Heute geht nix…

Ihr Lieben, ich habe mich entschieden, ich werde am Wochenende für einen Listenplatz bei der Frankfurter Kommunalwahl im März 2021 kandidieren, denn ich würde gerne Stadtverordnete werden. Da die Zusammenstellung der Liste bei uns Grünen etwas anders als bei den anderen Parteien läuft, muss ich eine Rede vor den Grünen Mitgliedern halten und danach von ihnen gewählt werden.
Normalerweise wäre es also gut, ich würde den heutigen Tag nutzen um meine Rede zu üben, aber erstens muss ich noch arbeiten und zweitens wartet Ihr ja auf die Ausgeh-, bzw. Daheimbleibtipps.
Ich bin meinem Mann Uwe unendlich dankbar, dass er nicht nur seit Wochen den kompletten Haushalt schmeißt, sondern heute auch die Beiträge von den anderen Autor*innen eingestellt hat, da ich nicht dazu kam. Und sowieso bin ich meinen Co-Autor*innen Andrea Ehrig, Petra Manahl, Uwe Schwöbel und Martin Grün super dankbar für ihre wertvollen Tipps. Ich glaube es ist für jeden von Euch etwas dabei!
So, jetzt muss ich aber los. Ich muss noch bei Nicola die Blumen fürs Wochenende bestellen
Apropos Nicola, bzw. apropos Blumenbar: am Dienstag eröffnet Nicola ihre alljährlich stattfindende Adventsausstellung. Es ist zwar noch ein Weilchen hin bis zum ersten Advent, aber da Nicolas Laden recht klein ist, startet sie schon etwas früher, damit man sich nicht drängeln muss. Glühwein und die leckeren Plätzchen ihrer Mutter gibt es dieses Jahr verständlicherweise leider nicht. Also seid so nett und tut Nicola und ihrem Team den Gefallen und kauft schon ab nächster Woche Euren Adventskranz oder Euren Weihnachtsbaumschmuck bei ihr ein.
Ich wünsche Euch eine super Woche.
Lebt wild und bleibt gesund!
Daniela
P.S: Vielen Dank an alle, die mir ihre Dienste im Bereich social media angeboten haben. Ich melde mich noch bei Euch.
Zur besseren Lesbarkeit empfehle ich die Ausgehtipps hier zu lesen.
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G E D R U C K T E S

(PETRA)
Kindheitsglitzern im Augenwinkel: „Herzfaden“ von Thomas Hettche, ein Roman um die Augsburger Puppenkiste. Er erzählt von einer Kindheit im Nazi-Deutschland, den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs, von Gründermut in den Nachkriegsjahren, Liebe zu den Marionetten, Kreativität und tollen Geschichten, die Generationen von Kindern fasziniert haben. Auch mich. Nach einer Folge im Fernsehen konnte ich meine Eltern tagelang mit der Nachahmung des sprachfehlersüßen Urmels nerven.
Hettche spinnt zwei Erzählfäden im Wechsel: Zunächst das Abenteuer eines Mädchens, das sich nach einer Vorstellung der Augsburger Puppenkiste auf dem stockfinsteren Dachboden des Theaters verliert. Dort begegnet es all den vertrauten Holzfiguren und (dem Geist) der Tochter des Gründers, Hatü genannt. Und erhält schnell eine märchenhafte Mission, um aus dieser Welt wieder herauszukommen.
Die zweite Erzählung geht zurück zu den Anfängen: damals, als der Vater, Schauspieler Walter Oehmichen, im Türrahmen zwischen Wohn- und Esszimmer ein Marionettentheater baute – und die Tochter begann, mit ihm die Marionetten für das erste Stück zu schnitzen. Diese beiden Stränge sind natürlich nicht Schwarzweiß (vielmehr in blauer und roter Schrift mit schlichten Illustrationen), sondern verweben sich immer stärker miteinander. Und nähern sich der Erfolgsgeschichte an, die bis in mein Erinnern reicht. Doch ebenso wie das Spiel der Marionetten unsere Wünsche, Ängste und Träume wiederspiegelt, so gelingt es dem Autor, viel mehr als bloß einen historischen Abriss des legendären Puppentheaters zu liefern. Vielmehr schwingen (Kriegs-)Verletzungen und Sehnsüchte der Figuren mit, die noch heute in vielen Familien und vielleicht auch in Teilen unserer Gesellschaft in Deutschland nachwirken.
Der Roman kommt aber leichtfüßig daher, im Gegenteil erinnert der Duktus des roten Erzählstrangs an eine Geschichte für Kinder, ohne kindisch zu sein. Irritiert halte ich kurz inne: Kindergeschichte? Blödsinn, sage ich zu mir selbst: Gibt es nicht nur gute oder schlechte Geschichten? Und diese verzaubert mich – und lässt mich sentimental-nachdenklich zurück.
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G E R O L L T E S - über meine Oma, Joe Jr., Bernie und den Rest

(Uwe)
Meine beiden Omas habe ich immer sehr geliebt. Eine von beiden, die Mutter meiner Mutter, wohnte in Goddelau mit uns unter einem Dach. Freitags, wenn mein Vater zum Kegeln ging, aßen wir immer zusammen zu Abend, mit frischer Fleischwurst vom großartigen Goddelauer Metzger Müller, danach schauten wir zusammen den Alten oder Derrick. Ende der 80iger Jahre verstarb sie im Alter von 81 Jahren. Sie mangelte mittags mit meiner Mutter Bettlaken, meldete sich wegen leichter Kopfschmerzen ab und starb einige Minuten später friedlich in ihrem Bett.
Heute würde man sagen, 81 ist doch kein Alter. Mit 81 Jahren heiratete der zwielichtige Formel1-Macher Bernie Ecclestone beispielsweise die Brasilianerin Fabiana Flosi (mit 90 wurde er noch einmal Vater). Mit 81 wird auch Joseph Robinette „Joe“ Biden, Jr. (wird nächste Woche 78) keine Bettlaken mangeln, sondern als US Präsident darüber entscheiden können, gegen wen Krieg geführt wird. 81 ist das neue 51 und 51 ist das neue 31 (nur so nebenbei, ich bin 51).
Die Alten werden - wohin man blickt - immer jünger, trotzdem ist bei der großen Mehrheit der Fußballer weiterhin spätestens mit 35 Schluss, dabei ist 35 doch das neue 25. Nicht beim Kicken, da kann man schon ab 32 Jahren offiziell bei den "Alten Herren" spielen. Seltsam ist das die Jungen gleichzeitig immer älter werden, so ist 17 das neue 23. Kicker wie Anssumane Fati vom FC Barcelona schießen vor Eintreten der Volljährigkeit Tore in Eliteligen und Länderspielen Tore. Dagegen werden Spieler ab 32 gerne als "Methusalem" bezeichnet und mit 34 in Ligen abgeschoben, die einer Seniorenresidenz gleichen, weil altersgerecht gekickt wird.
Der älteste Feldspieler, der in der Bundesliga zum Einsatz kam, war der Schalker Klaus Fichtel mit 43 (!) Jahren, es folgen die Bremer Claudio Pizzaro (41), Mirko Votava (40) und Manni Burgsmüller (40). Das sind aber Ausnahmen aus fast sechs Jahrzehnten Bundelsliga. Lothar Matthäus brachte das Kunststück fertig, mit 38 Jahren noch für die Nationalmannschaft zu spielen. Er war in jeglicher Hinsicht ein Ausnahmespieler, der noch heute, mit beinahe 60 spielen würde, wenn ihn ein Trainer aufstellen würde.
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G E H Ö R T E S: Gänsehaut und Patent Ochsner

(Uwe)
Der Herbst kommt in der Regel ja langsam und wunderschön. Im besten Fall herrscht im Oktober Indian Summer, eine Zeit in der die Indianer das gute Wetter zu dieser Jahreszeit für die Jagd nutzten und die Speicher für den Winter füllten. Spätestens im November ist bei den meisten die Herbsteuphorie schon wieder vorbei, wenn die Uhr umgestellt wurde und es deutlich früher dunkel wird, wenn das Laub kiloweise von den Bäumen fällt oder der Vater einen mit 51 Jahren immer noch warnend anruft, wann man endlich die Reifen wechseln wolle.
Das ist meine Zeit, der Herbst. Dann nervt keine Allergie und dann wirken die melancholischen Bücher und Filme, die ich so gerne lese und sehe noch viel besser und dann schlägt die Zeit für eine ganz besondere Musik. Zum Beispiel für die der Berner Band Patent Ochsner, um den charismatischen Sänger Büne Huber. Huber ist im wahrsten Sinne ein Künstler, er schreibt nicht nur wahnsinnig schöne und kluge Lieder über das Leben, er führt ein kurzweiliges Tagebuch über die Produktion eines neuen Albums und gestaltet als Maler alle Cover selbst. Er textet und singt in Bernerdeutsch, was am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, aber niemals störend ist und was die ganze Sache viel authentischer macht.
Die Musik und die Texte wärmen einem das Herz, in ihrem bekanntesten Song heißt es beispielsweise „D'w. nuss vo bümpliz Isch schön win es füür I dr nacht, Win e rose I'm schnee“. Meine Favoriten der Band sind Hotelsong, Föhn, Niemer im Nüt und Diener & Chnächt. Passend zur Musik haben sie auch einen Song veröffentlicht, der Novämber heißt, ein Monat, der laut einer Textzeile „Ds rüggemarch ussugt“.
Huber und seine Band sah ich erstmals Ende der 1990iger Jahre im damaligen Sinkkasten. Unstrittiger Höhepunkt des Konzerts war und ein All-Time-Top10-Erlebnis in meinem Leben als Musikfan ist, als der damals gefühlt zwei Meter große Sänger mit Dreadlocks und im Basketballtrikot von Dennis Rodman am Klavier sitzt und von einer singenden Säge begleitet, eins der schwermütigsten Liebeslieder aller Zeiten singt, Seemans Wärmuet (Villech chunnt zyt, chunnt rat& was schief louft, wird grad & plötzlech git eis & eis zwöi, Schön wär's, aber I gloub nümm dra, I ha meh schirr verschlage, Als I je gschirr ha gha).
Ohne die großen und kleinen Konzertsäle gäbe es solche Erlebnisse wie diesen Gänsehautmoment im heutigen Zoom nicht mehr. Oder die Momente, wenn ich in einem Club in Luzern stehe, lautstark Texte in schweizer Mundart mitsinge und die Schweizer neben mir mitleidig aber glücklich grinsen.
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G E S C H A U T E S: Ted Lasso

(Uwe)
Den US Amerikanischen Schauspieler und Komiker Jason Sudeikis hat man bereits in etlichen Filmen und Serien gesehen, mit einem bestimmten Film / einer Serie bringt man ihn spontan aber nicht in Verbindung. Das ändert sich nun, weil er das Gesicht der wunderbaren Serie Ted Lasso ist. Sudeikis hat die Rolle bereits 2013 für einen Werbesketch entwickelt. NBC hatte sich die Ausstrahlungsrechte der britischen Premier League gesichert und warb mit diesem Sketch dafür.
Sudeikis spielte darin einen American-Football-Coach, der Trainer der Tottenham Hotspurs in der englischen Premier League wird. Apple erkannte Potenzial für den eigenen Streamingkanal und beauftragte die erste Staffel der Fußball-Serie, die Sudeikis und weitere Mitstreiter, darunter der Schöpfer der erfolgreichen Sitcom "Scrubs", entwickelten.
Zur Handlung (aus Serienjunkies): "Der erfolgreiche amerikanische Footballtrainer Ted Lasso wird von der wohlhabenden Rebecca angeheuert um das englische Fußballteam AFC Richmond zu trainieren. Die Klubpräsidentin sah seinen Erfolg in Übersee und dachte sich, dass Teds seltene Gabe der Motivation theoretisch nicht nur im College Football, sondern auch im englischen Fußball funktioniert. Wobei wir später erfahren, dass ihre eigentlichen Beweggründe für diese Verpflichtung komplizierter sind..."
Die 1. Staffel der Serie ist großartig. Sie ist witzig, etwas abgedreht und warmherzig Die Rollen sind ohne Ausnahme glänzend besetzt, Sudeikis spielt in Ted Lasso als Ted Lasso die Rolle seines Lebens. Es überrascht nicht, dass Ted Lasso in eine zweite und dritte Runde geht.
Bild: Internetseite Apple+ TV
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Freitag 13. - Sonntag 15. November: Das (tatsächlich!) komplette Werk: TABLE TOP SHAKESPEARE

(Martin)
Folge 30 - 32. Zu Hause auf der Couch und leider nicht im Studio1 des Mousonturm.
Kritisch und intelligent, so werden die Performances von Forced Entertainment immer in der Presse gefeiert. Für ausgewählte Produktionen gab’s schon Einladungen zum Berliner Theatertreffen und den Ibsen-Preis. Immer steht die Sprache im Mittelpunkt und Forced Entertainment schafft es irgendwie, das eigentlich Nicht-Darstellbare mit sehr klugen und einfachen theatralischen Mitteln auf die Bühne zu bringen. Auch deswegen sind die Inszenierungen immer im hohen Maße lohnend und tatsächlich gewinnbringend.
„Größenwahnsinnig und bestechend: 30 Jahren und zahllose umjubelte, verteufelte und vielfach preisgekrönte Inszenierungen hat es gebraucht, bis das britische Theaterkollektiv Forced Entertainment nun den gesamten Shakespeare auf die Bühne bringt...
...Komödien, Tragödien, Historien - eiskalt zugespitzt, drastisch erzählt, todernst und sterbenskomisch. Handlung pur, in einfachstem Englisch. Ob Hamlet, Macbeth oder Romeo und Julia, alles in voller Besetzung, geschrumpft auf Tischformat mit Essigfläschchen, Rasierklinge, Pillendöschen.“
„Die Wochen des Lockdowns habe Forced Entertainment produktiv genutzt. Dabei entstand die Idee, sämtliche Dramen aus den eigenen Küchen heraus mit allem, was sich dort finden lässt, noch einmal als Online-Serie über neun Wochen hinweg aufzuführen.“ Wege des erneuten Lockdowns leider (aber doch super) vom eigenen Sofa aus anzusehen.
13.11. The Comedy of Errors: Terry O’Connor (21.00h, kostenloser Livestream) Auf den Titel ist Verlass – es wird verwirrend! Zwei Zwillingspaare stellen die Stadt Ephesus auf den Kopf.
14.11. Timon of Athens: Robin Arthur (21.00h, kostenloser Livestream) Man kann nicht ewig die Fuffies durch den Club schmeißen. Mit dem Geld gehen dem spendablen Timon auch rasch die Freunde aus.
15.11. The Tempest: Richard Lowdon (21.00h, kostenloser Livestream) “O brave new world / That has such people in’t!“
Livestream über den Forced Entertainment-Youtube-Channel, im Anschluss online bis 30. November verfügbar
Foto: Mousonturm
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Freitag 13. November: Oper Frankfurt zu Hause LIVESTREAM MIT ANNA DOWSLEY, JONATHAN ABERNETHY UND IN SUN SUH

(Martin)
Mit dem live gestreamten Liederabend von Anna Dowsley und Ensemblemitglied Jonathan Abernethy setzt die Oper Frankfurt ihre Konzertreihe mit Sänger-Paaren fort. Die beiden in Australien geborenen Sänger*innen lernten sich 2014 beim Young Artist Program an der Opera Australia in Sydney kennen, ihre jeweiligen Karrieren führten sie mittlerweile nach Europa: Während die Mezzosopranistin Anna Dowsley nach zahlreichen großen Partien an der Opera Australia in dieser Saison Engagements in Italien und Österreich antritt, überzeugte der Tenor Jonathan Abernethy seit der vergangenen Spielzeit gleich in mehreren Rollen an der Oper Frankfurt. In dem anstehenden Online-Konzert präsentieren die beiden Lieder, Duette und Arien u.a. von Schubert, Tschaikowski und Offenbach sowie die Schlussszene aus Massenets Oper Werther. Das Publikum darf auf einen energiegeladenen Auftritt dieses aufregenden Duos, begleitet von In Sun Suh am Klavier, gespannt sein!
Der Livestream ist am Freitag, 13. November, 19.30 Uhr (MEZ) auf YouTube sowie hier auf der Webseite der Oper Frankfurt zu sehen.
Zur Webseite geht’s hier: https://oper-frankfurt.de/de
Foto: (c) Oper Frankfurt
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Hamlet / Sandra Hüller Aufzeichnung aus dem Schauspielhaus Bochum 3sat-Mediathek

(Martin)
„Diesen Hamlet muss man gesehen haben! ...
Johan Simons inszeniert Shakespeares Melancholiker-Drama mit Sandra Hüller in der Rolle des Dänenprinzen. Damit ist dem Intendanten ein echter Coup gelungen.“
Das war die Überschrift in der Süddeutschen Zeitung.
Und weiter: „Wenn also Simons den Hamlet mit Sandra Hüller besetzt, dann ist das weniger eine politisch motivierte Pflichtübung als die Reverenz an eine herausragende Schauspielerin. Und Hüller, in Flanellhose und schlichtem schwarzen Pulli, macht ihre Sache großartig: Hamlets Brillanz, seine intellektuelle, wenn auch leider nicht tatkräftige Überlegenheit könnten nicht besser herausgearbeitet sein als in dieser Interpretation durch eine feinnervige, hoch motivierte Schauspielerin.
Hüller als Hamlet wirkt kühl-distanziert und emotional zugleich, sie ist ganz bei sich und kokettiert dann wieder mit dem Publikum, moduliert ihre Stimme, spielt den Geist des Vaters gleich mit und auch fast alle Rollen in der "Mausefalle". Sie räsoniert und schluchzt, schreit (selten) und flüstert. Diese Besetzung ist ein echter Coup, weil die Rolle, wie Shakespeare sie geschrieben hat, weniger eine maskuline Signatur trägt, als vielmehr die Summe aller menschlichen, geistigen Möglichkeiten in sich birgt.“
Spiegel online schreibt: "Dieser Hamlet ist so normal, so sensibel, so schwach und so beseelt von dem Wunsch nach Ehrlichkeit und Fairness wie kaum ein anderer Hamlet zuvor"
Die Inszenierung war eingeladen zum Theatertreffen 2020!
Jetzt zeigt 3sat die Inszenierung des Schauspielhaus Bochum. Besser nicht entgehen lassen: https://www.3sat.de/kultur/theater-und-tanz/starke-stuecke-hamlet-100.html
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HEART – 100 Artists. One Mission. Die UNO - Flüchtlingshilfe – Kunstlotterie Leben retten – Kunst gewinnen!ival (Kopie 2)

(Martin)
Wurde in den Ausgehtipps schon jemals zur Teilnahme an einer Lotterie aufgerufen?
Heute schon – denn das ist nicht irgendein Gewinnspiel, sondern eine Kunstlotterie für den guten Zweck! Einhundert Künstler*innen – darunter bekannte Namen wie u.a. Anselm Kiefer, Barbara Klemm, Tobias Rehberger, Markus Lüpertz – haben der UNO-Flüchtlingshilfe jeweils ein Kunstwerk zur Verfügung gestellt, welches man gewinnen kann, wenn man ein Los kauft!
„Gemeinsam mit 100 Künstlerinnen und Künstler setzt die UNO-Flüchtlingshilfe im Jahr 2020 ein starkes Zeichen für die weltweit über 70 Millionen Menschen auf der Flucht: mit einer Kunstlotterie ...
... Die UNO-Flüchtlingshilfe-Kunstlotterie ist eine Premiere: die erste, bundesweit durchgeführte Kunstlotterie für den guten Zweck. Möglich wird sie durch die 100 internationalen Maler*innen, Fotograf*innen, Video- Installations- und Konzeptkünstler*innen, die der UNO-Flüchtlingshilfe ihre Kunstwerke zur Verfügung gestellt haben. Auf diese Weise kann jede(r) Einzelne von uns Schutz schenken und Kunst gewinnen.“
2020 wird die UNO-Flüchtlingshilfe 40 Jahre alt. Sie schreibt: „Damit sind wir „in den besten Jahren“ – voller Energie und Engagement für die gemeinsame Sache. Wir finden es wunderbar, dass aus einem kleinen Verein, der sich für Menschen auf der Flucht einsetzt eine große Nicht-Regierungsorganisation geworden ist, die als der nationale Partner des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) in Deutschland aktiv ist.“
Ein Los kostet 40 € - nicht zögern! Kaufen, helfen und vielleicht gewinnen!
Alle weiteren Infos hier: https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/kunst/
Foto: (c) UNO-Flüchtilingshilfe
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Transit - ein Film von Christian Petzold (nach Anna Seghers)

(Martin)
„Auf der Flucht vor der Pariser Polizei fallen dem deutschen Emigranten Georg Seidler die Ausweispapiere eines toten Schriftstellers in die Hände. Er nimmt dessen Identität an und reist nach Marseille, wo er auf die Frau des Romanciers trifft, die verzweifelt auf ihren Mann wartet. Georg verliebt sich in sie, verschweigt ihr aber die Wahrheit und nutzt die gestohlene Identität, um ein Transitvisum nach Mexiko zu ergattern.
Mit seiner freien Adaption des berühmten Exilromans „Transit“ von Anna Seghers nimmt sich Regisseur Christian Petzold eines nach wie vor aktuellen Themas an. Die Romanvorlage spielt während des Zweiten Weltkriegs. Doch Petzold verlagert sie in die Gegenwart, ohne auf aktuelle Ereignisse einzugehen. Er will damit die Erinnerungen und Erfahrungen der Flüchtlinge von damals in die heutige Zeit übertragen und mit der aktuellen europäischen Migrationskrise verknüpfen.
Die Inszenierung spielt hintersinnig mit den Zeitebenen, da Dialoge und Handlung in den 1940er-Jahren angesiedelt bleiben, Kostüme und Schauplätze jedoch aus der Gegenwart stammen. Die Geschichte entwickelt so vielfältige Bezüge: Zu Seghers’ Text, zum filmischen Werk von Petzold, zur gegenwärtigen Situation in Europa in Zeiten der Flüchtlingskrise. Eine ebenso kluge wie dank guter Darsteller ergreifende Aktualisierung des historischen Stoffs.“
ARTE-Mediathek: https://www.arte.tv/de/videos/075743-000-A/transit/
Foto: Christian Schul
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Dienstag 17. - 28. November: Adventsausstellung in der Blumenbar
(Daniela)
Ein besonderes Jahr verlangt nach einer besonderen Adventsausstellung: keine Plätzchenteller, keinen Glühwein - auch nicht to go... Aber auf jeden Fall viele Adventskränze, Christbaumschmuck (richtig gutes Zeug), weihnachtliche Objekte, Kerzen, Kitsch und Krempel. Fast 2 Wochen lang zu unseren üblichen Öffnungszeiten. Am 23.11. sogar montags! Wir freuen uns auf Euch!
Blumenbar Eckenheimer Landstraße 74
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Dienstag 17. November: Philosophischer Salon

(Daniela)
Gast des neunten Salons ist Julian Nida-Rümelin. Als Philosoph, Kulturstaatsminister a.D. und Mitglied des Deutschen Ethikrats vereint er wie kaum ein Zweiter philosophische Theorie und gesellschaftliche Praxis in einer Person. Im Salon spricht Leon Joskowitz mit ihm über die Fragen: Was ist Philosophie? Was heißt es und warum ist es so wichtig einzusehen, dass Menschen von Gründen geleitet werden? Wieso muss die Philosophie „hinein ins Getümmel“, um ihrer selbst gerecht zu werden? Und wie hilft philosophisches Denken, um die gegenwärtigen gesellschaftlichen Veränderungen besser zu begreifen und neue Handlungsräume und -möglichkeiten aufzuzeigen? Ein Abend über den Wert und die Kraft des Denkens in unsicheren Zeiten.
Dienstag, 17.11.2020 um 20:00 Uhr im kostenlosen Livestream aus dem Ignatz Bubis-Gemeindezentrum
***Vom Sofa aus dabei sein***: Sie können sich remote am Gespräch beteiligen. Unter dem Videofenster besteht während der Veranstaltung die Möglichkeit Fragen zu stellen. Leon Joskowitz wird ausgewählte Fragen zum Ende des Gesprächs hin aufnehmen und mit Julian Nida-Rümelin diskutieren.
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Mittwoch 18. November: DAS PARLAMENT - Nach dem Ende der Versammlung II

(Daniela)
Wir ärgerlich, ich hatte mich so sehr auf diese Performance im Römer gefreut, aber Tim schreibt: "Da die Realität sich derzeit unserer Fiktion annähert wird die Performance nicht wie ursprünglich geplant als Führung durch den Römer stattfinden, sondern als Online Lecture, die zu den geplanten Aufführungszeiten unter www.mousonturm.de buchbar ist."
Ich bin auf jeden Fall dabei.
andpartnersincrime (Frankfurt/Berlin) - Online Lecture | Künstlerhaus Mousonturm
Premiere am 18.11. um 20 Uhr
2019 sympathisierte in Deutschland jeder fünfte Bürger mit einer Diktatur. Ein Großteil hielt parlamentarische Politik für eine theatrale Inszenierung und Politiker für Marionetten.
2020 standen dann die Parlamente und Theater plötzlich leer und die Menschen begannen auch jenseits der Bühne Masken zu tragen. Theater und Politik waren überall und nirgends.
Die Lecture Das Parlament blickt aus einer Zukunft, in der es keine repräsentative Politik mehr gibt, zurück auf die Parlamente als Ruinen einer vergangenen Zeit. Auf der Suche nach etwas, was es vielleicht nie gegeben hat, leitet sie ihr Publikum durch den Römer, das einst stolze Wahrzeichen der Stadt Frankfurt und den Sitz der Stadtverordnetenversammlung.
Was war repräsentative Demokratie, wie hat sie funktioniert und woran ist sie gescheitert? Fundstücke aus einer beinahe schon vergessenen Gegenwart setzen sich zusammen zu dem Museum einer möglichen Zukunft.
„Das Parlament“ ist Teil des Langzeitprojekts „Nach dem Ende der Versammlung“, in dem sich andpartnersincrime mit neuen Formen der Versammlung auseinandersetzen.
Weitere Vorstellungen am 19./20./21.11. um 20 Uhr / 22.11. um 18 Uhr
andpartnersincrime in Kooperation mit Künstlerhaus Mousonturm und Historisches Museum Frankfurt
Tickets und Streaming-Link unter: www.mousonturm.de
Künstlerische Leitung und Text: Eleonora Herder | Dramaturgie: Tim Schuster | Komposition und Sounddesign: Marc Behrens | Gestaltung und Bühnenbild: Anna Sukhova | Kostüm: Tanya Tverdokhlebova | Videoessay: Julia Novacek | Performerin und Sprecherin: Shahrzad Osterer | Live-Musik: N.N. | Regie- und Dramaturgieassistenz: Ceren Yildirim | Produktionsleitung: Anna Maria Bolender | Beratung: Julia Schade, Leon Züllig
Foto: (c) Julia Novacek
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Samstag, 14. November: Tanzen (mit Pflanzen)

(Petra)
Wenn keiner mehr mit mir tanzt, tanze ich mit Pflanzen. Aber von vorn: Die DANCE NIGHT als Finale des Tanzfestivals Rhein-Main gibt auch 2020 der kulturellen Vielfalt und tänzerischen Qualitäten der Region eine Bühne: Von Locking & House bis zum Tahitianischen Tanz, von Tango bis Inline Artistic oder Hula Hoop Dance. Veranstaltet wird die ultimative Tanzshow von dem Tanzkollektiv Muddy Boots. Ekaterine Giorgadze von Muddy Boots beschreibt wie sie auf die Idee des „plancings“ – des Tanzens mit Pflanzens kamen: „Tanzen macht glücklich, Pflanzen machen glücklich. Tanzende Pflanzen machen also noch glücklicher.“ Was beim Tanzen mit Pflanzen genau passiert, davon muss man sich überraschen lassen. So viel sei verraten: spätestens beim Happy Dance wird niemand mehr auf dem Sofa sitzen bleiben. DANCE NIGHT – Digitales Tanzen mit Pflanzen, plus Chat, Gäste: Eliza & CEM - Cipher dojo, Magdalena Dzeco, Ewelina, Rosalie Kresimon, Maria Kobzeva, Marcus Weis & Annina Schubert, Natasha Nagina, Tony Rizzi & Inma Rubio, Keiko Schmitt, Juan Urbina, durch das Programm führen Glücks-Choreograf Jason Jacobs, Pflanzen-Musiker Jacob Bussmann und Pflanzen-Regisseurin Nele Beinborn,
Ort: Live aus dem Mousonturm BAU, Adresse: tanztagrheinmain.de, Uhrzeit: 20 Uhr, Eintritt: frei, Hygienekonzept: stay at home
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24/7: Trinken ohne Tanzen

(Petra)
Für einen Zehner sind wir vor Corona in den Club. Geht gerade nicht. Solidarisch trinken für `nen Zehner hingegen schon.
Das wollten schon so viele, und zwar mit einem leckeren Weißwein zu Gunsten des Tanzhauses West, dass jetzt eine dritte Edition bei den Dealern de Vin herauskommt. Denn Ihr wisst ja: Auch der Frankfurter Kultclub auf dem Gelände der Milchsackfabrik, der schon seit über 17 Jahren die Herzen aller Techno- und House-Freunde höher schlagen lässt, hat zu Zeiten des Lockdowns keine Möglichkeit, das Clubgeschehen aufrecht zu erhalten - ebenso wenig wie die Kino-Events, Konzerte oder Flohmärkte, die im Tanzhaus ein Zuhause gefunden hatten. Nachgelegt wird mit dem Tanzhaus Wein Nummer Drei aus Rheinhessen: in der Cuvée von Jungwinzer Albrecht Engel treffen Müller-Thurgau, Silvaner und Weißburgunder zusammen und verbinden sich zu einem harmonisch-sanften und dennoch frischen Trinkerlebnis. Geschmacklich bedeutet das reife, gelbe Früchte wie Birne, Apfel und Melone. Dazu kommen eine feine Würze, etwas Kamille und ein feiner Schmelz im Abgang. Prost! Tanzhaus Wein N˚3, Preis pro Flasche 0,75l: 9,90 EURO, Bestellung unter: https://dealerdevin.com/products/tanzhaus-wein-no3?variant=32783723462703
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24/7: Kunst im Web

(Petra)
Weil ich schon beim Thema schräge Pflanzen-Kunst war, hier noch ein Tipp für alle, die so etwas mögen. Zu den Ausstellungen, die ich in diesem Jahr verpasst habe, zählt auch die erste institutionelle Einzelausstellung der amerikanisch-nigerianischen Künstlerin und Lyrikerin Precious Okoyomon „Earthseed“ im Zollamt, Museum Moderne Kunst, die bis Ende Oktober lief.
Sie beschäftigte sich mit der japanischen Kletterpflanze Kudzu, die 1876 in den USA eingeführt und in den Südstaaten zur Plage, nein: zur Waffe wurde. Kurz gesagt, mutierte sie zum monströsen, alles konsumierenden Etwas, was ihr den Beinamen „die Pflanze, die den Süden fraß“ einbrachte. Heute wird sie als Metapher für die Bedrohung durch invasive Arten verwendet und ihr Anbau ist unter Strafe gestellt. Kuzdu steht auch für den gewaltigen und weithin vergessenen Tribut, den das Ökosystem der Südstaaten für die Sklaverei zahlen musste. Die Geschichte der Pflanze ist in derselben Sprache geschrieben, die Menschen wie Natur zu Objekten macht und Ausschluss, Unterdrückung und Vereinzelung produziert. Wieder was gelernt. Die Künstlerin und Lyrikerin Precious Okoyomon hat den Ausstellungsraum zum Lebensraum für permanenten Wandel gemacht, in dem wesenhafte Subjekte eine neue Form finden. Hört und seht selbst: In der Lesung trug die Künstlerin in der von ihr imaginierten und umgesetzten Landschaft zusammen mit befreundeten Künstler_innen Gedichte vor.
Precious Okoyomon: Earthseed - Reading to Plants, Lesung der für die Ausstellung entstandenen Gedichte von Jesse Darling, Rindon Johnson und Precious Okoyomon, Ort: Museum Moderne Kunst, Zollamt, Adresse: https://www.mmk.art/de/whats-on/precious-okoyomon/
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Durchhalten und spenden!

(Andrea)
Eigentlich wären wir jetzt mitten in der Konzertsaison. Eigentlich. Aber die Clubs und Hallen sind zu, manche haben sich mit Sommergärten und kleineren Veranstaltungen über die letzten Wochen und Monate gehangelt, Hygienekonzepte ausgearbeitet, etc.pp. mit denen sich aber kaum kostendeckend arbeiten lässt. Noch immer ist Solidarität gefragt und während mit www.kulturzeiterin.de eine Initiative für Soloselbstständige Künstlerinnen und Künstler in Offenbach und Frankfurt gibt, brauchen auch die Ort nach wie vor Support. Ich hänge an Batschkapp und Nachtleben, keine Clubs haben mehr zu meiner musikalischen Sozialisation beigetragen und ich freue mich, wenn ich dort bald mal wieder den Kopf frei gerockt bekomme. Bis dahin heißt es durchhalten und vielleicht spendet ihr einfach für die Kapp, das Bett, den Hafen 2, geht in den Fimklubb, kauft Euch Tickets und tauscht sie nicht zurück, wenn die Show ausfällt usw. Wir müssen jetzt durch, durch diese Pandemie, die Füße still halten, aber nur so bekommen wir diesen lästigen Virus wieder los.
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Freitag, 20. November: Premiere von ‚Der Zauberberg’ – Livestream aus dem Deutschen Theater Berlin

(Martin)
Der Zauberberg nach Thomas Mann, Premiere im Deutschen Theater Berlin (Livestream) Regie Sebastian Hartmann
In Frankfurt waren von Sebastian Hartmann 2015 ‚Dämonen’ von Fjodor Dostojewski und 2016 ‚Der Revisor’ von Nikolai Gogol zu sehen. Beide Produktionen waren künstlerische Sternstunden im Repertoire!
Nun gibt’s Gelegenheit trotz des kulturellen Lockdowns bei einer Premiere einer Inszenierung von Sebastian Hartmann dabei sein zu können: zu Hause und live gestreamt aus dem Deutschen Theater Berlin.
Bei einer Premiere weiß man ja nie so genau, was einen erwartet – aber eben das macht ja auch den besonderen Reiz aus.
Das Deutsche Theater kündigt ‚Der Zauberberg’ von Thomas Mann folgendermaßen an:
"Was ist die Zeit?", unter diese Leitfrage stellt Sebastian Hartmann seine Adaption des Zauberbergs von Thomas Mann. "Ein Geheimnis," schreibt dieser, "wesenlos und allmächtig. Eine Bedingung der Erscheinungswelt, eine Bewegung, verkoppelt und vermengt dem Dasein der Körper im Raum und ihrer Bewegung. Wäre aber keine Zeit, wenn keine Bewegung wäre? Keine Bewegung, wenn keine Zeit? Ist die Zeit eine Funktion des Raumes? Oder umgekehrt? Oder sind beide identisch? Die Zeit ist identisch, sie hat verbale Beschaffenheit, sie ‚zeitigt’. Was zeitigt sie denn? Veränderung! Jetzt ist nicht Damals, Hier nicht Dort, denn zwischen beiden liegt Bewegung. Da aber die Bewegung, an der man die Zeit misst, kreisläufig ist, in sich selber beschlossen, so ist das eine Bewegung und Veränderung, die man fast ebensogut als Ruhe und Stillstand bezeichnen könnte; denn das Damals wiederholt sich beständig im Jetzt, das Dort im Hier. Da ferner eine endliche Zeit und ein begrenzter Raum auch mit der verzweifeltsten Anstrengung nicht vorgestellt werden können, so hat man sich entschlossen, Zeit und Raum als ewig und unendlich zu 'denken', in der Meinung offenbar, dies gelinge, wenn nicht recht gut, so doch etwas besser. Bedeutet aber nicht die Statuierung des Ewigen und Unendlichen die logisch-rechnerische Vernichtung alles Begrenzten und Endlichen, seine verhältnismäßige Reduzierung auf Null? Ist im Ewigen ein Nacheinander möglich, im Unendlichen ein Nebeneinander?"
Sebastian Hartmann gilt als ein Regisseur, der Stücke schon mal ‚neu erfindet’ – das kann spannend werden!
Premiere von ‚Der Zauberberg’ – Livestream aus dem Deutschen Theater Berlin am Freitag, 20. November um 19.30h.
Hier geht’s zum Link: https://www.deutschestheater.de/programm/a-z/der-zauberberg-hartmann/
Foto: (c) Deutsches Theater Berlin
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Donnerstag, 26. – Samstag, 28.November: Show me a good Time

(Martin)
Gob Squad und Show me a good Time haben in Frankfurt den BAU im Mousonturm eröffnet. Wer kein Logenticket bekommen hat, der hat nun Gelegenheit, denn das Hebbel am Ufer (HAU) Berlin streamt drei Vorstellungen dieses sehenswerten Events!
„Das Jetzt ist alles, was uns bleibt. In diesem Moment des Innehaltens hängt die Gegenwart fest und die Zukunft scheint ungewisser denn je.
Im vergangenen Juni, zur Zeit des kulturellen Lockdowns, als in Berlin die Theaterhäuser geschlossen waren, zeigte das HAU Gob Squads “Show Me A Good Time” als ambitionierte 12-stündige Livestream-Performance. Von der leeren Bühne des HAU1 versuchte ein:e einzelne:r Performer:in, Zuschauer:innen an den Bildschirmen überall auf der Welt zu erreichen, während die anderen die Straßen von Berlin und Sheffield erkundeten oder intime Situationen aus ihrem Zuhause teilten.
Die Welt verändert sich in rasantem Tempo und es gibt kein Zurück mehr. Was wird bleiben und was muss sich ändern, während die Zeit erbarmungslos voranschreitet? Wie können wir aus unserer Isolation heraustreten und die Komfortzone unserer sozialen Blasen verlassen, in die wir uns eingehüllt haben? Wie können wir uns wieder verbinden und mit Fremden Kontakt aufnehmen? Und wo lässt sich in dieser neuen Normalität je wieder eine gute Zeit finden? Auf einer Bühne, auf der Straße oder zu Hause auf dem Sofa?
Nun, zum zweiten kulturellen Lockdown im November, scheint es der perfekte Moment, um “Show Me A Good Time” erneut als Livestream auf HAU4 zu zeigen, dieses Mal in eine Serie aus dreistündigen Episoden transformiert. Als zeitreisende Forscher:innen versuchen Gob Squad erneut die Schichten einer uns fremdgewordenen Wirklichkeit freizulegen, um herauszufinden wie wir weitermachen können. Begleiten Sie sie online auf ihrer Reise durch die Zeit!“
Streaming-Tickets gibt’s hier:
https://hebbel-am-ufer-tickets.reservix.de/p/reservix/event/1627967?_locale=de
Donnerstag, 26.11. um 18.00h. Freitag, 27.11. um 21.00h und Samstag, 28.11. um 15.00h.
Foto: (c) Hebbel am Ufer (HAU) Berlin
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Freitag, 20. November: Extreme Love im Wohnzimmer am Ende der Welt

(Andrea)
"TO PLAY OR NOT TO BE. Sehr geehrte Damen und Herren, ab dem 16. November wird es einen Anschlag des Theater Willy Praml geben – an allen Frankfurter Litfaßsäulen. Wir können nicht spielen, aber plakatieren. Wir würden uns freuen, wenn Sie über unsere Litfaßsäulen-Aktion berichten würden. Schauen Sie auch auf unsere Website: http://theaterwillypraml.de/litfasssaeulen-aktion/ "
Schade, dass es das KÖNIG-LUDWIG-TICKET nie geben wird. Aber die post-ökologische Performance mit elektronischer Musik in und auf Studio Naxos wird es geben, im Stream: "Während die Theater schließen und sich alle zurückziehen, haben auch wir die Bühne verlassen und bereiten unser weiteres Verschwinden zu Hause vor. Im Wohnzimmer irgendwo zwischen Raumpflege und Topfpflanzen passiert etwas. Unzählige Partikel stellen Verbindungen zwischen uns und der Welt her, die eine Art der Vernetzung spürbar machen, von der wir uns nicht zurückziehen können. Fern von Posts, Likes und den digitalen Kontaktmöglichkeiten der Menschen stoßen wir auf eine die Welt umspannende Beziehungsform, die auf einer seit Jahrmillionen dauernden Vertrautheit zwischen den unterschiedlichsten Lebensformen aufbaut. Mikrobakterielle Strukturen sind längst dabei, das Innen und Außen aufzulösen.Trotz aller gegenwärtigen Bedrohungen lädt „Extreme Love im Wohnzimmer am Ende der Welt“ dazu ein, eine Intimität mit unbelebten und belebten Mikrobewohner*innen und Mikroerbauer*innen einer fremden und doch so vertrauten globalen Welt zu erfahren, die sich jeder Grenzziehung und Beherrschungslogik widersetzt. Schicht für Schicht untersuchen wir gemeinsam das Verhältnis von uns, unseren Ichs zu der Welt mit, in und durch die wir leben. Das Experiment ist dabei gleichermaßen ein Versuch, zu verstehen und Verantwortung abzugeben."(...)" Die Video-Performance, eine Inside-Out-Variante der Live-Performance, sucht eine Liebesbeziehung mit der Welt im Ganzen: Wenn unser Inneres die Außenwelt ist, die immerzu in uns und durch uns durch geht, entstehen Mischwesen, die uns zu einem anderen Zusammenleben mit ihnen herausfordern. Welche neuen Formen der Liebe können aus diesem Selbstverständnis entstehen, während wir uns im „Wohnzimmer am Ende der Welt“ vorbereiten, auf Zeiten, die noch keiner kennt und die dennoch kommen werden?" Der Link zur Veranstaltung wird rechtzeitig hier veröffentlicht. Beginn 20.15 Uhr
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