us02web.zoom.us/j/83470325079 ZOOM Id: 83470325079 , Beginn 17 Uhr UTC +1

Serientipp: "Ethos" bei netflix

(Andrea)

Über "Ethos" bin ich neulich bei Netflix auch schon gestolpert, weil, ich mag Istanbul und die zwei, drei Ecken, die ich bisher von der Türkei kennen gelernt habe (und meine nicht Antalya), kurzum, dann flatterte Martin Glasenapps Rezension via FB ins Haus und ich weiß, womit ich die Weihnachtsfeiertage jetzt verbringen werde. "Ich kann diese türkische Serie wirklich nur sehr empfehlen. Sie ist schlicht ein Ereignis. Es sind Geschichten von acht Menschen im heutigen Istanbul. Alle unterscheiden sich, sie stehen in Beziehung zueinander, ohne es zu wissen und in ihnen bilden sich viele der aktuellen Konflikte der Türkei ab. Die konservativen, gläubigen Unterschichten aus der Vorstadt, die bei der reichen Mittelschicht arbeiten. Der emanzipierte Hedonismus der säkularen Frauen mit Yoga und Bodyshaping, die Spiritualität des dörflichen Hodscha. Zwei Lebensentwürfe, die sich nichts zu sagen haben, aber beide kennen nur eindimensionale Erklärungsmuster für Einsamkeit, Verzweiflung und Begehren. Auch die große kurdische Kluft bildet sich ab: Zwei Schwestern, die eine links, die andere macht ihr Geschäft mit der neuen islamistischen Nomenklatura, ihre Familie kommt aus dem Osten. Selbst die Männlichkeit ist in der Krise. Einer ist ein einsamer Playboy, ein anderer ein ehemaliger Soldat, der an sich selbst und der traumatischen Erfahrung seiner Frau zu zerbrechen droht. Der Geistliche hat keine Antwort auf den Tod seiner Frau und den Ausbruch der Tochter. In jeder der acht Folgen gibt es ein Moment der Hoffnung. Ohne Kitsch und falsche Sentimentalitäten. Und überhaupt: Öykü Karayel, die die Hauptrolle der depressiven Meryem spielt, ist wirklich eine fantastische Schauspielerin. Selbst wer kein Türkisch versteht, guckt es bitte mit deutschen Untertiteln. Denn ohne den Klang der Sprache, ohne den Dialekt der Vorstadt und das nasale Türkisch der Oberschicht, ist alles nur halb so gut. "Bir Başkadır" ist spannender ist als jede westliche Produktion zum Thema und der deutschen Integrationsdebatte fehlt eine solche Serie. Hier gibt es maximal "4 Blocks", nicht schlecht, aber ist das der Alltag des Unverständnisses und der Diskrimierung? Ach ja, der abschließende Song von Ferdi Özbeğen ("Gündüzüm Seninle") ist natürlich die pure Provokation für die bigotte Erdoğan-Türkei von heute. Das Lied erschien 1982, also in den finstersten Jahren des Putsches und klingt wie ein Hohn auf all das, was damals geschah. Heute hören und sehen wir, wie der schwule Sänger und Pianist Ferdi Özbeğen über die vergebliche Liebe singt ("Meine Liebe hat ein Geheimnis / Ich habe es seit Jahren versteckt / in den Träumen in der Nacht / Ich wandere mit dir...) und wir verstehen sofort, warum das AKP-Establishment die Serie in die Hölle wünscht. Daher, wer die Türkei von heute etwas besser verstehen will, der schaut "Bir Başkadır"." In Deutschland heißt sie "Ethos" und ist bei Netflix zu sehen. 

ARTE - MEDIATHEK: ‚Mahler live’ „4“

(Martin)

Ballett-Premiere von Martin Schläpfer
Staatsballett Wien

Die Süddeutsche Zeitung überschreibt ihren Kritik mit: „Einmal Himmel und zurück – Martin Schläpfer ist der neue Chefchoreograf am Wiener Staatsballett: Mit ‚4’ zur Musik von Gustav Mahler gelingt ihm ein sensationeller Start.

Dann:

„Hundert Tänzer lösen sich vom Hintergrund der Wiener Staatsopernbühne. Schritt um Schritt gleiten sie in die ersterbende Musik hinein, in die letzten Takte von Gustav Mahlers 4. Sinfonie. Sie tragen ihre Körper der Rampe entgegen, bis sich nur noch die Hände bewegen: zur Stirn, zum Sonnengeflecht, eine Handbreit darüber, eine Handbreit darunter. Zuletzt formen horizontale Armkreise das Ewigkeitszeichen - die Ziffer 8. Es sind fantastische Bilder, mit denen sich Martin Schläpfers Ballett "4" in die Stille verabschiedet. Es gibt keinen Applaus bei dieser Premiere, kein Publikum. Die Tänzer, der Choreograf, die Sängerin Slávka Zámečníková, der Dirigent Axel Kober und das Orchester verbeugen sich schweigend. Für die fünf Kameras vor Ort und die Monitore weltweit. Der Sender Arte hat Schläpfers Einstandskreation als Ballettchef der Wiener Staatsoper live gestreamt und auch den Auftakt des Abends dokumentiert: Hans van Manens 1979 entstandenes Kammerspiel "Live". Bis Anfang März bleibt die Aufzeichnung in der Arte-Mediathek gespeichert. Und damit der Glanz einer Stille, die tief berührt.

Schläpfers tänzerische Übersetzung der Mahler-Sinfonie ein zweites, ein drittes Mal anzuschauen: Das lohnt unbedingt. Der Choreograf hat alle vier Sätze so schlüssig gebaut und berückend bebildert, dass sie endlose Assoziationsketten anstoßen. Er streift das Tanztheater der Pina Bausch ebenso wie die neoklassische Ästhetik eines George Balanchine. Er verweist auf die große Bildkunst von Antonio Canova bis Pier Paolo Pasolini, während Catherine Voeffrays elegante Couture in den Stargarderoben des 20. Jahrhunderts schwelgt - von Marlene bis Madonna.“

https://www.arte.tv/de/videos/099992-000-A/mahler-live-von-hans-van-manen-und-martin-schlaepfer/

Verfügbar bis 04. März 2021

Foto: © Ashley Taylor / Wiener Staatsballett

G E R O L L T E S - über platte Mannschaften und Maulwürfe

(Uwe)

Bei den meisten Mannschaften ist in diesem Kalenderjahr die Luft raus. Manche Teams, wie Bayern München oder Bayer Leverkusen sind so platt, dass sie ihre Pokalspiele in der kommenden Woche (bei Holstein Kiel bzw. zuhause gegen Eintracht Frankfurt) nicht mehr schaffen. Sie spielen nun am 12. beziehungsweise 13. Januar. Die in letzter Zeit ebenfalls stark beanspruchten Leipziger müssen dagegen am Dienstag in Augsburg spielen. Schalke spielt auch am Dienstag, im 75 Kilometer von Augsburg entfernten Ulm, beim Regionalligisten SSV Ulm. Gegen den Viertligisten sollten die Schalker gewinnen können, aber sicher ist das gerade bei dem Gegner nicht: Die Ulmer warfen im Sommer 2018 die Eintracht aus dem Wettbewerb, immerhin der damalige Titelverteidiger. Und Schalke ist alles andere als in Form.

Nicht nur die Mannschaften sind ausgelaugt, auch die Fußballplätze sehen so aus, als würden sie sehnsüchtig auf die kurze Spielpause über Weihnachten und Neujahr warten. Warum die Plätze so seifig und verbraucht wirken, fragt man sich schon. Findet im Waldstation doch beispielsweise nur alle zwei Wochen ein Spiel statt. Bei uns in Goddelau rennt außerhalb des Corona-Lockdowns ständig eine Mannschaft über den Platz. Spiele und Training von Windelflitzern bis Alte Säcke, alle spielen dort, im Waldstadion nur die Lizenzspielermannschaft der Eintracht. Natürlich ist unser Platz beim ruhmreichen TSV 1899 Goddelau schlechter als der schlechte im Waldstadion, unter Berücksichtigung der viel, viel höheren Auslastung ist er im Verhältnis aber klar besser. Und wir haben keinen professionellen Greenkeeper, der sich ständig um den Rasen kümmert.

Bei uns haben sich unter dem Platz leider Maulwürfe eingenistet, obwohl vor zehn Jahren eine Maulwurfsperre eingebaut wurde. Diese sollte die kleinen schwarzen Freunde (nicht zu verwechseln mit der örtlichen CDU) eigentlich vom Spielfeld weghalten. Wahrscheinlich waren die aber schon unter dem Platz, als die Sperre in den Boden gegraben wurde (wie Bankräuber, die sich heimlich in einen Tresor einschließen lassen). Dort haben sie sich dann vermehrt. Da die Lebenserwartung von Maulwürfen zwischen 3 und 6 Jahren liegt, wohnt mittlerweile wohl die zweite oder dritte Generation unter dem Feld. Im Moment schießen die Maulwurfshügel wieder nur so aus dem Boden. So viele und in einer Geschwindigkeit, die an die der DDR-Regierung erinnerte, als sie diese hässlichen Trabantenstädte errichten ließ.

Die Hügel mit ihrer lockeren Struktur dienen der lebenswichtigen Belüftung der unterirdischen Gänge. Beim Platzwart sorgen sie allerdings für Verzweiflung und bei Spielern können sie zu ernsthaften Verletzungen führen. Das ist dann aber leider so, weil das Fangen, Verletzen, Töten von Maulwürfen sowie die Beschädigung oder Zerstörung der Fortpflanzungs- oder Ruhestätten streng verboten ist. Im schönen Bundesland Hessen kann das Töten zu einer Geldstrafe in Höhe von bis zu 50.000 Euro führen. Das ist teuer, Jäger zahlen für eine Jagdreise inklusive Abschuss eines Großwildes im Vergleich nur läppische 30.000 Euro.  

Der Maulwurf muss also natürlich vertrieben werden. Der gemeinnützige Verein „BUND Naturschutz in Bayern e.V.“ gibt Tipps, wie man den Maulwurf unter Naturschutzbedingungen vertreiben kann: Köpfe von toten Heringen in die Gänge legen. Eine großartige Vorstellung, wenn nach einem Schuss nicht nur der Ball und ein wenig Erde durch die Luft fliegt, sondern auch ein toter, stinkender Hering.

Etwas über den FSV

(Uwe)

Nach einer einmonatigen Spielplause siegte der FSV Frankfurt zweimal. Sie gewannen zuhause gegen die zweite Mannschaft der TSG Hoffenheim und wenige Tage später in Aalen. Die Baden-Württemberg-Woche des FSV (aktuell Tabellenvierter!!) endet am morgigen Samstag in Balingen.

24. – 27. Dezember: Alles Schwindel - Stream Revue-Theater Maxim-Gorki-Theater Berlin

(Martin)

Das ist doch vielleicht ein Knallbonbon für die Feiertage: „Das Revuetheater ist wieder da! Fast schien es, als hätten die Nazis gesiegt. Das Revuetheater, jene queere Mischung aus Operette, modernem Boulevard, politischem Kabarett, Jazz und neuer Musik war das Genre, das wie kein anderes das Bild der »Goldenen Zwanziger« in Berlin prägte. Doch diese hohe frühpostmoderne Unterhaltungskunst fiel den Nazis und ihrem antisemitisch-homophobem Hass zum Opfer. Die Künstler*innen mussten emigrieren, ihre Werke verschwanden und mit ihnen auch das Genre.

Alles Schwindel, 1931 uraufgeführt, ist eine echte Wiederentdeckung. Was wie eine klassische Boy-meets-Girl-Story beginnt, wird zu einem aberwitzigen Parcours durch die Scheinwelten der späten Zwanziger Jahre und damit einer Zeit, in der »Tempo« das entscheidende Wort war und »Schritt halten« den Rhythmus vorgab. Die Musik des später nach London emigrierten Mischa Spoliansky kann neben Größen wie Kurt Weill bestehen.

Christian Weise hat als Regisseur einen riesen Spaß an solchen Stoffen, von Spoliansky inszenierte er bereits die Operette Wie werde ich reich und glücklich. Er wirft sich mit dem Gorki-Ensemble in den Strudel einer großen Berliner Zeit, die in ihrem Flimmern, aber auch in ihrer bedrohlichen Fragilität politisch und hedonistisch zarte Ähnlichkeiten zu der Stadt hat, wie sie heute zu erleben ist.

Ein rasanter Kostüm-, Musik und Tanzabend mit Songs, die im Ohr bleiben und einer verwirrend aktuellen Story.“

Tickets von 3 Euro bis 10 Euro.
Hier geht’s zu den Tickets und zum Streaming

https://dringeblieben.de/videos/alles-schwindel

Alles Schwindel aus dem Maxim-Gorki-Theater: verfügbar vom 24. Dezember 19.30h bis – 27. Dezember 19.30h.

Foto: © Maxim-Gorki-Theater

Weihnachtsrituale TV Tipp 1: „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“

(Daniela)

Wie im Intro beschrieben habe ich zwei TV Klassiker, die ich auf jeden Fall schauen werde.
Der erste ist: „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Bis vor zwei Jahren habe ich meinen Sohn dazu "gezwungen" den Film mit mir zu schauen. Er tat es Anfangs sehr missgelaunt und hatte dann irgendwann sogar seine Freude an dem Ritual. Ich werde es dieses Jahr nochmal versuchen, den fast achtzehnjährigen zu überreden, es gibt ja viele Sendetermine...

  • Sonntag, 20. Dezember, 12.05 Uhr: BR
  • Sonntag, 20. Dezember, 14.15 Uhr: ONE
  • Sonntag, 20. Dezember, 15.05 Uhr: NDR
  • Donnerstag, 24. Dezember, 12.15 Uhr: Das Erste
  • Donnerstag, 24. Dezember, 16.05 Uhr: NDR
  • Donnerstag, 24. Dezember, 18.50 Uhr: ONE
  • Donnerstag, 24. Dezember, 20.15 Uhr: WDR
  • Donnerstag, 24. Dezember, 22.30 Uhr: SWR
  • Donnerstag, 24. Dezember, 23.15 Uhr: RBB
  • Freitag, 25. Dezember, 11.25 Uhr: Das Erste
  • Freitag, 25. Dezember, 20.15 Uhr: NDR
  • Samstag, 26. Dezember, 16.05 Uhr: MDR
  • Samstag, 26. Dezember, 16.40 Uhr: ONE
  • Sonntag, 27. Dezember, 12.00 Uhr: KiKA
  • Freitag, 1. Januar, 16.30 Uhr: RBB
  • Mittwoch, 6. Januar, 08.05 Uhr: BR
Weihnachtsritual 2: Die Muppets Weihnachtsgeschichte

(Daniela)

Ich liebe die Muppets Weihnachtsgeschichte! Und schaue sie seit 1992 jedes Jahr!

Ihr kennt ja alle Jim Henson, ihr wisst schon, der großartige Puppenspieler Jim Henson, der die Puppen der Sesamstraße und Muppets Show zum Leben erweckte!

Sein Sohn Brian hat 1992 die Muppets Weihnachtsgeschichte nach dem Klassiker von Charles Dickens gedreht.

In den Hauptrollen seht ihr Michael Caine, der den verbitterten und geizigen Ebenezer Scrooge spielt und Kermit, seinen armen Buchhalter. Kermit ist natürlich mit der herrischen Miss Piggy verheiratet und sie haben so süße Kinder (kleine Kermits & kleine Miss Piggys..). Und Rizzo die Ratte ist auch dabei und natürlich Statler und Waldorf. Ich schaue den Film jedes Jahr. Die Muppets-Weihnachtsgeschichte bleibt der Handlung treu, überrascht aber durch viele lustige Szenen, schrullige Figuren und eine zauberhafte Kulisse!

Schaut doch mal den Trailer an: https://www.youtube.com/watch?v=oMzBI0n3MVI&feature=emb_logo

Hinzu kommen super süße Musikstücke, die aber ehrlich gesagt nur etwas für Menschen sind, die Musicals lieben. Ich gebe zu, dass bei dem Film jedes Jahr bei mir die Tränen kullern. Insbesondere bei dem Lied: „Der Geist der Weihnacht“… https://www.youtube.com/watch?v=RQItFYKGr_4

 

Foto: © Jim Henson Productions, Inc. All Rights Reserved

 

 

GEHÖRTES: So weit und doch so nah (über Bruce Springsteen)

(Uwe)

Wohin soll ich denn rennen? Von Goddelau aus? In die Nachbarorte nach Wolfskehlen, Erfelden oder Crumstadt?“ Das fragte ich mich, als ich mich mit 15 Jahren, nach Veröffentlichung des Album BORN IN THE U.S.A., in Bruce Springsteens Musik verliebte. Ich kannte ihn schon vorher, diese Platte war aber sein Durchbruch bei mir, auch wegen dieser Textzeile: „We learned more from a three-minute-record than we ever learned in school“ und dem dazugehörigen Song No Surrender. In einem einige Jahre zuvor veröffentlichten Jahrhundertsong sang er: „Cause tramps like us, baby, we were born to run“. Das Lied, BORN TO RUN, speziell die Liveversion von Springsteens legendärer drei LP-Box blies mich weg, rüttele mich durch und bewegte mich. Brachte mich aber zur eingangs gestellten Frage: Wohin soll ich denn rennen ….

Nachdem wir volljährig wurden, fuhren wir mit meinem anthrazitfarbenen C Ascona mit blauer Tür über Eschollbrücken nach Darmstadt (das ist wie über eine Brandung zu schwimmen, um ins Meer zu kommen). In die Videothek, ins Lokales usw. Ich sang „Tonight, tonight the strip's just right - I want to blow 'em all out of their seats“, Autorennen gegen junge gelangweilte GI, die an der Einfahrt zur Stadt in Kasernen lebten, die heute verfallen.

Wir waren schon wilde Kerle damals, hart Singvögel, die in Deutschland überwintern und bei 2 Grad Celsius ohne Jack-Wolfskin-Fleece-Jacke 7 Tage, 24 Stunden Draußen sind. Wir, die Cowboys, im Sattel aufgewachsen, gegen die Jungs mit den Scheiteln auf ihren Vespa-Rollern aus Eberstadt. Wir, die Working-Class-Heros, ich Kassierer in einer Zwei-Mann-Zweigstelle der Kreissparkasse Groß-Gerau, sahen super aus, die erste Hälfte der 90iger Jahre war unsere Zeit: „Only you can cool my desire. Oh oh oh, I'm on Fire

Feiertagsprogramm im hr

(Daniela)

Der Hessische Rundfunk bietet über die Feiertage auch ein digitales Programm an. Hier eine kleine Auswahl:

Stimmungsvolle Musik
Jeff Cascaro ist zu Gast bei der hr-Bigband und „swingt“ das Publikum im wahrsten Sinne des Wortes auf die Feiertage ein. Als Sprecherin mit von der Partie ist dieses Mal die Schauspielerin Andrea Wolf. Das Video von „Swinging Christmas“ steht auf hr-bigband.de ab dem 18.12. 20 Uhr bereit. Außerdem sendet das hr-fernsehen das Konzert am 24. Dezember um 10 Uhr und hr2-kultur am ersten Feiertag um 19:04 Uhr.
https://www.hr-bigband.de/livestreams/livestream-swinging-christmas,livestream-swinging-christmas-100.html

Beim hr4-Weihnachtskonzert präsentiert Moderator Dieter Voss vor festlicher Kulisse ein abwechslungsreiches Programm mit erstklassigen Künstlern. Mit dabei ist das „Orchester der Kulturen“ unter der Leitung von Adrian Werum, das A-Cappella-Damen-Quartett „Allegría“ und Solist Jay Alexander. Für einige Songs wird der beliebte Tenor Kathy Kelly als Gast auf die Bühne holen. Das hr-fernsehen lädt an Heiligabend ab 16:45 Uhr ein, dabei zu sein.https://www.hr-fernsehen.de/sendungen-a-z/hr4-weihnachtskonzert-2020,sendung-106762.html

Feierliche Bläsermusik zu Weihnachten und dem Jahresausklang bieten Mitglieder des hr-Sinfonieorchesters und Dirigent Hermann Bäumer. Auf dem Programm stehen Händels „Feuerwerksmusik“ und eine für Bläser arrangierte Bach-Suite aus weihnachtlichen Werken. Der Mitschnitt kann hier https://www.hr-sinfonieorchester.de/livestreams/festliches-blaeserkonzert,livestream-17-12-2020-100.html angeschaut werden.

Lagerfeuerstimmung mit den hr-Hörspielen

Es ist die berühmteste Weihnachtsgeschichte der Welt: „Charles Dickens: A Christmas Carol“. Der geizige und kaltherzige Ebenezer Scrooge wird am Heiligen Abend von drei Geistern heimgesucht, die ihn lehren, dass der Zauber von Weihnachten in jedem von uns wohnt. hr3 hat die Geschichte hochkarätig besetzt und neu erzählt: Die „hr3-Weihnachtsgeschichte“ gibt es als Hörspiel auf hr3.de und in der ARD-Audiothek.
https://www.hr3.de/podcasts/hr3-weihnachtsgeschichte/die-hr3-weihnachtsgeschichte---das-hoerspiel,podcast-episode-79700.html

Standesdünkel und romantische Verwicklungen mit einer Prise Ironie bietet der dreiteilige Hörspielpodcast „Mansfield Park“ nach Jane Austen. Er nimmt die Hörer*innen mit ins Großbritannien des frühen 19. Jahrhunderts. Um seine in ärmlichen Verhältnissen lebende Schwägerin zu entlasten, erklärt sich der reiche Sir Thomas Bertram bereit, seine Nichte Fanny Price bei sich aufzunehmen. Und das Geschwisterpaar Henry und Mary Crawford mischt Mansfield mit modernen und gewagten Ansichten ordentlich auf. Ab Heiligabend ist der dreiteilige Podcast in der ARD-Audiothek  und im hr2-Podcastchannel zu finden. hr2-kultur sendet „Mansfield Park“ am 25., 26. und 27. Dezember um 14:04 Uhr.
https://www.hr2.de/podcasts/hoerspiel/index.html

Das letzte Schaf (Hörbuch)

(Martin)

Das letzte Schaf von Ulrich Hub
Buch – Hörbuch – Hörspiel - Stream

Es ist eine Neuinterpretation der Weihnachtsgeschichte: unglaublich schön, klug und auch witzig.

„In einer ruhigen Winternacht reißt plötzlich ein helles Licht die Schafe aus dem Schlaf. Als sie erwachen und sich umschauen, sind auch ihre Hirten weg. Was ist passiert? Was hat es mit dem Licht auf sich? Oder hat es sogar etwas mit dem Mädchen zu tun, welches in der Krippe geboren wurde? Um Antworten auf die Fragen zu bekommen, machen sich die beiden Schafe auf zu einer abenteuerlichen Wanderung mitten in der Nacht. Keines von beiden möchte das letzte Schaf sein.
Mit Das letzte Schaf hat Ulrich Hub eine sehr originelle, intelligente und humorvolle Version der Heiligen Nacht verfasst, die mit rasenden Dialogen nicht nur die Lachmuskeln, sondern auch zum Nachdenken anregt.“ (Homepage Staatstheater Hannover).

Die grandiose Schauspielerin Heidi Ecks vom Schauspiel Frankfurt hat ‚Das letzte Schaf’ - kurz nachdem das Buch erschienen war - vorgelesen während des ‚Weihnachtsliederauffrischungsseminars’ 2018 – großartig war das!

Und dann ist ‚Das letzte Schaf’ richtig eingeschlagen. Das wird auch daran deutlich, dass die Geschichte die Genres ‚sprengt’! Wer ‚Das letzte Schaf’ noch nicht kennt, der sollte das schleunigst ändern! Und dazu gibt es vielfältige Möglichkeiten.

1. Man kann das Buch einfach lesen. Bestellungen in Buchhandlungen sind ja trotz des Lockdowns möglich – und unsere Buchhandlungen des Vertrauens kennt Ihr seid dem vorletzten Newsletter.

2. Ulrich Hub selbst hat ein Hörbuch eingesprochen, was ebenso über den Buchhandel zu beziehen ist.

3. Auf MDR-Kultur gibt’s ‚Das letzte Schaf’ als Hörspiel: https://www.mdr.de/kultur/radio/ipg/sendung865448.html

4. Und ganz zauberhaft: Das Staatstheater Hannover hat ‚Das letzte Schaf’ als Weihnachtsmärchen inszeniert – was in diesem Jahr regulär leider nicht gezeigt werden kann... Doch wird die Inszenierung am 26. Dezember (ab 11.00h) gestreamt – und das sollte man sich besser nicht entgehen lassen. Der Zugang erfolgt über die Hompage des Staatstheaters Hannover: https://staatstheater-hannover.de/de_DE/start-staatstheater

Foto (c) Homepage des Staatstheaters Hannover

ab Donnerstag, 17. Dezember: DAS NEUE EVANGELIUM/Die Revolte der Würde

(Martin)

Ein Film/Projekt von Milo Rau und PartnernUnterstützt die Kinos eurer Wahl!

Vielleicht erinnert Ihr euch an einige Theater-Empfehlungen von mir für Inszenierungen von Milo Rau, die über die letzten Jahre hinweg im Mousonturm gezeigt wurden.

Zum Beispiel ‚Five Easy Pieces’ – es ging um Kindesmissbrauch, Pädophilie und den belgischen Kinderschänder Marc Dutroux. Die Darsteller waren Kinder und am Ende war es tatsächlich ein Mut machender Theaterabend, trotz des erschreckenden Themas! Die Inszenierung von Milo Rau wurde dann als Inszenierung des Jahres ausgezeichnet...

Milo Rau ‚macht’ auch Kino bzw. Film. Der neueste: „Das neue Evangelium“.

Gedreht wurde ‚Das neue Evangelium’ in Matera im südlichen Italien. Und parallel zum Film ist eine Kampagne entstanden.

Dabei erzählt Milo Rau die alte Geschichte auf eine völlig neue Weise. Neben die Bibelszenen, die in historischen Kostümen gedreht werden, stellt er Aufnahmen, die das Leben afrikanischer Erntehelfer dokumentieren, die unter oft menschenunwürdigen Bedingungen in Lagern untergebracht sind. Jesus ist bei Rau ein Aktivist, der für eine neue Gesellschaft kämpft: ‚An der Peripherie des Römischen Reiches gibt es eine Region, wo Zersprengte leben, wo die Besatzungsmacht mit den großen landwirtschaftlichen Betrieben zusammenarbeitet’, erklärt der Regisseur. ‚Das ist die Situation, die im Neuen Testament beschrieben ist. Dagegen erhebt sich ein Sozialrevolutionär, sammelt Leute von den Rändern der Gesellschaft. Mit denen greift er das System an, scheitert, wird gekreuzigt. Die Botschaft verbreitet sich aber.’ Milo Rau hat die Hauptrolle mit Yvan Sagnet besetzt, der vor acht Jahren den bisher größten Streik in der italienischen Landwirtschaft organisierte. Sagnet stammt aus Kamerun und arbeitete auf einer Tomatenplantage in Apulien. Dort verdient ein Erntehelfer je nach Leistung 20 bis 25 Euro für 14 Stunden Arbeit. Davon werden noch fünf Euro für Hin- und Rückfahrt abgezogen und fünf Euro für Essen und Trinken. ‚Ich kam als Student auf die Plantage’, erzählt Sagnet, ‚und wollte nur etwas Geld verdienen, um meine Miete in Turin zu bezahlen. Und auf einmal fand ich mich in einem System wieder, wo ich wie ein Sklave arbeiten musste. Eine solche Ausbeutung hatte ich nicht einmal in Afrika erlebt.’“ (...).

„Sagnet hat die Stiftung No Cap gegründet, die um ein Bleiberecht für Geflüchtete und menschenwürdige Arbeitsbedingungen kämpft. Er hat ein Buch über die italienische Landwirtschaft geschrieben. Die Tomate bezeichnet er als Symbol der Ausbeutung: ‚Die Schwachen und Rechtlosen werden ausgenutzt. Auf ihre Kosten wird Profit gemacht. Deshalb ist die Tomate zugleich ein Symbol für den globalen Kapitalismus.’ – Sagnet greift die großen Handelsketten an, die die Preise diktieren. ‚Wenn ein Bauer für ein Kilo Tomaten nur 5 Cent bekommt, kann er keine fairen Löhne zahlen. Die wahren Ausbeuter sind die großen Handelskonzerne.’

Diese Botschaft vermittelt auch Milo Raus Film. Da zerstampfen Jesus und seine Jünger Tomaten, die an einen großen Discounter geliefert werden sollen. Anstelle der Auferstehung gibt es am Ende eine politische Versammlung, eine ‚Revolte der Würde’, in der ein Manifest verabschiedet wird. Darin wird ein globales Reise- und Niederlassungsrecht gefordert, die Gleichberechtigung von Immigranten und EU-Bürgern in Europa, menschenwürdiges Wohnen und faire Arbeitsbedingungen – viel politischer Zündstoff. Gerade in Süditalien, wo viele Flüchtende ankommen, sind rechtsextreme Parteien im Aufwind.

Umso bemerkenswerter, dass es Rau gelungen ist, ein breites Spektrum von Menschen aus der Region als Laiendarsteller zu verpflichten: Der Bürgermeister von Matera spielt Simon (der Jesus hilft, sein Kreuz zu tragen), der Polizeichef ist im Film ein römischer Offizier. Das hat in der regionalen Presse für Aufmerksamkeit gesorgt. Die internationalen Medien berichten sowieso – und darauf kommt es dem Regisseur vor allem an: ‚Wir können an den Zuständen hier nur etwas ändern, wenn ein Bewusstsein dafür entsteht. Es geht nicht, dass eine halbe Million Menschen in der italienischen Landwirtschaft unter unwürdigen Bedingungen arbeitet. Es geht nicht, dass der gesetzliche Mindestlohn ignoriert wird, es geht nicht, dass es keine Arbeitsverträge gibt. Die entsprechenden Gesetze sind in Italien vorhanden. Aber sie müssen auch umgesetzt werden.’“ (zitiert nach nachtkritik.de)

Ein dolles Ding, wenn Kunst eine politische Dimension gewinnt und zur tatsächlichen Aktion wird. Hier gelingt es: Milo Rau!

‚Das neue Evangelium’ wird ab 17.12. als Video on Demand gezeigt: www.dasneueevangelium.de

Mit dem Kauf eines Online-Kinotickets unterstützt man gleichzeitig ein Kino seiner Wahl, dieses bekommt nämlich 30% des Ticketpreises! 

Foto: © Armin Smailovic

Samstag und Sonntag, 19. und 20. Dezember: Finale 2020 / Kunsthandwerk Design Kunst

(Andrea)

*UPDATE**Die Rumpenheimer Kreativschaffenden haben sich zusammengeschlossen und wollten am Wochenende zur Entdeckungstour einladen. Die sieben Ateliers, Werkstätten und Geschäfte des Advents-Rundgangs liegen im alten Ortskern von Rumpenheim. Der ist ohnehin bei jeder Jahreszeit einen Spaziergang wert, auch Schloss und Park sind immer wieder schön. Jetzt mussten sie wegen Corona eine Rückzieher machen und präsentieren ihre Sachen im Netz  MADE IN RUMPENHEIM: rumpenheimer.blogspot.com / https://rumpenheimer.blogspot.com/p/finale.html

Samstag, 19. Dezember: Die VirusMusikRadio Show in der Batschkapp

(Andrea)

Die VirusMusikRadio Show in der Batschkapp. Ja, lest und lasst es Euch auf der Zunge zergehen. Livemusik in der Frankfurter Hall of Fame. Ich denke an verschwitzte Menschen, laute Musik, ausgelassene Stimmung. Ist aber alles nicht. Verschwitze Musiker schon, aber eben vor leerem Auditorium. Egal, Sepp´l hat sicher wieder großartige Bands eingeladen, wird sich wieder die Seele aus dem Leib moderieren und es wird toll: 04 Gastone ein Mix aus Ska/Polka/Balkan und deutsch/englisch/italienischen Pop/Rock. 03 Romie Singer & Songwriterinnen, Folk, Pop. 02 Fooks Nihil Akustik Folk, Blues, Alternative 01 Fee Singer & Songwriterin Die Veranstaltung wird ab 18 Uhr live gestreamt und auf radio x 91.8 Mhz und im Internet auf www.radiox.de/live übertragen. Den Link zum Video-Live-Stream könnt ihr am 19. Dezember auf der VirusMusik Homepage finden. www.virusmusik.de Weitere Infos zur Veranstaltung unter: http://virusmusik.de/?p=10918 Wenn zu der Veranstaltung Publikum zugelassen wird, werden wir das kurzfristig kommunizieren. In diesem Jahr ist alles anders. Das Coronavirus lässt uns bei der VirusMusikRadio Show keinen großen Spielraum. In den letzten Jahren war die VirusMusikRadio Show im HoRST zu Gast. Da der Club leider im vergangenen Frühling die Tore schließen musste, können wir dort keine Veranstaltungen mehr durchführen. Unter Corona-Auflagen mit vier Bands eine Indoor-Veranstaltung zu organisieren ist kompliziert. Wir haben daher lange nach einem geeigneten Ort für die Show gesucht und mit der Batschkapp den richten Platz gefunden. Die Batschkapp gibt uns dankenswerter Weise in diesem Jahr eine Bühne und genügend Raum, um die Veranstaltung unter Corona-Sicherheitsauflagen durchzuführen. "

Samstag, 19. Dezember: PS Altstadt Reloaded online

(Petra)

In unserem Weihnachtsspecial letzte Woche hatte ich Euch das Buch meiner Freundin Silke Wustmann zur Neuen Altstadt empfohlen, heute wird noch eins draufgesetzt: Wem Basteln nicht reicht oder wer nicht bis Weihnachten warten und außerdem live-bewegt unterhalten werden möchte, der kann heute die Highlights der Neuen Altstadt zusammen mit Silke bequem vom Sofa aus besuchen. Das Büchlein mit Bastelbögen könnt Ihr wahlweise mitbuchen. Ach: Und Eure Fragen könnt Ihr außerdem im Chat loswerden. Ist das ein gechillter Samstagsnachmittags-Plan - so kurz vor Weihnachten? 

Altstadt Reloaded online, Die Highlight-Tour zur Neuen Altstadt mit Silke Wustmann, optional mit ihrem Buch "Der Krönungsweg - Das Herz der neuen Frankfurter Altstadt. Stadtführung mit 7 Bastelbögen" (16,45 € inkl. Verpackung & Versand), Uhrzeit: 14 - 15 Uhr, Info und Anmeldung findet Ihr hier, Teilnahmekosten: 12 Euro

Sonntag, 20. Dezember: Früher war mehr Lametta

(Martin)

BenefizWeihnachtsLesungLiveStream zu Gunsten von Ärzte ohne Grenzen e.V. 

Bettina Kaminski vom Freien Schauspiel Ensemble und Special Guests (wer das wohl sein mag?) machen es möglich. Unter dem Motto ‚Früher war mehr Lametta’ – und nie war es wohl wahrer als in diesem Jahr! – werden wir aufgefordert, es uns gemütlich zu machen!

Am besten zu Hause mit Keks, Mandelkern, Tee und/oder Glühwein sich ein gemütliches Plätzchen suchen; dann Kerze an und los geht’s: „Ein musikalisch-literarisches Vorweihnachtsgeschenk für alle, die doch nicht von Weihnachten lassen können. Mal besinnlich, mal heiter, mal nachdenklich, mal absurd. Mit Texten, Geschichten und Gedichten von Axel Hacke, Elke Heidenreich, Heinrich Heine, Erich Kästner, Rosa Luxemburg, Gerhard Polt, Joachim Ringelnatz, Kurt Tucholsky und vielen anderen.“

Gesammelt wird bei diesem Streaming für die Arbeit von Ärzte ohne Grenzen e.V. in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln. Über die Homepage des Freien Schauspiel Ensembles kann online/per paypal gespendet werden: http://freiesschauspiel.de/programm/spielplan/frueher-war-mehr-lametta Oder Ihr überweist die Spende direkt auf dieses Spendenkonto:  Ärzte ohne Grenzen e.V.IBAN: DE72 3702 0500 0009 7097 00Bank für SozialwirtschaftVerwendungszweck: „Lametta 2020“ (Bitte unbedingt angeben)

Hier geht’s am 20.12. um 17.00h zum Stream: https://www.youtube.com/watch?v=nU4xgRhEBto&feature=youtu.be

Am 20.12. um 17.00h: LiveSteam des Freien Schauspiel Ensembles

„Früher war mehr Lametta“

Foto: © Homepage Freies Schauspiel Ensemble

Montag, 21. Dezember: 9pm.gregorpraml (Instagram) & Winterprolog

(Uwe)

Als ich erstmals hier über Gregor Praml schrieb, zählte ich eine Menge Bassisten auf, die die Musikgeschichte maßgeblich geprägt haben: Paul McCartney, Lemmy von Motörhead und so weiter. Gregor Praml ist mein Lieblingsbassist, weil er aus dem Instrument so viel herausholen kann. Er spielt nicht nur wunderbar Bass, er ist darüber hinaus ein ausgezeichneter Gesprächspartner. Sein Format Lokal Listener hat er aus der Kombination von Musik und Gespräch entwickelt. Dieses muss aktuell aber ruhen, weil es am besten funktioniert, wenn Livepublikum im Lokal des Mousonturms sitzt. 

Ohne Publikum spielte er in dem spektakulären Bau im Mousonturm solo seinen Winterprolog ein, der ab 21. Dezember in seinem YouTube-Kanal zu sehen ist:https://youtube.com/user/MrGbassolino dort ist auch der Frühlingprolog zu finden.

Zusätzlich ist er mit einem neuen Live-Format auf Instagram: 9pm Artist Talk. Dort unterhält er sich mit Musiker*innen über einen Splitscreen. Am 14.12 sprach er sich mit Tarq Bown Musiker, am 21.12 (21 Uhr) folgt Hattie Erawan: "Half East and Half West, 'Hattie' spent the majority of her childhood in Norwich. At the age of 11 she stumbled across her father's old guitar which was stored in the attic and immediately began to play and write her own music.Hattie is a haunting alternative/folk artist, who writes and performs truly original material. Her music is a mix of powerful, radiant vocals with dark beautiful lyrics giving a real sense of authenticity. Her key influences are Joni Mitchell, Nirvana and Sheila Chandra.She's already an experienced performer having played such major London venues as The Bedford, St. Pancras Old Church, Proud Camden and The Finsbury. She has also enjoyed success with Sofar Sounds, touring around the UK and Europe as well as recent series of gigs in her native Thailand."

www.instagram.com/9pm.gregorpraml

Foto: Gregor Praml / Instagram

Mittwoch, 30. Dezember: Firestorm (Livestream)

(Uwe)

#rocknrollwillsurvive -
Das Motto für uns in 2020!!!

Ich habe das große Vergnügen montags im Training von Concordia Eschersheim mit Marco Russo Fußball zu spielen. Er ist ein glänzender Keeper, der stets postive Stimmung verbreitet und sich wagemutig in jeden Schuss wirft. Irgendwann wies er uns aus sein Musikprojekt "Firestorm" hin, für das ich mich seitdem interessiere. Auch wenn ich ansonsten eher melancholische und ruhige Musik höre, kann ich mich für ihre Hard-Rock/Heavy Metal-Musik begeistern, weil Sänger Marco Russo, mein Mitspieler, nicht nur ein guter Typ, sondern auch der wilde Sänger der Band ist.

Über ihren Stream schreiben Firestorm: "Um gemeinsam mit euch, gebührend dieses schwere Jahr zu verabschieden, "ziehen wir uns selbst den Stecker" und packen die Akkustik-Gitarren aus. Im Homestudio  spielen wir zu zweit, Corona-konform in getrennten Räumen, bekannte Firestorm-Songs als Unplugged-Versionen, sowie einige musikalische Überraschungen!"

Wer einen eigenen Account auf Twitch hat oder erstellt, kann selbstverständlich auch die Chat-Funktion nutzen und direkt mit uns in Kontakt treten 

Tune In --> https://www.twitch.tv/deadcatzproductions
30.12.2020
19 Uhr
kostenlos

Foto: Firestorm Facebookseite

Noch bis 31. Dezember: Gemeinschafts-Kunst-Aufruf

(Petra)

Bewundere aufrichtig alle, die sich nicht unterkriegen lassen von dem ganzen Corona-Wahnsinn – vor allem die Kreativen und Kulturschaffenden (und allen voran diejenigen, die schon immer ohne jede Förderung gearbeitet haben). Dazu ist Vieles gesagt, so dass ich mir und Euch weitere schlecht gelaunte Kommentare erspare.

Auf jeden Fall bleibt auch der Kunstverein Lola Montez vorläufig geschlossen, aber aktiv – und zwar mit einem, wie ich finde, sehr schönen Projekt: Ab heute soll jeden Tag jeweils ein*e Künstler*in einen Beitrag zu einem großformatigen Gemeinschaftsbild anfertigen. Fette 3,20 mal 17 Meter soll das Ganze werden und bis 31. Dezember fertig sein. Außerdem soll der tägliche Fortschritt videografisch dokumentiert werden und auf diversen sozialen Medien geteilt werden.

Parallel zur bildnerischen Arbeit sollen auch performative Darbietungen (Musiker, Tänzer, Dichter mit jeweils1 bis 2 Personen) vor dem entstehenden Bild stattfinden, die auch per Video dokumentiert werden. Ziel ist eine gemeinsame, bildnerische Darstellung des sich dem Ende neigenden Jahres 2020. (Gut, dass ich nicht mitmache!) Bis jetzt zugesagt haben Edwin Schäfer, Oliver Tüchsen, Corinna Mayer, Girmachew Getnet, Dirk Baumanns, Edda Rössler, Achim Ripperger, Jakob Dieckmann, Meret Kern, Cornelia Lela Heier, Ericson Krüger, Serkan Goeren, Barbara Walzer, Richard Oberscheven, Verena Kutschera. Superspannend, ich freu mich darauf!

Ein ganz normaler Herbst, nur anders…, Kunstprojekt, Kunstverein Lola Montez, interessierte Künstler/Performer, die am Projekt mitwirken wollen, können sich gerne unter: kunstvereinfamiliemontez@t-online.de melden, Projektkoordination: Mirek Macke/ Janek HruschkaSamstag, 28.11.20 und Mittwoch, 2.12.

Mittwoch, 30. Dezember: Of/ "Und sicher ist mit mir die Welt verschwunden."

(Andrea)

Ich bin ja großer Sibylle Berg-Fan, die Frau pflegt eine wunderbar spitze Feder und hat auch ein Theaterstück geschrieben, das aktuell vom Gorki-Theater im Stream angeboten wird: "Und sicher ist mit mir die Welt verschwunden." Gucke ich mir unbedingt an. 

»Ich habe eine Wut auf die Welt oder das System oder mich, weil ich alles verraten habe, woran ich nicht geglaubt habe, oder haben wir wirklich einmal daran geglaubt, die Welt zu retten? Die lagen doch nur dekorativ herum, die Bücher, die feministischen, marxistischen, queeren, die lagen herum, mit ihren Überschriften, über die wir nicht hinausgekommen sind, während wir lieber Serien geschaut haben.« Eine Sprecher*in – »Ich bin in dem Alter, in dem sich Ärzte gegen meine Beatmung entscheiden, wenn auf der Nachbarliege ein aufstrebender Port-folio-Manager liegt.« – zieht schonungslos Bilanz ihres Lebens und dem einer ganzen Generation im Neoliberalismus. »Ich hatte erwartet, dass mir in Erwartung des Todes das Unterbewusste faszinierende Bilder meines gelungenen Lebens zeigt. Und dass ich sie nur verdrängt hätte, die einzigartigen Momente voller Erfüllung, Liebe und Exotik. Aber was sich da einstellt, kann nur als unterdurchschnittlich be-zeichnet werden. Immobilien und Kühlschränke, triste Reisen und die Abwesenheit von Liebe.« Sibylle Berg, die optimistische Pessimistin, wie sie sich selbst bezeichnet, zeigt abermals ihre Brillanz. Ihr gelingt ein aufrüttelndes, wütendes und starkes Stück voller Sprachintelligenz, Haltung und Humor. »Hat uns – bitte schön – irgendjemand auf diese Kränkung vorbereitet? Dass wir plötzlich unwichtig werden? Unsichtbar, auch wenn wir uns an die Regeln halten? Die es für Frauen gibt.« Und sicher ist mit mir die Welt verschwunden, wieder in der Regie von Sebastian Nübling, ist der vierte und letzte Teil der Saga, die Sibylle Berg für uns geschrieben hat. Die Reise der vielstimmigen jungen Sprecher*in, die sie fulminant mit Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen begann und die sie auf der Suche nach dem Glück in einer unglücklichen Welt mit Und dann kam Mirna und Nach uns das All – Das innere Team kennt keine Pause begleitete, beendet sie scheinbar elegisch, mit einer polyphonen Sprecher*in, die auf das Leben zurückblickt. CUT. ACTION. Foto: Esra Rotthoff https://www.gorki.de/de/stream-und-sicher-ist-mit-mir-die-welt-verschwunden?fbclid=IwAR3BWpssP-ghxJjD6hDpzjl3Y03lbD78j_lIwXUDmssutdrFGKQVZxIpyAA#

31. Dezember: It´s only Rock`n`Roll, but we like it – Das The Hateraw`s Benefi TBA

(Andrea)

Das wird eine Sause nach meinem Geschmack (ich bin gespannt, ob, wo, wann und wie, also watch out for infos: https://www.facebook.com/events/177274630265248  

"It´s only Rock`n`Roll, but we like it – Das The Hateraw`s Benefiz Konzert für Frankfurter Musiker und Künstler". Es gibt keinen Grund, nicht dabei zu sein: Frankfurt was geht? Nicht viel ... und vor allem nicht viel für unsere Frankfurter Musiker und Künstler! Und darum versprechen wir euch jetzt: The Hateraw`s are coming back. Und das nicht nur mit der üblichen Gang: Two Face with One Voice James & David Ardinast Semifredo Rocco aka Oscar Canton an der Gitarre Le Franc Lottermann am Bass und zu unserer großen Ehre THE DOG Martin Kessler an den Drums, sondern mit noch vielen anderen großartigen Gastmusikern. Alle Einnahmen des Abends werden an Musiker und Künstler gespendet. Also, erwartet die Post-Corona-Zeit genauso ungeduldig wie wir es tun. Termin: Drei Wochen nachdem Parties für mehr als 300 Personen erlaubt sind. Denn Frankfurt is still standing

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Einen ganz besonders Abschluss für dieses Jahr schenkt Ihr Euren Lieben mit diesen Christmas Boxen voller hochwertiger Leckereien. Sie wurden mit Liebe & Sorgfalt produziert und verpackt. Ihr verschickt hier pure Wärme, Sinnlichkeit und Genuss. Wir vergessen für einen Moment dieses Jahr und lassen uns für einen Augenblick kulinarisch entführen.

https://www.thingsthatmakeyouhappy.de/weihnachtsgeschenke


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