20.03.2020
SOLO-SELBSTÄNDIGE UNTERSTÜTZEN!


Machen wir es kurz: das Redaktionsteam der Ausgehtipps sitzt auch im Homeoffice. Eine sogar auf Lesbos...
Alle haben sich aber echt viel Mühe gegeben und Euch, wie ich finde, ein vielseitiges, digitales Kulturprogramm für zu Hause zusammengestellt. Filmtipps, Literaturtipps, Serientipps, online Vernissagen, Theater im Streaming......
Vielen Dank an Petra, Martin, Andrea und Uwe!

Viele Kultureinrichtungen bieten ja bereits digitale Angebote an. Sogar bei der TG Bornheim gibt es jetzt Sportkurse im Livestreaming. Das habe ich zur Kenntnis genommen. Aktiv mitmachen werde ich nicht, denn: ich habe, wie immer, keine Zeit.

Seit letzter Woche, als ich Euch hier schon gebeten hatte Eure Clubs & Theater etc. zu unterstützen, in dem ihr Gutscheine kauft, spendet und/oder zumindest auf die Geldrückgabe bereits gekaufter Tickets verzichtet, versuche ich mit ein paar Freund*innen eine Plattform zur Unterstützung von Kulturschaffenden auf die Beine zu stellen. Ich hoffe wir bekommen das hin. Heute Nachmittag ist wieder eine Telefonkonferenz. Ich halte Euch auf dem Laufenden.

Abgesehen von den Kulturschaffenden tun mir natürlich auch die ganzen kleinen Läden unglaublich leid. Ich kenne so viele Ladenbesitzer*innen, die Solo-Selbstständig sind und um ihre Existenz bangen. Weiter unten findet ihr daher einen Link unter dem ihr ganz viele Frankfurter Geschäfte findet. Bitte kauft da ein!
Online-Shopping war schon immer scheiße, aber jetzt müsst ihr bitte auf jeden Fall bei den kleinen Läden einkaufen. Kauft nicht bei Amazon, Zalando oder Rewe online. Auch die kleinen Gemüsehändler*innen an der Ecke brauchen Eure Umsätze! Stellt Euch mal vor, die sind alle in sechs Wochen nicht mehr da... wie trostlos dann Frankfurt sein wird.

Ich kann hier in den Ausgehtipps nicht alle Geschäfte bewerben, aber eine Freundin liegt mir sehr am Herzen: Steffi Pesin, die Hotelbesitzerin vom Hotel Nizza. Wir kennen uns noch aus Maxims Zeiten, also seit 30 Jahren. Sie ist großartig und sie hat sich erst letztes Jahr mit dem Hotel selbstständig gemacht. Erst vor 14 Tagen durften wir den Kick-Off von Lotte Specht e.V. bei ihr feiern (da gab es den Blumenstrauß - von der Blumenbar - bei der Blumenbar kann man telefonisch Blumen bestellen!) und nächste Woche sollte mal wieder ein Barabend bei ihr stattfinden, auf den sich immer viel von uns freuen.

Aktuell hat sie jedoch gar keine Gäste mehr, denn die meisten Gäste des Hotels kommen aus der Kulturszene, die es ja aktuell nicht gibt. Das Hotel ist daher zu.

Man kann aber bei ihr Gutscheine kaufen für Hotelübernachtungen oder für ihr sensationelles Frühstück. (EZ/DU/WC 83.-Euro, DZ/DU/WC 103.-Euro oder Frühstück 13.-Euro)

Steffi schrieb die Tage: "Liebe Freunde des Nizza, wie ihr sicher mitbekommen habt, musste ich den Hotelbetrieb bis auf Weiteres einstellen. No guest no Hotelbetrieb.
Ich arbeite intensiv an alternativen Überlebensstrategien und bin für jede Idee dankbar. Ich bin auch jederzeit ansprechbar für alle, denen ich irgendwie helfen kann. Vielen herzlichen Dank all denen, die so zahlreich tröstende Worte an mich gerichtet haben und denjenigen, die Hotelgutscheine erworben haben.
Ich könnte heulen…vor Angst, vor Rührung…vor allem. Bitte bleibt gesund und wappnet euch für den Tag danach, wo endlich wieder die Normalität zurückkommt und wir gesellig HIPHIPHURRAAAAA schreien. Eure Nizza Steffi."
Schreibt sie einfach an: info@hotelnizza.de

So, jetzt muss ich los. Ich radel durch die Stadt, das pustet den Kopf frei!

#stateacasa (bleibt zu Hause!)

Daniela

Zur besseren Lesbarkeit empfehle ich die Ausgehtipps auf der Webseite zu lesen.

Vielen Dank an meine Co-Autor*innen: Petra Manahl, Andrea Ehrig, Martin Grün und Uwe Schwöbel.

FREUND*IN WERDEN. SO GEHT'S:

Wir schreiben die Ausgehtips schon seit 14 Jahren... ohne lästige Werbung, total subjektiv. Wenn Du die Ausgehtipps magst und uns unterstützen möchtest, dann freuen wir uns über Deine Unterstützung. (Von dem Geld zahlen wir die Servergebühren und gehen einmal im Jahr zu viert zusammen essen :-))

Bitte überweise Deinen Solibetrag gerne auf folgendes Konto:
IBAN: DE83 4306 0967 6045 5154 00
(Richtwert: in der Regel zahlen Freund*innen 1,50 pro Monat = 18,- € pro Jahr).
Wenn Du eine Rechnung benötigst, dann schicke bitte eine Mail an: ausgehtipps(at)cappelluti.net

G E R O L L T E S - über die Pause

(Uwe)

 

Im Augenblick steht der Fußball in Deutschland still. Von der Kreisliga bis in die höchste Klasse wird weder gespielt noch trainiert. Das hatten die Fußballverbände so entschieden, nun haben die Regierungen nachgezogen und auch die Freizeitkickerei endgültig verboten.

Das Stilllegen des Spielbetriebs betrifft alle Vereine, jeden für sich unterschiedlich intensiv, insbesondere finanziell. Da kann man den ruhmreichen TSV 1899 Goddelau aus der Kreisliga A Groß-Gerau nicht wirklich mit dem Regionalligisten FSV Frankfurt oder Bundesligisten Eintracht Frankfurt vergleichen. Uns Goddelauern tut die Ruhepause natürlich auch weh, aber eher gesellschaftlich als wirtschaftlich: Wir zahlen keine Gehälter, also müssen wir nicht so sehr auf den laufenden Cash Flow achten. Wir werden einige hundert Hacksteaks von der Metzgerei Müller und diverse Kisten Bier weniger verkaufen. Das ist natürlich doof, dafür regeneriert sich aber unser Platz.

Deutlich härter trifft es da den FSV. Wahrscheinlich sind Vereine aus der Regionalliga und 3. Liga von der Krise sowieso am stärksten betroffen. Die Zuschauereinnahmen sind bei diesen Clubs die mit Abstand wichtigste Einnahmequelle, weil Fernsehgelder auch in guten Zeiten nicht in Strömen fließen und zusammen mit Beträgen aus Sponsoring bei weitem nicht ausreichen, um die Verwaltung und die angestellten Lizenzspieler und Übungsleiter zu bezahlen. Oft haben 3. Ligaclubs und Regionalligavereine in den letzten Jahren schon Insolvenzen durchgestanden oder standen schon häufiger kurz davor. Auch der OFC ist ein solcher Verein und der macht in den Sozialen Netzwerken gerade von sich reden: Er verkauft „Tickets für Geisterspiele“. Schnell waren 1.000 Tickets verkauft und der Verkauf geht weiter. Es gibt Geistertickets für 5, 10 und 19,01 EUR (1901 wurde Kickers Offenbach gegründet) und ein VIP Ticket über 190,10 EUR. Super Idee! 

Auch bei der Eintracht bleiben die Bälle im Schrank liegen. Fit müssen sie trotzdem bleiben, die Edelkicker und darauf hoffen, dass es irgendwann mit der Saison weitergeht. Die Gesellschaft hat derzeit weitaus größere Probleme als Entscheidungen über Meisterschaft, Auf- und Abstieg. Dies verstehen die meisten Spieler und Vereinsverantwortlichen. Wie in allen Lebenslangen aber eben nicht alle.

Die Europameisterschaft 2020 wurde auf das kommende Jahr verschoben. Ich habe mich bereits vor der Krise gefragt, ob man die 12 Länder aufgeteilte Kontinentalmeisterschaft überhaupt braucht. Vielleicht führt aber gerade ein solches Turnier die Länder nach dieser Krise wieder zusammen. Hoffen wir es.

G E D R U C K T E S

(Petra)

Manche hamstern Klopapier – ich horte Bücher (chronisch, aber jetzt habe ich vor den Ladenschließungen gleich einen ganzen Stapel ergattert). Zuerst aber habe ich einen alten Schatz aus dem Bücherregal gezogen: Dietrich Dörner: „Die Logik des Misslingens“. Nein: bitte nicht stirnrunzelnd abwenden, es geht nicht um die Apokalypse. Vielmehr um unser weit verbreitetes Unvermögen, komplexe Situationen oder Zahlen richtig einordnen und entsprechend handeln zu können. So zeigt Dörner auf, wie es zum Supergau in Tschernobyl kommen konnte, weil die Verantwortlichen im Kraftwerk mehrere falsche Entscheidungen getroffen hätten. Tragischerweise zustands- und nicht prozessorientiert. Die vielen vernetzten Variablen haben sie dabei nicht überblickt.

Die legendäre Anekdote über den König, und den Erfinder des Schachspiels, der sich als Belohnung ein Reiskorn fürs erste Feld, zwei fürs Zweite, vier fürs Dritte, acht fürs vierte, etc. wünscht, kennt Ihr bestimmt. Der König sagt zu und meint, billig davon zu kommen. Stattdessen kann er die unvorstellbare Menge Reis nicht liefern. Ein anderes Beispiel, das mich sehr überzeugt hat, ist die - öffentliche - Wahrnehmung der Entwicklung von AIDS-Erkrankungen in Deutschland Ende der Achtziger des 20. Jahrhunderts. Sie macht deutlich: Zuwachsraten punktuell zu betrachten, führt leicht in die Irre.

Komplexität, Intransparenz, Dynamik, Vernetztheit und Unvollständigkeit (oder Falschheit) von Kenntnissen sind die Faktoren, die zu unserer Überforderung führen können. Aber nicht in diesem Buch, dass sich leicht, sehr spannend und gut verständlich liest. Und vielleicht in der jetzigen Situation hilft zu verstehen – und besser zu entscheiden. Für sich und für andere. In diesem Sinn: Bleibt gesund.

Ab Freitag 20. März: GO DIGITAL / Theater Alte Brücke

(Martin)

Die meisten – um nicht zu sagen fast alle – Frankfurter Theater stehen ja in Hibbdebach – aber in Dribbdebach, da gibt’s das ‚Theater Alte Brücke’, das sich in den Corona-Zeiten was dolles hat einfallen lassen:„***UPDATE 20.03.2020 - TAB-STREAMING-PROGRAMM STARTET***So, Freunde, heute Abend ist es soweit und wir bringen euch für fast zwei Wochen jeden Tag ein Stückchen Kultur Live ins Haus.Von Theaterstücken über Lesungen, englischem Theater, Kabarett, Musik und Märchen ist es ein bunter Strauß geworden, den ich jetzt aus dem Sack lassen kann. Drückt die Daumen, dass uns die Technik nicht im Stich lässt und spendet weiterhin für den Erhalt des Theaters! (Das könnt ihr jetzt ganz einfach unter https://betterplace.me/theateraltebruecke tun!)

So, jetzt aber das heißerwartete Programm:
20.03., 19:30H - JESUS SPRANG VOR DIE U-BAHN Theaterstück von Stephen Adly Guirgis
21.03., 19:30H - STANISLAV ROSENBERG „KEIN WIENER BLUT“ Lieder & Geschichten von tiefsinniger Freunde bis heiterster Nachdenklichkeit
22.03., 17:00H - WIRD NOCH BEKANNTGEGEBEN - Wir arbeiten noch mit Hochdruck daran (TBA)
23.03., 19:30H - THOROUGHLY STUPID THINGS (ACT 1) A hilarious sequel to „The importance of being Earnest“ by Montserrat Mendez & Matthew Steckler
24.03., 19:30H - THOROUGHLY STUPID THINGS (ACT 2)
25.03., 19:30H - THOROUGHLY STUPID THINGS (ACT 3 & FINALE)
26.03., 19:30H - TALES FROM THE BRIDGE The „Truth Be Told“-Team presents... the best short stories in the world (tribute)"

Das weitere Programm steht schon fest, wir veröffentlichen es nächste Woche hier in den Tipps, wer vorher nachschauen mag, kann das auf der Homepage oder bei facebook gern tun.
Livestream unter: https://www.facebook.com/theateraltebruecke
Spenden/Donations:
https://www.betterplace.me/theateraltebrueck

Freitag, 20. März - Donnerstag, 26. März: GO DIGITAL / Bayrische Staatsoper München

(Martin)

Als ich im Februar die Kritiken gelesen habe, dachte ich, da musst du hin in den Osterferien!

Jetzt ist vollkommen unklar, wie die nächste Zeit aussieht, aber eines ist möglich: sich ‚Judith’ von Béla Bartók in der Inszenierung von Katie Mitchell zu Hause anzuschauen!

„Vom Märchen zum Psychokrimi

Ein Serienmörder als Märchenfigur: Der Stoff ist verstörend. In seiner einzigen Oper erzählt Béla Bartók die Geschichte von Herzog Blaubart, dessen frühere Frauen rätselhafterweise verschwunden sind. Regisseurin Katie Mitchell deutet die Geschichte als feministischen Psychokrimi. Und erzählt in einem Film die Vorgeschichte der Opernhandlung, begleitet von Bartóks berühmtem Konzert für Orchester. Mit Nina Stemme als Judith und Oksana Lyniv als Dirigentin sind zwei weitere große Künstlerinnen am Start, den Blaubart singt John Lundgren. (...)

Eine drastische Story. Béla Bartók hat daraus etwas völlig anderes gemacht: ein Beziehungsdrama voller Symbole und Doppeldeutigkeiten. Bei Bartók ist Blaubart ein grausamer, aber verletzlicher Mann. Die früheren Frauen leben – eingesperrt in der düsteren, verschlossenen Burg, die für Blaubarts Seele steht. Die Geschichte wird ins Psychologische verschoben: Hinter der Grausamkeit verbirgt sich männliche Beziehungsunfähigkeit. (...)

Doch die meisterhafte Personenregie hält zugleich alles in der Schwebe. John Lundgren zeigt den Blaubart als einen zugleich brutalen und peniblen, von Angst und Kontrollwahn beherrschten Perversen. Die beiden belauern sich, lassen sich ein auf ein raffiniertes Spiel von Täuschung und Verführung, das bis zum letzten Moment spannend bleibt. So gelingt es Regisseurin Katie Mitchell, Bartóks Symbolismus mit den feministisch umgedeuteten Krimi-Versatzstücken zu kombinieren. Und das bleibt spannend bis zum finalen Showdown – dessen Ende nur Spielverderber verraten würden. (...) Unbedingt hörens- und sehenswert.“ (BR-Klassik).

Zu sehen auf der Homepage der Bayrischen Staatsoper München als Videoaufzeichnung bis Donnerstag, 26.03. um 11.59h: https://operlive.de/judith/

Foto (c): Wilfried Hoesl/Bayrische Staatsoper

Samstag, 21. März: GO DIGITAL / Rimini Protokoll

(Martin)

Im Oktober habe ich euch wegen eben dieser Inszenierung empfohlen, unbedingt in den Mousonturm zu gehen!

Uncanny Vally von Rimini Protokoll hieß das Gastspiel der Münchner Kammerspiele – parallel war im Bockenheimer Depot damals als Wiederaufnahme ‚Chinchilla Arschloch, waswas’ – ebenfalls von Rimini Protokoll - zu sehen; große Ehre und Auszeichnung,  ‚Chinchilla...“ wurde zum Theatertreffen nach Berlin eingeladen, aber das fällt im Mai leider auch aus und ist abgesagt.

Aber: Uncanny Valley von Rimini Protokoll gibt’s jetzt erneut zu sehen, nämlich als ‚Video on demand’ von/aus den Münchner Kammerspielen!

‚Wir kennen Roboter vor allem als Arbeitsmaschinen, als effiziente und präzise Vollstrecker. In der deutschen Industrie sehen sie Menschen kaum ähnlich, um emotionale Verstrickungen auszuschließen. In Asien hingegen werden schon langer humanoide Roboter entwickelt, etwa für die Alterspflege oder als Sexpartner. Die äußerliche Ähnlichkeit zu Menschen soll hier die Akzeptanz der Maschine erleichtern, weckt aber auch Misstrauen: Was ist Mensch, was Maschine? Diese unheimliche Ähnlichkeit nennen japanische Roboterforscher „Uncanny Valley“. Für Stefan Kaegis „Unheimliches Tal“ wurde vom Schriftsteller und Stückeschreiber Thomas Melle ein animatronisches Double erstellt. Dieser Humanoide sitzt anstelle des Autors auf der Bühne und wirft Fragen auf: Stehen Kopie und Original in einem Konkurrenzverhältnis oder helfen sie sich gegenseitig? Kommt das Original sich selbst durch sein Double näher? Wer spricht und was ist sein Programm?’

Auf nachtkritik.de war anlässlich der Premiere zu lesen: „Man erfährt viel an diesem kurzen Abend: (...)  Doch es sind nicht seine akribisch recherchierten und klug collagierten Details, die dieses Theatererlebnis so besonders machen. Sondern dass sie alle zutiefst theatralen Fragen umkreisen wie: Was ist der Mensch? Wer spricht zu wem und zu welchem Zweck? Angesichts einer sich sensibel und poetisch gebenden animatronischen Figur schlägt das Nachdenken über diese Fragen lustige Kapriolen und kommt länger nicht zur Ruhe.“

Und die Süddeutsche Zeitung schrieb; „Und das ist wohl die wichtigste Frage des Abends: Sind die Fehler das, was Mensch und Maschine unterscheiden? Wenn ja, wer macht eigentlich die blöderen Fehler? Der Mensch, wenn er nicht funktioniert? Oder die Maschine, wenn sie nicht zurücklächelt? "Uncanny Valley" ist eine fast liebevolle Betrachtung von beidem: von den Wundern der Technik und vom Menschen. Und davon, dass die Existenz des einen die des anderen nicht negiert.“

Hier die gesamte Kritik: https://www.sueddeutsche.de/muenchen/kammerspiele-uncanny-vally-1.4157911

Uncanny Valley von Rimini Protokoll als Video on demand (24 Stunden lang).
Samstag, 21.03. unter: https://www.muenchner-kammerspiele.de

Foto (c): Rimini Protokoll/Kammerspiele München

GO DIGITAL / Konzerte

(Uwe)

Nicht nur die Fußballstadien bleiben einige Zeit leer, auch die Konzertsäle und Clubs. Künstler*innen wie die Megaseller Taylor Swift trifft das sicher weniger hart, einen normalsterblichen Frankfurter Musiker und Veranstalter dagegen empfindlich und existenzbedrohend. Die Anschläge vor bekannten Locations wie Brotfabrik, Ponyhof, LOTTE, Zoom, Nachtleben, Batschkapp, Mousonturm, Horst, Jahrhunderthalle, Cave, Bett, Festhalle etc. hängen erst einmal nackt da und weisen leider nicht auf aktuell anstehende Konzerte hin.

Die Künstler sitzen daher zuhause und haben ihre Koffer ausgepackt. Am Sonntag werden Musiker in Deutschland aus dem offenen Fenster heraus musizieren. Ich bin sehr gespannt darauf. Haben wir in unserer Nachbarschaft Musiker, die sich an der Aktion beteiligen? Da wäre es mir echt egal, ob sie Laien oder Profis sind. Daniela findet, dass ich ganz furchtbar singe (womit sie übrigens Recht hat), daher bleibe ich ruhig.

Die Profis nutzen zunehmend das World Wide Web inklusive der Sozialen Medien, um aufgezeichnete Konzerte oder einzelne Songs ins Netz zu stellen. Manche spielen ganze Livekonzerte, solo oder (sofern das noch möglich ist) mit ausgewählter Begleitung. Sie sind sehr kreativ, dafür haben wir sie aber ja auch schon vor der Krise geliebt. Ich rate jedem, die Facebook- oder Internetseiten der Bands und Künstler zu besuchen. Und die lokalen Künstler und Veranstalter darüber hinaus zu unterstützen, weil Videos und Livestreams im Netz schauen in der Regel kostenlos ist und Künstler und Veranstaltern davon nicht leben können.

Von meinem Lieblingskünstler Stephan Eicher habe ich Aufzeichnungen von Konzerten in Luzern und bei Haldern Pop geschaut. Wie habe ich mich darüber gefreut, noch mehr freue ich mich aber auf einen Besuch bei einem seiner richtigen Konzerte. Liveshows werden von vielen Künstlern auf Spätsommer oder Herbst verlegt. Bis dahin teile ich Musik mit Freund*innen. Neulich schickte mir Alex Pano beispielsweise einen Link zu Spotify und meinte "das gefällt Dir bestimmt". Seitdem höre ich quasi nur noch die schottische Band WREST.

GO DIGITAL / FILME

(Uwe)

Ich habe mit meinen Eltern schon als Kind viele Filme geschaut. Wir waren auch viel an der frischen Luft, ich komme also nicht aus einer reinen Fernsehfamilie. Mein Vater (gerade sitzen wir leider nicht so zusammen) hat mich frühzeitig mit seiner Leidenschaft für Filme, insbesondere für Western begeistert. Besonders erinnere ich mich an LITTLE BIG MAN, ES GESCHAH AM HELLICHTEN TAG, MANCHE MÖGENS HEISS und VOM BRAVEN SOLDAT SCHWEJK. DER WEISSE HAI sollte mein erster Kinofilm sein, wir scheiterten aber an der Kinokasse, weil ich damals erst ungefähr acht Jahre alt war und der Weisse Hai eben kein Nemo ist.

Im genannten SCHWEJK zieht die Titelfigur in den Krieg und verabredet sich mit einem Stammtischbruder für „nach dem Krieg um sechs“. Was für eine schöne Verabredung. Für meine geliebte Freitagsrunde im Braustil gilt in der heutigen Zeit „nach Corona um sechs“. Bis dahin sind wir weitestgehend an das heimische Umfeld gebunden. Was in der freien Zeit bleibt sind Unterhaltungen, Hausarbeit, Balkon aufwerten, Zimmer streichen, aufräumen, ... , Bücher lesen oder Filme und Serien schauen. Solange die Kinos geschlossen sind, kann man sich ja bei Streamingdiensten bedienen, das ist aber nicht so meine Sache. Oder bei geliebten lokalen Büchereien Filme bestellen und liefern lassen oder verstaubte DVDs aus dem Regal nehmen beziehungsweise vom Speicher holen.

Ich werde hier ausgewählte Filme und Serien vorstellen. Alle sind etwas älter und Superheldenfilme werden definitiv nicht dabei sein. Eigentlich wollte ich mit meinen Lieblingsfilmen VERGISS MEIN NICHT und ABSOLUTE GIGANTEN starten, aber die sind teilweise etwas schwermütig Also geht es los mit Komödien:  

DIE UNGLAUBLICHE ENTFÜHRUNG DER VERRÜCKTEN MRS. STONE: Danny de Vito spielt Sam Stone und der will seine verhasste Ehefrau Barbara töten, um an das Geld ihres Vaters zu kommen. Bevor ihm das gelingt, wird Barbara von einem etwas unbeholfenen Kidnapper-Pärchen entführt. Die sind schnell überfordert, weil Sam sich strikt weigert, das geforderte Lösegeld (erst 500.000 Dollar, später deutlich weniger) zu zahlen unddie entführte Gattin (gespielt von Bette Midler) wahnsinnig exzentrisch ist. Im positiven Sinne wirr wird die Handlung, wenn Sams Geliebte und deren Freund versuchen, Stone zu erpressen und sich Barbara mit den Entführern befeundet …. Der Film ist von Zucker – Abrahams – Zucker, die auch den Komödienklassiker DIE UNGLAUBLICHE REISE IN EINEM VERRÜCKTEN FLUGZEUG erschufen.

SEINFELD: Die von Larry David und Jerry Seinfeld geschaffene Sitcom über einen Stand-up-Komiker ist einzigartig und witziger als alle Sitcoms vor und nach ihr. In insgesamt 180 Folgen wird aus dem Leben von der halbfiktiven Figur Jerry Seinfeld, seiner Freundin Elaine, dem neurotischen Freund aus Kindertagen, George, und dem nervigen Nachbarn Kramer erzählt. In Folgen wie „Suppen-Nazi“, „Neon-Huhn“, „Wettstreit“ oder „im chinesischen Restaurant“ geht es quasi um alles. Oft sind es eher kleine Dinge, wie ein vergessener Parkplatz oder eine nicht imprägnierte Lederjacke, die zu Lachern führen. Nicht nur die Serie selbst ist sehenswert, auch die DVD Credits sind es. Dort erzählen die oft etwas nerdig wirkenden Autoren, wie Ihnen die Geschichten zugeflogen sind, auf denen die Szenen basieren.   

AVANTI AVANTI: Samuel „Billy“ Wilder ist als Drehbuchautor und Regisseur unbestritten einer der wichtigsten Filmschaffenden in der Kinogeschichte. Natürlich drehte er nicht nur Komödien wie MANCHE MÖGENS HEISS. Mit FRAU OHNE GEWISSEN schuf er einen Klassiker des Film Noir und schrieb und inszenierte Dramen wie DAS VERLORENE WOCHENENDE oder BOULEVARD DER DÄMMERUNG. Mein liebster Film von ihm ist aber AVANTI AVANTI, auch weil mein Lieblingsschauspieler Jack Lemmon die Hauptrolle darin spielt. Er ist Wendell Armbruster, ein spießiger US-amerikanischer Industrieller, der auf die italienische Insel Ischia reist, um seinen Vater zu überführen. Der Vater saß nicht allein im Auto, als er in den Weinbergen der Gebrüder Trotta verunglückte und das führt zu allerhand Wirrungen, in die ihn nicht zuletzt die Britin Pamela Piggott hineinzieht. Armbruster verzweifelt an der mediterranen Lebensart, die ihm Hoteldirektor Carlucci laufend zu erklären versucht. Clive Revill spielt Carlucci und dass er dafür nicht den Oscar als bester Nebendarsteller erhielt, ist ein Skandal. Er war noch nicht einmal nominiert, weil 1973 das Jahr des Paten war. Die Nominierten James Caan, Robert Duvall und Al Pacino aus dem Paten hatten aber auch kein Glück, den Oscar erhielt Joel Grey aus Cabaret.

BRAUNSCHLAG: In besseren Zeiten wie diesen reiste ich einmal von Mailand nach Wien und legte in Klagenfurt eine Zwischenstation ein. Dort stieß ich in einem Laden auf die Serie BRAUNSCHLAG vom Österreicher David Schalko, dem wir auch die Kurzserie AUFSCHNEIDER zu verdanken haben: Ein Bürgermeister und ein Barbesitzer wollen ihren Ort interessanter machen und simulieren eine Madonnenerscheinung. Schnell führt die „Sensation“ zu spürbaren Veränderungen im Ort und zwischen den Protagonisten. Die Geschichten und Geschehnisse um und im Ort BRAUNSCHALG sind wunderbar skurril umgesetzt und die Serie ist mit den beiden Hauptfiguren Robert Palfrader und Nicholas Ofczarek überragend besetzt. Genau mein Humor.

BANANAS: In Woody Allens Frühwerk (sein zweiter Film als Regisseur) stimmt eigentlich alles. Wie sein Regiedebüt WOODY DER UNGLÜCKSRABE ist BANANAS voller zeitloser Gags und brillantem Slapstick. Der Produkttester Fielding Melish verliebt sich in eine Aktivistin und landet über sie erst in der lateinamerikanischen Bananenrepublik San Marcos, später zufällig bei Rebellen in einem Dschungelcamp, nach einer erfolgreicher Revolution überraschend auf dem Stuhl des Präsidenten und am Ende auf der Anklagebank eines US Gerichts, das ihm, einem vermeintlichen Kommunisten, einen Schauprozess macht. Jede Szene führt zu einem Lacher und am Ende der 76 Minuten bekommt man die Lachfalten nur sehr schwer wieder aus dem Gesicht. Weltklasse. 

GO DIGITAL
 / Vernissage

(Petra)

Das viel geliebte Lola Montez ist auch zu – logisch. Wehmütig mache ich einen kurzen Video-Rundgang in abenteuerlicher Optik durch die Vernissage zur – nun nicht mehr –  laufenden Ausstellung im Netz. Was superschade ist, denn sie hätte massig Besucherinnen und Besucher verdient. 7,6 Millionen Menschen mit schwersten Beeinträchtigungen leben in Deutschland, also fast jeder Zehnte. Die IFB hat es sich seit 1959 zur Aufgabe gemacht, diese Menschen in allen Lebenslagen und Altersabschnitten zu unterstützen.
Seit 29. Februar waren in der großen Gruppenausstellung „Gemischte Gefühle“ im Kunstverein Familie Montez Arbeiten von mehr als 80 internationale Künstler mit und ohne Beeinträchtigung zu sehen: Skulpturen, interaktiven Installationen, Gedichte, Gemälde und Fotografien.

Gemischte Gefühle - INKLUSION, MENSCH, VIELSEITIGKEIT, GEFÜHLE, kuratiert von: Claudia Messer und Meike Helberger, Ort: https://kvfm.de/?fbclid=IwAR2YnwMAf-c0JewtFMAkz5EIsJn0P54yGh3CWHuMb4rx8QVfQVQidRC-jVk
Uhrzeit: Wann immer Ihr wollt

GO DIGITAL / Shopping

(Daniela)

Eigentlich machen wir nur in besonderen Fällen Werbung für Geschäfte.
Aber natürlich machen wir jetzt ganz dolle Werbung für die kleinen Geschäfte in Frankfurt!

Online Einkäufe waren schon vor Corona scheiße, aber wer jetzt immer noch bei Zalando & Amazon einkauft wird in 6 Wochen durch Frankfurt gehen und seine Lieblingsgeschäfte nicht mehr finden.

KAUFT LOKAL! ONLINE!

Auf der Seite FRANKFURT DO BIST SO WUNDERBAR gibt es eine große Auflistung von tollen Shops!

GO DIGITAL
 / Urban Sketchers

(Petra)

Habt Ihr noch nie gehört? Umso besser diese Werbung in eigener Sache. Die Idee der urban-künstlerischen Bewegung rund um den in den USA lebenden spanischen Zeichner Gabi Campanario: Einen Ort zeichnerisch und journalistisch aufnehmen, einfangen und dokumentieren. Herzstück ist der „Urban Sketchers Blog", auf dem mittlerweile rund 100 „Blogkorrespondenten" weltweit ihre Arbeiten und Berichte von ihren Treffen publizieren. Urban Sketching ist – ob organisiert oder unorganisiert – eine weltweite und ständig wachsende Gemeinschaft, die über das Web miteinander vernetzt ist, dort ihre Idee(-n) und Zeichnungen teilt und verbreitet, aber deren Mitglieder auch untereinander sich immer wieder in Gruppen treffen, miteinander diskutieren und zeichnen. Allein im Rhein-Main-Gebiet hat Urban Sketching mittlerweile eine dreistellige Zahl mehr oder minder organisierter Anhänger, die auch immer wieder durch Projekte und Ausstellungen auf sich aufmerksam machen. Entdeckt mit uns einige ganz unterschiedliche kreative Blicke – wie diesen hier im Osthafen von Clara Schuster - auf unsere Stadt.

Städte. Skizzen. Sichten – Urban Sketching, Ort: http://www.urban-shorts.net/mediashorts/outofthebox/, Eintritt: feel free

GO DIGITAL / Serien

(Daniela)

In Berlin wohnt Beate. Ich kenne sie aber noch, als sie in Frankfurt beim Plattenlabel LOGIC gearbeitet hat. Dann haben wir uns aus den Augen verloren und vor circa 5 Jahren über die Eintracht wiedergefunden, denn Beate ist der größte Eintrachtfan, den ich kenne.

Und: Beate hat ein unglaubliches Fachwissen über Fußball. Ich wäre froh ich wüsste 10% von dem was sie weiß.

Und: Beate ist der größte Serienjunkie, den ich kenne. Als ich vor ein paar Jahren über Silvester krank war habe ich sie angeschrieben und gefragt was ich schauen soll. Sie sagte damals: kauf Dir Apple TV und schau "House of cards" . Ich habe mich dann noch zum Saturn geschleppt, das Ding gekauft und 2 Tage lang die ganzen Staffeln durchgeschaut.

Jetzt wäre wieder eine gute Zeit mit Serien anzufangen.

Beate http://www.serieasten.tv/das-team/beate/ betreibt mit anderen "Freaks" die  Seite: www.serieasten.tv

das ist eine Seite für Serienfans mit verschiedenen Rubriken. Es gibt dort zB auch Podcast Reviews unter der Rubrik "Seriensprechzimmer".

GO DIGITAL / Literaturfestival

(Petra)

VIRAL - Das online Literaturfestival wurde für die Zeiten in Quarantäne von den Autor*innen Donat Blum, Kathrin Bach und Melanie Katz initiiert. Verschiedene renommierte Veranstalter aus der Schweiz, Deutschland und Österreich – die alle von den Einschränkungen durch Covid-19 betroffen sind – bespielen das Festival alle zwei bis drei Tage zwischen 19 und 21:30 Uhr mit Lesungen. Wann konnten Lesungen je so entspannt genossen werden? Während dem Zunachtessen, im Bettli, im Pyjama, füdliblutt, (das kann nur aus der Schweiz kommen!), wie auch immer es mensch beliebt. Also schaltet euch zu und stoßt virtuell mit uns auf unsere neue Nummer an! Um die Texte dann auch selbst zu lesen, bestellt euch euer Exemplar, solange die Post liefert, gibt es noch Narrs zu euch nach Hause: www.dasnarr.ch
 
Das Narr geht viral, Literaturfestival, Uhrzeit: 19 - 21:30 Uhr, Line-up: 19 Uhr: Kim de l'Horizon, 19:30 Uhr: Sonita Herbst, 20 Uhr: Sonja Medicus und Emad al Nimer, 20.30 Uhr: Nora Brägger, 21 Uhr: Lina Morawetz
Ort: www.facebook.com/glitteratur, Eintritt: https://paypal.me/pools/c/8npgGZlnSz können die Autor*innen honoriert und Lohnausfälle kompensiert werden.

GO DIGITAL / ARD Radio-Tatort

(Martin)

Der ARD Radio-Tatort ist etwas ganz wunderbares, auch wenn er natürlich ein Schattendasein führt im Vergleich zum Sonntagabend-Krimi gleichen Namens im Ersten.

Dennoch – gerade jetzt, in diesen inhäusigen Zeiten (aber nicht nur dann), ist der Radio Tatort hervorragend – z. B. mit Kopfhörer beim leidigen Hausputz, denn wenn man so oft zu Hause ist, muss man sich ja auch dem Problem stellen...

Also: der Radio-Tatort ist eine regelmäßige Hörspielreihe, die von den selben Landesrundfunkanstalten wie der TV-Tatort produziert werden. Fast jeden Monat gibt’s eine neue Folge, die ca. 55 Minuten lang ist.

Eine Folge des HR-Radio-Tatorts ist zum Beispiel ‚Einen Moment nicht aufgepasst’:

„Polizeiarbeit als Kantinengespräch: Martin Mosebach hat für den Hessischen Rundfunk einen besonderen Radio-Tatort erdacht. Ohnehin ist es ein Coup des HR, den Schriftsteller als Autor gewonnen zu haben. Aber der Krimi Einen Moment nicht aufgepasst ist weit mehr als ein PR-Erfolg: Er ist klug gebaut, außerdem sehr radiofon erzählt. Und nicht zuletzt nimmt er den Faden der vergangenen HR-Fälle auf.

In denen hat Hauptkommissar Nebe ermittelt, gespielt von Sebastian Blomberg; und der vor zwei Jahren gestorbene Autor Friedemann Schulz hat sie als innere Monologe geschrieben. Dadurch ist man der faszinierend befremdlichen Figur des Kommissars sehr nahe gekommen, außerdem blieben einem Dialoge erspart im Stile von "Wo waren Sie zwischen 19 und 23 Uhr?"

Auch Martin Mosebach erzählt nun auf lohnenden Umwegen - so dass er sich in die Szenen der tatsächlichen Polizeiarbeit nur ein- und dann wieder ausblendet, wie es der Erzählung zuträglich ist. Den größeren Teil des Relevanten erfährt der Hörer über Interpretationen und Rückschlüsse. Und über Tratsch in der Kantine. Das ist unterhaltsamer, als den öden Erklärdialogen manch anderer Radio-Tatorte zuzuhören.

Kommissar Haas, gespielt von Felix von Manteuffel, arbeitet im Dezernat für Wirtschaftsdelikte, nun wechselt er zur Mordkommission. Seine neue trifft sich mit der alten Sekretärin, um zu erfahren, mit wem sie es zu tun haben wird. Haas taucht derweil nicht auf am neuen Arbeitsplatz, weil er noch ein letztes Rätsel lösen will an alter Stelle, über einen Koffer mit brisanten Unterlagen. Der verzweigte und doch ganz konzentrierte Fall weist über sich hinaus. Zu seinen Erhellungen gehört auch der Charakter eines akribischen und souveränen Kommissars.“ (sueddeutsche.de).

Alle Folgen des ARD Radio-Tatorts gibt es als podcast und auch hier:

https://www.ardaudiothek.de/ard-radio-tatort/1998988/alle

GO DIGITAL
 / Ausstellung


(Petra)

Das Liebighaus besuche ich viel zu selten. Dafür ist  jetzt – mit irgendwann mehr Muße – eine tolle Gelegenheit, denn jetzt kommt das Liebighaus zu uns. Also digital, frei Haus. Die BUNTEN GÖTTER haben schon drei Millionen Besucherinnen und Besucher in über 30 Städten weltweit begeistert. Seit Ende Januar ist die Ausstellung - mit neuen Forschungsergebnissen und neuen Rekonstruktionen - als "Golden Edition" nach Frankfurt zurückgekehrt! Mit über 100 Objekten, darunter 60 Rekonstruktionen aus internationalen Museen und dem Bestand des Liebieghauses, die durch komplexe Bemalungen und Veredelungen mit Gold und Edelsteinen beeindrucken. Auf dem Titelbild werden experimentelle Farbrekonstruktionen der Grabstatue der Phrasikleia gezeigt. Ob die wohl wirklich sooo bunt war? Neugierig tauche ich ein.

buntegoetter.liebieghaus.de - Immerzu, für lau

GO DIGITAL / Figurentheater Kania

(Andrea)

Antje ist eine begnadete Saengerin, Schauspielerin und Improvisationskuenstlerin. Und weil das so ist, macht sie nun aus der Not eine Tugend und laedt Gross und Klein in ihr Figurentheater bei youtube ein. Dort veroeffentlicht sie nun in loser Folge immer kleine Stuecke und bringt damit Kurzweil in den Hausarrest.

https://youtu.be/2OyBvLJjgUg

GO DIGITAL / Krimilesung

(Andrea)

Wie ueberall, fallen auch bei Volker Rebell die geplanten Veranstaltungen aus, auch er bastelt an Verschiebungen und Nachholterminen. Hier fuer Zwieschendurch: "Weil auch dieKrimi-Lesung von Lothar Schöne (mit der musikalischen Begleitungdes HuubDutch-Duos) abgesagt werden muss, können nun auch die beidenvorbereiteten Fortsetzungs-Kurzgeschichtender Krimi-Lesung zugänglich gemacht werden, die eigentlich erstfür die nächsteWoche geplant waren, um die Spannung weiter zu steigern. Nach Teil 1 der Leseprobe von Lothar Schöne aus seinemRhein-Main-Krimi „Mona Lisa stirbt im Rheingau“ von der letzten Woche folgen nun auch noch, Teil2: https://youtu.be/Q_ggrL8Fhe4 Teil 3: https://youtu.be/hZWQoxF2v4U"

Petition für den Erhalt der Städtischen Bühnen Frankfurt am Main

(Martin)

Gar manchen geht es an die Nieren, mitten ins Herz und nicht mehr aus dem Kopf...Die Städtischen Bühnen, das Schauspiel- und Opernhaus am am Willy-Brandt-Platz soll abgerissen werden.

Dass die sogenannte Doppelanlage mit ihrer langen Glasfassade und dem einmaligen Wolkenfoyer mehr ist als nur ein Gebäude, das wird immer wieder deutlich, wenn man mit Menschen darüber ins Gespräch kommt.
Stehen sonst die Premieren der beiden Kulturhäuser im Mittelpunkt des Feuilletons, ist es nun auch das Haus selbst und sein wahrscheinlicher Abriss, über den berichtet wird:
„Eine Initiative kämpft für den Erhalt der Frankfurter Städtischen Bühnen. Mit einer Petition wollen die Unterzeichner den vom Stadtparlament beschlossenen Komplett-Abriss des gemeinsamen Gebäudes von Theater und Oper am Willy-Brandt-Platz doch noch verhindern. Zu den Initiatoren gehört auch Philipp Oswalt, Professor für Architekturtheorie an der Universität Kassel. Zwei Gutachten hatten ergeben, dass eine Sanierung des Gebäudes teurer würde als die Städtischen Bühnen neu zu bauen. Die Autoren der Petition sprechen nun von einem mangelhaften Verfahren, dessen Ergebnis weder plausibel noch überzeugend sei. Der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zeuge von Geschichtsvergessenheit, heißt es in der Petition. Bei dem Doppelgebäude aus dem Jahr 1963 handle es sich um einen wichtigen Nachkriegsbau der Stadt. Der Theaterbau habe in Frankfurt Stadtgeschichte geschrieben und Identität gestiftet.“ (Deutschlandfunk).
Und nachtkritik.de berichtet: „Gegen den Abriss der Städtischen Bühnen in Frankfurt am Main wendet sich eine Petition, die Theaterwissenschaftler*innen, Historiker*innen und Architekt*innen auf Initiative des Publizisten und Architekten Philipp Oswalt unterschrieben haben. Der jüngst beschlossene Komplettabriss zeuge von Geschichtsvergessenheit, heißt es darin.
Die Stadt betreibe eine Baupolitik, "die identitätsstiftende Bauten der Stadtgeschichte auslöscht und neue Surrogate schafft, welche vornehmlich der Vermarktungslogik eines globalisierten Standortwettbewerbs folgen", kritisieren die Unterzeichner*innen weiter. Die Petition richtet sich an den Oberbürgermeister Peter Feldmann, die Kulturdezernentin Ina Hartwig, den Baudezernenten Jan Schneider und ihre Kolleg*innen im Magistrat der Stadt Frankfurt am Main und ist seit heute online.“
Wer sich gegen den Komplettabriss der Städtischen Bühnen aussprechen will und für den Erhalt der Städtischen Bühnen am Willy-Brandt-Platz ist, sollte diese Petition unterschreiben.

Foto: Birgit Hupfeld

VORSCHAU - unter Vorbehalt...
Mittwoch, 1. April: Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute

(Martin)

Kaum schöneres gibt es über ein Kinder- und Jugendtheater zu sagen:

»Regie und Dramaturgie haben eine wunderbare Haltung zu diesem Stück Erzähltheater gefunden. Die vier Darsteller*innen souverän in ihrer Haltung als Geschichtenerzähler, spielend leicht im ständigen Wechsel der Figuren und auch in stillen Momenten eine starke Präsenz ausstrahlend.«

Das sagt nicht irgendjemand – nein, das ist sowohl die Begründung für die Einladung zur Hessischen Kinder- und Jugendtheaterwoche KUSS als auch für die Nominierung für den Festivalpreis 2020.

Und weil die Vorstellungen für dieses ‚Kinder- und Jugendstück’ vermutlich ganz schnell ausverkauft sein werden, hier die Empfehlung, sich baldmöglichst Karten zu besorgen und mit den Kids hin nach Wiesbaden zu fahren!

„Nachdem in einem kleinen Zoo das Nashorn unter seltsamen Umständen starb, zieht ein Bär aus Sibirien in das wohlgeordnete Leben von Papa Pavian, Herrn Mufflon und dem Murmeltiermädchen ein. Doch die unangenehmen Fragen, die der Bär über die seltsamen gestreiften dürren Bewohner auf der anderen Seite des Zauns stellt, bringen Unruhe in die bisher gut geordnete zoologische Gemeinde. Papa Pavian gibt ihm den dringlichen Ratschlag, nicht zu neugierig zu sein. Doch der Bär kann nicht über das Geschehen auf der anderen Seite des Zauns hinwegsehen und entschließt sich zum Handeln. Schauplatz der Parabel, für die Jens Raschke 2014 den Kinderliteraturpreis erhalten hat, ist der »Zoologische Garten Buchenwald«, Erholungsort der SS und deren Angehörigen. Jens Raschke sagt über sein Stück: »Es ist kein Stück über das Konzentrationslager Buchenwald – darüber lässt sich womöglich gar kein Stück schreiben –, sondern ein Stück über die Frage: Bär oder Pavian?«“

Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute


Junges Schauspiel im Staatstheater Wiesbaden – Wartburg

Mittwoch, 01.04. um 10.00h und 19.30h; Donnerstag, 02.04. um 19.30h; Donnerstag, 07.05. um 10.00h und 19.30h; Freitag, 08.05. um 10.00h.
Foto: (c) Christine Tritschler/Staatstheater Wiesbaden

Im Mai: Maifestspiele im Staatstheater Wiesbaden

(Martin)

Alle Jahre wieder – wird es Mai und in Wiesbaden sind dann für die Frankfurter_innen ganz nah, kulturelle Highlights als Gastspiele bei den Maifestspielen zu erleben. In diesem Jahr gibt’s viel Schauspiel zu erleben!
Der Vorverkauf hat begonnen und zwei besonderer Leckerbissen – zum einen das Gastspiel des Schauspielhaus Bochum mit ‚Iwanow’ und auch das Maxim-Gorki-Theater mit ‚Anna Karenina oder Arme Leute’ waren rasch ausverkauft. Es lohnt sich dennoch, immer mal wieder auf der Homepage nachzuschauen, ob vielleicht nicht doch noch ein paar Tickets in den Verkauf kommen.

Hier ein zwei Hinweise für Aufführungen, die sich vermutlich lohnen, zu denen man ansonsten weit anreisen müsste und für die es tatsächlich noch Karten gibt!
Für das Konzertprogramm folgen demnächst weitere Empfehlungen.
Donnerstag, 07. Mai: Die Katze und der General - Thalia Theater Hamburg
Sind es es schon zwei Jahre her, dass auch in Wiesbaden der Roman ‚Das achte Leben – Für Brilka’ – ebenso von der Autorin Nino Haratischwili, ebenfalls von der Regisseurin Jette Steckel und auch als Gastspiel des Thalia Hamburg gezeigt wurden? Theaterbilder waren das, die sich eingebrannt haben. Jetzt der neue Roman ‚Die Katze und der General’ vom gleichen Team auf die Bühne gebracht – ein ‚Must-See’!
Die taz schreibt: "Das Beeindruckende an Steckels Regie ist, dass sie nicht nur bei der Gesinnungswandelei, auch in den Liebes-, Freundschafts-, Hoffnungsszenen keine Angst vor Pathos hat." (...) "Weswegen die Produktion immer am Rande der Sentimentalität, durch die Zuspitzung der Situationen auch auf der Kippe zum Lehrstück balanciert, das aber eben schauspielerisch derart brillant, dass der Abend nie kitschig, stets anrührend emotional ist – voller menschlicher wie politischer Wahrheiten."
Dienstag, 19. Mai: Kind von Peeping Tom - Belgien
Peeping Tom ist ein häufig ausgezeichnetes Theaterkollektiv aus Belgien. ‚Kind’ ist der Abschluss einer Trilogie – die ersten beiden Teile waren ‚Vater’ und ‚Mutter’. Das Setting einer Familienausstellung drängt sich auf, nimmt man diese Perspektiven ernst und tatsächlich wird in den Kritiken auch ähnliches geschrieben. „Wie sieht ein Kind die Welt; wie seine innere und wie seine äußere? Wie wird es dabei von seinen Ängsten und Sehnsüchten beeinflusst? Wie verändert sich seine Perspektive, wenn es älter wird? Wie prägen all der Druck und die Zweifel der Jugendjahre seine Bewegungssprache? Und wie beeinflussen die körperlichen Veränderungen die alltäglichen Gesten?“
Diesen Fragen wird nachgegangen in einem viel gelobten ‚Tanz-Theater-Abend’, einem albtraumhaften Tanzwunderland’
Die Neue Presse Hannover schrieb: „Die extremen Bewegungsformen sind ein Markenzeichen von Peeping Tom. Die Gesetze der Schwerkraft werden zuweilen in Frage gestellt, vor dem geistigen Auge sieht man das eine oder andere Rückgrat brechen, oder es gibt einen virtuos abgehackten Tanz, der wirkt wie eine Stroboskop-Sequenz ohne Blitze. Ebenfalls typisch ist die massive Einbindung von Schauspiel, Musik und Live-Gesang, wobei die akustische Ebene zwischen Blues, Wagner und Trash-Rock schwankt. (...) Auch das Publikum wird nun sehr laut, verbreitet bricht sich Begeisterung Bahn. Verständlich, denn einige dieser Bilder – dazu gehören auch die Klangbilder – brennen sich nachhaltig ins Gedächtnis ein.“
Peeping Tom ist tatsächlich eher selten in Deutschland zu sehen. Deshalb sollte man das Gastspiel in Wiesbaden nicht verpassen!

Donnerstag, 7. Mai um 19.30h: Die Katze und der General vom Thalia Theater Hamburg
Dienstag, 19. Mai um 19.30h: Kind von Peeping Tom/Belgien
Beides zu sehen im Rahmen der Maifestspiele im Staatstheater Wiesbaden. Das Staatstheater Wiesbaden ist behindertenfreundlich ausgestattet.
Foto (c) Thalia Theater Hamburg


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