22.09.2017
Inhalt: 2 LESERBRIEFE & 72 STUNDEN COUNTDOWN / FREUND*IN WERDEN. SO GEHT'S: / ZU GEWINNEN / G E D R U C K T E S / Freitag 22. September: Omid, Jessi, Tarek & Die Schwindler / Freitag 22.09: Konzert mit Tender Leech in der denkbar / Freitag, 22.9.: OF/ Vernissage / 20 Jahre Radio X - 8 Tage Programm im Saas Fee / G E R O L L T E S / Samstag 23. September: CEM SESSION / Samstag 23. September: Hallenflohmarkt im Exzess / Samstag 23. September: Informationsbörse für
 gemeinschaftliches und genossenschaftliches Wohnen / Samstag 23. September: 3. Frankfurter Bienenfestival / Samstag und Sonntag, 23.+24.9.: OF/ Hafenzirkus / Samstag, 23.9.: FFM/Geld und Liebe / Samstag, 23.9.: FFM/ Konzert / Samstag, 23.9.: OF/ Waggon / Sonntag, 24.9.: Populistenbeschimpfung / Sonntag 24. September: Wahlparty / Sonntag, 24.9.: OF/ Wir wählen einen neuen OB / Montag, 25. September: FFM/ nachtleben / Donnerstag 28. September: Fake II: Dies ist kein Mittelfinger. / V O R S C H A U / Freitag 29.09.: Kafka Tamura im Lotte Lindenberg / VORSCHAU: URBAN AFRICA / Donnerstag 19. Oktober: Youngblood Brassband / Impressum

2 LESERBRIEFE & 72 STUNDEN COUNTDOWN

Letzte Woche bekam ich zwei Leserbriefe.
Der erste hat mich in eine Schockstarre versetzt, der Zweite hat mich zum Schmunzeln gebracht.

Fangen wir mit dem ersten an:
 Ich hatte angekündigt, dass ich wieder ins Stadion gehe und dazu auch das Bild veröffentlicht, was ich dazu immer veröffentliche: es zeigt die Kutte von dem Typ, der zwei Reihen unter mir sitzt. Ich bekam dann dazu folgende Email:
„Was genau willst du uns mit dem Foto der Eintracht-Kutte sagen? "Vorsicht! Zecken!" und ein Eisernes Kreuz? Falls du das nicht auf dem Schirm hast: https://de.wikipedia.org/wiki/Zecke_(Schimpfwort) "Die Charakterisierung als Zecke, ein Parasit, knüpft an die in der Sprache des Nationalsozialismus gebräuchlichen Tiermetaphern, insbesondere für die sogenannten Volksschädlinge, an. Diese Schädlingsmetaphern sind in rechtsextremer Musik weit verbreitet und können auch als indirekte Tötungsaufforderungen gewertet werden." Vielleicht habe ich das ja auch falsch verstanden... ich hoffe nur, dass du in deinem Newsletter keine rechte Propaganda transportieren möchtest. Viele Grüße, R.“


Ich war echt geschockt... ich schreibe seit 11 Jahren diese Ausgehtipps und jedes mal denke ich: die Leser sind bestimmt irgendwann genervt, dass sie hier auch ständig mit Politik und vor allem Grüner Politik konfrontiert werden, denn es geht ja eigentlich ums Ausgehen... Aber das jemand in Betracht zieht ich könnte rechte Propaganda transportieren wollen... Hammer!

Der zweite Leserbrief kam 2 Minuten später und hat meine Schockstarre gelöst: „Ich möchte gerne mal loswerden, dass ich die neue Kolumne von Uwe zum Fußball großartig finde und mittlerweile mit Begeisterung darauf warte, was er sich dieses Mal einfallen lässt. Vor allem seine Gedanken (beim letzten Mal) über Schalke und Höwedes fand ich ausgesprochen gut. Das hätte so auch in der Süddeutschen Zeitung stehen können. Beste Grüße an ihn - unbekannter Weise. G.P.“

Ja, das finde ich auch. Uwe ist großartig... in jeder Hinsicht

Jetzt aber zurück ins Hier und Jetzt:
Verzeiht, wenn ich in dieser Ausgabe gleich drei Veranstaltungen der Grünen ankündige, aber diese Wahl beschäftigt mich sehr (ganz am Ende der Ausgehtipps findet ihr den Beitrag "An alle grün Nörgler" von Martin Herrndorf, der genau das beschreibt, was ich zur Zeit denke und vor allem fühle und wenn ihr den lest versteht ihr vielleicht auch, warum das Intro so lange geworden ist)

Solltet ihr irgendwie zögern am Sonntag nicht zur Wahl zu gehen, oder Menschen kennt, die zögern, dann schaut Euch diese Kampagne an, oder leitet sie weiter.
 http://www.betweenbridges.net/bundestagswahl-2017.php  (Vielen Dank an Tina und Hella für den Tipp.) Ich zitiere den Ideengeber Wolfgang Tillmanns: "....Die AfD-Wähler/innen werden wir vielleicht nicht umstimmen können. Daher ist das Einzige, was hilft: eine hohe Wahlbeteiligung und Stimmen für die anderen Parteien, damit der prozentuale Anteil der AfD klein bleibt. Dafür habe ich mit meinem Team Poster entworfen, die an zehntausend Adressen im ganzen Land verschickt werden. Sie sind ebenfalls als A3/A4 Formate zum Selberdrucken und im Social-Media-Format auf dieser Website www.betweenbridges.net herunterladbar. Bitte vermittelt möglichst vielen Menschen, Bekannten und Familie die Dringlichkeit der Situation. Jede Stimme zählt. Druckt die Poster aus und fragt in Kneipe, Bäckerei, Arbeitsplatz, ob ihr eins aufhängen könnt. Oder postet sie online."

So, ich muss jetzt los: 72 Stunden Countdown. Wir sehen uns heute Abend, bei Omid und DIE SCHWINDLER auf dem Schiff, gelle?

Mit kämpferischen Grüßen


Daniela

Vielen Dank an meine heutigen Co-Autor*innen Martin Grün, Petra Manahl, Andrea Ehrig und Uwe Schwöbel.

Zur besseren Lesbarkeit empfehle ich die Ausgehtipps auf meiner Webseite zu lesen.

FREUND*IN WERDEN. SO GEHT'S:

Du findest die Ausgehtipps toll und möchtest, dass es sie auch im 11. Jahr noch gibt?

Dann werde Freund*in
, ob als Privatperson, als Unternehmer*in oder als Anzeigenschalter*in... hier gibt es alle Infos.

(Wenn Du mit all den Formularen nicht weiter kommst, dann schicke einfach ne Mail an: freunde@cappelluti.net)

ZU GEWINNEN

Für die folgenden Tickets bitte nette Antworten mit Angabe von Vor- und Zuname, an: ausgehtipps@cappelluti.net

2 x 2 Gästelistenplätze für das Konzert von Kafka Tamura am kommenden Freitag im Lotte Lindenberg. Gewinnfrage: Auf welcher Lesung bin ich an dem gleichen Abend?

Für die folgende Verlosung bitte mit Angabe von Vor- und Zuname plus Postanschrift, an: ausgehen-in-offenbach@web.de

2 x 2 Gästelistenplätze für das Konzert von The Pretty Things am Montag im nachtleben. Gewinnfrage lautet: In welcher in Offenbach gegründeten Band spielte Seppl Niemeyer neben Gerd Knebel und Olaf Mill? 

G E D R U C K T E S

(Petra)

Wenn ich sieben Leben hätte, würde in mindestens einem von ihnen Kunst und Kultur im Mittelpunkt stehen, die mich inspiriert und zum Denken und Schreiben bringt. Was ich auf der documenta in Kassel vor kurzem gesehen habe, gehört nicht in diese Kategorie - aber ich will nicht in die allseitige Häme einstimmen, die ja immer einfach ist. Und das Wetter war doof. Zwei, drei Werke immerhin sind bei mir haften geblieben. In einem anderen Leben würde ich Antworten auf unsere gesellschaftlichen Fragen finden. Oder wäre selbst kreativ. Vielleicht hätte ich auch den Blumenladen, von dem ich als Jugendliche geträumt habe. Im nächsten würde ich mit klugen Konzepten so richtig Geld verdienen, am Meer leben, nicht alleine, und Herzensprojekte unterstützen. Welches Leben macht glücklich? Welches Leben macht Euch glücklich?
In diesem Leben hetze ich durch meinen Alltag und gehe nur aufrecht, weil mein Job mich erfüllt. Das ist viel, ich weiß. Rastlos treibe ich mich selbst an: das reicht noch nicht. Doch diese Woche habe ich nichts Schöngeistiges zu erzählen: ein schmales Buch schleppe ich seit Tagen halbgelesen mit mir umher. Zum Feierabend quillen meine Augen über vor gelesenen Wörtern - da geht gerade nicht noch mehr. Außer mal einem gepflegten Feierabend-Drink und Hirn auslüften. Nur nicht bequem, gar gleichgültig werden. Aber ein kurzer Moment der Nachsicht mit sich selbst. Und manchmal kann auch Trinken als Kunst zelebriert werden. Den Ort und Barkeeper des Vertrauens dafür finde ich in letzter Zeit gerne in der Elbestraße 29, im "Vinghtneuf". Aus den gut 50 Vermouth, die dort unter anderem zu bekommen sind, den richtigen herauszupicken, ist gar nicht so einfach. Umso besser, dass der charmant-kundige Mann hinterm Tresen so wunderbar berät und alleine die verschiedenen Flaschen und Etiketten so viel Vergnügen machen, dass man sich fröhlich durchprobieren kann. Luxusprobleme im wahren Leben.

Freitag 22. September: Omid, Jessi, Tarek & Die Schwindler

(Daniela)

Also heute Abend bin ich auf dem FREIGUT. Das ist ein ziemlich cooles Eventschiff am Eisernen Steg. Ich freue mich total auf die Musik von Die Schwindler, die schon 1998 für die Grünen gespielt haben. Damals sogar AUF dem Eisernen Steg.

Der Eintritt ist frei. (Das Schiff legt nicht ab!)
Es gibt leckere Grüne Pasta.

Einlass & Musik ab 18:00 Uhr und die Reden unserer beiden Frankfurter Direktkandidat*innen Jessica Purkhardt und Omid Nouripour und dem Hessischen Minister für Wirtschaft, Verkehr, Energie und Landesentwicklung Tarek Al-Wazir beginnen um 19:00 Uhr auf dem Oberdeck (Jäckchen nicht vergessen!).

Kommt!

Ort: FREIGUT, direkt am Eisernen Steg, am Sachsenhäuser Ufer
Einlass: 18:00 Uhr, Beginn: 19:00 Uhr

Freitag 22.09: Konzert mit Tender Leech in der denkbar

(Martin)

 
Ich habe vor einiger Zeit einen ganz wunderschönen Konzertabend erlebt und dazu gibt’s jetzt wieder Gelegenheit: die Lieder von Tender Leech erzählen kleine Geschichten. Wunderbar. Dabei geht es um schwarze Hunde, zärtliche Blutegel, flüsternde Winde und duftenden Rosmarin. Die Zuhörer*innen werden mitgenommen auf eine Reise in eine Welt voller Gegensätze.
Die Musik von Tender Leech hat viele Facetten: eine ausdrucksstarke Stimme, die an Julie Driscoll oder Aimee Mann erinnert, Texte, deren bildhafte Sprache Räume öffnet, Musik, die erdig oder federleicht sein kann, wunderschöne Melodien, aber auch Sperriges und Eigenwilliges – die unterschiedlichen musikalischen Wurzeln und Prägungen der Musiker verbinden sich zu einem ganz eigenen Sound.
Eine Kostprobe gibt’s hier: http://www.tender-leech.de/index_tl.html


Freitag, 22.09. um 19.30h in der denkbar, Spohrstraße 46A, 60318 FFM

Freitag, 22.9.: OF/ Vernissage

(Andrea)

Happy Birthday Kunstverein! "Vor recht genau 40 Jahren, im Sommer 1977, startete der Kunstverein Offenbach mit dem Ziel Künstler und Bürgertum zusammenzubringen. Viel ist seitdem geschehen, viele der Ausstellungen, Lesungen und Events sind in Erinnerung geblieben. Eine wichtige Aufgabe des Vereins war von Beginn an Aufbau und Organisation einer eigenen Artothek mit Kunstwerken, die der Verein über die Jahre hinweg gesammelt bzw. angekauft hat. Inzwischen sind es mehrere hundert Arbeiten, die neuesten stammen aus den Jahren 2016 und 2017. Aus diesem Anlass präsentiert der Verein einen bunten Querschnitt aus 40 Jahren Kunstmachen und sammeln. Ausstellungshalle im KOMM-Center, Aliceplatz 11. Vernissage: 22.09.2017, 18:00 Uhr

20 Jahre Radio X - 8 Tage Programm im Saas Fee

(Andrea)

Einen Tag habe ich bereits verpasst, deshalb muss ich es heute, morgen, übermorgen irgendwie ins Saas Fee in die Bleichstraße schaffen! Insgesamt acht Tage geht die Sause, also ab heute nur noch sieben, aber bei dem pickpackevollen Programm darf sich doch mal das ein oder andere Rosinchen rausgepickt werden. Meine ich. Also heute beispielsweise "Der Himmel geht weiter" , Fritz deutschland, Virus Musik Radio, Weltbeat und Radio Radieschen. Um nur ein paar Programme zu nennen, die über 91,8 zu empfangen oder eben jetzt live zu erleben sind. Was drumherum noch passiert, wollte Seppl am Telefon nicht verraten. Aber es wird, wie gewohnt, "aufregend!". http://bit.ly/2ydMvSW

G E R O L L T E S

(Uwe)

Von Gerhard Polt gibt es Sketche, in denen er den verarmten Adel köstlich auf die Schippe nimmt. So lässt er als Neureicher beispielweise einen alten Adligen, der sich als Hausdiener durchschlagen muss, einen Sauerbraten „stilecht“ mit einem Elektromesser aufschneiden oder zählt ihm knauserig Essenmarken vor.

Auch im Fußball gibt es den verarmten Adel: Das sind Traditionsvereine, die durch jahrelange Misswirtschaft ihren ehemals hervor gehobenen Status verloren haben. Die Liste ist genauso lang wie sie traurig ist. Sie voll ist mit ehemaligen Meistern und regionalen Flaggschiffen, die nun in der 4. Liga spielen (z.B. 1860 München), ohne Perspektive in der 2. Liga herum dümpeln (z.B. 1 FC Kaiserslautern) oder froh über Mittelmaß in der 1.  Liga sind (z.B. Hamburger SV).

Das ist bedauerlich. Das grämt den Fan, der nach Ursachen und Schuldigen für das Abrutschen seines Vereins sucht. Der mehr oder weniger tiefe Absturz der betroffenen Clubs begann jeweils deutlich vor den durch Investoren "gekauften" Bundesligaaufstiegen von RB Leipzig oder TSG 1899 Hoffenheim. Die oft als Wettbewerbsverzerrer gescholtenen Investoren wie Matteschitz oder Hopp können für die Entwicklung eines Vereins wie dem 1. FC Kaiserslautern also nichts (für die ein oder andere aktuelle und künftige Ungerechtigkeit im Fußball aber natürlich schon).

Im Film „der letzte Komödiant“ erklärt einer einem ehemaligen Superstar und mittlerweile gescheiterten Komiker „Du bist wo Du bist, weil Du bist, wie Du bist“. Genau das gilt auch für die gestrandeten Traditionsvereine: Die hatten kein Pech, die wählten Sonnenkönige zu Club-Präsidenten, fällten jahrelang falsche Personalentscheidungen, bauten Millionen DM/EUR Steuerschulden wegen intransparenter Gehaltszahlungen auf, übernahmen sich beim Stadionbau und so weiter ... und so weiter ...  Deswegen mussten sich beispielsweise die Macher des ruhmreichen HSV vom Spediteur Kühne zeitweise die Essenmarken vorzählen lassen (und dabei lächeln).

Der Eintracht-Tipp (von einem Schalke-Fan):

Die Englische Woche mit dem Spiel gegen Köln habe ich vergessen. So konnte ich wenigstens nicht falsch tippen. Red Bull Leipzig (ja, die heißen nicht wirklich so) – Eintracht Frankfurt 3-1

Zum Abschluss noch etwas sinnloses Wissen über Traditionsvereine:
Dass ein Club-Präsident, der gerne   „Champagner Willi“ gerufen wurde, einen guten Job machen kann, bewies Willi O Hoffmann. Er stellte Uli Hoeneß 1979 als Bayern-Manager ein.

Samstag 23. September: CEM SESSION

(Daniela)

Ja, ich halte Cem Özdemir für einen brillianten Redner und einen sehr sehr schlauen Kopf. Ja, ich fände es toll, wenn er Innenminister wäre, weil ich ja Omid gerne als Außenminister hätte (und Robert gerne als Parteichef).

Aber das wäre jetzt kein Grund von 10:00-11:00 an den Liebfrauenberg zu kommen, sondern, weil Cem dort eben KEINE Rede hält, sondern die Fragen der Bürger beantwortet. Also: kommt und löchert ihn.

Samstag 23. September: Hallenflohmarkt im Exzess

(Daniela)

Und wenn der Wahlkampf dann endlich vorbei ist, habe ich mal wieder Zeit auf einen Flohmarkt zu gehen. Heute kann ich ja leider nicht, sonst wäre ich nach Bockenheim geradelt, denn ich mag den Hallenflohmarkt im Exzess sehr, sowie ich das Exzess sowieso total klasse finde, auch wenn ich da eigentlich nie (mehr) hingehe, aber es ist sooo wichtig, dass es diese Orte in der Stadt gibt!

Das Cafe Exzess lädt wieder mal ein zum jährlichen großen Hallenflohmarkt!

Unter dem Motto “All the trash you need!“ gibt es alles, was das Herz begehrt, Kleidung, Haushaltswaren, Schallplatten, Filme, Bücher, Möbel, Raritäten und Nippes aller Art!

Alles von Privat - keine Händler, kein Nazikram!

Cafe + Kuchen - gute Musik + große Halle!
12-17 Uhr
Cafe Exzess, Leipziger Straße 91

https://www.facebook.com/events/150235188892978/?ref=46

Samstag 23. September: Informationsbörse für
 gemeinschaftliches und genossenschaftliches Wohnen

(Daniela)

11. Informationsbörse für
 gemeinschaftliches und genossenschaftliches Wohnen

Wohnen in Frankfurt? Ist verdammt kompliziert. Alternative Wohnprojekte sind m.E. nach DIE ZuKUNFT.
Ich war vor ein paar Jahren auf der Veranstaltung. Die ist verdammt gut.

Am Samstag, den 23. September 2017 von 10.00 bis 17.00 Uhr findet unsere diesjährige Informationsbörse für gemeinschaftliches und genossenschaftliches Wohnen statt.
Auch dieses Jahr wird sie vom Amt für Wohnungswesen der Stadt Frankfurt am Main und dem Netzwerk gemeinsam veranstaltet.
Hier geht es zum Flyer.

Das Vortragsprogramm findet dieses Jahr nicht im Haus am Dom, sondern in der Evangelischen Akademie statt.

10.00 – 11.30 Uhr Eröffnung und Vortragsprogramm
Evangelische Akademie, Römerberg 9
Begrüßung
Mike Josef, Planungsdezernent der Stadt Frankfurt am Main
Vorreiterin München – gemeinschaftliche Wohnprojekte in Neubauquartieren
Prof. Dr. Christiane Thalgott, Stadtbaurätin i.R. der Stadt München
Gemeinschaftliche Wohnprojekte in der Quartiersentwicklung
Dr.-Ing. Klaus Habermann-Nieße, plan zwei, Hannover

 
11.45 – 17.00 Uhr Infobörse

Römerhalle und Schwanenhalle, Römerberg 27

Dieses Jahr präsentieren über 50 gemeinschaftliche Wohninitiativen und Wohnprojekte, Institutionen, Organisationen, Wohnungswirtschaft und andere Akteure des gemeinschaftlichen Wohnens ihre Aktivitäten und Angebote und stehen für Fragen und Diskussionen zur Verfügung.

Samstag 23. September: 3. Frankfurter Bienenfestival

(Daniela)

Wirklich schade, zu erne wäre ich heute zum 3. Frankfurter Bienenfestival gegangen, echt toll, was Thorsten und ein paar andere Imker und Bienenfreunde zusammen organisieren.

Das Motto in diesem Jahr lautet: “ Über die Stadtgrenzen hinaus – Imkern in Stadt und Land“ Daher begrüßen wir beim 3. Frankfurter Bienenfestival erstmalig auch Vereine und Initiativen aus dem Umland, wie etwa aus dem  Taunus.
Auf der Bühne gibt es spannende Vorträge zu topaktuellen Themen der Bienenhaltung in Stadt und Land.Gemeinsam mit allen Menschen dieser vielfältigen Stadt treffen sich die verschiedenen Imker und Imkerinnen aus und um Frankfurt, kosten echten Frankfurter Honig, lernen Neues voneinander, reden miteinander und tauschen sich aus: Über Bienen, Blumen und Honig.Für Kinder gibt es Mitmachangebote. Getränke, Kaffee, Kuchen und andere Leckereien werden zu familienfreundlichen Preisen angeboten.

10–18 Uhr Botanischer Garten Frankfurt, Siesmayerstr. 72, 60323 Frankfurt
Eintritt frei
Hier gibt es das ganze Programm: www.frankfurter-bienenfestival.de

Samstag und Sonntag, 23.+24.9.: OF/ Hafenzirkus

(Andrea)

Nach zwei Jahren gastiert am Wochenende wieder Circo Fantazztico aus Costa Rica im Hafen 2. Es wird zwei Vorstellungen geben: Samstag um 19 Uhr (mit anschließendem Feuerspektakel und Mini Discothèque) und Sonntag um 18 Uhr. Am Sonntag bietet die Truppe ausserdem einen Akrobatik-Workshop für Kinder und Jugendliche an. Wer daran teilnehmen möchte, schickt bitte eine Mail an kontakt@hafen2.net

Samstag, 23.9.: FFM/Geld und Liebe

(Andrea)

Sercin spielt im Kellertheater und die Rolle ist ihr, glaube ich, auf den Leib geschnitten. Weil die Premiere ausverkauft ist, muss ich heute hin. Das muss ich mir unbedingt anschauen, wie sie die leidende und liebende Jess in "Geld und Liebe" spielt: "Jess will sich das Leben nehmen. Wirklich? Ein Hilferuf? Ihr Mann David erkennt die Chance, sich von einer erdrückenden Schuldenlast zu befreien.Er wird zum Komplizen und vollendet den Selbstmord seiner Frau. Rückblickend in chronologisch verschachtelten Szenen werden wir Zeuge dieser Verstrickungen. Jess glaubt an das Wunder der Liebe und die Einzigartigkeit des Universums. Einfach Sein reicht ihr aber nicht, sie will auch „Sachen haben“. Sie wird kaufsüchtig. Anspruch und Möglichkeiten klaffen auseinander. Mit dem Lehrergehalt von David ist es nicht zu schaffen. Irgendwann kriecht er bei seiner Ex-Geliebten Val, Chefin eines Telekommunikationsunternehmens, zu Kreuze. Sie demütigt ihn. Er hält es aus. Sie engagiert ihn. Doch das Geld reicht nicht, auch nicht die Liebe. Welchen Preis sind wir bereit zu zahlen? Und da sind auch noch die Eltern, die sich Vorwürfe machen und auf ihre Weise gegen den allgegenwärtigen Prunk wehren. Die Liebe bleibt auf der Strecke. Der Dramaturg Dennis Kelly schafft ein packendes dichtes Sprachkorsett um diesen unmöglichen Spagat fühlbar zu machen, mit gelegentlich aufflackerndem subtil skurrilem Humor. Es bleibt ein beklemmendes verstörendes Gefühl, weil wir spüren, dass wir Teil des Bildes sind." Heute um 20 Uhr im Kellertheater, alle weiteren Termine stehen hier: www.kellertheater-frankfurt.de/produktionen/liebeUndGeld/index.html

Samstag, 23.9.: FFM/ Konzert

(Andrea)

Ich habe leider keine 70 Euro für ein Essen übrig und einladen wollte mich auch bisher noch niemand... Obwohl ich gerne mal wieder zu pret-à-diner gegangen wäre, vor 10 Jahren war ich mal dort und ziemlich begeistert. Heute allerdings ist es eine Überlegung wert, es kostet ab 22 Uhr nur 10 Euro UND es spielt Casey Keth, ein echter Tipp! Er ist neulich im Dreieichpark aufgetreten und hat dabei nicht nur mich verzaubert. Also, possibly maybe Junghofstraße 11. http://bit.ly/2xiXDyw

Samstag, 23.9.: OF/ Waggon

(Andrea)

"Zur Hölle - was ne Party beim letzte Mal! DAS wollen wir wieder!!! Zur Feierei-Sicherheit wird Großmeister Dirk Baumanns dazu stoßen!" Klare Sache, heute schwingen Sibylle und Yvette das Zepter im Waggon und weil die Damen etwas vom richtigen Beat verstehen an sich schon ein verdammt guter Grund, auf ein Glas im Waggon einzukehren. Sibylle & Yvette & Dirk als Late Night Bille ab 21.30 Uhr im Waggon am Kulturgleis 

Sonntag, 24.9.: Populistenbeschimpfung

(Martin)

Populistenbeschimpfung #5: Kollektive Beschimpfungsorgie
Ein Fest der Affekte zur Bundestagswahl
Liebe Wahlberechtigte und Nicht-Wahlberechtigte,
ihr seid herzlich eingeladen den Wahlsonntag gemeinsam mit uns und weiteren Gästen im Saal des Künstlerhaus Mousonturm zu verbringen. Über euer Kommen freuen wir uns!
Viele Grüße red park
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So herzlich laden red park und der Mousonturm zu einer wohl doch sehr besonderen Wahlparty bzw. Performace-Zusammenkunft am Wahlsonntag ein.
„Am 24. September ist es soweit: Wir werden eine Wahl gehabt haben, du Sau! Treffen wir uns also auf dem Volksfest der Affekte, um diesen historischen Tag zu feiern. Begegnen wir im Nebel neoliberaler Kraftfelder den Wiedergängern des Faschismus und den Geistern des Fatalismus. Versammeln wir uns also und lassen den Tag zu dem werden, was er ist: Eine partizipative Operette des Grauens. Blickt dem Epochenwechsel entgegen. Begehrt auf! Zieht aus, um das Schimpfen zu lernen.“
Ich habe ehrlicherweise keine Ahnung, was da im und um den Mousonturm herum passieren wird - aber ‚partizipative Operette des Grauens’ – allein diese Wortkreation finde ich bemerkenswert! Und bevor ihr vielleicht alleine auf das Ergebnis dieser Bundestagswahl wartet oder euch gegenseitig schon alles gesagt habt, was zum Wahlkampf, den Prognosen, etc. zu bemerken ist, dann ab in den Mousonturm, eine vielleicht echte Alternative...
Dauer der Performance: 135 Minuten mit offenem Ende.
Weitere Infos hier: http://www.mousonturm.de/web/de/veranstaltung/populistenbeschimpfung

Sonntag 24. September: Wahlparty

(Daniela)

Ja ich bin nervös und freue mich sehr, wenn ich ein paar bekannte Gesichter sehe!

Lasst uns gemeinsam die Wahlergebnisse schauen, lasst uns gemeinsam diesen spannenden Abend erleben.

Ab 17:30 Uhr sind wir im NM57 und für die ersten 100 Gäste gibt es einen kleinen Snack vom Grill, Getränke gibt es die ganze Nacht!

Ort: NM57, Neue Mainzer 57 (Innenstadt)

Einlass: 17:30 Uhr

Sonntag, 24.9.: OF/ Wir wählen einen neuen OB

(Andrea)

Wir haben die Wahl! Sogar zweifach. Daher, liebe Offenbacher, passt gut auf, dass Euch nicht aus Versehen das Kreuzchen verrutscht. Gleiches gilt natürlich auch für die Bundestagswahl. Aber wem sag´ ich das, Ihr wisst schließlich alle, worum es geht. 

Montag, 25. September: FFM/ nachtleben

(Andrea)

Beinahe uneingeschränkt mein Lieblingsclub. Noch immer. Deshalb freue ich mich, endlich mal wieder hinzugehen. Weniger wegen der Hauptband, sondern wegen des Supports. Aber erstmal ein paar Worte zum den Pretty Things: The Pretty Things ist eine der ältesten noch aktiven englischen Rockbands. In den 1960er Jahren galt sie als eine der wildesten Bands und waren eine zeitlang erfolgreich und auch nachhaltig einflussreich: Robert Plant, der spätere Led Zeppelin-Sänger, studierte als noch unbekannter Besucher bei Pretty Things-Auftritten Phil Mays Bühnenshow genau. David Bowie, ein erklärter Fan der Band, coverte für sein Album Pinups (1973) gleich zwei Pretty Things-Hits, Rosalyn und Don't Bring Me Down. Der Stil und das Gebaren des ersten Pretty Things-Drummers Vivian Prince, der sich nach seinem Ausscheiden aus der Band und einigen erfolglosen Versuchen als Solist zwischenzeitlich den Hells Angels anschloss, übten einen unübersehbaren Einfluss auf den exzentrischen Keith Moon von The Who aus. Das skandalöse Auftreten der Band in der Anfangszeit diente in den späten 1970er Jahren auch vielen Punkbands als Vorbild." Und der Support? The Terrible Noises spielen den Original-Rock'n'Roll der 50er bis 70er Jahre, und das ist auch gut so! 20 Uhr im nachtleben. Nicht im Bild: Die Lärmmacher aus der Gwinnerstraße

Donnerstag 28. September: Fake II: Dies ist kein Mittelfinger.

(Daniela)

Ich muss mal ne Pause machen... sonst wäre ich heute Abend ins Orange Peel gegangen, zu text&beat!

Fake II: Dies ist kein Mittelfinger. Die politische Kultur des Fake
Mit Martin Doll (Juniorprofessor für Medienkulturwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf)
Moderation: Jesko Bender und Michael Müller

Wer hat den Deutschen nicht schon alles den Mittelfinger gezeigt:
Stefan Effenberg, Peer Steinbrück, Sigmar Gabriel, Yanis Varoufakis. Moment, Varoufakis? Hat er, oder hat er nicht?
 
Seit dem "Varoufake" interessiert sich zum Glück niemand mehr ernsthaft dafür, ob Varoufakis den Mittelfinger zeigte.
Dafür ist der Begriff das Fakes inzwischen omnipräsent: Alle reden von Fake-News, dem Fake des Fakes, von Fake-Profilen und Fake Identitäten.
Auch rechte und populistische Bewegungen haben den Begriff für sich entdeckt und ihn zum politischen Kampfbegriff gemacht.
Für uns ein Grund, sich der politischen Kultur des Fake zuzuwenden. Es gibt genug Fragen, über die zu diskutieren wäre:
Ist es eigentlich paradox, dass sich Populist*innen – während sie gegen "Fake-News" und die "Lügenpresse" hetzen -
selbst permanent auf zweifelhafte Quellen beziehen? Ist das Konzept des "Fakes" per se kritisch? Wenn ja: Wogegen richtet sich die Kritik?
Und wie kämpft man gegen populistische (sind das eigentlich immer rechte?) Fake-News?
Mit dem Fake? Oder muss am Ende der Begriff der Wahrheit rehabilitiert werden?
 
Diese und weitere Fragen möchten wir u.a. mit Martin Doll diskutieren. Martin Doll ist Juniorprofessor für Medienkulturwissenschaft
an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Autor des Buches "Fälschung und Fake. Zur diskurskritischen Dimension des Täuschens."
 
Donnerstag, 28. September 2017, 20 Uhr
text&beat@orange peel Eintritt: 7,- / 5,-
Veranstaltungsort: Orange Peel, Kaiserstraße 39, 60329 Frankfurt am Main

V O R S C H A U

(Daniela)

Auf diesen Abend freue ich mich sehr!

50 Jahre später ziehen Claus-Jürgen Göpfert, Redakteur der Frankfurter Rundschau, und Bernd Messinger, Studentenvertreter und ehemaliger grüner Landtagsabgeordneter, Bilanz: Was ist geblieben von der 68er-Bewegung und welche Spuren hat das »Jahr der Revolte« insbesondere in Frankfurt hinterlassen?
Die Autoren haben zahlreiche Zeitzeugen interviewt, darunter Daniel Cohn-Bendit, mit dem gemeinsam sie ihr Buch vorstellen.
Nils Bremer, Chefredakteur vom Journal Frankfurt, moderiert. Es begrüßt Ina Hartwig, Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt am Main.

Eintritt frei
Mehr Infos findet ihr hier.

Ort: Goethe-Universität Frankfurt am Main, HVI (Hörsaaltrakt) Gräfstraße 50-54 60486 Frankfurt am Main
Uhrzeit: 19.30 Uhr

Veranstalter: Kulturamt Frankfurt am Main in Kooperation mit der Goethe Universität Frankfurt am Main

Freitag 29.09.: Kafka Tamura im Lotte Lindenberg


Für Fans von Milky Chance ist es sicherlich kein Geheimnis, dass die auch international sehr erfolgreichen Kasselaner ihre Lieder in Eigenregie produzieren und veröffentlichen. Bei diesem, für diesen Zweck gegründeten Label Lichtdicht Records, fühlt sich seit 2015 die von manchen Kritikern als „Band der Stunde“ bezeichnete Kombo KAFKA TAMURA sehr zuhause. KAFKA TAMURA ist eine moderne Geschichte von den zwei Leipzigern Patrick Bongers und Gabriel Häuser, die auf Soundcloud über die damals noch 16 Jährige Emma Dawkins aus der südenglischen Hafenstadt Southampton stolperten und ihr sogleich melancholisch, minimalistische Backingtracks zuschickten, zu der die junge Engländerin ihre markante Stimme besteuern sollte. Emma Bradshaw und Gabriel Häuser leben mittlerweile beide in Berlin, wo sie die Band als Duo weiterführen. Anfang des Jahres zog sich die Band mit dem Produzenten Eliot James (Two Door Cinema Club, Kaiser Chiefs, Noah and the Whale) ins Studio zurück, um an der neuen Single ‚Find Me Well‘ zu arbeiten. Nun kehren Kafka Tamura mit neuer Single und einer Vielzahl von Konzerten auf die Bühne zurück. Das Resultat ist fantastische Musik, die LOTTE LINDENBERGs Gäste verzaubern wird.

youtube.com/channel/UCsBIm1yBeiZBNGItkJxSgLQ
facebook.com/kafka.tamura.music/
soundcloud.com/kafka-tamura-music

Einlass: 20.30h || Beginn: 21.30h
Tickets bei LYA - Love Your Artist: https://goo.gl/HeXscX

VORSCHAU: URBAN AFRICA

(Andrea)

"Das Festival Films from Urban Africa will moderne afrikanische Lebensrealitäten kommunizieren. Die inhaltliche Klammer der Filme ist das Thema Stadt: Dokumentationen und Spielfilme im Kontext der Metropolen. Die Filme sollen keine didaktische oder moralisierende Funktion erfüllen, sondern schlicht und einfach gesellschaftliche Situationen und Entwicklungen vermitteln, die sich früher und oftmals deutlicher als anderswo in den schnell wachsenden Großstädten abbilden. Sieben Filme gibt es vom 26. bis 29.9. im hafen 2." 

Donnerstag 19. Oktober: Youngblood Brassband

Am Donnerstag, den 19. Oktober spielt die elfköpfige Youngblood Brass Band aus News York im Kuntsverein Familie Montez.

Ich freue mich sehr, denn ich mag viele Bläser und die Mischung von Jazz, Funk & Hip Hop ist verdammt gut!

Hier kömnt ihr reinhören: https://www.youtube.com/watch?v=TxH9Dg1JLio

 

 

AN ALLE GRÜN-NÖRGLER von Martin Herrrndorf

Ja, ihr. Ihr, die ihr meint niemanden wählen zu können, weil keiner so toll wie ihr für Klimaschutz und Tierrechte und was-weiß-ich-nicht eintritt. Die ihr die Grünen nicht wählen könnt, weil ihr mal einen Ex-Landtagsabgeordneten im Dieselauto gesehen habt oder Mitglieder nach einer Versammlung Frikadellen gegessen haben oder weil ihr Angst vor Schwarz-Grün habt (true stories).

Es geht bei der anstehen Wahl um wichtige Entscheidungen, die reale Konsequenzen haben. Es steht was auf dem Spiel.

Die Grünen haben nichts bewirkt? Naja, außer dem Atomausstieg, der Förderung der Erneuerbaren Energie und der Ehe für Alle. Letzteres als Beispiel: Zuerst von Rot-Grün so weit gebracht, wie es eben ging (die "Fehlende Hälfte" des Partnerschaftsgesetzes wurde von der CDUCSU im Bundesrat geblockt). Dann vollständig auf wesentlichen Impuls und nach wesentlicher Lobbyarbeit der Grünen durchgebracht (ganz vorne Volker Beck, viele andere mit dran).

Es ist eben ganz und gar nicht egal, ob die CDU mit der FDP oder den Grünen regiert. Es hat reale Konsequenzen. Mit der FDP wird es einen "roll-back" in der Klima- und Verkehrspolitik geben, mit den Grünen nicht. Wir erleben es gerade in NRW. Mit den Grünen wird es Leute im Bundestag und den Ministerien geben, die gerne Bus, Bahn und Fahrrad fahren, und die sich dafür einsetzen.

Und auch wenn ihr irgendeine Klein-Partei wählt oder sogar eine gegründet habt, bei allem Respekt: Auch ihr tragt zum Debakel bei. Weil eure Stimmen im "Sonstige"-Ordner landen und es damit wahrscheinlicher machen, dass es für Schwarz-Gelb reicht. Weil eure Stimmen den Grünen fehlen wenn es darum geht, ob es für Schwarz-Grün reicht und ob die Grünen vor oder hinter der FDP liegen. Und weil eure pauschalen Urteile über die Grünen und andere Parteien die Politikverdrossenheit weiter vorantreiben: Alle korrupt und abgehoben, überall Lobbyisten, eh egal.

Klar waren auch die Grünen mal klein und klar muss anfangen. Aber es gibt momentan kein Angebotsproblem bei linker, progressiver Politik - es gibt ein Problem, Wählerstimmen und Mehrheiten zu mobilisieren. Neue Kleinparteien helfen da wenig.

In all dem schwingt auch ein gutes Stück Verachtung für den Kompromiss - nicht den faulen, sondern den, den wir brauchen, damit die Demokratie funktioniert. Wir leben halt nicht in eine Land voll von klimabewusst-vegan-radfahrenden Feministinnen und Feministen (wenn auch manche von uns in fast solchen Stadtvierteln). Wir leben in einem Land, in dem Millionen Menschen gerne billig Fleisch kaufen und billig Auto fahren. Man kann das abartig finden und es hat katastrophale Folgen für das Weltklima und alles andere, aber man muss im politischen Prozess auch mit diesen Menschen zusammenkommen, ja, auch die haben eine Stimmrecht und ein Recht auf politische Mitsprache.

Und in genau diesem Aushandlungsprozess spielen die Grünen. Nicht mit 100, nicht mit 50, sondern mit 8 bis 12 Prozent, vielleicht ein bisschen mehr, wenn gerade ein Atomkraftwerk explodiert (auch ne true story). Damit bekommt man nicht von heute auf morgen die Revolution durchgesetzt. Aber wenn man die Karten geschickt spielt, bekommt man vielleicht eine Energiewende hin (läuft), vielleicht den Atomausstieg (läuft), die Homo-Ehe (läuft), vielleicht auch die Mobilitätswende (offen) und den Kohleausstieg (auch offen).

Noch dazu geht es in der Politik meist nicht um einfache Fragen. Die Energiewende ist nicht einfach, Menschenrechte sind nicht einfach, Sozialpolitik ist nicht einfach. Vieles hört sich einfach und toll an, Grundeinkommen, Sanktionsfrei, aber wer von Euch kennt sich denn mit den Details der Zugewinnregelungen bei Hartz IV aus? Oha, nicht so sexy. Aber in der Politik geht es realiter um solche Fragen. Und so inspirierend der „große Wurf“ auch sein mag, der Lösungen liegen doch oft in den Mühen der Ebene, und in denen kennen sich die Grünen aus. Ist nicht so sexy, aber bringt den Menschen was.

Und natürlich ist bei den Grünen nicht alles gut. Boris Palmer’s Flüchtlingstiraden und Winfried Kretschmanns Nähe zur Automobilindustrie sind auch intern umstritten, und natürlich ist die Verteilung von Listenplätzen kein Ponyhof. Aber: Die Grünen haben es geschafft, über die Jahrzehnte den Laden zusammenzuhalten, sich zu professionalisieren, aus Bewegung und Basis heraus Politik zu entwickeln. Während die Piraten nach und nach im Chaos versunken sind und viele andere Initiativen marginal und bedeutungslos bleiben. Gerade weil ich Basisprozesse kenne hab ich da mittlerweile großen Respekt vor.

Und ja: Wer bei den Grünen aufschlägt und aktiv werden möchte findet vielleicht nicht nur offene Ohren für seine Ideen. Parteiarbeit ist langwierig, auch in Parteien treffen unterschiedlichste Meinungen und Charaktere aufeinander. Dafür braucht es Mechanismen und Filter. Die Grünen haben nicht jahrzehntelang auf die Weisheiten von mir und dir gewartet, und wenn man das glaubt, holt man sich eine blutige Nase. Aber, meine Erfahrung: Wenn man mit der richtigen Haltung, einem Respekt vor dem Erreichten, mit Sachkenntnis und Engagement reingeht, mit Geduld und etwas Demut reingeht, dann findet man auch Gehör.

Aber vielleicht ist es uns ja auch irgendwie Recht. Vielleicht haben wir uns im Zynismus damit abgefunden, dass alles so bleibt wie's ist und wir lieber auf "die da oben" zu meckern und Petitionen zu unterschreiben als die Grünen, und damit ein bisschen uns selbst, an die Macht zu bringen und Verantwortung zu übernehmen. Vielleicht sind wir ein bisschen erleichert, wenn die FDP demnächst den Mindestlohn kassiert und wir die Haare wieder ein paar Euro billiger geschnitten bekommen. Dann gibt’s ne Regierung mit der wir nix am Hut anhaben, und dann können wir ein paar neue Petitionen machen und mehr meckern ohne das fiese Risiko einzugehen, wie unsere super-duper-tollen Lösungen denn dann in der Realität funktionieren.

Am 24.9. wird gewählt. Und dann wird verhandelt - darüber ob der Mindestlohn steigen oder sinken soll (oder ob man ihn wieder ganz abschafft), ob man die Klima- und Verkehrswende endlich angeht oder nicht, etc. Es geht um Mandate, Mehrheiten und Macht - die Macht, Dinge zu gestalten.

Wer nicht wählt oder eine „Sonstige“-Klein- oder Spaßpartei, verzichtet auf seinen Einfluss. Zum Schaden von Klima und Minderheiten.

Falls es jemand noch nicht gemerkt hat: Ja, ich werde Grün wählen. Nicht als pragmatischen Notnagel, sondern mit Freude, Überzeugung und ein bisschen Stolz. Weil ich bei den Grünen viele engagierte und sachkundige Menschen getroffen hab, die sich in Themen wirklich und langfristig reinknien. Weil ich meine, dass es richtig und wichtig ist, die grünen Themen in einen Aushandlungsprozess auch mit Menschen tragen, die ganz anderer Meinung sind. Und weil ich gerne die Menschen mit meiner Stimme unterstützen, die diese Arbeit auf sich nehmen.

ps: Ja, ich bin Mitglied. Nicht, weil ich alles bei den Grünen toll finde, sondern eben, weil man als Mitglied tatsächlich und ganz real eine "Stimme" hat.

pps: Bevor ihr kommentiert, beanwortet doch mal aus dem Kopf die Frage: Wie viel darf ein Hartz 4-Empfänger verdienen, bevor ihm das Geld vom Hartz 4-Satz abgezogen wird? Bin gespannt.


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