04.02.2022
Genervt

Heute habe ich keine besonders gute Laune, denn ich würde so gerne mal wieder so richtig ausgehen: Essen, Trinken, Tanzen, Party… stattdessen sitze ich heute wie fast jeden Abend in meinem Sessel und stricke Socken …wobei das auch wiederum nicht so ganz stimmt, denn immerhin war ich letzte Woche gleich zweimal im Schauspiel. Unter anderem war ich am letzten Freitag zusammen mit Andrea in „See you“ vom Theaterprojekt Junges Schauspiel. Das war ein ganz besonderer Abend. Es gibt noch weitere Termine, schaut mal unten in der Vorschau …

Ganz besondere Nachmittage und Abende gibt es aktuell auch im Theater Landungsbrücken, denn da läuft seit Mittwoch und noch bis zum 13. Februar das Sarah-Kane-Festival. Das muss auch sehr, sehr toll sein. Alle, die einen Zugang zu Facebook haben, finden hier einen kleinen Ausschnitt von Niko Neuwirth, der das Festival fotografisch und filmisch dokumentiert: https://www.facebook.com/landungsbrueckenfrankfurt/videos/629303698181776/

Zurück zur schlechten Laune und dem Sessel: ich würde mich sehr über eure Filmtipps freuen. Bitte KEINE Serien! Einfach nur gute Filme, gerne spannend, gerne Thriller :-)

Und morgen ist meine Laune bestimmt wieder besser, denn zum einem fangen wir mit der Programmplanung fürs Kulturlabor an: Vom 4.3.-22.4. machen wir weiter. Jeden Freitag, das heißt an 8 Abenden. Wir haben zwar schon über 40 Bewerbungen, aber wer sich noch bewerben will, findet weiter unten alle Infos. Und zum anderen darf ich morgen einem meiner besonderen Hobbies nachgehen: ich begleite Uwe zu zwei Schiedsrichtereinsätzen nach Südhessen. Ich freue mich auf Filterkaffee und Fußball #MeinAufregendesLebenAlsFussballfunktionärsfrau

Lebt wild & bleibt gesund.

Daniela

 

Vielen Dank an meine Co-Auor*innen: Andrea Ehrig, Petra Manahl, Uwe Schwöbel und Martin Grün

Zur besseren Lesbarkeit empfehle ich die Tipps im Browser zu lesen.

FREUND*IN WERDEN. SO GEHT'S:

Wir schreiben die Ausgehtipps schon seit 15 Jahren... ohne lästige Werbung, total subjektiv. Insgesamt stecken da viele Arbeitsstunden drin.
Wenn Du die Ausgehtipps magst und uns unterstützen möchtest, dann freuen wir uns über Deine finanzielle Unterstützung. Von dem Geld zahlen wir die Servergebühren und gehen einmal im Jahr zu fünft zusammen essen.

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Kulturlabor geht weiter

(Daniela, Andrea, Martin)

Unser Kulturlabor geht weiter! Wir nehmen wieder Bewerbungen an.

Mit dem Kulturlabor haben wir in der Berliner Straße 32 in Frankfurt einen temporären Ort für Kunst, Musik, Literatur, Film und Performance geschaffen. Jeweils von Donnerstag bis Sonntag konnten Besucher:innen großartige Kultur live erleben und sich die Einzelausstellungen und die Werke der Petersburger Hängung anschauen. Mehr als 100 Künstler:innen aller Disziplinen und Sparten waren vertreten. Es war ein vielseitiges, spannendes Programm, für das wir sowohl vom Publikum, der Presse, als auch von den Künstler:innen viele positive Rückmeldungen bekommen haben. Herzlichen Dank an dieser Stelle allen, die mitgemacht und ihre Kunst gezeigt haben, ob auf der Bühne, oder hängend an den Wänden.

Das großartige Feedback von so vielen von Euch hat uns angespornt und nach Gesprächen mit dem Vermieter ist es uns gelungen den Zwischennutzungsvertrag zu verlängern. Es geht also weiter.

Allerdings nur an den Freitagen im März und April - wir sind alle berufstätig und können das sonst nicht stemmen. Zudem möchten wir uns auch noch um unseren Verein beziehungsweise die Künstler:innen-Förderung kümmern, mit der wir im Frühjahr 2020 begonnen haben.

Wir wollen euch gerne auf unserer Kulturlabor-Bühne sehen!Wer dabei sein möchte, ob auf der Bühne, oder mit seiner/ihrer bildenden Kunst in der Ausstellung, bewerbe sich bitte bis morgen,Samstag, 5. Februar, 12 Uhr

über das angefügte Formular. Wichtige Infos für euren Auftritt, wie technische Voraussetzungen, Aufwandsentschädigung, freie Terminslots etc., findet ihr am Ende diese Email und im Formular. Gerne könnt ihr den Link zum Formular, oder die Email auch an andere Interessierte weitergeben.https://forms.gle/PDzqbRoLNeU8q45N9
Bitte habt Verständnis, dass wir vielleicht nicht alle Bewerbungen berücksichtigen können. Aber wir möchten versuchen, so viel Kultur wie möglich zu zeigen. Wir freuen uns auf eure Bewerbung – und auf die Kulturlabor-Abende im März und April 2022 mit euch!

G E R O L L T E S über Thomas Ziegler

(Uwe)

Jede Woche schreibe ich im Newsletter „Danielas Ausgehtipps“ über Fußball. Vorsichtig geschätzt sind es 45 Beiträge im Jahr. Manchmal gibt es eigentlich überhaupt nichts zu berichten über „das runde Leder“, das heute nicht mehr aus echtem Leder besteht. Die Spielbälle sind nämlich überwiegend aus Polyurethan, thermisch verklebte 3D-Panels. Wenn nichts passiert, dann muss ich mir irgendwie eine Geschichte aus den Fingern saugen. In anderen Wochen ist so viel los, dass man die ganzen Informationen kaum verarbeiten kann. So wie in dieser Woche, einer sogenannten „Länderspielpause“, in der die deutsche Nationalmannschaft überhaupt keine Länderspiele bestritt. Mich bewegte in dieser Zeit eine andere Nachricht viel mehr als der (erneute) unglaubliche verbale Fehltritt von FIFA Präsident Infantino, den Ausstieg von Gladbach-Sportchef Max Eberl wegen Erschöpfung, den ewigen Abstiegskampf des Trainers Florian Kohfeldt (aktuell mit dem VfL Wolfsburg) oder die Einkaufstour von Newcastle United, die gerade beginnt, die Geldkoffer aus Saudi Arabien in Europa zu verteilen: Ein ehemaliger Mannschaftskamerad beim ruhmreichen TSV 1899 Goddelau verstarb kürzlich, er wurde 58 Jahre alt.

Thomas „Zig´“ Ziegler war ein Innenverteidiger der alten Schule, einer wie es die großen Nationalspieler Karl-Heinz Förster oder Jürgen Kohler waren. Legendäre Verteidiger (früher Vorstopper, weil vor dem Libero, dem letzten Mann, platziert), die ihren Gegenspielern, den jeweiligen Mittelstürmern der anderen Mannschaft, den Nachmittag versauen konnten. Wie ein Karl-Heinz Förster war auch „Zig“ körperlich robust, zäh und abgebrührt, er verfügte über ein gutes Stellungsspiel und war reaktionsschnell wie eine Schlange, wenn sie nach ihrer Beute packt. Diese Kombination führte dazu, dass er mit Kopf oder Fuß in der Regel eher am Ball war als der gegnerische Stürmer. Geschah dies nicht, kam der Stürmer trotzdem nicht an ihm vorbei. Thomas Ziegler war immer einer der ersten Spieler, die ich anrief, wenn ich donnerstags begann, die Reservemannschaft des TSV für das Spiel am Sonntag zusammen zu telefonieren. Wie sein gleichaltriger Kumpel Thomas Bauer, ein im wahrsten Sinne des Wortes „schlampiges Genie“, war auch er kein Trainingsweltmeister und schaffte es daher nie dauerhaft zum Stammspieler in der Ersten Mannschaft meines Heimatvereins. Mir war es recht, weil ich Spieler mit einer so hohen Qualität in „meine“ Mannschaft einbinden konnte, denn Fußball spielten beide grundsätzlich gerne.

Der Preis, den ich für ihr Mitwirken bezahlen musste, war überschaubar: ich musste sie abholen; einen im Nachbarort Goddelaus und den anderen an der Endhaltestelle der Straßenbahnlinie 9 in Darmstadt-Griesheim (ca. 8 Kilometer von Goddelau entfernt). Ich machte mich also immer etwas vor dem offiziellen Treffpunkt auf den Weg, um die beiden einzusammeln, die rund sechs Jahre älter waren als ich und die sich seit Kindertagen kannten. Mit unserem alten, vor dreißig Jahren leider tödlich verunglückten Torwart Willi Witt, und anderen bildeten sie früher eine in jeglicher Hinsicht „Magische Truppe“, von der ich als Heranwachsender bereits ein Fan war, deutlich bevor ich selbst mit ihnen zusammenspielen (und sie teilweise chauffieren:-)) durfte. Wie habe ich die Sonntage vor mehr als zwanzig Jahren geliebt: Die Sprüche von Thomas Bauer, seine Kreisliga-Fußballermentalität und das wahnsinnige Talent, das er eigentlich verschleuderte, daneben der immer etwas ruhigere Thomas Ziegler mit seinem melancholischen Blick und seiner Souveränität, der gegnerische Stürmer reihenweise in die Verzweiflung trieb, die eigentlich keine Gegner für ihn waren, weil er zu gut für eine Reservemannschaft war. Trotzdem gewannen wir selten, weil der Rest unserer Mannschaft (mich eingeschlossen) in der Regel wirklich in die Reservemannschaft gehörte.

Nach einigen Jahren, die Thomas´e waren aus dem aktiven Fußballalter bereits herausgewachsen, kam „Zig´s“ Neffe aus dem ältesten Jugendjahrgang mit 18 als Torwart in unsere Herrenmannschaft. Er erinnerte mit seinen blonden Haaren, den Gesichtszügen, seinem Gang und seiner ruhigen Art etwas an seinen Onkel. Leider hörte er früher auf mit dem Fußball als einige seiner Alterskameraden, obwohl er im Vergleich zu seinem Onkel nicht nur viel zu gut für die Reservemannschaft war, sondern ehrlicherweise auch viel zu gut für die Erste Mannschaft des ruhmreichen TSV 1899 Goddelau. Mit Thomas Ziegler ist nun der erste Spieler gestorben, der einen festen Platz in der „Top11 meines Lebens“ hat. Wie traurig. Er stand in dieser Elf neben der Familie Martin im Tor, meinem lebenslangen Lieblingsspieler Klaus Kiroff, dem durch seine Alleingänge durch den eigenen Strafraum bekannten Defensivspieler „Doktor“ Wilka oder Stephan „Sturmi“ Sturm (selten war ein Nachname passender). Weniger anzeigen

Freitag, 04. – Sonntag, 06. Februar Kleists: Schwarz/Weiß. Verlobung in St. Domingo.

(Martin)

Theater Willy Praml / Regie Michael Weber

Dieser Abend entwickelt eine unglaubliche Wucht und landet dabei voll im Heute!

Kleists Sprache macht es einem nicht immer leicht mit ihren langen und verschachtelten Sätzen – aber/und daran dann merkt man die Qualität dieser Inszenierung von Michael Weber: man folgt ihr gebannt über den gesamten Abend hinweg.  

Dass dies so geschieht und die Konzeption dieses Abends so wunderbar aufgeht, liegt an vielem:

·   der Reduktion des Bühnenbildes sowohl farblich als auch in der Anzahl der Requisiten

·  einer dramaturgischen Konzentration der Handlung, die individuelle Konflikte in ihrer Bedeutsamkeit für das Ganze wie im Brennglas erlebbar macht

·  einer Präzisierung der Kleistschen Sprache, die sich selbst und uns als Zuschauer*innen ernst nimmt

·  einem inszenatorischen Zugriff, der es schafft, die Handlung immer dichter werden zu lassen und sie ‚tatsächlich!‘ immer weiter nach vorne zu bringen.

Journal Frankfurt schreibt: Unter der Überschrift „Schwarz/Weiss“ bringt Michael Weber das Stück im Theater Willy Praml auf die Bühne. Es ist der Kampf zwischen genau diesen beiden Seiten, zwischen Sklaven und Franzosen, zwischen Schwarzen und Weißen. Mittendrin eine Romeo-und-Julia-artige Liebesgeschichte, die das Ende bereits früh erahnen lässt zwischen Babekans (Birgit Heuser) junger Tochter Toni (Hannah Bröder) und dem Schweizer Gustav (Jakob Gail). Auch Gustavs Vetter Strömli (Muawia Harb) kann am Ende nichts mehr ausrichten.

Schnell wird klar, dass etwas anders ist, wenn Toni freudig im Schnee spielt und christliche Weihnachtslieder singt. Mit Haiti hat das nichts mehr zu tun. „Was geht mich die Sklaverei auf Haiti an? Ich bin Schweizer“, schreit Gustav mitten im Stück. Spätestens am Ende löst Weber diese Frage auf und holt die Zuschauerinnen und Zuschauer in die heutige Zeit. Es dauert ein paar Sekunden, doch dann wird es eindeutig, wenn im Hintergrund zu hören ist ‚Taking a breath for George‘“.

An diesem Abend erlebt man viel und hat sich danach noch mehr zu erzählen…

Hier geht’s zu den Tickets: https://theaterwillypraml.de/kleist-st-domingo/#

Freitag, 4. und Samstag, 5. Februatr um 20.00h;
Sonntag, 6. Februar um 18.00h:   Kleists: Schwarz/Weiß. Verlobung in St. Domingo.
Theater Willy Praml/Regie Michael Weber in der Naxos-Halle

Weitere Vorstellungen: 11. – 13., 18. – 20., 25. und 26.02 und 04. / 05.03

Foto: © Seweryn Zelazny

Freitag, 04. – Sonntag, 06. Februar The Manufactured Series Symposium #1 - #6

(Martin) 

Eine Werkschau – Fabrice Mazliah und Marialena Marouda
Tanz

Mousonturm und Kunstverein Familie Montez

Eine Gelegenheit abzutauchen, Tanz zu erleben, ganz konzentriert!

„Für ihre Reihe „The Manufactured Series” haben der Frankfurter Choreograf Fabrice Mazliah, der mit „Telling Stories – A Version for Three“ zur Tanzplattform Deutschland 2022 eingeladen ist, und die Dramaturgin Marialena Marouda in den vergangenen drei Jahren darstellende Künstler:innen eingeladen, mit einem Objekt ihrer Wahl in Dialog zu treten.

So entstanden bislang sechs intime Duette beeindruckender Performer:innen, die das Verhältnis zwischen Körper und Objekt räumlich, tänzerisch und performativ grandios erforschen: 

Die Tänzerin Katja Cheraneva (Duet #1) suchte sich ein hölzernes Cathedral Radio aus den 1980er Jahren aus; 

Tilman O’Donnell (Duet #2), langjähriger Tänzer-Kollege von Fabrice Mazliah in The Forsythe Company, performte einen persönlichen Dialog mit einer Eschenbach-Porzellantasse;

die Performerin Elpida Orfanidou (Duet #3) wählte eine pontische Lyra als Gegenüber;

Émilia Giudicelli (Duet #4) interagierte mit einer Rute zum Fliegenfischen;

der Choreograf Michele Di Stefano (Duet #5) las das Tagebuch von Andy Warhol;

Claire Vivianne-Sobottke(Uraufführung Duet #6) entscheidet sich für eine Sexpuppe, die ihr ungefähres Gewicht und ihre Größe teilt.“

In einer großen Werkschau sind nun diese Duette allesamt zu erleben!  Duet #1 - #5 im Mousonturm, Duet #6 im Kunstverein Familie Montez.

Duet #1-6 kann am Samstag 5.2. en suite gesehen werden: 
14.00 Uhr Duet #1; 15.30 Uhr; Duet #3; 17.00 Uhr Duet #2; 18 Uhr Abendessen; 19.30 Uhr Duet #4; 21.00 Uhr Duet #5; 22.00 Uhr Duet #6.

Außerdem gibt es Einzeldaten:
Duet #1 (4.2., 20 Uhr; 5.2., 14 Uhr; 6.2., 21 Uhr, Mousonturm)
Duet #2 (4.2., 21 Uhr; 5.2., 17 Uhr; 6.2., 19.30 Uhr, Mousonturm)
Duet #3 (4.2., 17 Uhr; 5.2., 15.30 Uhr; 6.2., 14 Uhr, Mousonturm)
Duet #4 (4.2., 18.30 Uhr; 5.2., 19.30 Uhr; 6.2., 17.30 Uhr, Mousonturm)
Duet #5 (4.2., 12 - 00 Uhr; 5.2., 12 - 00 Uhr; 6.2., 12 – 19 Uhr; Mousonturm)
Duet #6 (4.2., 22.30 Uhr; 5.2., 22 Uhr; 6.2., 15.30 Uhr, Kunstverein 
Familie Montez).

Hier geht’s zu den Tickets und weiteren Infos: https://www.mousonturm.de/projects/manufactured-series/

Freitag, 4. – Sonntag, 6. Februar (Zeiten siehe oben!)
Mousonturm und Kunstverein Familie Montez

Foto: © Jörg Baumann

Serie: Wenn Stille einkehrt

(Uwe)

Zwei schwer bewaffnete Täter gehen in ein voll besetztes Lokal in der Innenstadt von Kopenhagen und schießen auf die Gäste und das Personal. Sie treffen viele Menschen, 19 sterben, weitere werden verletzt. Weil der Anschlag nicht am Anfang, sondern in der Mitte der Serie stattfindet, hat die Zuseherin / der Zuseher viele der Ge- und Betroffenen gut kennengelernt: Den Inhaber des Lokals, einen Grönländer, die alleinerziehende Mutter und ihre Tochter, den gutmütigen Gas- und Wasserinstallateur, die schwangere Sängerin, den Einwanderer aus Palästina, die Frau der Justizministerin, die Drogensüchtige auf der Suche , ….. Die Lebenslinien der Figuren und ihrer Angehörigen laufen an diesem tragischen Abend aus unterschiedlichsten Richtungen zusammen, vollständig auseinander gehen sie danach nicht mehr, weil die Überbelebenden Trauer, Schmerz, Wut, Hilflosigkeit aber irgendwie auch Hoffnung verbindet. Jeweils auf eine andere, weil sehr persönliche Art.

Neben Erzählungen darüber, wie die überlebenden Protagonisten mit der Situation umgehen, behandelt die Serie die Jagd auf die Täter, die einem, je länger die Serie läuft, zunehmend egal wird, weil einen der Umgang mit dem Schicksal mit der Zeit viel mehr packt. Zehn Folgen sind vielleicht etwas lange und der ein oder andere Handlungsstrang mag etwas übertrieben sein, trotzdem ist die Serie absolut sehenswert.

Wenn die Stille einkehrt - Videos der Sendung | ARD Mediathek

Lieder: Die große Ausnahme!!

(Daniel und Uwe)

Es gibt Acts, die kann man ständig hören und tut es auch. Bruce Springsteen ist hier ein gutes Beispiel für Daniel, der Schweizer Stephan Eicher eins für Uwe. Es gibt aber auch Bands oder Sängerinnen und Sänger, die entdeckt man immer einmal wieder neu und erlebt dann mit Ihnen eine intensive Phase mit viel Leidenschaft, die mit der Zeit wieder abkühlt und die Lieder dann wieder für eine längere Zeit in den Archiven verschwinden.Wie manche Pflanzensamen liegen die dann teilweise für Jahre in der Erde und warten darauf, dass die äußeren Bedingungen perfekt sind, dann sprießen sie (wieder) aus der Erde.

Nachfolgend je zehn Acts, auf die das zutrifft, mit einem Lied und einer Zeile dazu. Das sind dann natürlich Lieder, die groß sind und die man eigentlich immer hören kann, die aber immer nur in Verbindung mit den anderen Liedern des Acts gespielt werden, wenn man in Laune ist. Heute etwas länger, sorry:

(Martin) Eight Legs: Ihr 2008er Debüt-Album „Searching for the Simple Life“ wird mich immer begleiten. Alleine wegen des Titels. Dieser doch sehr prägnante Cockney-Akzent des Sängers Sam Jolly mag nichts für jeden Tag sein, aber so ca. dreimal im Jahr ist die Zeit definitiv gekommen. Und „These Grey Days“ geht momentan eigentlich immer!

(Uwe) Maria Mena: “Nevermind Me”. Nur selten steht mir der Sinn nach eingängiger Popmusik. Wenn es so ist, dann greife ich sehr gerne auf das Werk der Norwegerin zu.

(Daniel) Foals: Zerstörerische, wunderbare Energie. Früher oft, heute nur noch selten auf den Ohren. „Big Big Love“ ist der Killer!

(Uwe) Billy Joel: Mit Legenden aus der Musik tue ich mich immer etwas schwer, weil einen die Fülle an Hits erschlägt. Daher mache ich auch um Billy Joel oft einen Bogen. Wenn ich einen Zugang finde, dann über Songs wie „And So It Goes“

(Daniel) Prefab Sprout: „Steve McQueen“, dieses Jahrhundertalbum der Sehnsucht, könnte (sollte) man jeden Tag hören. Mache ich aber nicht. Man muss ja auch mal durchatmen. „Bonny“ für immer!

(Uwe) Hootie & The Blowfish: Das erste Album mit dem Lied „Time“ darauf wurde bereits 1994 veröffentlicht. Ich kaufte es weniger Jahre dem Erscheinen auf einer Platten-/CD Börse. Seitdem begleiten mich die US-Rocker. Nicht immer, aber immer wieder (wie gerade jetzt).

(Daniel) Herman Dune: Schon lange keinen Roadtrip mehr geplant. Das wäre mein Soundtrack. Vor allem: „This Will never Happen“!

(Uwe) Ben Folds: Eigentlich gibt es keinen Grund dafür, dass er nur ein Part-Time-Lover ist, alleine wenn man Fred Jones Part2 von der famosen Platte Rockin´ The Suburbs hört.

(Daniel) Razorlight: Ihr 2006er-Album „Razorlight“ hat es mir irgendwie angetan. Nicht immer, aber etwa in jedem zweiten Sommer. Auf dem Fahrrad am Main entlang. Das ist seichter, dennoch perfekter Pop – minimaler Tiefgang inklusive. Am meisten gehört: „I Can’t Stop This Feeling I've Got“.

(Uwe) Umbrellas: In den 00er-Jahren waren Bands mit guter, emotionaler Musik bei meinem Freund Oli und mir recht angesagt: Jimmy Eat World, New End Original und eben die Umbrellas. Das Mastermind hinter diesem Projektes gründete danach ein weiteres (Lyndsay Diaries) und produziert nun Bier. Auch wenn die Emo-Phase etwas abgeebbt ist, der Song „Ghost“ und andere von den Umbrellas gehen immer mal.

(Daniel) Vampire Weekend: Eine Band, die ich öfter hören sollte. Eine, die sich immer wieder wandelt – und mit „Hannah Hunt“ diesen einen zeitlosen, überraschenden, grandiosen Pop-Song schuf!

(Uwe) Buffalo Tom: Im Alternative Rock ist die persönliche Auswahl so groß, dass sich die Aufmerksamkeit nur hin und wieder in Richtung des Band aus Boston richtet. Wenn das aber zeitweise passiert, dann sind Lieder wie Register Side sehr präsent.

(Daniel) This Many Boyfriends: Ich liebe ihr selbstbetiteltes 2012er-Album! Es ist allerdings so kurz, so eingängig, so hymnisch, dass ich danach immer mal wieder Abstand nehme. Aber nicht allzu lange.

(Uwe) Inxs: Ich entdeckte die bombastische, stets etwas überproduziert wirkende Band erst, nachdem die großen Hits schon draußen waren, wenige Jahre vor dem tragischen Tod von Sänger Michael Hutchence über dieses bombastische, etwas überproduzierte Lied: Heaven Sent.

(Daniel) The Drums: Ab April heißt es immer – zumindest auf meinen AirPods – „Let’s Go Surfing“. Tolle Band mit überwiegend traurigen Texten und irritierend sommerlicher Stimmung. Auch live ekstatisch! 

(Uwe) Matchbox Twenty: Leider hat die Band seit rund zehn Jahren keine Platte mehr veröffentlicht und die Solo-Sachen von Sänger Rob Thomas finde ich nicht so gut. Dadurch geraten die großartigen Songs von Matchbox Twenty zunehmend in Vergessenheit, nur noch ab und zu blinken 3AM und andere am Horizont auf.

(Daniel) Bon Iver: Flehendes Gejaule geht schließlich nicht immer. Aber ab und an ist es einfach nur wunderschön. Die gesamte Platte „For Emma, Forever Ago“ ist ein Meilenstein der jüngeren Musikgeschichte, „Flume“ gleichermaßen Opener wie auch Herzstück. 

(Uwe) Ben Howard: Oft ist mir die Musik des Engländers zu sperrig, hin und wieder packen mich seine Lieder und dann feiere ich ihn total. Leider war das nicht so an dem Tag, als ich ihn in der Jahrhunderthalle live erlebte. Das ausgewählte Keep Your Head Up ist aus meiner Sicht sein eingängigster Song.

(Daniel) Babyshambles: Ich vergesse oft, wie gut die eigentlich waren! Dann höre ich sie zwei Wochen am Stück – und vergesse wieder, wie gut die eigentlich waren. Pete Doherty ist – wegen oder aller Eskapaden zum Trotz – der wohl talentierteste Songschreiber seiner Generation gewesen, was u. a. das Beatles-ähnliche „What Katy Did Next“ beweist. Aber auch unzählige andere Stücke.

(Uwe) Travis: A Man Who (mit “Why Does It Always”) ist auch zwanzig Jahre nach Erscheinen eine großartige Platte, die Schotten von Travis schreiben bis heute zudem immer wieder in paar gute Songs, trotzdem muss man sie dosiert hören, sonst hat man sie irgendwann satt, weil sie ein erheblichen tot-hören-Potenzial besitzen

Samstag, 5. Februar: Of/ Respect

(Andrea)

Achtung! wegen Großer Nachfrage zeigen wir RESPECT über Aretha Franklin auch am Sonntag, den 13.Feb. Einlass 14h Beginn 15h

Für meine Beerdigung wünsche ich mir u.a. "Say a little Prayer" (über was Frau sich manchmal Gedanken macht - letzte Party eben. Aber, hey, welcher Song wäre es bei Euch? Schreibt doch mal: ausgehen-in-offenbach@web.de Ach, außerdem will ich ins Mittelmeer), seit Jahren mein unangefochtener Number One und immer gute Laune verbreitender Song. Über Aretha weiß ich gar nicht so schrecklich viel, daher möchte ich heute gerne in den Filmklubb, da läuft "Respect": "Sie war die "Queen of Soul", eine politische Aktivistin, Vorbild für so viele große Künstlerinnen: Aretha Franklin. Doch Ruhm und der ganze Glanz des Showbusiness konnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie in ihrem Leben schon früh traumatisierende Erlebnisse hat, die sie ihr ganzes Leben lang wie Dämonen begleiteten. Das Biopic über das bewegte Leben und die unvergleichliche Kunst der Sängerin und Komponistin Aretha Franklin begeistert durch die mitreißende Musik und Jennifer Hudsons schauspielerische und gesangliche Tour de Force. www.youtube.com/watch?v=DeziZdvafiMa Corona-bedingt gilt im Filmklubb die 2G-plus-Regel mit einem verpflichtenden negativen Test auch für Genesene und Geimpfte. Personen, die bereits eine (dritte) Auffrischungsimpfung erhalten haben, müssen bis auf Weiteres keinen negativen Testnachweis vorlegen. Einlass: 19.00 Uhr Beginn: 20.00 Uhr

Filmklubb
Isenburgring 36 HH
Offenbach
Nicht barrierefrei

Montag, 7. Februar: Gems of Wisdom: The History of Hip Hop

(Daniela)

Freue mich auf diesen bestimmt spannenden Workshop

Im Rahmen des Black History Month laden die US-Botschaft und Konsulate in Deutschland Zuschauer:innen dazu ein, den Musiker Wordsmith aus Baltimore und seine Band auf eine interaktive Reise durch die Geschichte des Hip Hop zu begleiten. Entdeckt die verschiedenen Stile des Hip Hop, seine musikalischen und technologischen Einflüsse, seine performativen Elemente und wie Künstler:innen die Ausdrucksformen des Hip-Hop nutzen, um sich für soziale Gerechtigkeit und gegen Diskriminierung einzusetzen. Die erste Welle des englischsprachigen Hip-Hops kam Anfang der 1980er Jahre aus den Vereinigten Staaten nach Deutschland. Hip-Hop-Partys und -Wettbewerbe entstanden und zogen Rapper:innen, Sprayer:innen und Breakdancer:innen aus dem ganzen Land an. Unterstützt von einer neuen Generation junger Fans nutzen heutige Künstler:innen weltweit die Popularität des Hip-Hop als Mittel, um gesellschaftliche Brüche zu überwinden und Brücken zwischen verschiedenen Kulturen zu bauen. Unterstützt wird Wordsmith vom Offenbacher Rapper und Produzenten Nepumuk. Dieser Workshop ist eine Mischung aus Vortrag, Performance und interaktivem Unterricht.

Interaktiver Workshop und Q&A mit Wordsmith (Baltimore) und Nepumuk (Offenbach)
Hier geht es zur Zoom-Webinar-Anmeldung
Auf Englisch und Deutsch.

Das gesamte Black History Month 2022 Programm der US-Botschaft und Konsulate in Deutschland finden Sie hier: https://de.usembassy.gov/black-history-month-programs/

Sonntag 6. Februar: RAPUNZEL-REPORT

(Daniela)Ich habs immer nioch nicht gesehen... dabei sind Schauspielerin und Regisseurin Garant für einen witzigen Abend!

Mit Stefani Kunkel. Von Alexandra Maxeiner.

EIN ABEND ÜBER MÄRCHEN, BEZIEHUNGEN
BEZIEHUNGSWEISE BEZIEHUNGSMÄRCHEN

Ein satirisches Märchenprogramm von Stefani Kunkel und Alexandra Maxeiner.

In „Das Haar in der Sippe“ waren es die Niederungen des Familienlebens, nun befaßt sich Stefani Kunkel in ihrem neuen Solo-Programm mit einem Thema, bei dem wir uns alle gut auskennen: Mit der Liebe.

In den Märchen scheint das ja alles ganz einfach zu sein. Da leben die Paare glücklich und zufrieden bis ans Ende ihrer Tage. Aber ist die Liebe wirklich so märchenhaft?

Die Autorin Alexandra Maxeiner hatte die Idee, Grimms Märchenfiguren nach einigen Jahren Beziehungen zu Wort kommen zu lassen. Zusammen mit Steffi Kunkel schrieb sie den Rapunzel-Report, in dem nun Rapunzel, Dornröschen, Schneewittchen oder Aschenputtel aus ihrem Beziehungsalltag berichten, der nicht immer allzu rosig scheint.

Die gewohnt wandlungsfähige Steffi Kunkel schlüpft in diese märchenhaften Rollen, daneben tritt sie auch als Claudia oder als Hilde aus Bornheim auf. Alles grundverschiedene Frauen, doch haben sie eins gemein: Probleme mit den Kerlen. Oder wie sagt es Claudia doch so schön: So wie auf den Zigarettenpackungen müsste doch eigentlich auch auf Standesämtern auf die Gefahren der Liebe hingewiesen werden. Klar, kennt man auch Fälle von glücklichen Ehen. Aber es sterben ja auch nicht alle Raucher an Lungenkrebs".

Ob in Männer oder Zwerge verliebt; ob als Märchenfigur oder aus dem wahren Leben gegriffen – unter der Regie von Alexandra Maxeiner führt uns Stefani Kunkel mit satirischem Blick die Irrungen, Wirrungen und Märchen der Liebe vor Augen.

Buch: Stefani Kunkel/Alexandra Maxeiner
Dauer: Ca. 2 Stunden inkl. Pause

Stalburg Theater, Glauburgstr. 80, 60318 Frankfurt

https://stalburg-theater-ticketshop.reservix.de/events

Sonntag, 6. Februar: OF/ Bernd Rosenheim

(Andrea)

Der gebürtige Offenbacher Bernd Rosenheim ist ein echter Tausendsassa und beeindruckt als Bildhauer und Maler, im öffentlichen Raum sind seine bewegten Großplastiken, Wandmalereien und gestalteten Glasfenster zu bestaunen. So kennt beispielsweise jeder Offenbacher etwa die imposante Skulptur »Flamme« vor dem Rathausgebäude. Auch international ist der Name Rosenheim ein Begriff. Sein Schaffensdrang beschränkt sich nicht nur auf die Kunst, auch Fernsehdokumentationen, Buchprojekte und eine hauseigene Stiftung zieren die Vita des Multi-Talents. Heute wird die Ausstellung im Haus der Stadtgeschichte eröffnet (6. Februar bis 27. März 2022) um 15 Uhr eröffnet und nach Bernd Rosenheim sprechen Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke und Museumsleiter Dr. Jürgen Eichenauer über sein Werk, der Eintritt zur Vernissage ist frei.

Haus der Stadtgsechichte
Herrnstraße 61
Offenbach

Sonntag, 6. Februar: Internationale Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung

(Andrea)

Schmerzen, ein Leben lang: Weltweit sind rund 200 Millionen Mädchen und Frauen an den Genitalien beschnitten. Zusammen mit der jungen Filmemacherin Sarah Fürstenberg von der Hamburg Media School machten Plan International und NALA e.V. dieses Jahr auf die verheerenden Folgen der vielerorts immer noch praktizierten Menschenrechtsverletzung aufmerksam. Das Bild der Grapefruit aus Sarahs eindringlichem Kurzvideo #TheOtherVulva. 

"Heute ist der Internationale Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung statt. Dieser Tag ist wenig bekannt, zu sehr ist das Thema Female Genital Mutilation (FGM, dt.: Genitalverstümmelung) insgesamt tabuisiert - zum Nachteil von betroffenen Mädchen und Frauen. Das möchten wir ändern.

Zum diesjährigen Aktionstag lädt der Kreisverband Frankfurt von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zu einem digitalen Podiumsgespräch ein. Weltweit sind schätzungsweise über 200 Millionen Frauen und Mädchen von FGM betroffen. Sie leiden ein Leben lang unter den Folgen. Verbreitet ist diese menschenrechtswidrige Praktik im nördlichen Afrika, in südostasiatischen Ländern und auch im Mittleren Osten. Aber auch in Deutschland leben Frauen und Mädchen, die von FGM betroffen oder davon bedroht sind. Laut dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sind die Zahlen der Opfer hierzulande seit 2017 um 40 % gestiegen. Warum, was kann man tun und was machen Frankfurter Projekte? Darüber sprechen die folgenden Podiumsgästinnen:

Tanja Wunderlich, FIM – Frauenrecht ist Menschenrecht e.V. Virginia Wangare Greiner, Maisha e.V. - African Women in GermanyMirrianne Mahn, B'90/DIE GRÜNEN, Frankfurter Stadtverordnete Begrüßungsworte kommen aus dem Bundestag von Deborah Düring (MdB, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN). Moderation: Natalie Becker, B'90/DÌE GRÜNEN Frankfurt Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich.

16 Uhr https://www.facebook.com/events/261440449454004

Mittwoch, 9. Februar: Kuratorinnenführung durch die internationale Kinderbuchausstellung

(Andrea)

 Die Kinderbuchausstellung ist für mich immer ein must-see, weil es lässt sich soo herrlich eintauchen. Heute um 15 Uhr erläutern die Kuratorinnen die 66. internationale Kinderbuchausstellung im Klingspor Museum. Kinderbücher aus unterschiedlichen Ländern behandeln eine Vielzahl von Themen und laden Jung und Alt zum Lesen und Betrachten ein. Hier darf geblättert werden. Phantasiewelten sind Schwerpunkt der diesjährigen Ausstellung, Malereien des Offenbacher Künstlers Marc Simon laden zu phantastischen Reisen ein. Der Eintritt kostet 1,50 Euro. Die Veranstaltung findet gemäß der aktuellen Abstands- und Hygienevorschriften (2 G+ Regel) statt. 

Klingspor Museum
Herrnstraße
Offenbach

bis 13. Februar: FfM / Winterwerft

(Andrea)

Once again, auf die Bewohner:innen der Orberstraße ist Verlass und ich liebe diesen wilden Kosmos aus Theater, Kunst, Musik und Tourbetrieb. Wer sie nicht kennt, die antagons und protagons: Das sind die, die jedes Jahr, und auch in den vergangenen Jahren unter pandemie-Bedingungen, die Sommerwerft an der Weseler Werft durchführen. Jetzt ist es kalt und deshalb, na klar, laden sie vom 03.-13.02. zur Winterwerft, also acht Tagen mit Theater, Tanz, Performance und mehr. Hier auf dem protagon Kulturgelände im Frankfurter Osten sowie online im Livestream. Freut euch auf antagon theaterAKTion (GER), DAH Teatar (SRB), Brama Teatr (POL), Insectotropics (ESP), Regula contra Regulam Teatro (ITA), Derevo (GER/RUS), Kud Ljud (SLO), Teatro Strappato (ESP) und die eine oder andere wilde Überraschung. Was geschieht, wenn wir vor den großen Krisen unserer Zeit einmal den Blick senken und wieder in der Gegenwart ankommen? Uns auf die Knie begeben, die Hände in die Erde stecken und nach den Wurzeln tasten, für die uns das Gespür vor vielen Jahrhunderten abhandengekommen ist? Nach den feinen Verbindungen und Netzwerken in die wir als Teil dieser Erde eingebunden, verwickelt und verknotet sind, ganz egal, wie viel Mühe wir uns geben, sie zu zerreißen? Unter dem Motto ENTANGLED wollen wir es mit der Winterwerft 2022 wagen, die Krone der Schöpfung einmal neben uns ins Gras zu legen und versuchen, uns als innigst und intimst verwobenen Teil dieses multidimensionalen, arten- wie generationenüberspannenden Netzwerkes des Lebens zu sehen. Schließt euch an, kommt in den Kreis – wir brauchen jede einzelne. Wie genau die Winterwerft schließlich aussehen, auf welchen Kanälen wir mit euch teilen und in Dialog treten können, ist abhängig von der pandemischen Lage. Wir beobachten die Entwicklung genau und teilen aktuelle Informationen zeitnah mit euch hier und auf www.winterwerft.de. Dieses Festival wird von Protagon e.V. organisiert.

Winterwerft
Orber Straße 57
Frankfurt und online 
https://winterwerft.de/

Freitag, 11. Februar: FfM/ See you

(Andrea)

Es kommt nicht oft vor, dass Dany und ich tatsächlich zusammen ausgehen. Letzten Freitag war es dann aber tatsächlich und endlich mal wieder so weit und wir waren zusammen bei der Premiere von "See You" im Kammerspiel. Es war in einem Wort, ziemlich großartig, ich empfehle hiermit und ausdrücklich: Besorgt Euch Karten!! Ein tolle Produktion von und mit unglaublichen und zugleich jungen Menschen. "Bedrohung. Verzweiflung. Perspektivlosigkeit. Immer mehr Jugendliche lassen sich auf einen lebensgefährlichen Fluchtweg nach Europa ein. Finden sie überhaupt einen Ort, der ihnen das Recht gibt, zu bleiben, anzukommen? Ein Leben in der Schwebe. Verlust von Vertrautem, den wichtigsten Menschen, einem Zuhause. Ein Ende von Vielem. Ein Bruch in der Biografie. Ein Anfang. Der Zustand Exil endet nicht mit der Ankunft an einem Ort. Vor 84 Jahren gelang engagierten privaten Organisationen die Rettung von ca. 20.000 zumeist jüdischen Kindern aus Deutschland heraus in Länder, die ein neues Leben boten. Sechs der »Kindertransport-Kinder« aus Frankfurt kommen in einer Ausstellung des Deutschen Exilarchivs 1933-1945 der Deutschen Nationalbibliothek zu Wort. In ihre bewegenden Geschichten ist ein inklusives, diverses Jugendensemble eingetaucht, das nach diesen Schwebezuständen fragt, und dem Recht, zu gehen, zu kommen und zu bleiben."
TEAM Regie und Konzept: Martina Droste Bühne und Kostüm: Michaela Kratzer Musik: Max Mahlert Chor: Christina Lutz MIT Aliyah Arrington, Anahita Azari, Ayman Ben Magahed, Georgios Choubardas, Maja Koj, Vincent Anias Lang, Richard Neubrand, Japhette Basinga Nsonsani, Joy Owie, Matteo Schultheis, Anastasija Śejič, Mobin Soltani, Helen Teketel Für Jugendliche ab 14 Jahren 

www.schauspielfrankfurt.de/spielplan/premieren/see-you

Es gibt noch Restkarten

Foto: Felix Grünschloß

VORSCHAU
Samstag, 12. Februar und Sonntag, 13. Februar: FFM/ Dreams

(Andrea)

Meine puppenspielende Freundin Antje hat sich eine neue Geschichte ausgedacht, die ich allen mit kleinbekinderten Menschen und jenen, die der deutschen Sprache nicht so mächtig sind, unbedingt ans Herz legen möchte. Zudem: Man kann ja nicht früh beginnen mit der kindlichen Kulturbildung, erst recht in Pandemiezeiten - wir brauchen das alles so sehr, die Erlebnisse fern ab von Bildschirmen und Screens. Nun zur Story von Dreams: "Toni wacht mitten in der Nacht auf. Sie steigt aus ihrem Bett. Aber was ist das? Da ist ja Gras unter ihren Füßen. Sie schaut sich um. Ihr Bett steht mitten in einem Dschungel. Sie träumt. Sie folgt einem Schmetterling und beginnt damit eine abenteuerliche Reise durch verschiedene Traumwelten. Die Zuschauer:innen begleiten Toni durch diese musikalische Reise, die ganz ohne Sprache auskommt und somit für Groß und Klein auf der ganzen Welt geeignet ist."

Samstag, 12. Februar und Sonntag, 13. Februar, jeweils 15 Uhr; www.kellertheater-frankfurt.de/karten.php

Kellertheater
Mainstraße
Frankfurt
Nicht barrierefrei

Montag, 14. Februar: FFM/ Diaspora

(Andrea)

"Denken ohne Geländer", das war das Motto der wertgeschätzten Hannah Arendt und gibt den Takt der Reihe im Jüdischen Museum vor. Gastgeber ist der ebenfalls geschätzte, nach wie vor wunderbar sperrige Michel Friedmann und klar, dass ich, weil die Tickets verlost werden, mich zumindest schon mal in den Topf geworfen habe. Wünscht mir Glück! Ansonsten bietet das Museum glücklicherweise einen Stream an, aber nach all den Monaten in der digitalen Welt wäre ich froh, in der eigens geschaffenen Sitzskulptur von Tobias Rehberger nicht sitzen, aber zumindest nah dran zu sein: "Am 14. Februar begegnet Prof. Dr. Dr. Michel Friedman, der Gastgeber der Reihe, im Foyer des neuen Lichtbaus der Direktorin des Berliner Instituts empirische Integrations- und Migrationsforschung sowie Leiterin des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung Prof. Dr. Naika Foroutan. Im Zentrum des Gesprächsabends steht ein Wort, das die jüdische Existenz seit knapp 2000 Jahren kennzeichnet und von besonderer Bedeutung für jüdische Kulturen weltweit ist: Diaspora. Eintritt frei; begrenzte Teilnehmerzahl; die Plätze werden eine Woche vor der Veranstaltung verlost. Schreiben Sie bitte eine Mail an: besuch.jmf@stadt-frankfurt.de.Das Gespräch wird auch live auf dem YouTube-Kanal und der Facebook-Seite des Museums übertragen."

Jüdisches Museum
Frankfurt
und online

Samstag, 19. Februar (Premiere): Wer hat meinen Vater umgebracht / Das Ende von Eddy

(Martin)

Nach den Romanen von Édouard Louis
Freies Schauspiel Ensemble - Titania

Ende November des vergangenen Jahres war er in Frankfurt und hat im Schauspiel sein neues Buch ‚Die Freiheit einer Frau‘ vorgestellt: Édouard Louis! Zu erleben war natürlich der erfolgreiche Autor – und gleichsam ein 100% sympathischer Mensch!

Die FR schrieb anlässlich der Lesung: „Von Anfang hat Louis das eigene Leben thematisiert und sich damit nicht nur Freunde gemacht. „Fiktion ist nichts für mich“, erklärt er. Vor allem das Autobiografische könne politische Kraft entfalten. Wenn es um das wahre Leben geht, sei man mit der Realität konfrontiert und könne den Kopf nicht wegdrehen.“

Und dieser Anfang seines literarischen Lebens, ‚Das Ende von Eddy‘ und ‚Wer hat meinen Vater umgebracht‘ sind Gegenstand der neuen Premiere im Titania:

„‘[W]as ich schreibe, was ich erzähle, folgt nicht den Erfordernissen der Literatur, sondern denen der Notwendigkeit, der Dringlichkeit, denen des Feuers‘. Das Ende von Eddy, Édouard Louis’ erster Roman, ist ein Befreiungsschlag: der gelungene Versuch, die eigene Herkunft, das gesellschaftliche Schicksal, Demütigung, Armut und Außenseitertum literarisch zu überwinden. Der junge Autor erhebt seine Stimme zu einer Anklage gegen die Verhältnisse, in denen er aufgewachsen ist, gegen die Homophobie, die Enge und Tristesse seines Heimatdorfs in Nordfrankreich.

Vier Jahre später widmet er sich erneut seiner Kindheit. Mit Wer hat meinen Vater umgebracht – zugleich Romanessay und flammendes Pamphlet – hat er einen Nachtrag voller Empathie geschrieben, der nachzeichnet, wie das Elend der französischen Arbeiter*innenklasse politisch perpetuiert wird. Er nähert sich schreibend dem Leben und der Perspektive seines Vaters an, erforscht, was ihn hat werden lassen, wie er wurde, und erweitert seinen eigenen Blick vom Privaten auf das Politische, um die Herrschenden namentlich zur Verantwortung zu rufen.

In einer Bühnenfassung für zwei Schauspieler und ein Schlagzeug inszeniert Bettina Kaminski beide Texte als eine explosive Untersuchung dessen, wie sich die Politik in die Körper von Menschen einschreibt – im Falle von Louis’ Vater, indem man sie durch Arbeit zugrunde richtet. Nicht zuletzt stellen Text und Inszenierung ein Ideal von Männlichkeit in Frage, dessen Kehrseite Gewalt, Hass auf Homosexualität, sowie die Unterdrückung der eigenen Emotionen bedeutet. Ein Stück, das sowohl Zärtlichkeit als auch Wut ihren Raum gibt.“

Hier geht’s zu den Tickets: http://freiesschauspiel.de/programm/spielplan/wer-hat-meinen-vater-umgebracht-das-ende-von-eddy

Samstag, 19. Februar (Premiere) um 20.00h
Freies Schauspiel Ensemble im Titania, Basaltstraße 23
Weitere Vorstellungen: 20. und 25. – 27. Februar, 11. – 13. März

Foto: © Moritz Buch

Samstag, 19. Februar: #saytheirnames

(Andrea)

Zwei Jahre ist es heute her, dass ein Rassist in Hanau rumballerte und Menschen tötete. Ich war danach ziemlich sprachlos, Rassismus hier? In Rhein-Main? Gibt es den nicht nur im, sorry, Osten? Nein, hier und in der Mitte der Gesellschaft. Und weil wir hier auch eine Menge Babos und Shishabars haben oder irgendeinem Irren irgendetwas anderes nicht passt, gilt: Klare Kante gegen Rassismus. "In Gedenken an Fatih, Ferhat, Gökhan, Hamza, Kaloyan, Mercedes, Said Nesar, Sedat und Vili. Das sind die Namen der neun Menschen, die der Attentäter von Hanau aus rassistischen Motiven getötet hat. Es sind die Namen der jungen Menschen deren Tod Menschen weit über Hanau hinaus bewegt. Diese Namen sollen den Namen des Attentäters überschatten. Aus diesem Grund werden in den sozialen Medien die Namen und Fotos der Ermordeten geteilt Inzwischen hat die Amadeu-Antonio-Stiftung Informationen und Hintergründe zu den Ermordeten zusammengetragen: „Trotz all der wichtigen Diskussion um den rassistischen Anschlag in Hanau am 19.02.2020 darf das Gedenken an die Opfer nicht in den Hintergrund geraten. Ihre Namen sind die, die im Gedächtnis bleiben sollen.“ Aus diesem Grund werden unter dem Hashtag #SayTheirNames vor allem auf Twitter, Instagram und Facebook Posts mit den Namen der Opfer veröffentlicht. Auch Demokratie Leben Hanau möchte hierzu einen Beitrag leisten. Unter www.saytheirnames.de planen wir eine gemeinsame Aktion, die am 19.02. der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll. Wir bitten euch schon jetzt um Mithilfe, denn jeder kann mitmachen und das Gedenken an die Opfer hochhalten. Gerade in der aktuellen Zeit, in der persönliche Anteilnahme und persönlicher Kontakt stark eingeschränkt sind, können wir mit dieser Aktion ein Zeichen setzen und den Familien und Freunden der Opfer unsere Aufmerksamkeit geben. In Gedenken, in Trauer und als Mahnung, dass so etwas nie wieder passieren darf. Ladet euch das Schild von unserer Homepage herunter und schickt uns euren Beitrag an .


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